Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 185 (23.7.1931)
- Date
- 1931-07-23
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Ith iöS - 23. Juli 1931 die stimme COfindft der Agency, der in elfter für den Zionismus, für FtMffä und für die Weit so seiwerefl ZeH Etisamm«n* tritt» Alte Weisheit gegeben werde, titn die Geschäfte so ztl führen, daß der Aufbau des jddiseiieft Nadonaiheims weiter gebracht wird. Mein alter Freund Dr. GoldfflttttirH hat ftteine Politik als pfd-engilseh bezeichnet, ich war nicht pro-englisch, ich war nicht anti-englisch) ich habe versucht, eine jüdische Politik zu führen. (Lebhafter Beifall«) Soweit diese jüdische Politik kompatibel war mit einer Kooperation Englands, wär ich glücklich, eine solche Politik führen ZU künhen. fdh hoffe, daß es mit zeitweiliger Rückschläge möglich sein wird, unser# Jüdische Politik In Palästina so zu führen, daß eine Kooperation mit England an gegeben erscheint. Auf dieser Kooperation muß unsere Politik aufgeoaut sein« Frieden In Palästina wird uns Verständnis bei der öffentlichen Meinung der Welt bringen. Sympathie Und Verständnis beim Völkerbund sind die eine Unbedingte Grundlage, me zweite ist der Friede im Lande, die dritte das Verständnis für unsere Be* Strebungen In der öffentlichen Meinung BnglandSi Diese drei Dinge sollen uns ermöglichen, so viel Menschen in das Land zu bringen, als 68 auf* nehmen kann, ohne die Interessen anderer zu stören, viel Land zu kaufen, ohne das Land anderen zu nehmen, und so viel Dinge zu schaffen, als wir Imstande Slftd. Mit diesen Worten scheide ich von ihnen, Slehera 9te uns so viel Arbeit lit Palästina, als das Judentum feisten kann; So viel Vernunft in Palästina, als das Judentum heute auf bringen kährt‘ so viel Frieden in Palästina, als das Land braucht. Dann zweifle ich nicht, daß wir unser Ziel erreichen werden. Und wenn der künftige Ge* Schichtsschreiber diese Epoche bewerten wird, Wird er Sagen: Es war eine schwere Zeit, und aüf d6ri BChUltfem einer kleinen Nation lastete eine Schwere Arbeit, aber sie hat ihr Bestes getan.» (Stürmischer Beifall.) Der CJöUritll bereitet WeiZfflättn feltife neuerliche langdauernde Ovätiort. Le vite (Polen) bedauert die Demission der zentralen Figur der JeWish Agehcy, des Hefth Felix M. Wftfburg. Der Redner verspricht sich nicht viel von einer Demo» kratisierung der Jewish Agency; man würde dadurch die oberen Zehntausend von Ihrer Pflicht dem Volke gegenüber befreien. Präsident Nahürti Sokolow (beim Betreten des Saales lebhaft akklaihlert) führt aus, die demokratische Basierung der Agency könnte durch eine Föderation allgemein Jüdischer Organisationen erreicht werden, die sich der Jewish Agency anglledern, etwa Landsmannschaften der einzelnen Länder und auch große jüdische Organisationen nicht landsmannschattlichef Art. ln einzelnen Ländern sei die Jüdenschaft bereits lühdsmähhschaftlich organisiert, wie z. B. In Italien, wo die Juden einen chaotischen Zustand In eine kollektive jüdische Einheit auf demokratischer Basis verwandelt haben. Diese Einheit erkläre durch Ihn, Sokolow, die Bereitwilligkeit der italienischen Judeh, an dem Werke der Jewish Agency mitzuarbeiten. Sokolow wünscht, daß ein solcher Akt die Judenschaft der ganzen Weit einigen möge. Annahme der politischen Resolutionen Der Council nahm in seiner am 17. Juli vormittags abgehaltenen vorletzten Sitzung eine Reihe Resolutionen politischer, finanzwirtschaftlicher und organisationstechnischer Natur an. Unter den Resolutionen, deren Annahme teilweise lebhaft verlaufene Debatten vorangingen, sind die politischen Resolutionen, in denen der Council zum MacDonald-Brief, zu den Fragen des Bodenkaufes durch Juden in Palästina und der Beschäftigung jüdischer Arbeiter bei Regierungs» arbeiten sowie zur Möglichkeit einer jüdisch-arabischen Verständigung auf der Basis des Mandates Stellung nimmt, von besonderer Bedeutung. Die Fassung dieser Resolutionen hat bei allen im Council vertretenen Gruppen Zustimmung ge» funden. Der Council faßte bezüglich des Budgets keine end» gültigen Beschlüsse, sondern ermächtigte das Administrative Committee, ein Budget festzusetzen, dessen Höhe sich zwischen dem vom Zionistenkongreß angenommenen Budget von 365.000 Pfund und dem von der Budgetkommission der Agency vorgeschlagenen Betrag von 335.000 Pfund bewegen soll. Weiters wurden dem Administrative Committee Vorschläge zur weiteren Behandlung überwiesen, die die Einführung eines Vetorechtes des Präsidenten der Agency und des Präsidenten des Administrative Committee gegen die Durchführung von Beschlüssen und sonstigen Maßnahmen, die mit Beschlüssen des Council oder des Administrative Committee unvereinbar sind, vorsehen. Sokolow Präsident der Jewlsh-Agency d'Avigdor Goldsmid und L. K. Frankel Vorsitzende des Council Die zweite Tagung des Council der Jewish Agency ist am Freitag, den 17. Juli, Vorabends, zu Ende gegangen. Der Council wählte zum Präsidenten der Jewish Agency Herrn Nahum Sokolow, Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation, gemäß der Verfassung der Jewish Agency, die bestimmt, daß in der Regel der Präsident der Zionistischen Organisation gleichzeitig auch Präsident der Jewish Agency ist. Zum Vorsitzenden des Council der Jewish Agency wurde 0. E. d’Avigdor 0 o 1 d s m i d, einer der Führer der englischen Juden, zum Mitvorsitzenden Dr. L. K. Frankel, einer der Führer der amerikanischen Juden, gewählt. Zu yizepr&sidenten des Councit wurden gewählt Professor J Speyer (Belgien), und Robert Szold (Amerika), Alle dies# Wahlen erfolgten einstimmig. Ebenso einstimmig wurden di# folgenden Herren MS der niclitzionistische Teil def Exekutive der Jewish Agency gewählt: Professor Matirie# 0« H e x t e r, Df. Bernhard Kahn, Dr. Werner Senator, Harry Vit elfes und Harry BerKson. Nach Beendigung der Wahlen bereitete der Council Df. Cyrus Adler feine minutenlange Ovation, die ein spontaner Ausdruck des Dankes für seine mühevolle und umsichtige Leitung der Verhandlungen gewesen ist. Wassermann Vorsitzender, Mötzkirt Vizevorsitzender des Administrative Committee Der CöUftcil der Jewish Agency wählte in seiner letzten Sitzung das Administrative Committee, dem 20 Zionisten Und 2Ö Nichtzionisten als Mitglieder, 40 Zionisten Uhd 40 Nichtzionisten als stellvertretende Mitglieder aflgehörert. Das rteugewählte Administrative Committee trat auch f=Hi£?wiu siiiaiiisiiisiiiamsiiia «r— fh;ef lieben Bschw 83» lll Helane Lettmantt anläßlich ihrer Promotion zum Doktor der hi £3!Li Philosophie gratuliert heizlichst die «M» iw» pH Lese- und Redthaild ||| siiisiiisiiistiisitisiiismsiiisnii gleich zu seiner ersten SitZurig zusammen und konstituiert# sich. Das Administrative Committee der Jewish Agency Wählte zu seinem Vorsitzenden Herrn Direktor Oscar Was» sermann, an Stelle des Herrn Felix M. Warburg, der aut Gesundheitsrücksichten auf eine Wiederwahl verzichtete. Zu seinem Vizevorsitzenden wählte das Administrativ# Committee Herrn Leo Motzkin, Präsidenten des XVÜ. Zio* rtistenkongresses. Die letzten Kongreßtage Annahme von Resolutionen Einwanderung und Arbeit Ifl döf Sitäting des ZionlStfefl-Köngresses vöm Sonntag, den 12. Juli, sprach J. Dobkin zum Bericht der Immigra» tiöii§»Kbmfflifi§iön, dife Sieh vor allem mit def Beziehung der Mandätarmaeht zur Immlgfätiönsfrage befaßte, in den letzten zwei Jahren seien der jüdischen Einwanderung weitere Hindernisse in deh Weg gefegt worden. Die Regierung hat die Vorschläge und Forderungen der Agency nicht berücksichtigt, von den innerhalb zweier Jahre angeforderten 12.500 Zertifikaten nur 5200 bestätigt, von diesen aber der Exekutive der Agency effektiv nur 4000 zur Verfügung gestellt. Außerdem wurde der Agency das Recht genommen, die Zertifikate frei zu verwenden. Der Kongreß nimmt dann eine Reihe von Resolutionen ati, in denen gegen die Einschränkung der Chaluz-ImmigratiOn protestiert Wird, und fordert die Exekutive der Jewish Agency auf, den Völlen Umfang dieser Immigration zu sichern. Ebenso Wird beschlossen, der Immigration des Mittelstandes Aufmerksamkeit zuzuwenden. Der Einwanderung von Elementen aus Rußland und Jemen muß besonderer Platz eingferäum-t werden. Der Kongreß protestiert gegen die gegen Juden gerichteten Ausweisungsbefehle der Palästinaregierung. Der An trag. Metern inski, über den Mehrheitsantrag der Kommission zur Tagesordnung überzugehen, wird mit 84 gegen lii Stimmen abgefeimt, der Antrag der Kommission angenommen. In der Frage der Wiedererrichtung der bei den Paiästina-Aehitern bestehenden Arbeitsämter kommt es zu feiner lebhaften Auseinandersetzung zwischen Revisionisten und der Linken. Schließlich wird, nachdem die Abstimmung wiederholt wurde, der Antrag, die Arbeitsämter wieder zu errichten, abgefeimt. Erziehungsfrageti — Hebräische Universität Zu Beginn der Sitzung am Montag, dem 13. Juli, abends, erstattet Rabbi Ostrowski den Bericht der Erziehungs- KomtnisSiön. Im Jahre 56Ö1 habe die Zahl der Schüler an den palästinensischen Schulen 22.500 betragen. Wenn das Erriehungsbudget für das nächste Jahr nicht um 13.000 Pfund erhöht wird, wird es nicht möglich sein, auch nur die minimalsten Bedürfnisse zu befriedigen. Die Palästina-Regierung erhalte das gesamte arabische Schulwerk, in welchem 22.000 Kinder unterrichtet werden, mit 100.000 Pfund jährlich, während für das jüdische Schulwerk mit 21.000 Kindern nur eine Subvention von 10.300 Pfund bewilligt werde. Die Frage der Uebergabe des Erziehungswerkes an die Knesseth Jisrael sei jetzt besonders aktuell geworden. Zum Erziehungsbüdget trage die Jewish Agency 75.000 Pfund, die Regierung rund 20.000 und der Jischuw über 30.000 Pfund bei. 80 Prozent der jüdischen Kinder werden in den Schulen der Zionistischen Organisation unterrichtet. Es wird der Antrag der Kommission angenommen, daß im Laufe der nächsten zwei Jahre bis zum nächsten Kongreß eine gemeinsame Führung des Erziehungswerkee durch Jewish Agency und Knesseth Jisrael vorzubereiten ist. Bis dahin soll keine Uebergabe an lokale Institutionen erfolgen. Der Kongreß fordert die Palästina- Regierung auf, ihren Beitrag für das Schulwerk in einem alle Bedürfnisse jüdischen Unterrichtes befriedigenden Maße zu erhöhen. Der Kongreß beschließt, daß die HebräUcheUniy e r s 11 ä t nicht ein wissenschaftliches Forschungsinstitut, sondern eine Vollunlversität (Lehranstalt) sein soll, die akademische Grade verleiht. Die Revisionisten haben ein Minderheitsvotum folgenden Wortlautes eingebracht: «Der Kongreß mißbilligt den Geist des Verzichtes auf nationale Ideale, der In der Leitung der Universität zum Ausdruck gekommen ist, und beauftragt die Exekutive, auf der Wacht des nationalen Geistes ln der Leitung der Universität zu sein.» — Bert Katznelson erklärt, daß dieser Antrag die Freiheit de« Geistes und der Kultur berühre und daß der Kongreß nicht berechtigt ist, die politischen Anschauungen von Leuten zu beurteilen, die sich mit wissensctmftUcher und kultureller Arbeit befassen. Der Antrag der Revisionisten wird mit 87 gegen 74 Stimmen angenommen. Arlosoroff erklärt, daß die Arbeiterfraktion den Beschluß mit Entrüstung zurückweise. Das Budget: 366.000 Pfund In der Sitzung des Zionisten-Kongresses am Montag, dem 13. Juli, abends, erstattete E. Berligne den Bericht der Budgetkommission. Nachdem Gh. N. Bialik, vom Kongreß stürmisch akklamiert, in der Budgetdebatte als Gast das Wort genommen hat, wird für den Waad Halaschon