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Die Stimme · 1931-09-10 · Heft 192 (10.9.1931) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
4 (1931)
Issue
Heft 192 (10.9.1931)
Date
1931-09-10
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 DIE STIMME Nr. 192 10. September 1931 Hamilton, Sassoon, Ormsby Coro and Malcolm Macdonald Neue Zionistenfreunde in der neuen btitischen Regierung Die Zeitung «News Chronicie» (vereinigte «Daily News» und «Daily Chronicie») teilt mit, daß Malcolm MacDonald als Unterstaatssehretär für die Dominions in die neue englische Konzentrationsregierung eintreten wird. (Bereits geschehen. Anm. der Red.) * Malcolm MacDonald, der Sohn des Ministerpräsidenten Ramsay MacDonald, trat von je für aktive Förderung des Aufbaues des jüdischen Nationalheims seitens Englands ein. Im Verlauf der Krise in den lezten Verhandlungen zwischen der Leitung der Zionistischen Organisation und der englischen Regierung als Folge des PassfieldAVeißbuches im Oktober 1930 hat sich Malcolm MacDonald wiederholt als Vermittler betätigt und arrangierte als solcher direkte Aussprachen zwischen Dr. Weizmann und dem Ministerpräsidenten MacDonald sowie anderen Mitgliedern der Regierung. Ormsby Gore, Mitglied der Regierung London, 6. September. (J. T.-A.) Major N. Ormsbyj Gore, der unter der konservativen Regierung Baldwin Unterstaatssekretär für die Kolonien gewesen war, ist I in die neue Konzentrationsregierung Englands als Postmaster General eingetreten. Ormsby-Gore ist einer der Wortführer jener Gruppe der englischen Staatsmänner, die für strikte Durchführung der Balfour-Deklaration im Sinne der Förderung des Jüdischen Nationalheims eintreten. Als Unterstaatssekretär hat er oft Angriffe antizionistischer Parlamentarier gegen das Nationalheim durch schlagende Antworten entkräftet. Sassoon Unterstaatssekretär für Luftfahrtwesen London, 3. September. (J. T. A.) Sir Philip Sassoon wurde zum Unterstaatssekretär für Luftfahrtwesen in der Nationalen Regierung ernannt. Er entstammt der berühmten mesopotamisch-jüdischcn Familie Sassoon, die in Indien zu großem Vermögen gekommen ist und deren Mitglieder «die indischen Rothschilds» genannt werden. Hamilton Unterstaatssekretfir für d e Kolonien Als Nachfolger Shiels’ Offiziell wird bekanntgegeben, daß Sir Robert Hamilton zum Parlaments-Unterstaatssekretär für die Kolonien ernannt worden ist. Sir Robert Hamilton war eines jener acht Parlamentsmitglieder, die im Februar 1929 auf Anregung des Colonel Josiah Wedgwood die Sevcnth Dominion League gegründet hatten, deren Ziel es war, für die Eingliederung Palästinas in das British Empire als siebentes Dominion zu wirken. Nach Erscheinen des Passficld-Weißbuches hat Wedgwood die Liga zum Zeichen des Protestes gegen das Weißbuch aufgelöst. Sir Robert Hamilton war einer der Hauptredner bei der Kundgebung der Liga, auf der auch Wedgwood, Kcnworthy und Joseph Cowcn Ansprachen hielten. Sir Robert Hamilton sollte seinerzeit in die Shaw-Kommission als liberales Mitglied eintreten, aber wegen seines bekannten Eintretens für die strikte Durchführung des Planes des Jüdischen Nationalheims seitens Englands und wegen seiner sonstigen oft geäußerten Sympathien für das jüdische Aufbauwerk hielt man es nicht für tunlich, ihn als Mitglied der Shaw-Kommission nach Palästina gehen zu lassen. — 1 -4-OBJ--!