Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 189 (20.8.1931)
- Date
- 1931-08-20
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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DIE STIMME Nr. 189 — 20. AuguM Seite 8 % li^«raÄiwr/Kunst/Theater T: > Internationaler Preis für die wissenschaftliche : einer deutschen Jüdin. Der in diesem Jahre zu verv-;;de. Preis für die beste wissenschaftliche Arbeit einer i rau wurde vom Preisrichterkollegium des Internationalen Ak uiemikerinnen-Bundes (International Federation of L-uiversity-Women) der anläßlich des Verfassungstages zum Professor ernannten Indologin der Universität Halle Dr. Betty Heimann zuerkannt. Die preisgekrönte Arbeit führt den Titel «Studien zur Eigenart indischen Denkens». '' Vtkr-v.’c’ ges;o:ben. Der Inhaber eines der bedeutendsten Verlage Polens, Jakob Mortkowicz, hat wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten Selbstmord durch Erschießen begangen. Mortkowicz, dessen Verlag ein" wissenschaftliche und eine literarische Abteilung umfaßt, in der Werke der bedeutendsten polnischen Dichter der letzten beiden Generationen erschienen sind, litt infolge finanzieller Schwierigkeiten in letzter Zeit an schweren Depressionen, die noch dadurch verstärkt wurden, daß vor kurzem in Warschau ein Stück in Szene ging, in dem eine Figur auftrat, in der Mortkowicz sich in karikaturistischer Verzerrung zu erkennen glaubte. Die Verbreitung der Werke Scholem Aleichems in Sowjetrußland. Wie die «Alinsker jüdische Wochenschrift» berichtet, wurden in den Jahren 1925 bis 1930 über 500.000 Bände von Werken Scholem Aleichems, hauptsächlich in russischer Uebcrsetzung, im Gebiete der Sowjetunion abgesetzt. Während dieser fünf Jahre wurden 30 Werke Scholem Aleichems in russischer Sprache, 27 in ukrainischer Sprache und eines in weißrussischer Sprache herausgegeben. Schließung jiddischer Theater in Warschau. Die jiddischen Theater «Skala» und «Centra» mußten infolge der Wirtschaftsnot geschlossen werden. Die Schließung der beiden Theater bedeutet die Vernichtung der Existenz von über 100 jüdischen Familien. Erich Mendelssohn Mitglied der Akademie der Künste. Unter den neuen Mitgliedern der Preußischen Akademie der Künste, die am Verfassungstag auf Vorschlag der zur Reform der Akademie eingesetzten Kommission vom preußischen^ Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung Dr. Grimme in die Abteilung für die bildenden Künste berufen wurden, befindet sich auch der bekannte jüdische Architekt Erich Mendelssohn, der auf dem Gebiete der modernen Architektur eine führende Rolle spielt. «Die Cousine aus Warschau» im Apollo. Eine mondäne Ehekomödie, amüsant, pikant, ein bißchen frivol, ohne jemals derb zu werden. In den Hauptrollen die schlanke, anmutige Liane Haid, Tala Birell, apart wie immer, und Szöke Szakall, dessen Lieblingsrolle der gehörnte Ehemann zu sein scheint, der selbst gerne Seitensprünge machen möchte. Das reichhaltige Vorprogramm ist mit der Tönenden Wochenschau, einer reizenden Micky-Tonfilm-Groteske, den Orgelvorträgen des Professor Billy Barnes und den ausgezeichneten Tanzvorführungen des Künstlerpaares M. Krüger—W. Karnecki Wiens prunkvollstem Tonfilmtheater angepaßt. «Nie wieder Liebe», eine reizende Filmkomödie nach dem Lustspiel «Dover—Calais» von Julius Berstl, läuft jetzt im Ufa-Ton-Kino, im Gartenbau-, Stafa- und im Kolosseum- Kino. Lilian Harvey, Harry Liedtke und Felix Bressart spielen die Hauptrollen. Man sieht wunderbare Aufnahmen vom Karneval in Nizza, hört ein paar hübsche, ins Ohr gehende Schlager — «Leben ohne Liebe kannst du nicht» wird gewiß in wenigen Tagen schon in jedem Tanzlokal, aus jeder Weekendhütte erschallen — freut sich über Lilian Harveys entzückende Koketterie, über Felix Bressarts trockenen Humor und amüsiert sich. Das originelle Ufa- Kabarett des Vorprogramms wird sicherlich Anklang und Nachahmung finden. Oscar Fried 60 Jahre. Der bekannte Dirigent und Komponist Oscar Fried feierte am 10. August seinen 60. Gehurtsrag. Fried, der in Berlin geboren wurde und sich durch seine Tätigkeit als Dirigent des Stern’schen Gesangvereines in den Jahren 1904 bis 1910, sowie als Dirigent der Gesellschaft der Musikfreunde und i. J. 1925/26 als Leiter des Berliner Symphonie-Orchesters die besondere Wertschätzung seitens der musikalischen Kreise Berlins erworben hat, ist auch als Komponist der neuen romantischen Richtung bekannt. Er komponierte Lieder, Orchesterstücke und Chorwerke auf Texte von Nietzsche und Dehmel, von denen «Das trunkene Lied» als das bedeutendste gilt. Uraufführung einer Chaluz-Symphonie. Dieser Tage fand im großen Saale des Beth Haam zu Tel Aviv die Uraufführung der vom Chormeister der New Yorker Ftee Synagogue und Professor für synagogale und Volksmusik am Jüdischen Institut für Religion, A. M. Binder, komponierten Symphonie «Chnluzim» durch das palästinensische Symphonieorchester statt. Die Aufführung wurde vom Komponisten persönlich geleitet. Eine zweite Aufführung der Symphonie fand kurz darauf in Jerusalem statt. «Zur Kritik der ideologischen Grundlagen der „Brith Schalosn" vom Standpunkt des integralen Zionismus» von Abraham Schwadron. (Hebr. — Hauptvertrieb: Bookstoore «Achiasaf», Jerusalem. In Wien: Buchhandlung Rath, II., Taborstraße 20 a. — Preis 30 Cents.) Aus dem Inhalt: «Hier ist zum erstenmal der Versuch unternommen worden, die Ideologie der „Brith Schalom“ nach ihren Quellen, Konsequenzen und Meinungsverschiedenheiten zu analysieren und einer objektiven Kritik zu unterziehen. Der integrale Zionismus, von dessen Gesichtspunkt aus diese Untersuchung durchgeführt wird, geht auf die völlige territoriale Lösung der Judenfrage durch Ueberwanderung der überwiegenden Mehrheit des jüdischen Volkes aus und stellt sich somit in Gegensatz zum heutigen offiziellen Zionismus aller Schattierungen, auch zum Revisionismus und Radikalismus, die alle in Palästina nur ein jüdisches Zentrum errichtet wissen wollen.» Zeitsdkniftensdkau «Jewish Guardian» stellt sein Erscheinen ein. «The Jewish Guardian», eines der drei in englischer Sprache in London erscheinenden jüdischen Wochenblätter, hat am 14. August nach fast 12jährigem Bestand sein Erscheinen eingestellt. Zu den Gründen des Blattes, das als Organ jenes Teiles der englischen Judenheit gedacht war, der sich gegen die zionistischen Anschauungen wandte, die von den beiden anderen englisch-jüdischen Wochenschriften «Jewish Chronicle» und «Jewish