Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 186 (30.7.1931)
- Date
- 1931-07-30
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite i DIE 5T1MME Nr. 186 - 30. iuf: 193; r filgung Stauenden Mittel gezogenen Grenzen die Absichten der Regierung hinsichtlich der In den §§ lö und 11 des Briefes des Ministerpräsidenten an Doktor Weizmann vofgezeichneten ßiedlungspolltlk zu Verwirklichen. Die in Betracht kommenden Paragraphen des von Ministerpräsident MacDöflflld am 13. FebfUäf 1931 an Dr. Weizmanrt gerichteten Briefes lauten; (10) Bel der Formulierung einer Politik für ländliche Ansledluftg ist es wichtig, daß die Regierung alle Umstände In Betracht zieht, die zu den Hauptzwecken des Mandates In Beziehung stehen. Die Fläche des kultivierbaren Landes, die Möglich* keilen der Bewässerung, die Aufnahmefähigkeit des Landes in bezug aut Einwanderung, all dies sind Elemente der aufüüklärenden Probleme, und die Außerachtlassung eines dieser Punkte wäre schädlich für die Aufstellung von Richtlinien einer gerechten und stabilen Politik. Die Rcglefüng beabsichtigt, so schnell wie möglich eitle Untersuchung ÄhZustdllen, urtt Unter ände* rem festzustellen, welche Staats- und anderen Ländereien für geschlossene Ansiediung von Juden un* ter Berücksichtigung der Verpflichtung, die gemäß Artikel 6 des Mandates dem Mandatar obliegt, verfügbar sind oder verfügbar gemacht werden können. Diese Untersuchung wird umfassend sein und sich über alle Lätidreservert Palästinas erstrecken. Bei der Durchführung der Untersuchung wird vorgesehen Werden, daß alle fnferessenten, ob Juden öder Araber, die Möglichkeit haben, die von ihnen gewünschten Vorstellungen tu machen, dl) Die Regierung beschäftigt sieh sorgfältig mit der Frage der räumlichen ^usammendfängung unter den Fellachen in den Hiigelgebieten von Palästina. Fs sotten Maßregeln für die Verbesserung und Intensivierung des Landes getroffen wefden, sowie dafür, daß Ländsfreekert, die bisher unbearbeitet Wieben, untef Kultut gebrächt werden, um so den Fellachen einen besseren Lebensstandard tu sichern, ohne daß, abgesehen von außergewöhnlichen Fällen, zu dem Mittel der Umsiedlung gegriffen wird. iißr}37 f,. 4. Die Untersuchungen des Ländenlwickiungsdirektors worden sieh auch auf die den arabischen «dauern und den jüdischen Siedlern später tu erteiien- ' -den Kredite, aut Vorschläge für Drainage, Bewässe* fung und andere Arbeiten tut Ameliöfieftmg gegen- , wärtig Unkultivierten oder nur teilweise kultivierten Bodens erstrecken. r v=Die Finanzierung der Vorbereitungs- ■: arbeiten — MitWifkurig der Jewlsh Agency und der Arabischen Exekutive §* Die britische Regierung beabsichtigt, den High GömmissiortCr aU ermächtigen, aus Mitteln der Palästinaregierung Auslagen bis zur Höchstgrenze von ÜÖ.000 Pfund zur Deckung dör Erfordernisse für die äri- •aüsteiisnden Untersuchungen einschließlich aller nof- Wendigen Vermessungen und Versuche zü bewilligen. u% 6; Der LanderttWieklUngsdjrektör Wird Kostertvor- Anschläge, sowie Vorschläge Uber durchauführende Aftieiten, nach ihrer Berücksichtigungswürdigkeit geordnet, aiisäröeitert und spätestens bis Dezember löäi dem High dommisSioner einen Bericht hierüber Vorlegern Der High Uomthissioner wird diesen Bericht überprüfen und vor Erstattung Vdn Vorschlägen an die Regierung die Jewish Agency und die arabische ß*ekutive einiaden, Bemerkungen zu den praktischen Vorschlägen des Planes