Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 178 (3.6.1931)
- Date
- 1931-06-03
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 178 — 3. Juni 1931 DIE STIMME Seite > Kongreßwahlen in der Provinz Für die Provinz wurden folgende eigene Wahlkommlsiionen bestimmt: Eisenstadt, Gmunden, Korneuburg, Linz, Oraz, Of.-Enzersdorf, Innsbruck, Kemmelbach, Krems, Leoben, Klosterneuburg, Korneuburg, St. Pölten, Steyr, Stockerau, Waidhofen a. d. Ybbs, Wr.-Neustadt, Amstetten, Salzburg. An diese Wahlkommissionen wurden folgende Gemeinden angeschlossen: Lutzmannsburg an Eisenstadt, Marbach a. d. D. an Kemmelbach, Oed und Neumarkt a. d. Ybbs an Amstetten, Persenbeug an Kemmelbach, Gr.-Petersdorf an Eisenstadt, Pöchlarn an Kemmelbach, Pottenbrunn an St. Pölten, Pottendorf an Wr.-Neustadt, Purgstall an Scheibbs, Radelberg an St. Pölten, Schladming an Salzburg, Schwechat an die Wahlkommission III./XI. Bezirk, St. Nikola an Amstetten, St. Peter an Amstetten, Si. Valentin an Steyr, Stein a. d. Donau an Krems, Tulln an Klosterneuburg, Wolfpassing an Wr.-Neustadt,. Ybbs an Kemmelbach, Alland an Mödling, Baden an Mödling, Atzgersdorf an den XIII. Bezirk, Omttnd an Krems, Bad Ischl an Gmunden, Liesing an Bezirk XIII, Mauer an Bezirk XIII,Neu-Erlaa an den XII. Bezirk, Pernitz an Wr.-Neustadt, Traun an Linz, Traunkirchen an Gmunden, Wels an Linz, Hadersdorf-Weidlingau an den XIII. Bezirk, Hohenau a. d. Nordbahn an Krems, Aflenz an Leoben, Bruck a.d d. Leitha an Eisenstadt, Erlauf an Scheibbs, Feldkirchen an Klagenfurt, Fischamend an III./XI. Bezirk, Gänserndorf an Stockerau, Perchtoldsdorf an Mödling. Sitzung der politischen Kommission in Bert n In diesen Tagen fand in Berlin eine außerordentliche Sitzung der Politischen Kommission der Zionistischen Organisation unter dem Vorsitz des Präsidenten des Zionistischen Aktionskomitees, Herrn Leo Motzkin, statt Zur Teilnahme an der Sitzung waren Abg. J. Grünbaum aus Warschau und Professor Brodetsky aus London gekommen, außerdem waren Pr. Nahum Goldmann, Dr. M. Soloweitschlk und Josef Sprlnzak anwesend. In der Sitzung wurden neue schriftliche Vorschläge der englischen Regierung an die Jewish Agency bezüglich der in den letzten Verhandlungen zwischen Jewisb Agency und englischer Regierung erörterten Fragen beraten, Es wurde beschlossen, am 31. Mal, eventuell früher, eine Plenarversammlung der Politischen Kommission nach London zum Zweck der Beantwortung dieser Vorschläge einzuberufen. Die Arbeiter-ScheduJe für April bis September 1931 Die «Official Gazette», das Amtsblatt der palästinensischen Regierung, veröffentlicht die Arbeitereinwafiderungs-Schedule für das Halbjahr vom 1. April bis 30. September 1931. Das Verzeichnis umfaßt insgesamt 500 Einwanderungszertifikate, darunter 300 für Frauen, Pie Exekutive der Jewish Agency hatte, wie bereits gemeldet, 1415 Elnwandemngszertifikate für das Halbjahr angefordert. Die Parlame tsfrage «Times» melden aus Jerusalem, daß man es in dortigen eingeweihten Kreisen für höchst unwahrscheinlich hält, daß die Wahlen zu einer gesetzgebenden Versammlung für Palästina unmittelbar nach Beendigung der Volkszählung, die Ende dieses Jahres vorgenommen werden soll, stattfinden