World», vertreten werden, gehörten Sir Charles Henry, Lord Swaythling, Dr. Israel Abrahams, Sir Philip Magnus, Dr. Claude G. Montefiore und andere der League of British Jews nahestehende Persönlichkeiten. Dr. Claude G. Montefiore war seit ihrer Gründung Direktor der Zeitschrift, seit 1925 auch Vorsitzender des Verwaltungsausschusses. Chefredakteur war Laurie Magnus, ein Sohn von Sir Pilip Magnus. In der letzten Nummer des «Jewish Guardian» veröffentlicht Dr. Claude G. Montefiore einen Artikel, in dem er darlegt, aus welchen Erwägungen heraus seinerzeit die Wochenschrift gegründet wurde. Es sollte die Anschauung, daß die Juden eine Nation wie alle übrigen, etwa wie die Dänen oder Schweden, nicht aber ein Volk von besonderer religiöser Eigenart seien, bekämpft werden. Heute habe «Jewish Guardian» seine Aufgabe erfüllt. Die Mehrheit der "Zionisten, zumindest in England, sei in ihren Anschauungen gemäßigter als damals. Sie haben den Gedanken der Gründung eines Judenstaates aufgegeben und ihn den Revisionisten überlassen. Die Hoffnung, daß die Zionisten auf dem Wege seien, zu erkennen, daß der einzig wertvolle Zionismus ein geistiger sei, daß die Juden durch den Glauben geeint werden oder geeint werden sollten, nicht aber durch den blutsmäßigen Zusammenhang, sei wohl nicht zu weitgehend. Der nationalistische Zionismus sei im Niedergang, der kulturelle oder geistige Zionismus im Aufstieg. Unter diesen Umständen habe der «Jewish Guardian» sein Ziel weitgehend verwirklicht. David Brown übernimmt den «American Hebrew». David A. Brown, der in den letzten Jahren auf dem Gebiete von Sammelaktionen für philanthropische Zwecke hervorragend tätig war und insbesondere als Leiter der Campaign für den Stiftungsfonds des Jewish Theological Seminary of America bekannt ist, wurde als Nachfolger von Bernhard Edelhertz, der vor kurzem Selbstmord begangen hat, zum Präsidenten und Herausgeber des «American Hebrew Magazine» gewählt. Als Chefredakteur des Blattes fungiert weiter Rabbi Isaac Landman. Eine neue jüdische Blindenzeitschrift in Amerika. Das jüdische Braille-Institut in Amerika gibt unter dem Titel «Jewish Braille Review» eine neue Monatsschrift heraus, die unter den jüdischen Blinden der englischsprachigen Länder unentgeltlich verteilt werden soll. OiOOO IB00B0 ■ 0 Lebensversicherungs- PHÖNIX I GEGRÜNDET IM JAHRE 1882 0 Versicherungsbestand per Ende Juni 1030 ......... 2500 Millionen Schilling 0 Garantiemittel per Ende 1929 ... 800 Millionen Schilling fiT] Prämien- und Zinseneinnahmen im Jahre 1929 ....... 125 Millionen Schilling r=^ Auszahlungen an die Versicherten im Jahre 1929 ...... 28V, Millionen Schilling LüJ Tätigkeitsgebiet der Gesellschaft: E| 1 " “ [■ 1 Oesterreich, Deutsches Reich, Tschechoslowakische Republik, Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, Italien, Ungarn, Polen, .Ju- Us goslawien, Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Palästina, Syrien, 0 Türkei, Aegypten. 