Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 184 (16.7.1931)
- Date
- 1931-07-16
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 1 d DIE STIMME Nr. 184 — 16. Juli 1931 .......... ....... Rnnhctoino Friedländer & Dentsch Ul Ullullllllll Wien. I., Seltenstettein gisse jr.2 Tel. € 28-1-28 XI.« Zentrnlfrledhof, neben dem f. Tot, Tel. ü 18*0.85 Dr. Nedeljkovic Ober seine zweite Palästinareise Der Belgrader Zeitung «Zidov» entnehmen wir folgende interessanten Mitteilungen des Zionistenfreundes Prof. Dr. Miiorad Nedeljkovic, Generaldirektor der jugoslavischen Postsparkasse, die dieser gelegentlich eines Interviews einem Mitarbeiter des «Zidov» zur Verfügung stellte. Der große Freund unserer Bewegung, Herr Dr. Nedeljkovic, Universitätsprofessor und Generaldirektor der Postsparkasse, bereist augenblicklich schon zum zweitenmal Palästina. Zum Dank für die tätige Mithilfe Dr. Nedeljkovic’ wurde diesem kürzlich von Dr. Friedrich Pops, Vorstand der Beograder zionistischen Organisation, eine fntime Feier bereitet. Bei dieser Zusammenkunft wurden mehrere Fragen berührt, die im Zusammenhang mit unserer Arbeit stehen. Es wurde auch von der Gründungsmöglichkeit eines Pro- Palästinakomitees in Jugoslavien gesprochen. Gelegentlich eines vor seiner Abreise erteilten Interviews äußerte sich Prof. Nedeljkovic wie folgt: «Meine erste Reise nach Palästina kam aus dem Gründe zustande, weil ich mich in anderen Ländern Umsehen wollte, wie man dort die Fragen der Agrarreform und die Kolonisationsprobleme löst. Die gemachten Erfahrungen wollte ich dann natürlich im eigenen Lande verwerten, f Ich wußte, daß in Palästina eine zionistische Kolonisation besteht, muß aber zugeben, daß ich diese bis dahin nur oberflächlich kannte. Was ich wußte, war, daß die zionistische Kolonisation mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen, aber auch schon schöne Resultate zu verzeichnen hatte. Diese Kolonisation wollte ich in der Nähe kennen lernen. So entschloß ich mich zu meiner ersten Palästinareise. Die Motive, die mich bewegen, dieses interessante Land ein zweitesmal zu besuchen, sind ganz anderer Natur. Sie sind persönlicher und ökonomischer Art. Ich will sehen, wie weit man dort unten in der Errichtung der jüdisch-nationalen Heimstätte ist und möchte das Leben in Palästina näher kennen lernen. Das sind die persönlichen Gründe. Die anderen stehen im Zusammenhang mit der geplanten Stärkung der ökonomischen Verbindung zwischen unserem Königreich und Palästina. Die Möglichkeit starker ökonomischer Verbindungen Zwischen dem Neuorient, namentlich Aegypten und Palästina, und unserem Königreich sind groß, aber sie sind nicht genügend ausgeniitzt. Wir könnten gewiß viele'unserer Landesprodukte nach dem Orient ausführen. Bisher bestand kein persönlicher Kontakt zwischen unseren und den dortigen Landwirten. Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, mich an Ort und Stelle über die Möglichkeiten einer Verbesserung dieser Beziehungen zu informieren. Außerdem werde Ich mich bemühen, mit Palästina und Aegypten solide Bankverbindungen herzustellen, die leider bisher nicht bestehen. Ich hoffe, daß es mir gelingen wird, solche Verbindungen mit der hiesigen Postsparkasse zu schaffen. Ich habe die Absicht, nach meiner Rückkehr meine Eindrücke in einem Buche zu schildern. Einen separaten Abschnitt werde ich dem jüdisch-arabischen Problem widmen. Jetzt kann ich noch nicht darüber sprechen, das Thema ist zu kompliziert, um es in einigen Worten zu behandeln. Für jetzt nur so viel: Wenn das jüdisch-arabische Problem noch so schwer und ernst ist, es gibt gewiß keinen Grund zur Verzweiflung oder zur Kapitulation seitens der Juden.» Herr Dr. Nedeljkovic hat am 2. Juli seine Reise angetreten und