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Die Stimme · 1931-05-28 · Heft 177 (28.5.1931) · page 11

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Journal
Die Stimme
Volume
4 (1931)
Issue
Heft 177 (28.5.1931)
Date
1931-05-28
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
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DIE STIMME Sette 11 Nr; 177 — 28. Mai 1Ö3I Literatur /ifimsi / ■ ueater Ein Neunzehnj ähriger modelliert Herzl fn einer kleinen Stadt Siebenbürgens, in Marosväsärhely, 'haben die Zionisten ein schönes Kulturpalais erbaut. Für dieses Kulturpalais modellierte im vergangenen Jahre ein kaum neunzehnjähriger Bildhauer — Nikolaus Kohn — eine Herzl-Büste in überlebensgroßer Form. Knapp vor einem Jahre, zum Todesfag HerzTs, wurde sie der Israelitischen Kultusgemelittfe ftierlich Übergeben. Nikolaus Kohn, der junge Bildhauer machte die gut gelungene Büste, die er nur auf Grund von ganz primitiven Zeichnungen aus Zeitungen modellierte — nicht einmal ein Lichtbild stand ihm zui* Verfügung — dem Kulturpalais zum Geschenk. