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Die Stimme · 1931-08-13 · Heft 188 (13.8.1931) · page 7

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Journal
Die Stimme
Volume
4 (1931)
Issue
Heft 188 (13.8.1931)
Date
1931-08-13
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nf. 188 — 13. August 1931 DIE STIMME Sette f ZlontsdscDes Leben In Wien Die Arbeit des Keren Kajemeth '•«rsicherufig zugunsten des Keren Kajemeth, Die Versicherungsabteilung des Keren Kajeineth hat eine Aktion eingelcitet, die bezweckt, Versicherungen zugunsten des Keren Kajenieth durchzufOhren, und zwar auf folgender Grundlage: Im Erlebensfall fällt die versicherte Summe ganz dem Keren Kajeineth zu, im Ablebcnsfall die eine Hälfte den Erben des Versicherten, die andere Hälfte dem Keren Kajemeth. Durch die Aktion sollen dem Keren Kajemeth neben den Spenden neue Mittel zum Zwecke der Ausdehnung des jüdischen Bodenbesitzes für die jüdische Kolonisation zufließen. Schon nach drei Jahren erhält der Keren Kajemeth gegen minimale Zinsen 65 Prozent der eingczahlten Prämien zu seiner freien Verfügung. Bisher haben 80 Personen Versicherungen auf insgesamt ll 0.000 S abgeschlossen. Silbernes Buch des Keren Kajemeth. Bisher sind 29 Silberne-Buch-Eintragungen durchgeführt worden. Herr Josef Schur hat dem K. K. L. als Spende 100 S abgeführt. Keren-Kajemeth-Sammlungen bei Familienfeierlichkeiten (Hochzeiten, Brith Milah, Bar Mizwah u. dgl.). Diese Familienfeierlichkeiten bieten günstige Gelegenheit, Sammlungen für den Keren Kajemeth zu veranstalten. Es gibt eine Reihe von Gesinnungsgenossen, die sich freiwillig in den Dienst dieser Tätigkeit stellen. Damit derlei Gelegenheiten genügend ausgenützt werden können, muß der Keren Kajenieth von allen solchen Feierlichkeiten Kenntnis erhalten. Alle Gesinnungsgenossen und Freunde des Keren Kajemeth werden hiermit höflichst ersucht, dem Keren-Kajemeth-Bureau dergleichen Feierlichkeiten mit genauer Angabe der Adresse der Veranstalter bekanntzugeben. Aron Sternberg gestorben Einer der Besten unserer zionistischen Jugend ist dahingegangen. Er hat seinen Tod durch Ertrinken gefunden. Seit Jahren hat Aron Sternberg ln Stille und mit großer Hingabe für unsere Sache innerhalb der jüdischen Jugend gearbeitet. Als die revisionistische Bewegung entstand, schloß er sich ihr mit der großen Begeisterung an, die ihm" eigen war. Er war es auch, der in Wien den Brith Trumpeldor organisierte, zu einer Zeit, als es nicht leicht war, für diesen zu werben. Und als er eines Tages zu der Ueberzeugung gelangt war, daß ein Geeigneterer die Führung übernehmen müsse, da trat er einfach zurück, um als Unterführer weiterhin seine Pflicht zu tun. Er zeichnete sich durch ein hohes Maß von Toleranz gegenüber Andersdenkenden aus, und daher war es diesen eine Freude, mit ihm zusammen zu arbeiten. Die hebräische Sprache war ihm teuer, und er widmete ihrer Verbreitung seine volle Kraft; er warb für sie mit Erfolg im Kreise der westlichen Jugend. Als ehrlicher Zionist diente er dem Keren Kajemeth ergeben und opferfreudig. Er war auch Mitglied des Präsidiums des Keren Kajemeth. Es ist ein wahrer Jammer, daß eine so treue Seele unserem Volke so jung und in einer so schweren Zeit entrissen wurde. Seine Freunde tragen ihn in das Silberne Buch des Keren Kajemeth ein. Ankündigungen und Mitteilungen Zionistische Jugendgemeinschaft «Brith-Herzl», Wien, XX., Jägerstraße 30. Die Zusammenkünfte (Sichoth) der neugegründeten Zionistischen Jugendgemeinschaft «Brith-HerzU werden während des Sommers an jedem Montag, Mittwoch und Samstag um 8 Uhr abends im Helme, XX., Jögerstraöe Nr. 30, abgenalten. _ . . Jeden Dienstag um 7 Uhr abends gemeinsames Schwimmen im Dianabad. Jeden Sonntag finden Wanderungen statt. Treffpunkt: 8 Uhr früh am Schwedenplatz. Bei allen Veranstaltungen und Wanderungen sind uäste herzlichst willkommen! Am Montag, den 17. August, um 8 Uhr abends wird Herr Doktor Plaschkes im Heime, XX., Jägerstraße 30, Uber aktuelle zionistische Probleme sprechen. Gäste willkommenl Verband radikaler Zionisten. Versammlung: Mittwoch, den 19. August, halb 9 Uhr im Bethausverein, XX., Leystraße Nr. 81. Referent: Dr. Leopold Plaschkes. Jüdische Volksbibliothek «Zion», II., Kleine Mohrengasse Nr. 3. Wegen Personalurlaub bleibt die Bibliothek vom ll. bis 31. August 1931 geschlossen. Das Konsulat der Republik Polen in Wien gibt folgendes bekannt: Gemäß Art. 24 des Gesetzes über die allgemeine Wehrpflicht und §§ 77—81 der Durchführungsverordnung zum £ceet? Uber die allgemeine Wehrpflicht werden alle in der Republik Oesterreich wohnhaften, im Jahre l 9 l 3 geborenen polnischen Staatsangehörigen männlichen Geschlechtes aufgefordert, sich in der Zeit vom l. bis 30. September 193 1 im Konsulat (Mi., Rennweg l, l. Stock) persönlich oder schriftlich zwecks Eintragung in' die Register der militärpflichtigen Personen zu melden. Personaldokumente und Meldenachweise sind mitzubringen, bezw. einzusenden. Die Nichterfüllung dieser Meldepflicht wird gemäß Art. 97 des bezogenen Ocsetzes geahndet. Der jüdische Hochschüler Jüdische Delegierte an der Konferenz der I. S. S. in Boston. Die Konferenz des International Student Service findet in der Zeit vom 30. August bis 9. September l. J. im Mount Holyoke College, South Hadley bei Boston, U. S. A., statt. Als jüdische Delegierte fahren aus Europa Ministerialdirektor Dr. Hermann Badt, Berlin, Sekretär Alexander Teich, Wien. Jüdischer Sport Fußball Hakoah ln Warschau. Gegen Polonia 2:l gewonnen, von Legja 3:0 geschlagen. Die Hakoah gastierte am 8. und 9. d. M. in Warschau, konnte sich aber keine Lorbeeren holen. Die Mannschaft scheint ziemlich ermüdet zu sein, und es ist bereits höchste Zeit, daß die Spieler für die neue Saison Kräfte zu sammeln beginnen. Am ersten Tage ging es noch, denn da siegten die Wiener, obwohl Drucker in der ersten Halbzeit ausgeschlossen wurde, mit 2:1, wobei Eisenhofer und Mausner die Torschützen waren. In Anbetracht der numerischen Schwächung der jüdischen Mannschaft war zu diesem Sieg eine besondere Energieleistung notwendig. Möglicherweise wirkte sich dies auch am zweiten Tag ungünstig aus, da die Hakoah gegen Legja weit unter ihrer Form spielte und nur Drucker und Eisenhofer befriedigen konnten. An beiden Tagen hatten sich je 6000 Zuschauer eingefunden. Scharfe polnische Kritik an der Hakoah! Unter diesem Titel wurden die Auslassungen eines polnischen Berichterstatters im Wiener «Sporttagblatt» vom 7. d. M. abgedruckt; Es wurde der Hakoah vorgeworfen, daß sie meist gegen schwache Mannschaften in Polen antrete, höhere Entschädigungen erhalte als andere Vereine, weiters daß zu den Hakoah-Spielen Leute kämen, die bisnun für Sport nichts übrig hatten, und daß auf diese Art unverhältnismäßig große Summen ins Ausland wandern. Das «Sporttagblatt», das die Ungeschicklichkeit beging, diese vollkommen