in Palästina seitens unserer amtlichen Organe einen besonderen Willkomm gefunden. Der Keren Hajessod in Jerusalem hat einen detaillierten Plan für den Aufenthalt Dr. Nedeljkovic’, der in Palästina einige Reden halten wird, ausgeärbeitet. Kleine Nachrichten aus Palästina Der Kampf gegen die Fußballspiele an Sabbattagen Jerusalem. (J. T. A.) Das Oberrabbinat von Palästina hat an die Jewish Agency, den Jüdischen Nationalfonds, den Keren Hajessod und den Waad Leumi die schriftliche Aufforderung gerichtet, Angestellte, die an den Fußballwettspielen an Sabbattagen teilnehmen, zu entlassen. Gerichtsentscheidung über die Terrains an der Bucht von Haifa Jerusalem. (J. T. A.) Das Haifaer Gericht für Angelegenheiten, betreffend den Grunde.tiickverkehr hat nach lßtägigem Prozeß das Eigentumsrecht jüdischer Korporationen an den durch sie von der arabischen Großgrundbesitzerfamilie Sursuk erworbenen Terains im südlichen Teil des Gebietes an der Haifabucht bestätigt. Die arabischen Pächter wurden zur Räumung des 2135 Dunam umfassenden Geländes sowie zum Ersatz der Prozeßkosten verurteilt. Eine Reihe anderer Prozesse, in denen über das strittige Eigentum an Grundstücken im nördlichen Teil des Gebietes an der Haifabucht entschieden werden soll, sind noch im Gange. Selbstmord wegen Verweigerung der. dauernden Aufenthaltsbewilligung in Palästina Jerusalem. (J. T. A.) Unter tragischen Umständen hat der 72jährige Jehuda Abraham Cohen in Tel Aviv Selbstmord begangen. Cohen, der in der Kolonie Kirjath Schaul ein Grundstück und ein Haus besaß, hatte, nachdem er auf Grund eines Touristenvisums aus Saloniki nach Palästina gekommen war, ein Gesuch um dauernde Aufenthaltsbewilligung eingebracht. Er hatte auch durch Bescheinigung des Palästinaamtes der Zionistischen Organisation in Saloniki den Besitz von 400 Pfund nachgewiesen. Aus Verzweiflung darüber, daß sein Gesuch trotzdem. abgewiesen wurde, hat der Greis seine Kleider in Brand gesetzt und ist an den erlittenen schweren Verletzungen gestorben. Der Nachtwächter von Beth Alpha von einem Araber niedergestochen Jerusalem. (J. T. A.) Der Nachtwächter der Kolonie Beth Alpha wurde, als er acht Araber, die sich in den Weingarten der Kolonie eingeschlichen hatten, überraschte, von einem der Eindringlinge durch einen Messerstich schwer verletzt. Die Täter konnten unerkannt entkommen. In aller Kürze Eine der ältesten Synagogen Lettlands, das Preiler Minjan in Dwinsk, ist niedergebrannt, wobei das Feuer auch auf die angrenzenden Gebäude Übergriff, so daß zahlreiche jüdische Familien obdachlos geworden sind. * Der Bonner Geschichtsprofessor .Dr. Wilhelm Levison wurde zum Ehrendoktor der englischen Universität Durham ernannt. * Die nationalsozialistische Fraktion beantragte in der letzten Berliner Stadtverordnetenversammlung, nur noch arische Geflügelhändier in den Markthallen zuzulassen. * ln Lemberg wurden Dr. Philipp Schleicher, Dr. Joseph Parnes, Architekt Michael Ulam und Dr. Karl Halpern zu Vertretern Ostgaliziens für den nichtzionistischen Teil der Jewish Agency gewählt. * Königin Wilhelrnine von Holland und Prinzessin Juliana werden ala Gäste des Amsterdamer jüdischen Bankiers Paul May auf Schloß Lengberg bei Lienz (Tirol) Aufenthalt nehmen. * Professor Carl Neuberg, dem Direktor des Berliner Kaiser-Wilhelm-Instituts für Biochemie, wurden für seine m Paris gehaltenen wissenschaftlichen Vorträge aie Fasteurps ■ H cs ■ w Lebensversicherungs- DLJ fl Kl IY Gesellschaft I llUIXIA GEGRÜNDET IM JAHRE 1883 Veraieherungsbeatand per Ende Juni 1980 . . . . . .... 2500 Millionen Schilling Garantiemitte! pei Ende 1929 .. 800 Millionen Schilling Prämienand Zinseneinnahmen im Jahre 1929 ....... 125 Millionen Schilling Aoazahlnngen an die Versicherten im Jahre 1929 . 