Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 178 (3.6.1931)
- Date
- 1931-06-03
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 DIE STIMME Nr. 178 — 3. Juni 1931 nicht um die Erlaubnis bitten, unsere Arbeit fortzusetten. Manche verlangen, daß England Palästina verlasse. Das ist ein utopistischer Gedanke, denn für England sind mit Palästina die verschiedensten Interessen verbunden, auf die wir keinen Einfluß haben. Wir müssen aus der Balfour-Deklaration, aus diesem Stück Papier, einen Grundstein fiir unsere Aufbautätigkeit machen. Die Engländer sind unsere Kompagnons. Und mit Kompagnons zerstreitet man sich oft. Unsere politische Schwäche hat ihren Grund | in der finanziellen. Nur eine kräftige und einheitliche Organisation kann ihre finanziellen und politischen Aufgaben erfüllen. Wir müssen die politische Disziplin, die von den Revisionisten gebrochen worden ist, wieder einführen. Palästina, das seine Strahlen in die ganze Galuth sendet, wirkt auch auf unseren Geist erhebend. Wir wollen in Palästina ein Heim für das geeinigte jüdische Volk schaffen, das dort ewige Werte hervorbringen soll. Heute, am Vorabend des XVII. Zionistenkongresses, rufen wir alle Scliekelzahler auf, ihre Stimmen für die Ü3te der zionistischen Einheit abzugeben.» Vor dem Kongreß Kongreöwahlen in Palästina Absolute Mehrheit der vereinigten Arbeiterparteien. — DisquaUfizierung revisionistischer und misrachistischer Kandidaten. Zionisten, 1 Vertreter des Arbeitenden Palästina), 4 Ersatzdelegierte (3 Allgemeine Zionisten, 1 Radikaler). Die Revisionisten hatten 7 Kandidaten aufgestellt, erzielten jedoch kein Mandat. Die Zahl der Schekalim in den Jahren 5690 und 5691 beträgt 13.100. Jerusalem. (J. T. A.) Am 25. Mai fanden in Palästina die Wahlen der Delegierten zum XVII. Zionistenkongreß statt. Der Wahlkampf wurde vor allem zwischen den Arbeiterparteien und den Revisionisten ausgefochten, aber auch die Allgemeinen Zionisten traten in der Wahlagitation stärker hervor als anläßlich der Wahlen zur Assefath Haniwcharim. Größtes Aufsehen erregte eine Entscheidung der Zentralwahlkommission, durch die zehn führende revisionistische Kandidaten und fünf misrachistische Kandidaten disqualifiziert wurden, weil sie nicht ihren Beitrag zum Keren Hajessod geleistet hatten. Auch drei jemenitische Kandidaten wurden mangels Beibringung der erforderlichen Dokumente disqualifiziert. Unter den disqualifizierten revisionistischen Kandidaten befinden sich Wolfgang v. Weisl, Abraham und Jacob Weinshall und Alexander Jewserow. Das endgültige Resultat der Wahlen zum XVII. Zionistenkongreß liegt noch nicht vor. Auf Grund der vorläufigen Zählungsergebnisse haben die Vereinigten Arbeiterparteien 62 Prozent, die Revisionisten 17 Prozent, die Allgemeinen Zionisten 7 Prozent und die Poale Misrach! 5 Prozent der abgegebenen Stimmen erhalte^ In-^Tel-Aviv wurden 3765 Stimmen für die Arbeiterparteien, 383 für den Misrachi, 1651 für die Revisionisten, 981 für die Allgemeinen Zionisten und 615 Stimmen für die Jemenitische Liste abgegeben. Verurteilung der revisionistischen Wahlmethoden Jerusalem, 28. Mai (J. T. A.) Nach den bisher vorliegenden Resultaten der Wahlen zum XVII. Zionlstenkongreß in Palästina haben die Arbeiterparteien fast 9000, die Revisionisten 3444, der Misrachi, einschließlich der Poale Misrachi, 1940, die Allgemeinen Zionisten 1556 und die Jemeniten 838 Stimmen erhalten. Auf Grund dieses Resultates ist anzunehmen, daß Palästina zum Kongreß 30 Delegierte, und zwar 18 Arbeiterparteiler, 5 Revisionisten, 2 Allgemeine Zionisten und 2 bis 3 Misrachisten entsenden wird. — Die Zentralwahlbehörde hat eine Resulution gefaßt, in der die Wahlmethoden der Revisionisten, insbesondere gewisse betrügerische Manipulationen, wie Vorbereitung gefälschter Identitätskarten und andere Unregelmäßigkeiten, scharf verurteilt werden. Weizmann spricht erst am 2. Kongreßtage London, 26. Mai (J. T. A.) In zionistischen Kreisen sieht man es als ein Novum an, daß der Präsident der Zionistischen Organisation Dr. Chaim Weizmann seine Rede über «Die politische Lage», die den Mittelpunkt der Eröffnungssitzungen der zionistischen Kongresse der Nachkriegszeit zu bilden pflegte, diesmal