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Die Stimme · 1931-06-18 · Heft 180 (18.6.1931) · page 7

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Journal
Die Stimme
Volume
4 (1931)
Issue
Heft 180 (18.6.1931)
Date
1931-06-18
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr. 180 — 13. Juni 1931 Ult SUMME Sehe 7 gT* mmveranstaltet vom Jüdischen IlOCllSdllllanSSdlllö, Donners* tag den 25. Juni 1931 728 Uhr abends im Kaffee-Restaurant Türkenschanzpark, XV11I., Hasenauerstraße 52 (Endstation 40 er Wagen). Karten ä S 3*50, Studentenkarten S 2‘50 erhältlich im Jüdischen Hochschulausschuß, IX., Zimmermannplatz 8, Tel. A 25-2-28, Bücherstube Prof. M. Rath, 11. Taborstraße 20 a und bei den Portiers der Hochschulen. Reinerträgnis zu Gunsten der Fürsorgeinstitutionen des Jüdischen Hochschulausschusses. Der Bürgermeister von Tel-Aviv Zum siebzigsten Geburtstage Meir Dizengoffs. Von A. Z. b e n J1 s c h a i. Wir bringen die uns liebenswürdig vom* Verfasser zur Verfügung gestellte Silhouette Meir . Dizengoffs, die in der hebräischen Zeitschrift «Boustnai» in Palästina veröffentlicht worden ist, unwesentlich gekürzt in deutscher Uebersetzung. Es ist kein Zufall, daß gerade Dlzengoff der Bürgermeister von Tet-Avlv Ist. Es gibt eine große Aehnllchkelt, man könnte sagen Zwllllngsähnlichkeit, zwischen dem Schöpfer von Tel-Avlv und der Stadt selbst: Ich meine hier die Beweglichkeit, das leichte Schreiten der Zukunft entgegen, ohne viel nachzudenken, die Eleganz einerseits und die Einfachheit anderseits, den beschwingten Humor und die Fähigkeit, manchmal eine bittere Pille hlminterzuschlucken und trotzdem die Arbeit fortzusetzen. Es gibt nicht viel Schaffende, die so sehr eins geworden sind mit Ihrem Werke, wie Dizengoff mit Tel-Aviv. Ich weiß nicht, ob noch jemand sich so sehr gekränkt hat, wie er, als man erfuhr, daß der Hafen in Haifa und nicht ln Tel-Avlv erbaut werden solle, Ich weiß nicht, ob es noch jemandem so weh tat wie ihnr, daß vorderhand die Zentralstation der palästinensischen Eisenbahnen nicht von Ludd nach Tel-Avlv übertragen werden soll. Und dennoch: nicht verzagen. Es wird schon noch die Zelt kommen, da wird Tel-Aviv Palästinas Hauptstation sein. Es wird einfach keinen anderen Ausweg geben, denn Tel-Aviv wird doch die wichtigste Stadt am Mittelmeer sein, eine der Weltstädte gleich Paris, London, New York... Tel-Aviv wird die Stadt der Kunst und der Literatur sein, die Stadt der Erholung. Wenn er nur noch etwas von den Bergen des Karmels nach Tel-Aviv herüberschaffen könnte 1 «Gotteslästerer seid ihr!» schimpft er die Bewohner von Haifa. «Ihr habt einen Karmel und macht gar nichts aus ihm. Ha, wenn ich diesen Karmel hätte, ich würde die ganze Welt auf den Kopf stellen. Vielleicht machen wir ein kleines Tauschgeschäft: ich gebe euch ein bißchen Sand und ihr schenkt mir dafür einen Teil eures Karmels...» Dizengoff ist kein Mann, der neue Wege findet, aber er ist einer von jenen, auf die man die Last der Verwirklichung legt. Er ist Optimist und nimmt das Leben nicht schwerer, als es ist. Alles sieht er mit einfachen und hellen Augen. Andere sehen in die Wolken und sagen: «Ja, es wird wohl regnen.» Er aber sagt: «Es wird schön sein — es muß schön sein — es ist kein Zweifel, daß es schön sein wird. Und