Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 193 (17.9.1931)
- Date
- 1931-09-17
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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DIE STIMME Nr. 193 — 17. September 1931 ><vre 'Unsere geehrten Monnenten bitten n>;r, sidk zur £inzabtung der Jibannementgebübten für das jetzt beginnende neue iXuartat der unserer Heutigen Hummer beigetegten (Fosterlagsrbeine zu bedienen. Wem es irgend mögiicfi ist. der zabte statt der vierteifübwHeben $ 4*20 gteidk $ 4*— für ein baibes Jabr; er erspart uns dadutdk Jttikhe und sieb Oetd Notaktion für Palästina Ein Aufruf der Exekutive der jewish Agency Wir haben in unserer letzten Nummer einen von Vertretern sämtlicher zionistischen Gruppen Oesterreichs gefertigten Aufruf in der gleichen Angelegenheit veröffentlicht. An die Juden der Weltl Trotz der außerordentlich schweren Wirtschaftskrise, von der die Juden ta allen Ländern betroffen sind, hält es die Jewish Ageflcy für Ihre Pflicht, In einer Zeit der Not an die jüdische OeffentHchkeit vertrauensvoll ein offenes Wort über die Lage in Palästina zu richten: Unsere schwer errungenen Positionen in Erez Israel sind infolge Versagens der normalen finanziellen Eingänge ln letzter Zeit ln ernste Gefahr geraten und zwangen uns, an die gesamte Judenhelt wegen einer außerordentlichen Aktion, eines Notopfers für Palästina zu appellieren. Nichts liegt uns ferner, als durch Hervorhebung des gegenwärtigen schweren Moments das Bild der jüdischen Schöpfungen in Erez Israel zu verzerren. Das Aufbauwerk in Palästina ist bis auf die jüngste Zeit stetig vorangeschrltton. Selbst in einer Zelt wirtschaftlicher Katastrophen hat der Aufbauwille des palästinensischen Jlschuw trotz politischer Schwierigkeiten auf wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet Großes geschaffen. . In der L a n d w 1 r t s c h a f t Ist die Konsolidierung unserer Siedlungen fortgeschritten. Noch eine letzte Anstrengung Ist nötig, um diese Kolonien vollständig unabhängig zu machen. Hand in Hand damit hat sich die städtische Siedlung entwickelt. Gestützt auf die Bedürfnisse des landwirtschaftlichen Hinterlandes, aber auch auf die wirtschaftliche Entwicklung des Nahen Ostens, entsteht eine vielversprechende junge Industrie. Große Perspektiven eröffnen sich für die Zukunft. Hafenbau und Oelleitung, die neuen Bahnverbindungen nach dem Irak und nach Syrien stellen Palästina in das Zentrum der wirtschaftlichen Entwicklung im Vorderen Orient. Dies alles — die Errungenschaften unendlicher Mühen und heroischer Opfer — Ist jetzt ln äußerster Gefahr. Die große historische Arbeit der Jewish Agency ist heute aufs schwerste bedroht, weil die materiellen Leistungen einzelner Judenheiten für Palästina, durch die kritischen Verhältnisse der betreffenden Länder beeinflußt, in den letzten Monaten katastrophal zurückgegangen sind. So kann unser Werk in Palästina auf Jahre zurückgeworfen werden, während gerade diese Jahre von entscheidender Bedeutung sind und Vervielfältigung unserer Anstrengungen erfordern. Wohl fehlt nur weniges, um unsere Siedlungen wirtschaftlich unabhängig zu machen. Gelingt es aber nicht, in der allernächsten Zeit die notwendigen Mittel bereitzustellen, so werden wichtige Punkte, die heute noch im Ausbau begriffen sind, vor der Gefahr des Verfalles und des Zusammenbruches stehen. Die E i n w a n d e r u n g nach Palästina, die wir unaufhörlich fordern, und die für die jüdischen Massen von solcher Tragweite Ist, müßte aus Mangel ah Mitteln aufhören. Unser Schulwesen, das stärkste Bollwerk einer neuen jüdischen Jugend, die unentbehrliche Voraussetzung . für die Belebung der hebräischen Sprache, geriete ins Stocken. Daher wendet sich die Jewish Agency an die jüdische Welt mit der Forderung, ln