tu machen, Er wird ihnen ferner Gelegenheit geben, Vorstellungen bezüglich solcher Vorschläge tu erheben, Uber die zwischen dem jüdischen Und dem arabischen Ratgeber des Landentwicklungsdifektors noch keine Uebereinstimmung erzielt wurde« 7, Der Bericht des Landentwiehiungsdirektdrs wird vom High Commlssioner gleichseitig mR den etwaigen Vorstellungen der Jewish Agency oder der ärdbisehen Enekutive der britischen Regierung übermittelt werden, die entscheiden wird, ob die Vorschläge des Berichtes, resp« welche von ihnen, berücksichtigt werden Sollen und in weicher Welse dies zu geschehen Häf. Dää Besetz ÜÖCr die Gafärttlö der Löhuentwioklungsärilelhc wird erst, nachdem der Bericht des Landenlwiekiungsdlrektörs bei der Regierung eingetroffen und gemeinsam mit den von jüdischer oder arabischer Sei fe erhobenen VöfStöllüngen ülerpfüft sein Wird, erledigt Werden. Auf eine Anfrage des Abgeordneten Örmsby-Qöre, Ob der LändentWiCklungsplah irgendwelche AendCfüngSh der ifv dem Briefe deS Ministerpräsidenten an Doktor Weizmann Vorgezeiehnetön Pdlltik vörsehe, Versicherte Unterstaatssekretär Dr. Shielfc, daß dis Erklärung Uber den Ländentwiekluhgsplüft den Bestimmungen der in diesem Zusammenhang veröffentlichten Dokumente durchaus entspreche. alle Familienfeierlichkeiten (Hochzeiten, Brith Milah, Bar Mizwah etc.) bekannt. Der Keren Kajemeth wird bei diesen Gelegenheiten durch seine Freunde Sammlungen für den Keren Kajemeth durchführen Dis Verkündung des Plans in Palästina ein Brief Pässfieid« an Chaneel or Jerusalem, (J. T« A.J Die PfllüfltinareglQfung veröaentliclit in einem Kommunlquö ein Schreiben, das vom HoloniemiftiSisr Löfd PasSfield dfl dert High Commissidflef Sif Joltft Chüficcüöf gerlßiitöt wofdflfl ist. In diesem Briefe wird dafgeiegt, wie der Landentwickiüngeplan Ifl seiner gegenwärtigen Form zustande gekommen ist. Daran schließt sich eine offizielle Ktiitdmäeiiühg über die durdmfiUifefulstt Vofbereitütigsaf* beiten für den Landeniwicklungsplan. Der Inhalt dieses Teiles des Briefes Lord Passl!eld9 deckt sich Ungefähr mit der VDti Meräiamöektäiäf Dt, SflfölS Inf Unterhaus abgegebenen Erklärtm". Lord Pacsfield stellt in seinem Brief eingangs fest, daß durch de« Bericht ßlr Jolm Hope Simpsons die Notwendigkeit einer systematischen landwirtschaftlichen Entwicklung iri Palästina ns.T.igewiesen worden sei. Die diesbezügliche Politik der Regierung sei im Weißbuch vom Oktober 1930 iiütt dargelegt uud den §§ Ö bis 13 des vom Ministerpräsidenten Maeöotiald an Dr. Weizmann gerichteten Briefes weiter erläutert worden. Die für die Zwecke der Landen: rcklung notwendigen Mittel würden int Wege einer Anleihe, *u deren Aufnahme unter Garantie der Regierung das Parlament die Ermächtigung erteilen werde, äüfgebfäCht werden* Ich habe, schreibt Lord Pässfieid, elfte Korrespondenz mR der Jewish Agency über die ersten Schritte geführt, die zur Realisierung der Politik dCf Regierung bezüglich der landwirtschaftlichen Entwicklung und der Laüdsiediung in Palästina ergriffen wer* ■» sek« waren « ßesiauraii; I mm eig. Erzeugung. beste Qua itafOn I Wien* R* Bezirk, CHückerigaßse Nr. 1t I n. Brunner & co. Unsere Ksnrlh steht unter ritueller Aulsicht des J .r-on ora orrnn -ie-i sna I *ia>»a nav I Neu öröfinötö verkau «steuert: Kj Wlfett* ll.t Ul-ulife SfhirrUuaäe iS* H Rusiiiiirunt Har ml, ■ {•faiifnaiieri, Z. kitrfwfiflUS. H ÖCtteHeHfU- (tuHurt / PnVIlfrtft, H