wenn nicht — na, dann eben etwas später...» Nie werde ich jene Sitzung des Tel-Aviver Gemeinderates vergessen, in der Dizengotf nach einigen Jahren wieder zum Bürgermeister gewählt wurde. Bei der Wahl stimmten alle für ihn, bis auf einige Linke. Das lachende Gesicht dieses Menschen verwandelte sich im Nu. Niemals sah ich noch seine Stirn in solche Falten gelegt, und doch wandte er sich bald in seiner Ansprache auch an die Mitglieder der Linken und sagte: «Ja, es war eine Zeit, da habt ihr alle, von rechts und von links, die Hand für mich erhoben. Macht nichts, ich werde es euch nicht nachtragen; bleibt mir gesund, Kinder..» und ging zur Tagesordnung über. Die Fraktion der Linken entschuldigte sich dann. Sie hatten nicht gegen die Persönlichkeit Dizengoffs, sondern gegen das bürgerliche System gestimmt. Aber wenn man damals diese Oppositionellen gefragt hätte: «Wer ist eurer Meinung nach der Geeignetste, den Bürgermeisterstuhl einzunehmen?», sie hätten alle geantwortet: «Natürlich Dizengoff!» Nebenbei bemerkt: die ganze Angelegenheit «Bürgermeister» stellt eine Neuigkeit in der jüdischen Geschichte dar. Die Juden haben schon Propheten, Könige, Gelehrte, Fürsten, große und kleine Priester gehabt, aber noch keinen Bürgernreister. Man kann Dizengoff weder mit Esra noch mit Nehemia vergleichen, noch mit irgend jemandem, der früher gelebt hat. Er ist der erste in seinem Fach. Angelsächsische Touristen, die ihn kennen lernen, sagen: «Der schaut ja aus, wie ein Lord Mayor!» Die Deutschen behaupten, daß er ein echter Bürgermeister sei. Die nach Dizengoff kommen werden, werden sich an ihm ein Beispiel nehmen müssen, denn Vorgänger hat er nicht. Und es wäre zu wünschen, daß sie in bezug auf Einfachheit, Gedankenfrische, Beweglichkeit und starkem Glauben an das Werk und seine Zukunft ihm gleich seien. Dizengoff ist wie ein Vater, wie ein Schutzgeist für jede Straße, für jeden Baum, für jedes Kind auf d' r Straße. «Hör’ nur, Reb Jude!» spricht er einen bei seinem Hause Vorüber^ gehenden an, «auf deinen Baum mußt du mehr aufpassen, sonst wird er dir eingehen». — «Und du, mein Lieber», wendet er sich an einen anderen, «warum malst du die Fassade deines Hauses nicht auf? Sie Ist ja schon ganz grau! Zu uns kommen doch Gäste, Touristen, warum sollen sie sagen, daß die Juden Ihre Stadt nicht zu verschönern verstehen?» Anderswo sieht er einen offenen Hahn bei einem Neubau und schließt ihn. Warum soll das Wasser umsonst rinnen? Dort um die Ecke streiten Kinder. Er versucht Frieden unter ihnen zu stiften. Vielleicht wächst gerade unter diesen eines heran, das später Bürgermeister von Tel-Avlv werden wird. Und überhaupt — Ihr müßt doch aut Stadt «eben, Bürgen und als sauber halten! Das Ist doch eure Stadt — die erste hebräische Stadt in der Weltl ln dieser Stadt wurden eure Kinder geboren, in dieser Stadt werden eure Enkel und Enkelsenkel leben. Hier Ist Euer Boden, hier ist Euer Himmel. Liebt doch diese Stadt, denn sie ist das Um und Auf des hebräischen Schaffens ln Palästina. Und es Interessiert ihn nicht, diesen Dizengoff, ob es überhaupt noch Palästina außerhalb von Tel-Aviv gibt, ob ein Jerusalem existiert und andere Städte. Sollen die Jerusalemer machen, was sie wollen. Er macht das Seine. So tritt er an die Gründung eines