--U-J-VJU^L,IUJJMUU^-UHUAU'ß''. i im^JU Der Palästina-Anleiheplan zurückgestellt? Die Zeitung «Jewish Chronicie» befaßt sich mit i den Gerüchten, wonach die neue englisch^ Regierung entschlossen sei, den palästinensischen Anteiheplan bis auf weiteres zurückzustellen, und glaubt, auf Grund verläßlicher Informationen diese Gerüchte bestätigen zu können. Die Nationale Regierung, schreibt die Zeitung, halte es im Hinblick auf die gegenwärtige Finanzkrise Großbritanniens für untunlich, jetzt eine Anleihe von 2f/3 Millionen Pfund für Palästina zu placieren. Neue Verhandlungen mit der britisciea Regierung Pt of. v\ eizmann nimmt an den Verband u gen ted Dem Warschauer «Hajnt» wird am 5, September gedrahtet: Morgen Sonntag kehrt Sokolow aus Paris nach London zurück, wo noue Gespräche zwischen den Vertretern der Jewish Agency und der britischen Regierung ln Palästina-Angelegenhelten geführt werden sollen, Wie verlautet, werden In den nächsten Tagen Prof, Weizmann und Motzkln nach London kom* men, um an den Verhandlungen mit der britischen Regierung teilzunehmen. Es besteht die Hoffnung, daß | die Verhandlungen günstige Resultat^ für d:e jewish Agency bringen werdeiL ■' 1 Jerusalem — Zentrum des Kalifats? Wie die Jüdische Telegraphen-Agentur erfährt, bildet eine Erklärung Schaukat Alis, des Führers der Indisehen Moslems, daß er sich auf der bevorstehenden Indien-Konferenz in London dafür elnsetzen werde, daß in Jerusalem das Zentrum des moslemitischen Kalifats errichtet werde, das Gesprächsthema innerhalb der moslemitischen Kolonie in England. Schaukat Ali teilte mit, daß er in Kairo für seine Idee die einmütige Unterstützung der dortigen Moslems erlangt habe. Auch die proarabische Liga in London mit den Lords ßrentford, islington und Denesfort an der Spitze unterstützt die Kalifatbewegung. Schaukat All für jüdisch-arabisch« Vcrständ gung? London, 3. September. (J. T. A.) Heute aus Jerusalem elngetroffena Telegramme besagen, daß der gegenwärtig ln Palästina weilende Führer der indischen Moslems Sehaukat Ali mit arabischen Führern die Möglichkeit einer Wiederannäherung zwischen Juden und Arabern besprach. i< wmwmmm*. Manifest der Exekutive der Zionistischen Organisation Wir erhalten von der Exekutive folgenden Aufruf: Die Exekutive der Zionistischen Organisation erachtet es als ihre Pf icht, der zionistischen Welt di« Hauptrichtlinien ihres Arbeitsplanes zu unterbreiten und alle Zionisten zur tätigen, freudigen Mitarbeit aufzufordern. Die politische Arbeit der Jewish Agency b'eibt von überragender Bedeutung für unsere Bewegung. Die Mandatarmacht rüstet zur aktiven Anteilnahme an der wirtschaftlichen Entwicklung Palästinas, und es muß jetzt die erste Sorge der Exekutive sein, über die Rechte des jüdischen Volkes zu wachen. Unser Vertrauen in die Gerechtigkeit und Weisheit der Mandatarmacht und die Heilgkeit internationaler Verp lichtungen ist diuch die SchicksalsschUige und Enttäuschungen der vergangenen zwei Jahre nicht zerstört worden. Der Anspruch des jüdischen Volkes auf eine von künstlichen Beschränkungen freie Einwanderung, auf die Möglichkeit des ßodenwertes und auf die ungehinderte wirtschaftliche, politische und kulturelle Entfaltung seines Lebens in Palästina wird die Basis der Verhandlungen mit den Vertretern Großbritanniens bilden. Vorurteil und Mißverständnisse trüben noch unsere B e- Ziehungen mit der arabischen Bevölkerung Palästinas. Die Erklärung der neuen Exekutive, die dem Kongreß bei seiner letzten Sitzung unterhreitet wurde, gab den unwandelbaren Wunsch der Judcnheit Ausdruck aktive Maßnahmen auf ökonomischem, sozialem und politischem Gebiet zu treffen und friedliche Beziehungen und die Annäherung zwischen Juden und Arabern in Palästina licrbcizufiihren, von dem Grundsatz ausgehend, daß ohne Rücksicht auf die numerische Stärke keines der beiden Vö.ker das herrschende, keines das beherrschte sein soll. Das jüdische nationale Heim kann nur auf dir Grundlage produktiver Arbeit in Landwirtschaft, Industrie und Handel errichtet werden. Pas Ideal der i Arbeit war und bleibt die Triebfeder unseres Werkes, Der { Chaliu, der nach Palästina geht, und der «Tut dem Boden 1 mnn— Selchwaren* Restaurant eig. Erzeugung, heute (Jim itäten Wien, 2. Bezirk, (Hockerfasse Nr. 11 n. Brauner & co. Unsere Panrik steht unter ritueller Aufsicht des •xnan ara arnn ish sria Namr -ratfa *ncv Neu c.