0 Die Gesellschaft schließt zu billigen Prämien und günstigen (VJ Bedingungen Kapitals- und Rentenversicherungen jeder Art ab g| KINDER-VERSORGUNQS-VERSICHERUNG 0 (Auszahlung eines Kapitals bei Verheiratung, Studienbeitrag, Rück- 0 erstattung der eingezahlten Prämien bei Ableben des Kindes) 0 „«.leheru^. Ej (Zahlung einer Rente bei Eintritt der Erwerbsunfähigkeit und Auszahlung des L-J versicherten Kapitals nach reijähriger Dauer der Invalidität) M 3BBBBBBB01BBBBB00BBBB0BBBBB0BBBBBBB0BB Eigentümer, Verleger und Herausgeber: Zionistischer Landesverband für Oesterreich, Wien, I., Kärntnerstraße Pinkelstein, .Wien. l.( Kärtneistraße Nr. 28. — Druck: «lnva», Wien, VII., ln aller Kürze Der Präsident des Dinmantensyudiknts in Antwerpen, Isidor Lipscliitz, wurde in Anerkennung seiner Verdiensre um die belgische Diamantenindustrie zum Ritter des l.eopoursordens ernannt. * An dem Begräbnis des kürzlich verstorbenen Oberrabbiners der Türkei ßitscharnno Effendi beteiligten sich 10.000 Personen, u. a. die Vertreter der ausländischen Konsulate, der päpstliche Nuntius, der türkische Mufti, der griechische Patriarch usw. * Der bekannte Palästinafreund Michael Nassatissin, ehemaliger Direktor der Ruthcnherg-Werke und Mitbegründer der Tote-Meer-Werke, ist im Alter von 56 Jahren an den Folgen eines Herzschlages gestorben. * Edward M. Brauer, der einer angesehenen jüdischen Familie entstammt, wurde, im Alter von 33 Jahren, zum Major im Luftfahrkorps der Vereinigten Staaten ernannt. * Die jüdische Sozialistenführerin Alida de Jong wird demnächst als fünftes jüdisches Mitglied in die 100 Abgeordnete zählende Zweite Kammer des holländischen Parlamentes einziehen. * Unter den Flüchtlingen aus dem niedergebrannten jüdischen Viertel von Saloniki sind Ruhr und Dysenterie ausgebrochen, die bereits drei Todesopfer gefordert haben. * In Warschau verstarb im Alter von 62 Jahren der barühmte Milejszycer Rabbiner Aaron Samuel Tamares. * Bei dem in Pardubitz stattgefundenen II. Masarykspiel, an dem neun Nationen teilnahmen, gewann der jüdische Hochschüler F. Engel den Hundertmeterlauf in einer Zelt von 10.7 Sekunden. Austritte aus dem Judentum Manzoni Hans, 15. Dezember 1900, IV., Wiedener Hauptstraße 15; Pick Friedrich, 13. Februar 1885, VI., Kapistrangasse 2; Pick geb. Irene Landsmann, 14. Februar 1884, VI., Kapistrangasse 2; Pick Max Walter Ewald, 2. März 1913, VI., Kapistrangasse 2; Weiß Alfred, 24. April 1882, XVIII., Schalkgasse 2; Weiß geb. Bianka Bioch, 6. Jänner 1898, XVIII., Schalkgasse 2; Glasel Adolf, 29. Dezember 1879, II., Untere Augartentraße 25; Weiß Clara, 5. Oktober 1891, IX., Lichtensteinstraße 49; Breuer Richard, 7. Juli 1881, IX., Prechtelgasse 1. LADUNG zum Gratisbezug eines Taschenkalenders 5692 mit Gebeten Jiid.-Hebr. Buchhandlung L. D. Hirschler & Cie. Wien, I. Rabensteig 6 Telephon U 28-7-45 Seiden- und Woll-Talessim, Machsorim, Judaica, Hebraica, Zionistica; ferner Goldstickereien und sämtliche Kultusgegenstände. ••••••••••••«•$•••• a Jüdisdkew Jialendew\ August 1931 Elul 5691 r- | 21 Freitag 8* I 22 Samstag 9* i 23 Sonntag 10. 1 24 Montag 11. 1 25 Dienstag 12. 1 26 Mittwoch 13. 27 Donnerstag!4. Grabsteine Friedländer & Dentscb Wien, L, Selteustetteugasse Nr. 2 Tel. U 28-1-28 XI., Zentralfriedhof, neben dem 1. Tot, Tel. U 18-0-83 vielt ^Hjreell Hebräische Sohrelbmaschlnen-Arbeit u. Vervielfältigen (auch Deutsch) sorgfältig und reell — XX., Jägerstraße Nr. 69 Nr. 28. — Verantwortlicher Redakteur: Dr. Sigmund Lerchentelderstraße Nr. 1.