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Die Stimme · 1931-07-16 · Heft 184 (16.7.1931) · page 3

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Journal
Die Stimme
Volume
4 (1931)
Issue
Heft 184 (16.7.1931)
Date
1931-07-16
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 184 — 16. Juli 1931 DIE STIMME Seite 3 Annahme der Resolutionen der Organ i sationskommission ln der Sitzung des Kongresses vom Freitag, den 10. Juli, nachmittags, erstattete Dr. Aron Barth den Bericht der Organisationskommission. Der Berichterstatter führt aus, daß die Kommission den Versuch gemacht habe, einige der notwendigen Aenderungen durchzuführen, die in der Organisation dringend sind. Die zwei Schwierigsten Fragen seien das Problem des unmittelbaren Kontaktes der Zionistischen Exekutive mit den Zionisten der einzelnen Länder und die Frage des Schekel-Systems. Die Resolution, Organisation und Propaganda in den Vordergrund der Arbeit der Zionistischen ExeKutive zu rücken, wird einstimmig angenommen. Dr. Barth: Betreffend Organisation und Propaganda wird vorgeschlagen, der Exekutive eine Kommission beizugeben, die von der Exekutive nach Fühlungnahme mit den Verbänden eingesetzt und in ihrer Zusammensetzung vom Aktionskomitee bestätigt werden soll. Dieser Antrag wird angenommen. Dr. Barth: Hinsichtlich des Schekels beantragte die Fxekutive, das Wahlrecht zum Kongreß an den Besitz der Schekaüm beider Jahre zu bmden. im kongreßlosen Jahr nicht gelöste Schekel können im Kongreß]ahr nachgezahlt werden. Der Antrag wird nach Ablehnung eines Minderiieltsvotums angenommen. Dr. Barth begründet den Antrag der Kommission, die Schekelquote, die zur Entsendung eines Delegierten berechtigt, mit 30UU per Kongreßperiode festzusetzen mH der Ausnahme, daß Lander mit mindestens 1500 Schekalim zut Wah. eines Delegierten berechtigt sind und daß die für Palästina bestehende Prärogative auf die doppelte Zahl von Delegierten aufrecht erhalten bleibt Der Antrag wird angenommen, die Mlnderheitsamräge ' werden abgelehnt Dr. Barth teilt ferner mit, daß die Subkommission, die von der Urgamsationskommission zur Behandlung der Frage der Jewish Agency eingesetzt wurde, dem Kongreß keine Anträge vorlegt, mit Ausnahme des Minderheitsvotums der Revisionisten, das Abkommen mit der Jewish Agency zu kündigen. Hierauf begründet Wladimir Jabotin s k y den Minderheitsantrag der Revisionisten. Der Antrag sei gestellt zut Wahrung der politischen Prärogative der Zionistischen Organisation als der einzigen Trägerin des zionistischen Ideals. Konsequenzeii Hinsichtlich der ökonomischen Kooperation mit den Nichtzionisten zu ziehen, sei verfrüht und die Revisionisten seien bereit, alle Formen der ökonomischen Mitarbeit zu unterstützen. Verhandlungen über Anleihen, landwirtschaftliche Tätigkeit, mit Behörden oder Reg-erungen sind aber politische Tätigkeit. .Der Antrag der Revisionisten auf Kündigung der Verträge mit der Jewish Agency wird, wie bereits mitgeteilt wurde, mit 121 gegen 48 Stimmen abgelehnt Der Kongreß nahm lerner einen Beschluß an, die Zahl der Mitglieder des Aktionskomitees auf 35 zu vermindern. Auf Jedes Aktionskomitee-Mitglied kommen aber zwei Vertreter. Die Aktionskomitee-Mitglieder und ihre Vertreter, zusammen 105 Personen, bilden die zionistische Hälfte des Council der Jewish Agency. KongreObesehlflsse über die Ko.onisation Palästinas In