kunsthlstofischen Museums in Tel-Aviv heran und träumt davon, dieses Museum einmal als eine der großen Galerien zu sehen. Manche wollen ihm dreinreden: «Es gibt doch schon so ein Museum In Jerusalem, wenigstens iti den Anfangsstadlen, den Bezalel, und d e r kanh sich kaum über Wasser.halten! Wozu brauchst du neue Sorgen und Scherereien? Da antwortet er: «Jerusalem ist Jerusalem1, und Tel-Avlv Ist Tel-Avlv. Das kommt mir wie die alte Anekdote vor*. Irgend jemand will heiraten. Kommt sein Freund zu Ihm und sagt: ,Tust mir leid. Weißt du denn, wieviel Sorgen mit der Ehe verbunden sind? Nach kurzer Zeit wirst du Kinder kriegen, dann kommen Blattern, Masern, Erzlelumgssorgen usw. Wozu brauchst du das? Da hast du eine Frau und fünf Kinder, fix und fertig —* erhalte diese!’ Genau so ist die Sache mit dem Museum ...» Wenn es darum geht, vor der Palästinaregierung Beschwerden zu führen — Dizengoff ist dabei, Dizengoff muß dabei sein, und er vertritt die Interessen des Jischuw mit Würde und Einfachheit. Und wenn die Bürgerschaft irgend etwas braucht, dann ist Dizengoff der erste, der ihre Wünsche ** erfüllt. Es gibt Juden, die unbedingt zu Purim eine Schönheitskönigin wählen müssen — Dizengoff ist dabei. Alles ist i wichtig. Jede Generation hat ihre Bedürfnisse. Und als einmal zum1 Purim-Karneval die Frage aufgestellt wurde, ob der Verlag Josef Brenner, Wien, II. Soeben erscheint Marburg, Dr. Fritz: Der Antisemitismus in der deutschen Republik steif broschiert.Mark 2.— mit zahlreichen aktuellen Illustrationen auf 16 Kunstdrucktafeln. Vorrätig in allen Buchhandlungen. Wo nicht lagernd, verlange man direkt vom Verlag. Bürgermeister selbst oder irgend jemand in seiner Maske reitend den Zug eröffnen solle, da zögerte Dizengoff keinen Augenblick und nahm auch das auf sich. Warum nicht? Er wird den Zug eröffnen 1 Schön angezogen, in seinen weißbekleideten Händen den unvermeidlichen Stock, so eröffnete der Siebzigjährige, auf seinem Schimmel reitend, den Zug der palästinensischen Reiterjugend aus Chederah und Petach Tikwah. Und wer wissen will, was das heißt, bei allen beliebt zu sein, ohne Rücksicht auf Klasse, Schichte und Volk, der soll nur in der Broschüre blättern, die Dizengoff zum Andenken seiner verstorbenen Frau ein Jahr nach deren Tode veröffentlicht hat: da kondolieren ihm alle, vom Baron Edmond de Rothschild bis zum Oberkommissär von Palästina, sogar der Redakteur des «Felestin». Sein Haus hat Dizengoff für das Museum gewidmet. Doch er selbst ist schon ein Blatt in der Geschichte des jüdischen Palästina, dabei ist er innerlich so jung wie der Jüngste in seiner Stadt. Und man kann Dizengoff zu seinem siebzigsten Gebrurtstage nicht schöner beglückwünschen als mit den Worten, mit denen ihn eine einfache Frau aus dem Volke begrüßte, als sie ihm eines Tages auf seinem Ritt durch die Straßen der Stadt begegnete (diesen Ritt macht er täglich, vom Tage der StadtgrÜndung angefangen): «Gebe Gott, Herr Dizengoff, daß du noch lange Zeit so reiten sollst, wie du bisher geritten bist!» Zwölf jüdische Parlamentarier in Rumänien Bukarest, 11. Juni. (J. T. A.) Bei den Wahlen in die Kammer und den Senat wurden insgesamt elf jüdische Kandidaten gewählt, und zwar sechs Senatoren (Max Ausschnitt, Wilhelm Dinermann, Dr. Asra Berkowitz, Jancu