Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 189 (20.8.1931)
- Date
- 1931-08-20
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 189 — 20. August 1931 DIE STIMME Seite 7 zionistisch Leben in men Die Arbeit des Keren Kajemeth Versicherung zugunsten des Keren Kajemeth. Die Versicherungsabteilung des Keren Kajemeth hat eine Aktion eingeleitet, die bezweckt, Versicherungen zugunsten des Keren Kajemeth durchzuführen, und zwar auf folgender Grundlage: Im Erlebensfall fällt die versicherte Summe ganz dem Keren Kajemeth zu, im Ablcbensfall die eine Hälfte den Erben des Versicherten, die andere Hälfte dem Keren Kajemeth. Durch die Aktion sollen dem Keren Kajemeth neben den Spenden neue Mittel zum Zwecke der Ausdehnung des jüdischen Bodenbesitzes für die jüdische Kolonisation zufließen. Schon nach drei Jahren erhält der Keren Kajemeth gegen minimale Zinsen 65 Prozent der eingezahlten Prämien zu seiner freien Verfügung. Bisher haben 80 Personen Versicherungen auf insgesamt 110.000 Schilling abgeschlossen. Silbernes Buch des Keren Kajemeth. Bisher sind 29 Silberne-Buch-Eintragungen durchgeführt worden. Mustergültige Arbeit in der Provinz. Die Gg. Dr. Arnold Grünfeld und Juda Deutsch haben in Güssing, Burgenland, und Umgebung in fast jedem jüdischen Hause Keren Kajemeth-Büchsen placiert. Die von ihnen auch durchgeführte erste Leerung ergab 117.90 Schilling. Große Hochzeitssammlung in Mödling. Bei der Hochzeit Frl. Helene Diamant, Mödling, mit Herrn Dr. Paul Eckstein, Wien, wurden 172 Schilling gesammelt und an den Keren Kajemeth abgeführt. Geburtstagsspende. Frau Ester Schwarz spendet anläßlich des Geburtstages ihrer lieben Schülerinnen Sulamith und Leah Bauer am 22. August, 1 Baum im Stella Meller-Horowitzgarten. Silberne Bucheintragung. Zur Eintragung seines verunglückten Kollegen Mitarbeiters Aron Sternberg in das silberne Buch, übergab der Jüdische Hochschulausschuß dem Keren Kajemeth 10 Schilling. Keren-Kajemeth-Sammlungen bei Familienfeierlichkeiten (Hochzeiten, Brith Milah, Bar Mizwah u. dg!.). Diese Familienfeierlichkeiten bieten günstige Gelegenheit, Sammlungen für den Keren Kajemeth zu veranstalten. Es gibt eine Reihe von Gesinnungsgenossen, die sich freiwillig in den Dienst dieser Tätigkeit stellen. Damit derlei Gelegenheiten genügend ausgenützt werden können, muß der Keren Kajemeth von allen solchen Feierlichkeiten Kenntnis erhalten. Alle Gesinnungsgenossen und Freunde des Keren Kajemeth werden hiermit höflichst ersucht, dem Keren-Kajemeth-Bureau dergleichen Feierlichkeiten mit genauer Angabe der Adresse der Veranstalter bekanntzugeben. Der nächste Ausweis erscheint wegen Personalurlaubes nach dem 1. September. Ankündigungen und Mitteilungen Zionistische Jugendgemeinschaft «Brith Herzl», Wien, XX., Jägerstraße 30. Samstag, den 22. August, JA8 Uhr abends, Plenarversammlung mit anschließendem Referat. Sontag: Wanderung. Treffpunkt Schwedenplatz 8 Uhr früh. Montag, 8 Uhr abends, Sichoth. Dienstag: Schwimmen im Dianabad. Treffen: Uhr abends im Vestibül. Mittwoch und Donnerstag, 8 Uhr abends, Sichoth. Bei allen Veranstaltungen sind Gäste herzlich willkommen! Verband Radikaler Zionisten. Versammlungen