der Sitzung des Kongresses vom Sonnabend, den 11. Juli nachts, referierte Herr S c h k o l n i k über die Arbeit der Kolonisationskommission. Angenommen wird , Antrag 1: «Der Kongreß nimmt mit Befriedigung davon Kenntnis, daß die Palästina-Exekutive die ersten Kontrakte mit oen Siedlungen im Emek abgeschlossen hat und ersucht die Exekutive, innerhalb kurzer Zeit die Kontrakte mit allen übrigen Siedlungen abzuschließen.» Angenommen werden u. a. noch folgende Anträge: Der Kongreß nimmt zur Kenntnis, daß das Budget zur endgültigen Konsolidierung aller Siedlungen ca. 262.000 Pfund beträgt, und erklärt diesen . Betrag als Schuldverpflichtung der Exekutive gegenüber den Siedlern. Gleichzeitig gibt er der Meinung Ausdruck, daß alle Anstrengungen gemacht werden müssen, um diesen Betrag schnellstens aufzubringen und alle Siedlungen selbsterhaltend zu machen. Der Kongreß begrüßt cs, daß die Siedlungen im Nuris-Gebiet und einige Siedlungen im Afule-Geblet aut weitere Zuschüsse der Exekutive verzichten können, falls sie die letzten Raten der Ansiedlungsanleihe Anfang des nächsten Jahres erhalten, und . beschließt, die dafür notwendigen Summen in das Budget des nächsten Jahres einzusetzen. Der Kongreß fordert von der Jewish Agency, die Ansiedlung des Hapoel Hamisrachi in Scheich Abrek zur Ausführung zu bringen und fordert zu diesem Zwecke, daß eine entsprechende Summe in das Budget des nächsten Jahres eingesetzt werde. Der Kongreß fordert von cer Jewish Agency die Konsolidierung der Siedlung Ktarutdeon noch in diesem Jahre weiterzuführen, ferner alle technischen Vorbereitungen zur planmäßigen Besiedlung von Wadi-Ei- Chavvaritli zu treffen, und beschließt, zu diesem . Zwecke eine entsprechende Summe in das Budget einzusetzen. Der Kongreß begrüßt den von der Jewish Agency zusammen mit einem besonderen Beirat ausgearbeiteten Plan der Mittelstandsansiedlung in Wadi El-Chawarith und fordert von der Jewish Agency, alle Maßnahmen zur Ausführung dieses Plane3 zu treffen. D$r Kongreß schlägt der Jewish Agency inryro^mnnnrx^nnnnrrrrinmnnmrrrrip Montag, den 20. |uli, 8 Uhr abends, findet im Saale des Hotel Bayrischer Ilof, II., Taborstraße 39 ein Großes Zionistisches Meeting statt. Thema: »Nach dem Kongreß« Sprechen wird unter anderen Dr. OSKAR GRUNBAUM DCDnciaxDCDaöCDaoömcoxDaaaai nä vor, der Genossenschaft Jachim zu ermöglichen, eine Mittelstandsansiedlung aut einer Fläche von 2000 bis 2500 Dunam zu organisieren. Gleichzeitig wird die Exekutive beauftragt, die Ansiedlung von Landarbeitern auf dem Boden von Wadi El-Chawarith finanziell und wirtschaftlich vorzubereiten. Der Kongreß erklärt, daß der Wiederaufbau der während der August-Unruhen 1929 zerstörten Kolonie Huldah eine heilige Verpflichtung sei und beschließt, zu diesem Zwecke eine entsprechende Summe in das Budget des nächsten Jahres cinzusetzen. Der Kongreß betont erneut die Wichtigkeit der Mädchen- Lehrfarmen und die Verpflichtung, die Konsolidierung der bestehenden Mädchen-Lehrfarmen in Schechunaih Borochow. Nachlath Jehuda und Petach likwah im Verlaufe der nächsten zwei Jahre durchzulühren. Der Kongreß fordert die Jewish Agency auf, den Yemeniten die vom XV. Kongreß bestimmten Summen für ihre landwirtschaftlichen und kolonisatorischen Bedürlnisse wieder zu bewilligen und sofort die Amelioration und die Wasserversorgung in Machaneh Jehuda, Schaarajim und Schiwath