Finkeistein, Isaac Benvenisti, M. Rivensohn) und fünf Kammerdeputierte, die Abgeordneten der Jüdischen Nationalpartei Dr. Mayer Ebner, Doktor Theodor Fischer, Dr. Josef Fischer und Dr. Max Diamant und der auf der Liste der Magyarischen Partei gewählte Deputierte Nandor Hegedüs. Als zwölfter jüdischer Parlamentarier kommt Oberrabbiner Dr. I. Niemirower, der als Vertreter des jüdischen Kultus dem Senat angehört, hinzu. Ihrem perzentuellen Anteil an der Gesamtbevölkerung entsprechend, müßten die Juden in Rumänien In beid.en Häusern durch 30 Parlamsntarlsr vAttreJan agio, Gegen den „wandernden“ Sabbath Die Kalenderreformfrage vor dem Völkerbund. Aais Genf wird uns berichtet: Am 8. Juni trat die mit den VorbereitungHarbeiten für die Behandlung der Kalenderrefonnfragen beauftragte VölkerburtdöltommiSBlon in Genf zu Ihrer ersten Sitzung Zusammen. Am 9. Juni fand die zweite Sitzung ßtatt, zu der auch die Vertreter des jüdischen Kalenderreformkomitees, der Liga 2üm Schutze des feststehenden Sabbaths und der Agudas Jisroel elngeladen worden waren. An dieser Sitatihg nahm audh der Direktor der Vülkerbundsabtellung für Verkehr und Transit, Professor R. Haas, ein französischer Jude, teil. Das jüdische Kalenderreformkomltee hatte zu der Sitzung eine Delegation,- bestehend aus seinem Präsidenten, dem französischen Großrabbiner Israel Levi, dem Vorsttsenden des Exekutivkomitees Chief Rabbi Dr. J. H. Hertz und dem Züricher Oborrabbiner Dr. Th. Lew enstein entsandt. Die amerikanische Liga zum Schutze des feststehenden Sabbaths Wäf durch Rabbiner Dr. Moses It y a m s ö n, New York, der Räbbinleche Rat der Agudas Jisroel dureh Rabbiner Doktor Pinohas Kohn vertreten. Großlabbinor Levi nahm alB erster das Wort und betonte, daß in religiösen Angelegenheiten die Präge von Mehrheit oder Minderheiten keine Rolle spislen dürfe, und daß der Geist des Völkerbundes die Respektierung* geistiger und moralischer Interessen verlange. An das Komitee richtete er den Appell, jedes Projekt, das die Einführung eines Blankotages vorsieht, abzulehnen. Hierauf hielt Chief Rabbi Dr. Hertz ein ausführliches Referat über den Standpunkt der Juden gegenüber der Kalenderreform. Er führte aus, daß durch Einführung des Blankotages der Sabbath au einem beweglichen Tag werden würde, was sehr schwere Folgen nach sich ziehen müßte. Der bewegliche Sabbath würde unter den breiten jüdischen Massen entweder demoralisierend wirken oder sie religiösen Konflikten aussetzen und wirtschaftlich ln schwerem Maße schädigen. Es bestehe überdies im Grunde gar keine Notwendigkeit, eine Kalenderreform einzuführen, was auch durch die Antworten auf die im Jahre 1923 an alle Lander gestellte diesbezügliche Anfrage erwiesen sei. Er schloß mit einem Appell an die Kommission, sich mit dem Vorschlag auf Einführung eines Blankotages nicht länger zu befassen. Rabby Moses Hyamson schloß sich den Ausführungen an und appellierte im Namen von 4,000.000 Juden ln U. S. A. und Kanada an das Komitee, die materiellen und geistigen Interessen von Juden, Christen und Mohammedanern nicht durch Sanktion des Blankotages zu schädigen. Es sprachen noch Rabbiner Dok- ,tor Pinchas Kohn und Oberrabbiner Dr. Lewenstein, die. 