28*/, Millionen Schilling Tätigkeitsgebiet dei Gesellschaft: Oesterreich. Deutsches Reich. Tschechoslowakische Republik, Belgien. Holland. Frankreich. Spanien. Italien. Ungarn. Polen. .Jugoslawien. Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Palästina, Syrien, Türkei, Aegypten. Die Gesellschaft schließt zn billigen Prämien und günstigen m Bedingungen Kapitals* und Rentenversicherungen jeder Art ab Ncneingeführt: KINDER-VERSORQUNQS-VERSICHERUNG (Auszahlung eines Kapitals bei Verheiratung, Studienbeitrag. Rückerstattung der eingezahlten Prämien bei Ableben des Kindes) InvaliditttiTenucherung (Zahlung einet Rente bei Eintritt der Erwerbsunfähigkeit nnd Auszahlung des versicherten Kapitals nach reijähriger Dauer der Invalidität) . H. fi . immmrJirammmmrrinnmmmmriimrarrimi.«.«.». ». i E E E E E E E B E E E E E E B E B B Medaille, die Leblanc-Medaiile und die Pasteur-Gedächtnl#- Plakette verliehen. * Die jüdische Bevölkerung des Städtchens Konsk, Wojwodschaft Kielce, steht seit einigen Tagen unter scharfem Terror jugendlicher Huligans. * In Siemianowitz bei Kattowitz ist es in der Nacht züm 9. Juli zu schweren Ausschreitungen polnischer Sokolisten gegen die deutsche, insbesondere aber die jüdische Bevölkerung gekörnten. Zwei jüdische Kaufleute wurden mißhandelt lind sciiwer verletzt. * Di. Bruno Glaserfeld, Vorsitzender des Landesverbände* Groß-Berlin des Zentralverbandes deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, vollendete am 10. Juli sein 50. Lebensjahr. * Von den 3500 Arbeitslosen in der holländischen Diamantenindustrie sind 3000 jüdischen Glaubens. * Der jüdische Gemeindebund in Belgrad hat Generaldirektor Alexander Sohr (Zagreb) zürn Vertreter der nichtzionistischen Juden Jugoslaviens im Council der Jewish Agency und Laza Avramovicz (Belgrad), Avram M. Altarac (Sarajevo), Bernat Ernst (Novisad) zu Ersatzvertretem gewählt. ♦ Dr. Armin Kecskenieti, Oberrabbiner aus Mako, hat sich an der Universität Szeged als Privatdozent für jüdische Geschichte im Altertum habilitiert. Austritte aus dem Judentum Konstein Leo, 2. September 1891, X., Laxenburger* Straße 48; Schleicher Hilda, 4. Oktober 1907, XV.; Rosen Mioslaw, 17. August 1901, IX., .Schickgasse 4; Klappholz Erwin, 15. März 1903, II., ’ Mumbgaßse 5; Rioka Jekl, 31. März 1916, XX., Wintergasse 22; ' Weidner Juliane, 11. April 1903, II., Wohlmuthstraße; Tune Ella, 15. Februar 1908, II., Wolfg. Schmälzlgasse 12; Preßburger Erwin, 22. Februar 1910, XV., Kohlenhofgasse 4; Herer Michael, 15. Mai 1905, VI., Stumpergasse 42; Hayek, geb. Wilhelmine Walk, 20. Mai 1901, XII., Breitenfurterst- °e 34; Hayek Hans, 9. Juli 1894, XII., Breitenfurterstraße 34; Teitel* bäum Erich, 13. Dezember 1903, II.; Pellner Rosa, 1. Dezember 1906, XIII;, Hägelingasse 1. Jüdischer Malender Juli 1931 Ab 5691 17 Freitag 3. 18 Samstag 4* 19 Sonntag 5* 20 Montag 6* 21 Dienstag 7* 22 Mittwoch 8* 23 Donnerstag Q Fa.tan, va Tempolzertiön - KINDERWAGEN von i 26.- aufwärts direkt beim Erzeuper XX, WALLENSTEINPLATZ 3 lll,3AR1CHQ.4 (Ecke Haupisti 108) XX,Klofterneuburgeritr.91 Aelterer gebildeter « err mit Unterrichtspraxis bittet um Lektionen. Honorar sehr mäßig. R. Rosen, Privatlehrer, Baden b. Wien, Gutenbrunnerstraße 9/I. I I I S zu verkaufen, 8 g per kg lllakulatur Administration der „Stimme“ l. Kärntner* I | straße 28, nach tel. Anruf R-27-4-86 vielt reell Ir Hebräische Sohrelbmasohlnen-Arbelt u. Ve vielfältigen (auoh Deutsch) sorgfältig ui reell — XX., Jägerstraße Nr. 69 Eigentümer, .Verleger und Herausgeber: Ziumatucher Landesverband für Oesterreich, Wien, L, Kärntnerstraße Nr. 28. - Verantwortlicher Redakteur; Dr. Sigmund - ftokctstda* Wien, L, KtrtaifftrißaNr. 28. — Druck; <lnva», Wlen, VIL, Urchenlelderstraße Nr. 1. _ — *