unsachlichen , Jamme.rtiraden ihres Sportreferenten kritiklos abzudrucken, fühlte sich zwar veranlaßt, bereits in der nächsten Nummer sich mit diesem Artikel nicht einverstanden zu erklären, aber auch wir wollen zu diesen Anschuldigungen Stellung nehmen. Im Lager der Hakoah ist man ziemlich indigniert darüber, daß^ejn polnischer Berichterstatter plötzlich eine so ablehnende Stellung gegen die Hakoah einnimmt, da es gerade diesem Herrn und seinen übrigen Kollegen, wenn sie über das Kräfteverhältnis im mitteleuropäischen Fußballsport informiert sind, bekannt sein müßte, daß die Mannschaften auf ihren Sommerreisen, nach einer angestrengten Saison und vor schweren Kämpfen, weniger darauf ausgehen, sportliche Lorbeeren zu holen, als ihr Budget über die tote Saison zu decken. Es ist ganz klar, daß außer einigen Spitzenvereinen Deutschlands und der nordischen Länder (dem Ziele der meisten österreichischen Vereine) fast keine Mannschaft auch nur annähernd die Spielstärke unserer erstklassigen- Vereine erreicht, welche Annahme dadurch erhärtet wird, daß alle übrigen Wiener Vereine auf ihren heurigen Sommerreisen, mit wenigen Ausnahmen, fast duchwegs überlegene Siege feiern konnten. Es ist niemand eingefallen, diese Vereine, die in anderen Ländern, wie Holland, Schweden, Litauen, Estland schwache Gegner mit Riesenskores abfertigten, einer derartigen Kritik zu unterziehen. Es kann daher nur Antisemitismus sein, wenn sich dieser polnische sogenannte Berichterstatter zu einer so scharfen, jeder Berechtigung entbehrenden Kritik veranlaßt sah. Daß die Hakoah speziell in Polen leichter und zu günstigeren Bedingungen Engagements erhält als andere Vereine, liegt in der Natur der Sache. Sie wirkt eben schon durch ihr Auftreten als nationale Mannschaft propagandistisch, und wenn darauf verwiesen wird, daß breite Massen, die sonst für Sport nichts übrig haben, bei ihren Spielen erscheinen, kann man der Hakoah nur dankbar sein. Die Hakoah wird von der jüdischen Bevölkerung Polens eben als Nationalmannschaft betrachtet und gefeiert. Deshalb wohnen ihren Kämpfen auch sportliche Neulinge bei, von denen viele auf diese Weise dauernd für den Sport gewonnen werden. Es ist noch keinem Sportberichterstatter eingefallen, es zu bedauern, daß großen Länderkämpfen, wie zum Beispiel Oesterreich gegen Italien usw., Leute beiwohnen, die vom Fußball keine Ahnung haben und nur aus nationalen Motiven kommen. Das Wiener «Sporttagblatt» hätte also bei einiger Aufmerksamkeit erkennen müssen, daß sein Gewährsmann nicht, wie bemerkt wurde, ein «sächlicher und objektiver Kritiker», sondern ein mit sehr unlogischen Argumenten operierender Gegner der Hakoah ist. Man hätte sich also bei mehr Vorsicht die Dementierspritze ersparen können. H, Sp. Ernster Forschung ist es gelungen, ein wirksames Mittel, das frei verkäufliche, radiumhältige Radiosklerin, zu finden, das laut Attesten bedeutender Aerzte glänzende Erfolge aufweist, die Blutzirkulation fördert, die Adern elastisch macht, geistige und körperliche Arbeitskraft auffrischt. Radiumgehalt wird amtlich überprüft. Depot und Auskunft: Apotheke Bayer, 1., Wollzeile 13. Gesucht erster Vorbeter für die große Synagoge Dukesstreet, London, England Bewerber dürfen nicht über 40 Jahre alt sein und werdeQ einer ärztlichen Untersuchung unterzogen. Der Anfangsgehalt beträgt 600 Pfund Sterling und steig! dann zu 700 Pfund an. Es ist eine Wohnung vorgesehen, Hü die