werden. In dem Bericht wird weiter mitgeteilt, daß sich die Vertreter der Araber gegenüber dem High Commissioner, Sir John Chancellor, zur Teilnahme an den Wahlen unter der Voraussetzung bereit erklärt haben, daß der Landentwicklungsplan den arabischen Interessen förderlich sein wird und daß die Araber die Hauptnutznießer der Landentwicklungsanleihe sein werden. Dies habe, schreibt das Blatt zum Schlüsse, die britische Regierung veranlaßt, in den Verhandlungen mit der Jewish Agency einen araberfreundllchon Standpunkt einzunehmen. BÜCHERSTUBE M. RATH Buohhandlung, Antiquariat, Leihbibllothok Wien, II., Taboratraßo 80 a, Tal. R-43-1-58 M. 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Jgmeti&a sc^c^ nac^ Bösel zwanzig Allgemeine Zionisten und zwei Revisionisten. In JuüostfHVtcn wurden drei Allgemeine Zionisten und kein einziger Revisionist m gewählt; aber sie sprechen noch immer von der Majorität und von der Bereitschaft, die Leitung zu übernehmen! Jfn Warsefiau sprengen Revisionisten zionistische Versammlungen. 3n TfifllSalcni werden zehn revisionistische Kandidaten disqualifiziert, weil sie ihren Beitrag für den Keren H a j e s s o d nickt geleistet haben; aber sie behaupten noch immer, sie seien hundertprozentige Zionisten! Hu f| CfesIcKTCicfl? Die österreichischen Zionisten werden die einzig richtige Konsequenz aus diesen Tatsachen ziehen. Sie werden den Revisionisten eine gebührende Antwort erteilen. Die ernsten und verantwortungsvollen Oesinnungsgenossen werden wie ein Mann für die Jttste der Mtäemeinen Zionisten JEistenfMkeex Ähr. Csfiar Qvünbaum ihre Stimme abgeben. „Wir wollen nnd wir werden die ßalDth überwinden“ Große Rede Prof. S. Brodctskys in einer Lemberger Massenversammlung I Samstag, den 80. Mat, hielt Prof. S. Bro- I detsky, Mitglied der sionistisohen Exekutive, vor I einer vlaltausendköpflgen Massenversammlung! in Lemberg folgende, mit großer Begeisterung auf genommene Rede: «Ich möchte vor allem die falschen Berichte richtigstellen, die in der letzten Zeit im Zusammenhang mit den politischen Verhandlungen mit England verbreitet worden sind. Ich stelle fest: Die Verhandlungen in Angelegenheit der Entwicklung Palästinas werden mit efner speziellen Kommission der britischen Regierung geführt, und alle Nachrichten, die vom Abbruch dieser Verhandlungen zu erzählen wissen, beruhen auf Unwahrheit. Gerade in der letzten Woche machte uns die Regierung wichtige Vorschläge, welche die Exekutive augenblicklich prüft und auf die sie in der nächsten Zeit eine Antwort erteilen wird. Nun möchte ich den MacDonald-Brief besprechen. Bekanntlich erklärte Prof. Weizmann im eigenen Namen, daß dieser Brief die Grundlage des Vertrauens zur britischen Regierung restituiert, des Vertrauens, das durch das Weißbuch erschüttert worden ist. Der MacDonald-Brief ist an sich kein Sieg, bloß ein Dokument, das die durch das Weißbuch hervorgerufene schlechte Lage verbessert. Der Simpson-Bericht und das Weißbuch hätten uns unsere weitere Arbeit unmöglich gemacht. Die Gefahr beruhte darauf, daß Simpson falsche Ziffern angegeben hat. So nahm er die Bodenfläche Palästinas um ein Drittel kleiner an, als sie in Wirklichkeit Ist, und behauptete, daß 