dieser ernsten Stunde durch ein außerordentliches Notopfer unsere wirtschaftliche und kulturelle Position in Erez Israel zu sichern. Die Jewish Agency benötigt bis Ende September außerhalb der regulären Einnahmen des Keren Hajessod einen Minimalbetrag von 100.000 Pfund Sterling. Diese Summe kann — wenn auch unter großen Schwierigkeiten — ausreichen, die außergewöhnlich gefährliche Situation, in der sich das Palästinawerk befindet, zu überbrücken. Juden! Wir erwarten von jedem, daß er — eingedenk dessen, was auf dem Spiele steht — unserer Aufforderung sofort Folge leistet. Viele Zehntausende jüdischer Männer und Frauen haben Ihr Leben dem Wiederaufbau Palästinas gewidmet. Von Euch und Eurer Opferfreudigkeit wird Fortschritt oder Stillstand abhängen. In diesem Moment einer ernsten Prüfung rufen wir Euch zu: Erfülle ein jeder seine Pflicht gegenüber dem erstehenden Jüdischen Nationalheim! Niemand schließe sich aus bei der Notaktion für Palästina! * Weizmanns Vorbild Die englischen und die deutschen Zionisten haben an Prof. Weizmann Telegramme abgehen lassen, in welchen »ie ihm ihren Dank abstatten für seinen von uns bereits gemeldeten Entschluß, der Einladung des Keren Hajessod zu entsprechen und die Leitung der heurigen Kampagne in Südafrika zu übernehmen. Wir wollen heute nicht von der Figur Weizmanns sprechen und uns ln eine Erörterung seiner Leistungen und Zentral-Anstalt für Mädchen-Erziehung und Fortbildung ■ Dr. Krliger-Helm- II., Malzgasse 7 Telephon A-48-0-77 Mädchen - Internat Streng ritueller Haushalt. Ausbildung in allen weiblichen Berufsarten. Mittelstandspieise. Zweijährige Fachschule für Dameuk'eidermachen und Wäschewarenerzeugung, mit Oeffentllohkeitsrecht Streng rituelle Einhaltung des Sabbath. Rituelle Kochkur8Q vom Wiener Stadtschulrat konzessioniert. Einfachste bis feinste Küche wird gelehrt. seiner Politik einlassen. Der Dank, der Weizmann jetzt gezollt wird, gilt seiner vorbildlichen zionistischen Haltung, die auch jene voll anerkennen müssen, die seine Politik konsequent bekämpft haben. Keiner hätte so wie Weizmann Anspruch auf Urlaub vom Zionismus, auf die wohlverdiente Ruhepause nach langen Jahren zermürbender und aufreibender Arbeit. Vielleicht müßte man es sogar menschlich begreifen, wenn Weizmannn nach der Haltung des Kongresses gekränkt wäre Über wirklichen oder vermeintlichen Undank. Daß sich Weizmann in einem kritischen Augenblick ohne Bedenken für die schwerste Schwarzarbeit, die es im Zionismus gibt, zur Verfügung stellt — diese Haltung soll v or b i 1 d 1 i c h sein für alle Zionisten, an die gegenwärtig der Appell ergangen ist, ein außerordentliches Notopfer zu bringen, um das Palästinawerk vor der Gefahr eines schweren Rückschlages zu bewahren. In einer Situation wie dieser erwächst den Zionisten der verschiedensten Richtungen eine Aufgabe, deren Lösung keinen Aufschub duldet: durch eine sofortige außerordentliche Opfer leistung das Ihre beizutragen, daß die Arbeit in Palästina, daß unser junges Werk nicht schwersten Schaden nehme 1 Es ist dies eine Aufgabe jenseits von aller Politik; eine, welche der g e s a m t e n Front von Brith Schaiom an bis zum Revisionismus obliegt. Denn darüber müsen sich heute alle Zionisten ohne Unterschied der Richtung einig sein, daß wir In einer Welt der harten Tatsachen leben und daß es nicht möglich 16t, irgend eine zionistische Politik im luftleeren Raume zu machen. Palästina ist nicht bloß mehr Programm, sondern eine täglich wachsende Realität, auf der wir weiter bauen müssen. Jeder Rückschlag in Erez Israel niüßte unsere Arbeit zurückwenen, die Wid* stände ermutigen, unsere po- Für die Feiertage 1 Jüdische Spezialitäten (t-iadtn, Bäckereien, iische eic.) sowie Dunstobst und Konfitüren können durch Frau Halpefn, Hl., Rechte