Zion zu Ende zu führen, ferner hundert jemenitische Familien auf dem Boden von Wadi El-Chawarith anzusiedeln. Es wird noch ein Antrag angenommen, In das Programm für Ncuansiedlung in erster Linie die Anslccnung \on wenigstens 100 ehemaligen amerikanischen jüdischen Legionären einzuschließen. Der Kongreß übergibt der zukünftigen Leitung den Auftrag, Vorschläge zur Untersuchung von Möglichkeiten zur Wiederherstellung von Hebron zu prüfen. Zur Frage «Städtische Kolonisation» wurden u. a. folgende Anträge angenommen: I. Industrie. Der Kongreß beschließt, die Exekutive und die nationalen Fonds auhgufordem, der Industrie angesichts ihrer . Erfolge und ihrer Bedeutung als Aufbau-Faktor Palästinas erhöhte Aufmerksamkeit und Förderung zuteil werden zu lassen. Zu diesem Zwecke hält der Kongreß für erforderlich: Schaffung einer industriebank; Schaffung eines Wirtschattsrates der Jewish Agency; Förderung des Exportes durch Exportprämien; Gewährung langfristiger Kredite an Fabriken; Veröffentlichung eines Aufrufes an das jüdische Volk, palästinensische industrielle und landwirtschaftliche Produkte zu kaufen. Gleichzeitig wird die Regierung aufgefordert, ihre Abteilung für Handel und Industrie wieder zu eröffnen und ihre Zollpolitik zugunsten der Industrie zu ändern. II. Ansiedlung städtischer Arbeiter: Der Kongreß bestätigt die Beschlüsse des XV. und XVI. Kongresses betreffend Aufbau von Schechunath Owdim und stellt mit großer Befriedigung den Fortschritt fest, der im Verlaute der abgelaufenen zwei Jahre im Aufbau städtischer Arbeitersiedlungen gemacht worden ist und durch den mehrere hundert jüdische Arbeiterfamilien in Schechunath Owdim angesiedelt werden konnten. Der Kongreß beauftragt die Exekutive, in Zukunft dieser wichtigen Kolonisationsaufgabe eine stärkere Förderung angedeihen zu lassen. III. Handwer k: Es soll versucht werden, Gruppen von Handwerkern von Orten, wo sie keine Existenzmöglichkeit haben, an geeignete Orte zu überführen. Gleichzeitig soll ein Teil der Nationalfonds-Böden in der Nähe der Städte und ein Teil des für Ansiedlungszwecke bestimmten Ueldes des Keren Hajesscd für Handwerker verwendet werden. CD d i..' ’> .-rhn' ' zwie sen. ii.'iiii-mu ig ■ izu- Zior.i;<r s'ch . r ml- .. P;\v.fknp: er- ■'fät i!.•:('« £ i;! . Jer >■. utonen zu vetv.h i. ■ dg, ' Annahme der Resolutionen der «Ifl fl #4 ft Punkt der Kommissions-Beratung sehen Wirtschaft und Zionistisch! Alle früheren Versuche, eine Ue führen, seien daran gescheitert, daß " sation nicht die Verantwortung für nehmen könne, daß sie nicht die Ai zuziehen und daß sie sch'ießlich nicht Die politische Hilfe der Exekutive sei aber müsse abgelehnt werden. In der r-Jw. Arbeit svtrjii sich eine Form finden lassen, das Prinzip der urEiChV.: Arbeit bei den Unternehmungen der Pi; zusetzen. Man müsse in jedem Lande di und zusammenschließen, die in ihrem N nehmungen in Palästina und ihre Ohliga' Die Resolution der Wirtschafts-Komml * t •dto' Gründung von Körperschaften in o- ■ n i. iv:;; > u Zwecke der Organisierung und Förderung de,- initiative mit dem Aufgabenkreis: Investierung von kleinen Kapitalien ln sicheren Anlagen, Förderung der Ansicdlung von kleinen und Mittelkapitalisten. Heranziehung von größeren Kapitalien für großindustriefle Unternehmungen, Organisation eines rationellen In*, formatlonsdlenstes ln Palästina und größeren jüdischen Zentren sowie