Gottfried, X*, PehierstoHergässe 30 Jp den sollen. Als Ergebnis dieser Korrespondenz wurden nach Beratung mit dem High Comntlssioner die Grundüüge des Planes entworfen und den Vertretern der jewish Agency und der arabischen Exekutive «um zweck einer etwa gewünschten Kommentierung übermittelt* seither hatte ich Gelegenheit, die Frage mündiieh mit den Vertretern der Jewish Agency sowie mit dem High Gommlseioner sfr John Chancellor während seines letzten Aufenthalts in England zu erörtern. Nach voller Berücksichtigung des Standpunktes des High Gommlssioners und der von den oben erwähnten Stellen erhaltenen Kommentierungen habe ich den revidierten Vorschlag gebilligt* (Folgt die Erklärung über uie Durchführung der Vorbereitungsarbeiteh ihr den Ländentwickiungspläfl.) vV as Sägt „Manchester Guardian" dazu? Von den großen englischen Tageszeitungen hat vor« läufig bloß «Manchester Guardian» zur Regierungserklärung über die Vorbereitung der Durchführung des Land* entwickiüHgsjdancs Stellung genommen. Das Blatt unterzieht ln seinem Leitartikel vom 2i. Juli diese Erklärung einer scharfen Kritik und behauptet, die britische Regierung Hane das Bodenprobiem in Palästina nunmehr in einer Weise dargeiegt, die «sieh mit dem oeist des Mandats, das Eng- M die Pmem autertegt, eine dichte jüdische Siedlung zu ermutigen, rneht vereinbaren lasse»* Palästina net ein kleines Land, die Regierung aber habe es noeh kleiner ge« macht* Die Araber hätten ule Möglichkeit, zwischen dem Lo de öaa e:i unü we il cu tbs jord ms zu wimenj v/äio-end Palästina stark bevölkert sei, sei Trans Jordanien ein leeres Und. Obwohl der arme Fellache aut einer neuen Pachtung Wir bitten alle unsere Abonnenten, die mH Ihren Beaugsgebühren im Rückstand sind, Rücksicht darauf m nehmen, tb.fl auch unser Blatt unter der allgemeinen Wirtschattsnot sehr schwer leidet und deshalb auf pünktliche Zahlung seitens der Abon* riehten angewiesen ist* Wer also mH seinen Abon» flcmentzahltiflgert im Rückstand ist, der möge möglichst sofort den aushaftenden Betrag auf unser Postsparkassenkonto D 113.340 einzählen. Administration «Die Stimme». jztiseits des Jordans glücklicher Iflbftfi könnte cts In IClrtfim Ulten Heimatsdorf, reime es die britische Regierung ab, fiihs Solche Lösung in Betracht zu zlilicfl, und bfillflntila Träns« Jordanien vollkommen als ein unabhängiges Gebiet, Obwohl is roohtnsfi einen Teil des palästinensischen Mandatsgebietes bildet. Z«fn Schluß Wird erklärt, der Lflndentwlcktungspian würde bessere AussiflhtSn haben, WCtin die britische Regierung ihre Ansichten In diesem wichtigen Punkto Indent würde. Wer wird der jüdische Berater des Latidentw dmmgsdlrektois? Jerusalem (J. T. A.). Für die Besetzung döS fft dög instfuidlöfitm zur Vorbereitung der Durehlährung des Land« , entwicklungsplanes vorgesehenen Postens eines jüdischen Beraters des Lartdenfwlcldurtgsdiföktöfs werden Professor Mexter, Dr. Arthur Rtlppirl und AgrörtOrtl Wiikdnsky als Kandidaten genannt* Der Landet! WiCklüfigsplafi tfsffeCki sich nläht auf ttänsiördatiief! London. Ää. Ju i (J. T. A.) in det am 21 Juli abgehaltenen Sitzung des Unterhauses Mühtetö dbf Abgeordnete KenwortHy ah den Unlersiaatssektelär für die KoiOHietl ür. üruriiniond ßh^is die Anfrage, ob die nette U iörsuchung über Möglichkeiten der Ansiedlung und Landentwicklung in Palästina sich auch auf unbesetzte oder unbebaute Ländereien Jenseits des Jordans erstrecken