Bahngasse 10, Tel. U 16-8-28, bestellt werden. litische Tätigkeit und die innerjüdische Propaganda lähmen. Es gilt, unser landwirtschaftliches Siedlungswerk zu halten, unser hebräisches Schul- und Erziehungswerk samt seiner Lehrerschaft vor einem Zusammenbruch zu bewahren, die Rückwanderung Hunderter zu v e r h ii t e n. Wenn wir uns angesichts dieser Sachlage nicht zu einer besonderen Leistung aufraffen, machen wir uns mitschuldig an alledem, was Palästina droht. Wer dem Appell ÄUm außerordentlichen N o t o p f e r nicht nach Kräften entspricht, sollte sich nicht länger einen Zionisten heißen dürfen 1 Wie schwer auch die Ungunst der Zeiten sich fühlbar macht, sie ist nicht drückender als in manchem anderen Lande, wo alle Anstrengungen für unsere Volkssache im Gange sind, nicht schwerer als in Deutschland, wo jenem Appell schon bis Ende August Hunderte von Zionisten entsprochen haben, deren Namen ein Rundschreiben der deutschen Zionistischen Organisat:on anführt. Man wird auch bei uns die Namen jener fesihalten müssen, welche dein gemeinsamen Appell der Vertreter aller zionistischen Richtungen gehörig entsprochen und in einem schwierigen Augenblick ihre besondere Pflicht erfüllt haben. Damit man in Hinkunft wisse, wem es ernst ist mit seinem Zionismus und auf wen wirklich gezählt werden kann. Wir hoffen zuversichtlich, daß keiner f e h 1 e n w i r d 1 r. d. * (Beiträge wollen ehestens auf Konto A 47115 «Zion» eingezahlt oder an den Keren Hajessod, I., Kärntnerstraße Nr. 28 abgesandt werden.) Schaukat Mi will dieKlagemauer- Frage wieder auirolien Jerusalem, 7. September. (J. T. A.) Ungeachtet der Entscheidung der Internationalen Klagemauerkommlsslon wird von moslemitischer Seite versucht, die Klagemauerfrage erneut aufzurollen. Wie von moslemitischer Seite mitgeteilt wird, beabsichtigt Schaukat Ali, der Führer der indischen Moslems, eine allmoslemltische Konferenz nach Jerusalem für den 7. Dezember d. J. einzuberufen. Am 7. Dezember jfthrt sich der Al-Buraq-Tag, an dem nach der Moslemlegende Mohammed sein Roß «Al Buraq» an einer Stelle nahe der Klagemauer angebunden hat. Durch die Abhaltung der Moslemkonferenz an diesem Tage in Jerusalem soll dargetan werden, daß die Klagemauer, die von den Moslemlten ln Erinnerung an die Mohammed-Legende «AI Buraq» genannt wird, ein moslemitisches Heiligtum darstellt. -f- .. Die hebräische Universität — eine Lehrhochschuie Die Leitung der Hebräischen Universität zu Jerusalem veröffentlicht eine Bekanntmachung, in der die Umwandlung der bis jetzt der reinen Forschungsarbeit dienenden Universität ln eine Lehruniversität mit Beginn des kommenden Wintersemesters angekündigt wird. In den biologischen Wissenschaften und in der Abteilung für klassische Sprachen beginnt ein für vierjährige Dauer berechneter Kursus, dessen Absolventen der akademische Grad verliehen werden wird. Zu diesen Kursen werden nur hierzu qualifizierte Studierende zugelassen. In den Kursen für klassische Sprachen wird den Studierenden bei der Wahl ihrer Themen größere Freiheit gewährt werden. Das Wintersemester begint am 27. Oktober. Weizmann über seine angebliche Parlamentskandidatur Dr. Chaim Weizmann hat nach seiner Rückkehr nach London die Jüdische Telegraphen-Agentur ersucht, in seinem Namen zu erklären, daß er entschlossen sei, jede ihm angetragene Kandidatur zum englischen Unterhaus abzulehnen. Streng koschere und vegetarische Küche M. EILEN II. Untere Augartenstraße 13 (Eingang Förstergasse), zwei Minuten v. Schottenring. Zu volkstümlichen Preisen Vegetarische«, milchige u. diätetische Speisen, frisch zubereltct zu jeder Tageszeit. Täglich u. Samstagabends bis 12 Uhr nachts offen Samstag Mittag geschlossen Telephon A -49 B-13 f Gedenket bei der Thora am Jom Kippur WUllwlll desKerenKajemeth 5562