30 Prozent der Araber landlos wären, obendrein, daß es 25.000 bis 30.000 arabische Familien gäbe, die in den Bergen leben und sich landwirtschaftlich ansiedeln möchten. Dies war die größte praktische Gefahr des Simpson-Berichtes, die auch das Weißbuch übernommen hat. Nun hat der MacDonald-Brief festgestellt, daß die Regierung nicht an die Ziffern des Herrn Simpson gebunden ist. Es ist heute unmöglich, vorauszusagen, ob die Verhandlungen mit der Regierung bis zum Kongreß ihren Abschluß gefunden haben werden. Jedenfalls wird der Kongreß wichtige Beschlüsse von unerhört großer Tragweite zu fassen haben, Ueberhaupt bin ich der Ansicht, daß wir seit den Zeiten der Balfour-Deklaration keinen so wichtigen Kongreß hatten, wie diesmal, da wir zum erstenmal den ganzen Komplex unserer politischen Probleme kritisch werden durchgehen müssen. In den letzten zwei Jahren ist in Palästina und in London so manches geschehen, das den Kongreß zwingen wird, eine eindeutig« politische Richtung für die Zukunft vorzuzeichnen. Daher resultiert auch die große Bedeutung des Wahlaktes für den Kongreß, der über die persönliche Zusammenstellung unserer höchsten Organlsationsinstatuiit tntsohekien wird. Jeder Jude, der «inen _ -.- — ist unsere zionistische «Mizwah». Jeder ist für < Feststellung der politischen Richtlinien mlty^rai wörtlich. Leicht, aber verantwortungslos iat^n sagen: «Sollen das die anderen machen 1» Es g viele Juden, die glauben, mit dem Bezahlen c Schekels schon ihre Pflicht Palästina gegenüber < füllt zu haben. Womit gehen wir zum Kongreß? Leider ist so weit gekommen, daß in unserer politischen F lemik diejenigen recht behalten wollen, die kr tigere Argumente benützen. Die Opposition bereist die Welt, sonst macht sie gar nichts. Die Exekutive hat zu dergleichen keine Zeit. Wir kommen nicht zu euch mit einem Verzeichnis von Versprechungen wie die Revisionisten. Wir berufen uns auf unsere Arbeit In den letzten Jahren. Es besteht eine Stimmung der Unzufriedenheit bei allen, aber diese Stint" mang darf nicht zur Zerstörung der Organisation führen, zu persönlichen Angriffen und su einem Bürgerkrieg. Es ist eine Gefahr, die wir zu bekämpfen haben. Man soll diejenigen wählen, die ein positives Programm haben, und nicht diejenigen, welche die Arbeit stören. Welcher Jude hat ln der ganzen Welt für sein Volk nur einen Teil, nur den zehnten Teil dessen geleistet, was wir Weizmann zu verdanken haben? Unser oberster Grundsatz, auf dem unsere ganze Arbeit basiert, heißt: wir Juden wollen und müssen die Galuth überwinden. Wir müssen an diesem Werk mlterbelten. Wir verlangen freie Einwanderung, aber wir müssen sie auch auszunützen verstehen* Politische Formeln sind leicht zu fassen, schwer ist es, sie im Leben zu verwirklichen. Die Opposition lebt nur in Formeln« Wer von uns wünscht nicht eine jüdische M jorität in Palästina? Aber wir verlangen sie vo jüdischen Volke, und die Revisionisten von Englan Die britische Regierung kann uns Ihr Erlangen e leichtern, aber sie kann sie nicht schaffen. Auch d Araber werden uns nicht hindern. Wir werden « Icftufe'Ooni Wien, 2., ‘üaborstraße SNr. 8t 3)ie Qrenze dar XeUtungsfähigkeii /& moderne Qualitätsschuhe 'h j ( m i .