Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 184 (16.7.1931)
- Date
- 1931-07-16
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 184 - 16. Juli 1931 OIE STIMME Seite 11 Zionistisches Leben in Wien Großes zionistisches Meeting Montag, den 20. Juli, 8 Uhr abends, findet im Saale des Hotel «Bayrischer Hof», II., TaborstraÖe 30, ein großes zionistisches Meeting statt. Thema: Nach dem Kongreß. Sprechen wird «. a. Dr. Oskar Grünbaum, Präsident des Zionistischen Landeskomitees. Palästinensische Arbeitersportler kontra 211 zur Arbeittrolympiade nach Wien Zur zweiten Arbeiterolympiade, die in der nächsten Woche in Wien stattfinden wird, kommen — wie bereits, gemeldet — auch viele Arbeitersportler aus Palästina, unter ihnen 16 Fußballspieler, 9 Motorradfahrer, 8 Radfahrer, eine Tauziehmannschaft, viele Leichtathletiker, Turner usw., insgesamt über 100 Personen. Donnerstag, den 23. Juli, 5 Uhr nachmittags wird ein Fußballmatch Palästina—Ungarn im Wiener Stadion stattfinden. Die palästinensische Fußballmannschaft begibt sich nach der Olympiade aut eine Tournee nach Polen, Deutschland und der Tschechoslowakei. Außer Paläsdf eriscrn werden an i n Olympiade auch jüdische Sportler aus Deutschland, Polen, Ungarn, Tschechoslowakei, Lettland, Litauen und Rumänien teilnehmen. Der Empfang der Arbeit er Sportler aus Palästina, die an der Olympiade teilnehmen werden, findet Samstag, den 18. Juli 1931, um halb 4 Uhr nachmittags auf dem Westbahnhofe statt. Bewirtung der Palästinenser Unter den palästinensischen Teilneinern an der Olympiade befindet sich eine ansehnliche Zahl, die nur über geringe Geldmittel verfügt. Es ergeht dahei an alle Freunde Jes arbeitenden Palästina die Bitte, Teilnehmern aus Palästina lur die Dauer von 8 bis 10 Tagen Quartier und Verköstigung oder bloß Verköstigung zu gewähren. Wegen Dringlichkeit bitten wir dl* Interessenten, sich sofort mit der Poale Zion, II., Blumauergasse 1 (täglich zwischen 11 und halb 1 Uhr vormittags und 5 und 8 Uhr abends), in Verbindung zu setzen. Die Arbeit des Keren Kajemeth Silbernes Buch des Keren Kajemeth. Bisher sind 29 Silacrne- Buch-Emu-agunger durchgeführt worden. Versicherung zugunsten des Keren Kajemeth Die Versicherungsab'eilur.g des Keren Kajemeth hat e!ne Aktion eingeleiti:.. Tj bezweckt, Versicherungen zugunsten des Ke e i Kaiemeth durchzufilhren. und Swar auf folgender Grundlage: im Erlebensfälle fällt ctie veisicherte Sum .-j ganz dem Keren Kajemeth zu, im Ablcbcnsfa:le die eine Hälfte den Erben des Versicherten, die and vre Hälfte dom Keren Kajemeth. Durch die Aktion so:ien dem Keren Kajemeth riehen den Spenden neue Mittel zum Zwecke der Ausdehnung des jüdischen Bodenbesitzes für die jüdische Kolonisation zufließen. Schon nach drei Jahren erhält der Keren Kajemeth gegen minimale Zinsen 65 Prozent der eingezahlten Prämien zu seiner freien Verfügung, Bisher haben 50 Personen Versicherungen auf insgesamt 6Q;U00 Schilling abgeschlossen. Keren - Kajemeth - Sammlungen bei Familien* feierlichkeiten (Hochzeiten, Brith Miloth, Bar Mizwoth u. dg!.). Diese Familienfeierlichkeiten bieten günstige Gelegenheit, Sammlungen für den Keren Kajemeth zu veranstalten. Es gibt eine Reihe von Gesinnungsgenossen, die sich freiwillig in den Dienst dieser Tätigkeit stellen. Damit derlei Gelegenheiten genügend ausgenützt werden können, muß der Keren Kajemeth von allen solchen Feierlichkeiten Kenntnis erhalten. Alle Gesinnungsgenossen und Freunde des Keren Kajemeth werden hiermit höflichst ersucht, dem Keren-Kajemeth-Bureau dergleichen Feierlichkeiten mit genauer Angabe der Adresse der Veranstalter bekanntzugeben. Herzl-Bllder. Die Nachfrage nach Herzl-Bildern konnte bislang nicht befriedigt werden. Gegenwärtig Ist der Keren Kajemeth in der Lage, Interessenten Heliogravüren zur Verfügung zu stellen, welche nach einem Modell des bekannten Bezalel-Kiinstlers Samuel Kretschmer hergestellt sind. Preis S 3.—. Durcharbelt lm Keren Kajemeth. Ab 1. Juli 1931 Sind die Autostunden des Keren Kajemeth täglich von halb 9 Uhr bis 4 Uhr nachmittags. Mit Rücksicht aut die Urlaubszeit entfällt der Journaklienst. «Lanoar». Alle bisher erschienenen Hefte (1 bis 30) Sind beim KKL. erhältlich. Ankündigungen und Mitteilungen Hlstadruth Iwrith, II., Kleine Mohrengasse 3. Samstag, 18. Juli, 8 Uhr abond3, spricht die ArbeltorfLihrerin aus Ercz Israel, Chawcra Ch a J ü t a Bussei über „Die Frau in der Kwuzah". Wohin Juden ihr Geld tragen! In der «Pharmazeutischen Post» vom 27. Juni lesen wir die folgende Anzeige unter «unbesetzten Stellen»: «Apotheke Heinrich Wondra, Wien, II., Prater Straße 6 6, Urlaubsvertretung ab 1. Juli 1931, auf unbestimmte Zeit, n u r A r i e r, eventuell auch Dame mit mehrjähriger Praxis.» Es bedarf keiner besonderen Wiener Ortskenntnis, um wissen zu können, daß die Apotheke des Herrn Wondra nicht gerade von arischer Kundschaf t 1 e b t. Um so größer ist die in diesem Inserat gelegene Provokation der jüdischen Kundschaft im jüdischen Zentrum von Wien. Es tut gut, das jüdische Publikum auf solche Inserate aufmerksam zu machen! Gertrud Ktaus aus Palästina zurückge* kehit Die bekannte Wiener Tänzerin, die während der letzten Wochen mit unerhörtem Erfolge eine Palästina-Tournee absolviert hat, ist vor einigen Tagen nach Wien zurückgekehrt. Ein Interview, das uns die Künstlerin über ihre Eindrücke in Palästina gab, werden wir in der nächsten Nummer der «Stimme* veröffcnlMchen. Jloiizen Eine Monographienreihe über die jüdischen Kolonien ln Palästina. Die Bände der hebräischen Bücherei Lanoar, an deren Herausgabe der Jüdische Nationalfonds beteiligt »st, sollen jetzt auch in englischer, - französischer- und-deutseher Sprache erscheinen. Der erste Band in. deutscher Sprache!sl bereits erschienen. Es ist eine Arbeit von S. Ben Zion über die Kolonie Ness-Ziona. Die deutsche Uebersetzung wurde von Dr. Max Mayer besorgt. Der erste Band der französischen Ausgabe ist eine Monographie über die Ackerbauschule Mikweh Israel von S. Hilleis in französischer Uebersetzung von J. J. Cohen. Der erste Band der englischen Ausgabe, «Daganjah» von Joseph Baratz, aus dem Hebräischen übertragen von Miß Lotta Levensohn, ist im Druck. Die hebräische Originalhilcherei umfaßt bereits dreißig illustrierte Hebraica, Judaica, Zionisfica sowie jüdische Literatur in größter Auswahl. Seidene und wollene Tallessim zu billigen Preisen, Buchhandlung JOSEF BELF WIEN, I. RABENSTEIG 3 Prospekte kostenlos. und mit je einer Karte ausgestattete Monographien über die jüdischen Kolonien in Palästina. Ein wichtiger Fund in der Züricher ZentralblbHothek. Der gegenwärtig im Auftrag des Jiddischen Wissenschaftlichen Instituts («Jiwo») in der Schweiz weilende Philologe Dr. Max Weinreich hat bei der Durchsicht der altjiddische» Bestände der Züricher Zentralbibliothek ein Unikum entdeckt, den Erstdruck des seit mehr als 400 Jahren im jüdischen Milieu äußerst populären Bovo-Buches, jetzt unter dein Namen «Bobe-maase» bekannt. Verfasser dieses in Stanzen verfaßten Äbenteurerromans, dem eine italienische Bearbeitung des englischen Bevis of Hampton zugrunde liegt, ist der berühmte Grammatiker Elia Levita (1469—1549). Das Werk, 1507 geschrieben, ist seit dem 16. Jahrhundert unzählige Male neu aufgelegt worden. Der älteste bisher bekannte Druck stammt jedoch aus Prag 1680; die Erstausgabe war schon seit langem verschollen, obwohl die Jüdischen Bibliographen seit Steinschneiders großem Bodleiana-Katalog (1852—1860) immer wieder nach ihr suchten. Der von Dr. Weinreich aufgefundene Druck ist 1541 in Isny, Württemberg,, in der Offizin des bekannten Hebraisten Paulus Fagius hergestellt. Fagius hatte den 70jährigen Grammatiker aus Venedig zu sich berufen, um unter Leitung des Autors einige grammatische Werke levitas herauszuijeben, Diese Gelegenheit benutzte Levita nun, um auch seinen 34 Jahre früher geschriebenen jiddischen Roman, der bis dahin handschriftlich kursiert hatte. Jüdischer Sport fnOball Halcoah ln Polen Siege in Krakau und Tarnov Gegen Cracovia 3 : 1, in Tarnov 4 : 0 siegreich Die Hakoah trat am 11. Juli in Krakau vor 5000 Zuschauern gegen Cracovia an und feierte einen sicheren Sieg. Die Wiener wurden durch den Schiedsrichter stark benachteiligt, dennoch setzte sich ihre höhere Klasse durch. Dlf famos arbeitende Halvesreihe verleiht der jüdischen Mannschaft ein festes Gcfiige und da außerdem der Sturm durch die Einstellung Eisenhoffers und des ausgezeichneten Orütt* feld sehr stark geworden ist, erntet die Hakoah sensationell* Erfolge. Die Tore erzielten Eisenhofter, Drucker und Donnen« feld. Aufstellung: Oppenheim; Amster, Feldmänn; Liebet* mann, Drucker, Platschek; Dönnenfeld, Grünfeld, HeS; Mausner, Eisenhoffer. Am 12. Juli gastierte die Hakoah in Tarnov und blieb mit 4 :0 siegreich, wobei Mausner alle vier Tore nach Vttfö arbeit Grünfelds erzielte. Außer den Genannten zeichnefdtf sich noch besonders Feldmann und Liebermann aus. AtiÜ* Stellung; Oppenheim; Feldmann, Amster; Freifeld, HdÖ* Liebermann; Fischer, Mausner, Mermelstein, Grünfeld, Ehrlich. Sp. abzudrucken. Der Fund hat nun in den Kreisen der Forscher der altjiddischen Literatur Aufsehen erregt. Lesser Ury-Ausstellung der Berliner Nationalgalerie. Der Direktor der Nationalgalerie in Berlin, Geheimrat Dr. Ludwig Justi, bereitet eine große Ausstellung des Lebenswerkes von Lesser Ury vor. Die Ausstellung wird zum siebzigsten