ein Betrag vort 250 Pfund in das Budget eingesetzt. Der Budgetvorschlag der Exekutive und des Keren Hajessod in der Höhe von 366.000 Pfund wird angenommen. Dieses Budget setzt sich zusammen atiSi 8Ö.0ÖÖ Pfund für landwirtschaftliche Anäiediung, 57.000 Pfund Erziehung, 14.500 Pfüfld Einwanderung und Arbeit, 55.000 Pfund Gesundheitswesen, 2Ö0Ö Pfund Industrie, 1000 Pfund religiöse Zwecke, 48.000 Administration, 91.000 Schuldentilgung, 15.000 Pfund Entschädigungen und Gehaltsrückstände an Beamte. MacDonald-Brief — LandentwicklüngSplan — Keren Kajemeth In der- Sitzung des Kongresses vöm 14. Juli nachmittag* erstattet Senator Dr. Ringel den Bericht der politischen Kommission. Bei der Abstimmung über die Resolutionen der Politischen Kommission werden sämtliche Minderheitsanträge def Revisionisten zur Resolution über den MacDonald-Brief abgelehnt und der Kommissionsantrag wird angenommen, nach welchem der Kongreß vom Mac-Donäld-Brief Kenntnis nimmt und jene Zusicherung des Briefes würdigt, ln welchem die Bereitschaft der Mandatsregierung, die gerechten Forderungen des jüdischen Volkes zu berücksichtigen, zum Ausdruck kommt. Der Kongreß konstatiert aber, daß der Brief Einschränkungen und Grundsätze enthält, die zu Befürchtungen Anlaß geben, und eine Reihe von wichtigen Fragen uner» örtert läßt, die im Weißbuch in einer für die jewish Agency unannehmbaren Weise behandelt worden Sind, und stellt dfe* weiteren fest, daß die Palästina-Verwaltung in ihrer Praxis den Vorschriften des Briefes bisher nicht gerecht geworden ist, insbesondere durch Erschwerung jüdischen Bodenftaufes, jüdischer Einwanderung und jüdischer Arbeit bei Regierungs- Unternehmungen. Der Kongreß erachte den Brief als Bast* für weitere Verhandlungen, um die in ihm gegebenen Zusicherungen zur Verwirklichung zu bringen, und in den noch offen gelassenen Fragen die berechtigten Forderungen de* jüdischen Volkes durchzusetzen. In der Frage des Development-Scheme stellt der Kongreß fest, daß im Gegensatz zum MacDonald-Brief bei den Verhandlungen zum Development-Scheme Tendenzen zum Vorschein gekommen sind, die Interessen der jüdischen landwirtschaftlichen Ansiedlung anderen in Aussicht genommenen Aufgaben zu unterordnen. Der Kongreß erklärt, daß das Development-Scheme die Unterstützung der Jewish Agency nur dann finden kann, wenn es auf dem GundsätZ der vollen Gleichheit des jüdischen und arabischen Anteils an den Vorteilen dieses Planes und der Gleichzeitigkeit seiner Ausführung baBiert. Der Kongreß beschließt, daß die Grundprinzipien des Keren Kajemeth (Unveräußerlichkett des Bodens, Prinzip der jüdischen Arbeit) für das Gelingen des jüdischen Werkes unerläßlich sind. Der Bodenerwerb ist die Voraussetzung für die Schaffung einer Jüdischen Bauernklasse als Grundlage des gesamten Aufbauwerkes in Palästina. Jede den jüdischen Bodenerwerb erschwerende Gesetzgebung ist mandatswidrig und hemmend für die Verwirklichung des jüdischen Nationalheims. Der Kongreß bestätigt die Richtlinien der Bodenpolitik des KKL. und besteht auf der Forderung der Uebergabe eines Teiles der Stnatsländereien an die Juden für die im Mandat vorgesehene jüdische dichte Ansiedluttg. Der Kongreß erhebt energischen Protest gegen die zunehmenden Verfolgungen der Träger des Zionismus und der jüdischen Religion, sowie der hebräischen Kultur in Sowjetrußland und beauftragt die Exekutive, alle nötigen Schritte zu unternehmen, um die Auswanderung aller wegen ihrer zionistischen Gesinnung Verfolgten nach Palästina au ermöglichen. Privat-Realgymnasium, 1. Klasse für Knaben und #Mädchen (gesondert). Individuelle Behandlung. Das Oeffentllch* keitsreclit wird angestrebt werden. Anmeldungen (auch schriftlich) werden täglich entgegengenommen am Privftt» Lehrinstitut «Universum», IX., F r e i h ö i t s pl az 14, Tel.