zwecks Berichterstattung über den Kongreß und seine Auswirkungen finden statt: Am 26. August, ¥29 Uhr im Caf6 Dank, XVIII., Währinger Gürtel 104 a, am 2. September, Y%9 Uhr im Caf6 Mariahilf, VI., Mariahilferstraße 89 a, am 9. September im Saal des Cafe Produktenbörse, II., Taborstraße 10. Referenten Dr. Leopold Plaschkes und Dr. Israel Waldmann. Bethaus ln der Mensa academica judaica. Der Verein zur Erhaltung und Förderung der Mensa academica judaica errichtet auch heuer anläßlich der hohen Feiertage im Lokal der Mensa, IX., Zimmermannplatz 8, ein Bethaus (Minjan). Für gute Vorbeter wurde gesorgt. Das Reinerträgnis wird zur Gänze für Freitische an arme Studenten verwendet werden. Der Kartenverkauf findet täglich von 9 bis 4 Uhr im Sekretariat der Mensa, IX., Zimmermannplatz 8, Telephon A 25-2-28, statt. Genesungsheim der Chewra Kadischa, Baden bei Wien. Falls sich genügend Bewerber um die Aufnahme in das Genesungsheim der Chewra Kadischa, Baden bei Wien, für die Zeit von Mitte September bis Mitte Oktober melden sollten, beabsichtigt der Vorstand des genannten Vereines, einer Anzahl von Kurbedürftigen die Aufnahme unter den usuellen Bedingungen zu bewilligen. 1 Dr. Otto Flieget ist Jude Anläßlich der furchtbaren Eisenbahnkatastrophe bei Leoben, die bis nun fünfzehn Menschen das Leben gekostet hat, haben alle Wiener Zeitungen einmütig ihre Anerkennung für die aufopfernde Hilfe ausgesprochen, die Herr Dr. Otto Flieget, Universitätsassistent, selbst ein Passagier des verunglückten Zuges, den Unglücklichen an Ort und Stelle geleistet hat. Wie wir nun erfahren, ist Herr Dr. Fliegei ein Jude. Aus den 'fommevfwisdken Herr Wilhelm Steiner, Kantor in Klosterneuburg, schreibt uns aus Luhacovice: Das ziemlich eintönige Kurlcben von Luhacovice, dem Eldorado für müde und kranke Stimmen, wurde am 5. d. M. angenehm durch ein Konzert unterbrochen, das die hier zahlreich anwesenden Kurgäste aus Wien mit Stolz und Genugtuung erfüllte. Herr Oberkantor Gerson Margolies sang im dichtgefüllten Saale von Smetana jüdische Lieder und Arien aus Opern und löste bei allen Zuhörern einen Sturm der Begeisterung aus. Seine prachtvolle, in allen Lagen ausgeglichene Stimme sowie sein seelenvoller Vortrag fand einen solchen Beifall, daß er sich zu mehreren Zugaben entschließen mußte. Herr Oberkantor Margolies wurde von der Konzertsängerin Fräulein Else Schwarz aus Wien, die sich an diesem Abend als Sängerin dem Akkompagnement bescheiden unterordnete, in kunstsinniger Weise am Klavier loHnaii! Präger Msm vom 6. bis 13. September 1931 Größte Einkaufsgelegenheit — Fahrpreisermäßigungen Auskünfte durch den ehrenamtlichen Vertreter: Direktionsrat Ing. CARL RAUCH, Wien, II. Untere Augartenstraße 25 , Telephon A 48-2-13 0000ESF.. : begleitet. Der Abend gab Zeugnis von Margolies’ großem Können und war eine Ehre für Wien, die Stadt, in der er als Oberkantor wirkt. * Aus Bad Kreuzen wird uns geschrieben: Der in Wien sich gegenwärtig zu Vervollkommnungszwecken aufhaltende Konzertsänger und Chäluz Samuel Krybus aus Palästina hat am 8. August in Bad Kreuzen ein Konzert gegeben, das glänzend besucht war. Der Künstler sang hebräische, deutsche, italienische