Geburtstage des Meisters, zum 7. November 1931, in der Nationalgalerie eröffnet werden und die Bilder Urys aus allen Phasen seines Schaffens umfassen. Der in Birnbaum (Provinz Posen) geborene große Ma*er und Graphiker Lesser Ury wurde außer durch seine Großstadt- und Landschaftsbilder auch durch seine jüdischen. Gemälde berühmt. Von diesen sind u. a. zu nennen «Jerusalem», «Adam und Eva», «Jeremias», «Sintflut», «Moses beschwört die. Finsternis», «David im Gebet», «Rahel am Brunnen», «Rutil und Boas», «Der scheidende Moses». Dis Habimah-Freunde in Basel. Am Freitag, den 3. Juli, fand anläßlich des Kongresses im Hause Dreyfus de Gun%* bnrg in Basel ein Tee für die Freunde der Habimah statt. Die Herren Sokolow, Ussischkin, Bialik und Feiwel ermahn* ten die Habimah-Freunde zur Weiterarbeit für diese lntt& tution, die für das kulturelle Leben 'Palästinas eine ebenso* große Wichtigkeit hat, wie das Schulwesen. Im Auslande wirkt die Habimah propagandistisch für die Renaissance der hebräischen Sprache. Ussischkin bemerkt u. a, daß der Kongreß sicherlich der Habimah gegenüber seine Pflicht auch in materieller Hinsicht erfüllen würde, wenn die . Lage eine günstigere wäre. Die Vertreter verschiedener Länder erklärten sich bereit, ihre Arbeit zugunsten der Habimah zu intensivieren, die Ergebnisse ihrer Arbeit würden sich bis zum Herbst günstig auswirken. Ein neues Heft «Freie Schriften». Soeben ist (Verlag Ch. Bszoza, Warschau) Heft 11 der von J. N. Steinberg (Berlin-Zehlendorf, Forststraße 21) redigierten «Freien Schriften für den jüdischen sozialistischen Gedanken» erschienen. AmtlicheVerlautbarungen der Israelitischen Kultusgemeinde Wien Z. 4078 ex 1031. Konkursausschreibung Im Spitalc der Israel. Kultusgemoinde Wien, XVIK* Währlnger Gürtel 97, gelangt an der II. medizinischen und an der chirurgischen Abteilung je eine Sekundararztstello mit 31. August 1931 zur Besetzung. Zur Anstellung sind erforderlich: die österelchlschg Staatsbürgerschaft, lediger Stand, die Berechtigung zur Ausübung der Heilkunde in der österreichischen Republik, dl# körperliche Eignung (nae't ge wiesen durch ein von einen* Vorstande dor medizinischen Abteilungen des eigenen Spital es ausgestelltes Zeugnis) und ein Alter von unter 35 Jahren. Mit der Stelle Ist nebst den in der Besoldungsordnum für die Abteilungsärzte des Spitales der israel. Kultusgemclndo fixierten Barbezug die Benützung einer möblierten Naturnlwphnung samt Beleuchtung, Beheizung und Bedienung sowie die volle Verpflegung verbunden. Für dt« letztere werden die Eigenkosten von den Monatsbezilgen in Abzug gebracht, wobei der Abzug ein Viertel der Bezögt nicht überschreitet Mit den Porsonaldokumonten (Geburtsschein, Heimat* Schein, Diplom,0 Nachweis der Zugehörigkeit zum Juden* tum,. Zeugnisse über die bisherige fachliche Verwendung)! belegte Gesuche sind an den Vorstand der Israel. Kultusgemeinde Wien. I., Seitenstettengasse 4 bis längstens 31. Juli 1831 mittags au Uboreiehen. . Per Vorstand Wien, 7. Juli 188t, der Israel, Kultusgemeinde Wien, Literatur /Kunst/Theater Jeder Zionist »Erlangt im Kaffeehaus »ein Parteiorgan „Die