-Jfvnete Verkau sstcllen: Wien, II., UroUe Sclilffnuase 19. Ue.staurunt Huron, Hauptullee, 2. Kiil'fVHinitB. Separierter Garten / Kliener Pavillon. Gottfried, X., Pcrnsrstorfergasce 36 oder in der Werkstatt arbeitet, und der Jude, der außerhalb Palästinas hilft, die finanz eilen Mittel für unser nationales Werk zu bsscha fen, müssen zusammen stehen in gegenseitigem Vertrauen, damit unseren Bemühungen voller Erfolg zuteil werde. Die furchtlose Haltung des palästinensischen Jlschuw angesichts von Not und Gefahr muß allen ■ Juden als ein leuchtendes Beispiel zionistischer Pflicht— j crfüllung vor Augen stehen, und wir müssen politischen Schwierigkeiten und finanziellen Nöten mit der Würde und ■ Disziplin einer Nation gegenübertreten. Die Exekutive der Zionistischen Organisation richtet an ' jedem einzelnen Zionisten die Aufforderung, sich mit, unbeirrbarem Eifer der Arbeit für den Keren Hajcssod und den Keren K a j e m e t h zu widmen und dazu beizutragen, daß der Erwerb von Boden in Pa'ästina und seine Nutzbarmachung für das fortdauernde Wachstum deä jüdischen Nationalheims in Land und Stadt keine Unterbrechung erführt. Die Exekutive richtet ihre Aufforderung an jeden einze’nen Juden, sich den Reihen unserer M tarbeiter anzuschücßen, zu hellen, und freigebig und vvil'ig ihren Tribut beizutragen, wenn unsere Fonds an ihre Op erwiiligkeit appellieren. Landwirtschaftliche Kolonisation auf der Grundlage nationaler V o 1 k s b ei t r ä g e . muß ausgebaut und konsolidiert werden, Mittelstandskolonisation, basiert auf privater Initiative, aber unterstützt durch unsere zentralen Institutionen, muß systematisch entwickelt werden. Es wird das Bemühen der Exekutive sein, auf dem G ebiete der Organisation neue Initiative und Entschlossenheit zur Geltung zu bringen.. Die Zionistische Organisation muß erweitert, ihr geistiger Charakter muß herausgearbeitet gnd vertieft werden, so daß die Organisation nicht b’oß einen mechanischen Apparat äarstcl t, $qiider»l einen großen Bruderbund des Judentums, erfüllt von gemeinsamer nationaler Entschlossenheit. Die Exekutive wird es sich angelegen sein lassen, die zionistische Propaganda, insbesondere unter der Jugend, auf der breiten Grundlage jüdisch-nationaler Anschauungen, in ihrer Anwendung auf das jüdische Problem der Gegenwart und auf d p Hoffnungen des Judentums für die Zukun t, auszuhauen. In ßrez fsraej und im Unltith werden Anstrengungen gemacht weiden, den Gebrauch der hebräischen Sprache und das Studium ihrer geistigen Schätze zu fördern. Die Jewish Agency in ihrer in Zlirleh im August 1929 erweiterten Form muß zu einem starken Werkzeug konstruktiver Aufbauarbe't geschmiedet werden. Wenn dies ln den letzten zwei Jahren n'cht erreicht wurde, so waren ungünstige äußere Umstände und der Verlust an führenden Persönlichkeiten durch tragische Todesfälle hierfür verantwortlich Die Exekutive der Zionistischen Organslatlon ist sieh der großen Verantworllchkeit bewußt, die sie übernommen hat, lind sie kennt die Schwierigkeit der Aufgaben, die ihr hever- «tehen Die Exekutive tritt ihr Amt an, naeh einer langen Periode historischer Entwicklung, die beg'nnt mit der Vision Herz!« und endet mit dem poetischen Genius und der praktischen Schaffenskraft Chaim Weizmann». In der U-beiv Zeugung, daß die Judenhcit den Wil'en und die Kraft besitzt, ihr Werk in Palästina zu vollenden, erbittet die Exeku* tive Hil.e und nitarbeit. Exekutive der Zionistischen Organisation: Naluim Sokolow, Präsident der Zionistischen Organisation Dr. Chaim A r I o s o r o f f Prof. S. B i o d e t s k y H. F a r b s t e i n Berl Locker Emanuel Neumann London, August 1931 Jerusalem, Elul 3691 *1^3 Streng koschere milchige und vegetarische Hllüi« M. EILEN 11. Untere AngartenstraSe 13 (Eingang Körst rgasse), zwtl Minuten v. Schoiienr»ng. Zu Volks! .milchen Preisen Vegetarische-, tnilciige u. diätetische Speisen, Irisch zubereiiei zu leder Taqeszett. Täglich n.Samstagabends bis!•* Uhr nachts oiten Samstag: Mittag geschlossen Telephon A*4tHl*l.'i

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