ein Betrag vom Gehalt in Abzug gebracht wird. Bewerber mögen ihre Zeugnisse einsenden und <ftap Namen der Synagoge bekanntgehen, an der sie jetzt beschäl* tigt sind, auch ein Lichtbild, auf dessen Rückseite Name und Adresse des Bewerbers und der Name der Synagoge vaf»* merkt sind. Schriftliche Bewerbungen sind bis spätestens 19. Sep» tember 1931 an folgende Adresse zu senden: Great Synagogue, 4 St. James Place, Aldgate E. C. 3, London, England, Amtliche V erlautbarungen der Israelitischen Kultusgemeinde Wien Z. 3025 ex 1931. Kundmachung. Der Vorstand der Wiener israelitischen Kultusgemeinde veranstaltet anläßlich der diesjährigen hohen Feiertage im Großen Musikvereinsssar. 1., Dumbagasse 3, Sofiensaal, 111., Marxergasse 13, Hotel Continental, 11., Taborstraße 4, Gottesdienste. Jene Parteien, welche auf die im Vorjahre benützten Sitzplätze reflektieren, können die neuen Karten gegen Vor* Weisung der vorjährigen an der Kartenkässe der israelitischen Kultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, 1. Stock, in der ZÜt von Sonntag, den 23. August, bis Dienstag, den 1. Septem« ber 1931, während der Amtsstunden von 8 Öhr vormittags bit 1 Uhr nachmittags beheben. Die bis dahin unbehobenen Sitzplätze gelangen ab Mittwoch. den 2. September d. J. zum allgemeinen verkauf. Wien, im August 1931. Der Vorstand. . Gottesdienst. Der Vorstand der Wiener israelitischen Kultusgemeinde veranstaltet anläßlich der diesjährigen hohen Feiertage im Großen Musikvereinssaal, I., Dumbagasse 3, im Sofiensaale, III., Marxergasse 13, sowie im Festsaale dei Hotels Continental, II., Taborstraße 4, feierliche GottCa« dienste. , '• -■ Jene Parteien, welche auf die im Vorjahre benützten Sitzplätze reflektieren, können die neuen Karten gegen Vor* Weisung der vorjährigen an der Kartenkasse der israeliti* sehen Kultusgemeinde, 1., Seitenstettengasse 4, 1. Stock, in der Zeit vom 23. August bis 1. September d. 1. während der Amtsstunden von 8 Uhr früh bis 1 Uhr nachmittags behebet* Der allgemeine Verkauf beginnt arn 2. September d. ,J. Betsitzkarten für den Leopoldstädter Tempel. Die p.'i Betsitzinhaber, welche. auf ihre vorjährigen Sitzplätze im Leopoldstädter Gemeindebethause reflektieren, werden hie« mit ersucht, ihre Karten rechtzeitig zu erneuern. Dieselben können täglich während der Amtsstunden von 8 bis 1 UKt mittags und vom 23. bis 30. August, außerdem auch roh 6 bis 8 Uhr abends an der Betsitzkartenkasse der israetiti« sehen Kultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, 1. Stock, behoben werden. Die bis dahin nicht erneuerten Sitzkarten gelangen ab 2. September d. J. gleichfalls von 8 bis 1 Uhr und von 6 bit 8 Uhr an obgenannter Kasse zum allgemeinen Verkauf. Der Bethausvorstand ist ermächtigt, in berücksichtig gungswürdigen Fällen Ermäßigungen zu gewähren. EINLADUNG zur unverbindlichen Besichtigung der modernst renoviertet JUd.-Hebr. Buchhandlung L. D. Hirschler ft Cie. Wien, I., Rabensteig 6, Tel. U 28-7-45. Judaica, Hebraica, Zionistica. Reichsortiertes Lager fdA Seidenu. Woll-Talessim, sowie sämtl. RitualgegenstäntfCiw Taschenkalender mit Gebeten gratis. 7mmctonl Schicl(et 8uie Kin(ler >» *1 '■. Schule! # M III Chalesrealgymnasluin / Oeffentllchkeltsrecht / StaatsgUltige Zeugnisse / Hebräisch mm I W III \ 1w I I ■ Englisch / Eaicln / Aufnahme in allen Klassen II., Casfelle7gas8e 35 Telephon R-48-2-83 i 1 6895

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