des Absatzes der palästinensischen Produkte. Dr. Israel Brodie (New York) fuhrt in seinem Referat «Ueber die Beschleunigung der Absorptionsfähigkeit Palästinas» aus, in den nächsten fünf Jahren müssen mindestens 100.000 sich selbst erhaltende Juden nach Palästina gebrächt werden. Bei iitaiiiuaii! Prager n vom 6. bis 13. September 1931 Größte Einkaufsgelegenheit — Fahrpreisermäßigungen Auskünfte durch den ehrenamtlichen Vertreter: Ing. CARL RAUCH, Wien, n. Untere Augartenstraße 25 Telephon A 48-2-13 . u-., i.-immj »J iaw % •LilLilliiiL':..!. _ Kriegsende habe die jüdische landwirtschaftliche Bevölkerung 12.000 betragen, die von der Industrie abhängige Bevölkerung nur einige tausend. 1929 betrug die jüdische lanep* wirtschaftliche Bevölkerung 38 777, während von der Jüdischen Industrie im Jahre 1930 mindestens 33 000 Menschen leben. Die durchschnittliche Investierung für einen ländlichen Siedler war also ungefähr 15C0 Dollars, für einen. industriell Beschäftigten 666 Dollars. Der Keren Hajessod hat füf städtische Kolonisation nur 3,6 Prozent ausgegeben. Trat» dieser geringen Unterstützung und unbeschreiblicher Schwierigkeiten habe die Privatinitiative in Palästina eine beachtenswerte Position errungen. Sie umfasse heute 2688 jüdische Unternehmungen mit 11.300 Beschädigten, an die 3,1 Millionen Pfund an Löhnen ausgezahlt werden. Die Kapitalsinvestition beträgt insgesamt 17 Millionen Dollars. 350 verschiedene Arten von Waren werden heute produziert, in einem Gesamtwert von 10Vi Mil ionen Dollars. Die Handelsbilanz sei natürlich noch dauernd passiv. Von 1920 bis 1930 betrug der Ueberschuß des Imports über den Export 52 Millionen Pfund. In der Sitzung des Kongresses am Freitag, den 10. Juli, vormittags, erstattete Herr J. Naiditsch den Bericht der Wirtschaftskommission, deren Aufgabe es war, einen Weg zur Heranziehung jüdischen Kapitals ft. Erez Israel zu finden. Als Basis der Verhandlungen diente die Broschüre «Ein Programm für die Besch’eunigung der Absorptionsfähigkeit Palästinas» von J. B. Brodie, New York. Zur Heranziehung des «kleinen» Kapitals wären «Safe-cooperations» (Sparkassen) mit Einlagen von 10 Cents bis 10 Dollars zu entrichten. Der Mittelstand kann nur durch Orangen- und andere Pflanzungen herangezogen werden. Das «große» Kapital sorgt für sich allein. In Amerika könne man auf dem Wege der Sparkassen Millionen Dol ars aufbringen. Für. die Ansied ung des Mittelstandes werde Zusammenarbeit mit der lea vorgeschlagen, die genügende Sicherheit für Einlagen von 500 Pfund Sterling biete. Der Pica würde dadurch andererseits ermöglicht, Boden abzustoßen und neue Mittel zu investieren. Der schwierigste Palästina liege aber zwei Tagereisen entfernt von einem Gebist mit einer Bevölkerung von 25 Millionen, die industriell nichts produziert. Es sei zweifellos möglich, eine Industrie aufzubauen, die alle diese Märkte versorgt, und zwar durch die Gründung von Gesellschaften unter Beteiligung des Großkapitals und durch Heranziehung größerer Gruppen von vielen KlelnkapitaOstca, Dr. Oskar Grtinbaum — Mitglied des Council Basel, 14. JulU , Wie wir erfahren, wurde Dr. Oskar GrUnbaun^ Präsident des Zionistischen Landeskomitees fttf Oesterreich, in den Council der Jewish Agency gewählt«; Er wird an der jetzt stattfindenden Sitzung des CotMteJ cils teilnehmen, —

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