und russische Lieden Der Beifall war groß. Manche Lieder mußten wiederholt werden. Die Begleitung versahen Frau Kommerzialrat Mendel und Herr Direktor Rosenbaum. * Jüdischer Abend in Gleichenberg. Es gehört schon zur Tramtion, daß in Gleichenberg während des Sommers mehrere jüdische Abende veranstaltet werden. Dieses Jahr hingegen wurde bisher erst ein einziger Abend für die armen jüdischen Kurgäste in Gleichenberg veranstaltet. Von der Not der armen Juden gedrungen, wurde ein solcher Abend am 12. d. M. im Mailand-Saal veranstaltet, den der in Wien bekannte Oberkantor Samuel Postolow fast ganz ausfüllte. Es wirkte auch Herr Alexander Blankstein mit, der die spanische Romanze «Ay, ay, ay!» mit großem Erfolg sang. Der Abend war von Postolow dem jüdischen und hebräischen Lied gewidmet. Das Publikum spendete den Vortragenden großen Beifall und Herr Postolow mußte einige Lieder zugeben. Weintraub. jüdischer Sport Fußball Interessantes von der Polenreise der Hakoah. Die Hakoahner hatten auf ihrer diesjährigen Tournee ein gewaltiges Arbeitspensum zu erledigen, das an die Opferwilligkeit der Spieler große Anforderungen stellte. Obwohl viele Gegner ausgesprochen schwache Mannschaften stellten, war diese Sommerreise infolge der großen Anzahl von Engagements überaus strapaziös. Die Klubleitimg hatte aber die Genugtuung, daß die finanziellen Erwartungen durchaus erfüllt wurden. Großes Mißgeschick hatte Oppenheim, dem eine schlecht dosierte Tetanusinjektion verabreicht wurde. Oppenheim hat sechs Kilogramm abgenommen und konnte an den letzten Wettspielen nicht teilnehmen. Seinen Posten versah Donnenfeld zuweilen mit erstaunlicher Geschicklichkeit. Auch Stroß stana wegen einer Furunkulose auf der Marodenliste, ebenso Fischer wegen einer Armverletzung. Feldmann wurde im letzten Spiele verletzt und mußte das Warschauer Spital aufsuchen, ist aber bereits geheilt, so daß er an den nächsten Spielen teilnehmen wird. Grünfeld mußte vorzeitig nach Hause, da sein Vater schwer erkrankt ist. Die Spieler erzählen, daß sie im letzten Spiele gegen Legja total erschöpft antraten und die Niederlage erwartet hatten. Die besten Leistungen wurden von der Halvesreihe, Placzek, Drucker, Heß, Liebermann und Feldmann, Eisenhofer und Grünfeld geboten. H. Sp. JÜDISCHE ELTERN! Kauft Schulbttchar (auch antiquarische) für Eure Kinder in der jdd. BHthhandiURgMrni/nWNNMt Wien, II., Gr. StaUtflIEJTTEciteT!? boratraße 52) LBIHBIBLIOTHtK: AlleNeuerscheinungen erhältlich. 10 Groschen täglich,keine weiteren Gebühren I Für Anfragen Telephon R-41-4-20 Vmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmsmrnmmmmmm Antworten der Redaktion S. M., Wien, IX.: Wir antworten brieflich. S. L., Sofia: Verspätet eingelangt. Josef G., Wien, VII.: Wir haben in der letzten Zeit bereits einige Aufsätze, die dasselbe Thema behandeln, veröffentlicht. Ihren Artikel möchten wir aber in der Redaktionsmappe behalten. Dr. Trude W., Berlin: Ihr Anerbieten nehmen wir mit bestem Dank an. Josef S., Wien, IV.: Die Uebersetzungen sind gut. Die mit ihrem Abdrucke zusammenhängenden Fragen werden wir brieflich erledigen. J. S., Wien, II.: Ihre schöne Skizze können wir nur in einer