nicht in der ersten Sitzung, sondern erst am zweiten Kongreßtag zum Schluß der zweiten Sitzung halten wird. Die amerikanische Vertretung auf dem Kongreß New York, 26. Mai (J. T. A.) In den Vereinigten Staaten wurden im Laufe der diesjährigen Schckeikampagne 114.000 Schekalim abgesetzt. Die Vereinigten Staaten werden somit 38 Delegierte zum Zionistenkongreß entsenden Auf Grund einer Vereinbarung zwischen den einzelnen zionistischen Gruppen werden ln Amerika keine Kongreßwahlen stattfinden. Die Mandate werden nach folgendem Schlüssel verteilt werden: Allgemeine Zionisten 20, Misrachi 8, Poale Zion 5, Zeire Zion 3 und Revisionisten 2 Mandate. Ergebnis der Kongreßwahlen in Jugoslawien Belgrad, 26. Mai. (J. T. A.) Die Wahlen für den XVU. ZicnMei Kongreß ergabdl in Jugoslavien folgendes Resultat: 4 Delegierte (3 Allgemeine Weltblock der linken zionistischen Parteien für die Kongreßwahlen Die in den letzten Wochen geführten Unterhandlungen zwischen den Weltverbänden Poale Zion, Hitachduth, Haschomer Hazair und Hechaluz über die Aufstellung einer gemeinsamen Kandidatenliste für die Wahlen zum XVII. Zionistenkongreß sind zu einem günstigen Abschluß gelangt. Es wurde ein Block geschaffen, der alle Länder in Europa, Nord- und Südamerika und Südafrika umfaßt. Es wurden bereits die Mandate unter die einzelnen Gruppen verteilt. In Polen, Deutschland, Litauen, der Tschechoslowakei, llllakulatur ) | f u verkaufen» 8 g per kg l | I ■ Administration der „Stimme" I. Kärntner- 2 ■ straße 28, nach tel. Anruf R-57-4-86 i _____ I England; Bulgarien, der Bukowina, Argentinien und in anderen Ländern kandidieren Poale-Zionisten an erster Stelle, in Ost- und Westgalizien, Bessarabien, Altrumänien, Estland, Brasilien und Südafrika kandidieren Hitachduth-Vertreter an erster Stelle; in Siebenbürgen, Holland und Ungarn stehen Kandidaten des Haschomer Hazair an der Spitze der Liste. Die Listen führen in allen Ländern den Namen «Liste des arbeitenden Palästina». Die Tagung des Council der Jewish Agency Mustermesse Basel, den 14 bis 17. Juli 1931. Erste Sitzung, Dienstag, den 14. Juli, 8 Uhr abends: Ansprache des Vorsitzenden des Council Herrn Dr. Cyrus Adler; Gedächtnisrede zu Ehren der verstorbenen Mitglieder des Councils; Begrüßungen; Ansprache des Präsidenten der Jewish Agency: «Das Jüdische Nationalheim und die politischen Ereignisse der letzten zwei Jahre»; Wahl eines Legitimationsausschusses. Zweite Sitzung, Mittwoch, den 15. Juli, 10 Uhr vormittags: Bericht des Legitimationsausschusses; Bericht der Exekutive über: «Die Tätigkeit der Jewish Agency in Palästina während der Periode 1929 bis 1931», erstattet von Dr. Arthur Ru pp in; Bericht des Vorsitzenden des Administrative Committee; Referat des Vorsitzenden der ständigen Subkommission für Finanzen und Budget, Direktors Oscar Wassermann, über: «Die finanziellen Aspekte und Probleme der Jewish Agency». Dritte Sitzung, Mittwoch, den 15. Juli, 3Uhrnachmittags: Debatte über die erstatteten Berichte; Wahl der Aus8Cliü8se. Vierte Sitzung, Donnerstag, den 16. Juli, 10 Uhr vormittags: Fortsetzung der Debatte. Donnerstag nachmittags und abends finden Beratungen der Ausschüsse statt. ln 3 Tagen Nfic5trfr«s «scher Ausland. kostenlos! Samras-Depot, Halle a. S. 0S X Deutschland Fünfte Sitzung, Freitag, den 17. Juli, 11 Uhr vormittags: Berichte der Ausschüsse und Beschlußfassung über die vorgelegten Anträge; Wahl der verschiedenen Organe der Agency. Schluß der Tagung. Konferenz des Verbandes radikaler Zionisten Polens Warschau, 26. Mai. (J. T. A.) Am 24. und 25. Mai fand in Warschau eine Konferenz des Verbandes der Radikalen Zionisten Polens, „Al Hamlschmar“, statt. Die Konferenz nahm u. a. die folgenden Resolutionen an: Die Konferenz erklärt nach Anhörung der politischen Berichte der Herren Jizchak Grtinbaum und Dr. Nahum Goldmann ihre Zustimmung zu der vom Zentralkomitee des Weltverbandes Radikaler Zionisten im letzten Jahre verfolgten Politik. Der Eintritt der Vertreter der Radikalen Gruppe in die vom Aktionskomitee gewählte politische' Kommission war ein Gebot zionistischen Verantwortungsbewußtseins und bedeutete keinerlei Acnderung der grundsätzlich oppositionellen politischen Haltung der Radikalen