werdö« Dr. ßhifcis erwiderte, Tfänsjorddhiert Werde in diese Untersuchung nicht einbezdgtH Werden, dä ÖS Unter einem anderen Vcrwaltungssystem stehe als Palästina. Ah den Ministerpräsidenten MätDonäid richtete Abgedfdneter RehWörthy die Anfrage, ob dem Unterhaus^ Öe* legenheif zu einer Debatte über die vorgesthiagene Land* erttwicklungsänleihe geboten werden würde. Die Anfrage wurde vbäi Minister für die Doniinions J. H. Tiiomas beantwortet. Er erklärte, es sei beabsiehtigf, im Parlament emes tiesct-csvö.schiag eihzubriHgen. durch den das Parlä/iCnt die Regierung erWächtigeH soll, die Anleihe zu garantieren* ßei dieser Gelegenheit werde die Möglichkeit zu einer Debatte über den LaHdentwickiungsbiait gegeben sein. Ein SchfCiben Paul Goodman« an PasJiCld Der instrukfiönsbricf, betreffend die VorbefeitungÄ» arbeiten für den Lartdentwicklüngsglärt, deit der Midister fü# die Kolonien Lord Pässfieid an den High Gomhlissioiier ßllt JoHrt ÜhaHeellor gerichtet hdt, enthält eiiieii PaSSUS, in tleth es als eine der Aufgaben des Landentwicklungsdirektors bfr* zeichnet Wird, eih Verzeichnis jener Araber ahzüiegen, die dhäfchweislich von dem von Ihnen früher beaetziCft ßodert infolge des Umstandes entiernt wurden, daß die Ländereien in Jüdische Härtde fielen». Dieser Pässus des Instriiiaions« bfiefes hät den Vorsitzenden der politischen Körnmissiön dßf Zionistischen Vereinigung für Großbritannien und Irland Paul Goodman veranlaßt, ein Schreiben an Lord Pässfieid zu richten, in dem daran! hingewiesert wird, daß der Ausdruck «Ländefeien, die \n jüdische Hände fielen«, bei den Zionisten Englands den Eindruck erwecken we*de, daß dl« Instruktionen Lord Passilelds in dem Geiste ausgefühtt wef* den sollen, der in dieser Formulierung zum Ausdruck kommt üöodntäfl bemerkt in seinem schreiben, daß die Aufmerksamkeit der englischen Regierung wiederholt, allerdings et» folgios, auf die Frage der im Artikel e des Palästma^Mahdat« vorgesehenen Zuweisung von staätsiändereiert und Dfedland zum Zwecke geschlossener indischer Siedlung gelenkt wurdöi und daß alle für jüdische Kolonisation in Palästina erwof* benen Böden nicht nur gesetzmäßig und zu einem mehr als angemessenen Preis erworben wurden, sondern daß auelt in Vielen Fällen den arabischen Pächtern außerdem eine Entschädigung gewährt wurde, obwohl eine solche gesetzlich nicht vorgesehen war. Eine Würdigung Weizrtianns Irr! Gfgäfl der Labour Party Harold Lasky verölfentiieht im Organ der Labauf Party «Da'iy Hefa:d# einen Artikel, in dem Weizntanh ä s Führer mit Lenin verglichen wird. Es wird vorausgesagt, dr. Weil« mann werde nur kurze Zeit im Hintergrund bieiben, da di« Juden seine Mitarbeit ment lange werden entbehren können, Der Kampf gegen Weizmann sei nur der Ausdruek der Vet* Stimmung in jüdlsebeH Kreisen über Passfields klägliche De* Handlung des Palästinaprobiems. Weizmann sei zur bemigsiön gedrängt worden, weh die Juden Eng'and nicht direkt treffen konnten. Der Artikel bringt die Meinung zum Aua« druck, daß Weizmann trotz a I «einer Fehler der best« Führer seif er sei zwar eigenwillig, verschlossen, unnaelw gleblg, vertrage neben sich keine Mitarbeiter gleichen Kalibers, aber «r habe dach eine großzügige Au fassang und Genialität im Planen, Geschicklichkeit im durchführen, Rom« binationsgabe und diplomatischen Milt, Anpassungsfähig« weit und vor allem einen persönlichen Magnetismus, der ihn aum geborenen Führer stempelt,