Jugendbeilage bringen. Sie müssen sich einige Wochen gedulden. Wilhelm St., Klosterneuburg: In der heutigen Nummer. Amtliche V erlautbarungen der Israelitischen Kultusgemeinde Wien Zahl 5464 ex 1931. Konkurs. In der Versorgungsanstalt (Altersversorgungshaus und Siechenabteilung) der israel. Kultusgemeinde, Wien, IX., Seegasse 9, gelangt die Stelle eines Sekundär« a r z t e s zur Besetzung. Bewerber müssen an einer österreichischen Universität promovierte Doktoren der gesamten Heilkunde, zur Ausübung der ärztlichen Praxis in Oesterreich berechtigt sein und haben Spitalspraxis nachzuweisen. Die Anstellung erfolgt für ein Jahr; bei zufriedenstellender Dienstleistung kann die Bestellung von Jahr zu Jahr bis zur Dauer von vier Jahren verlängert werden. Die Sekundarärzte der Versorgungsanstalt sind in den Bezügen den Bezügen der Sekundarärzte des Spitales der Wiener israelitischen Kultusgemeinde gleichgestellt. Die näheren Bestimmungen können in der Amtsdirektion der israelitischen Kultusgenreinde, Wien, L, Seitenstettengasse 4, III. Stock, eingesehen werden. Die mit den entsprechenden Personaldokumenten, Studien- und Verwendungszeugnissen belegten Gesuche sind bis spätestens 31. August 1931 im Einreichungsprotokolle der Israelitischen Kultusgemeinde, Wien, I., Seitenstettengasse 4, III. Stock, zu überreichen. Wien, 17. August 1931 Der Vorstand der Israel. Kultusgemeinde Wien. F. Z. 1/570/31. Brautausstattungs-Stiftungen. (Bewerbungsausschreibung.) Es gelangen mehrere Stiftplätze im Gesamtbeträge von S 2150.— zur Verleihung, hievon: 1. S 950.— aus der Julius Engelberg-Ausstattungsstiftung, 2. S 1200.— aus anderen Brautausstattungsstiftungen Bewerbungsberechtigt sind: 1. für die Julius Engelberg-Ausstattungsstiftung: arme, würdige, im Brautstande befindliche Mädchen, die in Wien oder in Lezaysk (Galizien) geboren sind; 2. für die anderen Brautausstattungs-Stiftungen: arme, würdige, im Brautstande befindliche jüdische Mädchen. Gesuchsbeilagen: Geburtsschein, Armutszeugnis, Sittenzeugnis, Brautstandsnachweis. Letzter Tag der Einreichungsfrist: 31. Oktober 1931. Einreichstelle: Wien, I., Seitenstettengasse 2, 1. Stock (Fürsorgezentrale). Bewerberinnen, welche sich vor der Verleihung des Stiftungsbetrages verehelichen, verlieren die Bewerbungsberechtigung. Wien, am 20. August 1931. Der Vorstand der Israel. Kultusgemeinde Wien. Zur Bewerbung sind Gesuchsbogen zu verwenden, welche in der Einreichstelle (Fürsorgezentrale, I., Seitenstettengasse 2, 1. Stock) unentgeltlich ausgefolgt werden; die Gesuchsbogen enthalten auch nähere,, für die Bewerberinnen wichtige Bestimmungen Unsere geschätzten Leser werden auf die jüdische Buchhandlung Hermann Tuchner (siehe Inserat) besonders aufmerksam gemacht, wo für alle Lehranstalten sämtliche Schulbücher, auch antiquarisch, zu ermäßigten Preisen erhältlich sind. Leihbibliothek eröffnet. 10 Groschen täglich. Keine Nebengebühren. Für Anfragen Telephon R 41-4-20. Zionisten! Schicket eure Kinder in die jüdische Schule! Chaiesrealgymnaslum / Oeftentlichkeitsreeht/ Staats Englisch / Latein / Aufnahme in II., Castelle; gasse 35 tsgültlge Zeugnisse / Hebräisch allen Klassen Telephon R-48-2-82