'sich ebenfalls gegen" dlb Einführung des wandernde» Sabbaths aussprachen. Am 11. Juni wurde die Tagung fortgesetzt. Es sprach Rabbiner Dr. Jakob Horovltz und kündigte dem Komitee an, daß die Rabbiner der ganzen Welt eine Resolution gegen den wandernden Sabbath gefaßt hätten, die dem Völkerbund in den nächsten Tage zugehen würde. Herr Dr. Samuel Grünberg, Berlin, Präsident des Weltverbandes für Sabbathschutz, gab der Meinung Ausdruck, daß er von der Gerechtigkeit der Kulturmenschheit erwarte, dem Judentum die Möglichkeit zu belassen, auch fernerhin seinen traditionellen Sabbath zu halten. Der Vorbereitungskommission für die Kalenderreform wurden schließlich mehrere Resolutionen für den feststehenden Sabbath überreioht. Der hebräische Kultur-Weltkongreß In Berlin wird am 21. und 22. Juni eine Vorkonferenz zwecks Vorbereitung eines hebräischen Kongresses und Gründung eines Weltbundes zur Förderung der hebräischen Kultur abgehalten. Einer der Arrangeure des Kongresses, Herr Dr. Alexander Rosenfeld, gibt der J. T. A. die folgenden Mitteilungen über die Aufgaben des Kongresses: Die hebräische Sprache und das hebräische Schrifttum, die durch Jahrtausende ein festes Band zwischen allen Gliedern der jüdischen Gemeinschaft geschmiedet hatten, hören allmählich auf, Gemeingut der jüdischen Massen in der Galuth zu werden. Die überwältigende Mehrheit der jüdischen Jugend wächst in Unkenntnis der alten, ewig neuen Kulturschätze auf und verfällt, gewollt oder ungewollt, der roten oder der bürgerlichen Assimilation. In Westeuropa und Amerika begnügt man sich bestenfalls mit Brocken jüdischen Wissens und behandelt die hebräische Sprache wie ein versteinertes Gebilde. Hier gilt es vor allem, die jüdischen Gemeinden an ihre erzieherische Pflicht zu erinnern. Von den schönen Worten über die Kultur- und Bildungswerte des Hebräischen muß man zu Taten übergehen, man muß in den Schulen das lebendige Hebräisch als wichtigsten Gegenstand des jüdischen Unterrichts und als vorzüglichstes Mittel zur Kenntnis des Judentums einführen. Es ist vornehmste Aufgabe der Weltjudenheit in diesen krisenhaften Zeiten, das hebräische Schulwerk im Osten, in dem Zehntausende jüdischer Kinder eine wahrhaft jüdische Erziehung genießen, nicht untergehen zu lassen, sondern es zum Wohle der gesamten Judenheit auszubauen. Auch der Kampf um den Schutz der Rechte der hebräischen Schule muß tatkräftiger als bisher geführt, das Häuflein der im aufreibenden Kampfe um die Existenz der Schule müde Gewordenen muß ermuntert und durch neue Kämpfer ergänzt werden. Die ideologischen Ziele der hebräischen Schule müssen klargestellt, das Verhältnis zum Jiddischen fest umrissen und die didaktischen Pläne vereinheitlicht werden. Die hebräische Literatur, Wissenschaft, Kunst und Presse sollen gefördert werden, damit die schöpferischen geistigen Kräfte der Galuth nicht gänzlich erlahmen. Der wahre Sinn des Kulturzentrums in Erez Israel liegt eben in der Wechselwirkung zwischen dem Lande und der Oaluth, Eine aus dem hebräischen Schaffensprozeß ausgeschaltete, nur «empfangende» Galuth müßte geistig verkümmern und würde dann nicht einmal mehr empfangsfähig sein. Soll aber die hebräische Kulturbewegung treibend? Kraft im modernen Judentum werden, so muß fiiß üßer elflt gut funktionierende .Organisation verfügen«

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