Gruppe. Die Konferenz fordert die radikalen Vertreter in der politischen Kommission auf, auch weiterhin für die Führung einer zielbewußten Politik Sorge zu tragen, die entschlossen ist, den Kampf für die Sicherung der integralen zionistischen Rechte zu führen und jeden Verzicht auf wichtige zionistische Forderungen abzulehnen. Insbesondere weist die Konferenz darauf hin, daß die Beurteilung des MacDonald- Briefes davon abhängen wird, inwieweit es sich in den jetzigen Verhandlungen mit der englischen Regierung erweisen wird, daß diese und vor allem auch die englische Administration in Palästina bereit sind, die Zusagen des MacDonald- Brlefes faktisch zu realisieren. Die Konferenz nimmt die wiederholten Erklärungen von Dr. Weizmann zur Kenntnis, daß er als Präsident der zionistischen Organisation und der Jewish Agency nicht mehr kandidieren wird und betrachtet seine Demission als dl« unvermeidliche Konsequenz der gegenwärtigen außenpolitischen und innerzionistischen Situation. Die Konferenz lenkt die Aufmerksamkeit der zionistischen Oeffentlichkeit auf die unerträglichen Zustände innerhalb der Bewegung, die die Folge einer grenzenlosen Verhetzung und unhaltbarer Parteikämpfe sind. Sie protestiert in erster Reihe gegen die Methoden der revisionistischen Agitation, die jedes Verantwortungsgefühl für die Interessen und die Existenz der Gesamtbewegung vergessen läßt, die persönliche Ehre des Gegners nicht respektiert und eine Atmosphäre der Verdächtigung und Verleumdung aohafft, in der die ,auf Freiwilligkeit aufgebaute zionistische Organisation auf dis Dauer nicht existieren kann. Die Konferenz hält es . fiir eine Lebensfrage der Bewegung, diese Methoden des Parteikampfes unmöglich zu machen und Garantien zu schaffen für die Respektierung der elementarsten menschliohen Voraussetzungen einer Zusammenarbeit, aller Zionisten innerhalb der Bewegung. Numerus clausus-Oebatte im ungarischen Oberhaus Erzherzog Joseph gegen den Numerus clausus Budapest, 28. Mai. (J. T. A.) Im Verlauf der Beratung des Staatsvoranschlages im ungarischen Oberhaus hielt Erzherzog Joseph eine große Rede, in deren Verlauf er auch auf den Numerus clausus zu sprechen kam. Er führte aust Jedermann soll es möglich sein, die höchste wissenschaftliche Qualität zu erreichen. Ich bin der Ansicht, daß unsere Kultur entwickelt werden muß und billige durchaus nicht die Einwendungen gegen unsere Kulturpolitik, weil durch diese die Aufmerksamkeit des Auslandes in eine falsche Richtung gelenkt wird. Das Ausland könnte schließlich ein. unrichtiges Bild über unsere Kulturinstitutionen erhalten, was eine ungeheure Gefahr für uns in sich birgt Die Förderung unserer Kultur ist ein Kettenglied dos Hebelwerkea, das uns aus dem Sumpfe Trlanons wird emporheben können. (Langanhaltender Beifall.) Gleich nach der Rede des Erzherzogs Joseph, erhob sich Kultus- und Unterrichtsminister Graf Klebeisberg, um auf die Ausführungen des Erzherzogs Joseph zu erwidern. Wir alle, sagte er, stimmen darin überein, daß die untalentierten Elemente von den Universitäten ferngehalten werden müssen, denn diese vermehren das geistige Proletariat Auf jeden Fall muß der Weg zu den Universitäten allen Talenten erschlossen worden und diese Konzeption hat mich auch geleitet, als ich in Verbindung mit dem Gesetze über den Numerus clausus nloht zugestimmt habe, daß dieses Gesetz in konfessioneller Richtung irgendwie zugespitzt werde, und nach Beruhigung der im Lande herrschenden Stimmung ist dem Abgeordnetenhause eine Novelle vorgolegt worden, die in diesem Belange den Einschränkungen ein Ende bereitet. Heute ist in erster Reihe das erreichte Resultat bei der Aufnahme an den Universitäten richtunggebend. Harry Sacher wieder hergestellt Jerusalem, 29. Mai. (J. T. A.) Harry Sacher, Mitglied der Zion. Exekutive, dessen schwere Erkrankung vor mehreren Wochen zu ernsten Besorgnissen Anlaß gab, ist bereits vollkommen wiederhergestellt und hat am 28. Mai eine Reise nach Europa angetreten. SOCbCtt NEU ERSCHIENEN! SALTEN: SCHILLING 5 jWimitoi Am«rit(a, Ctincn 8*30 NEMlHOWSKl: patid Golder 10*80 PRINZ: Jüdische Geschichte 18*- BREHH: Tierlcben, 150 Bilder 8*60 Bttchhandlnttg Josef B«lf WIEN, I.» RABENSTEIG t \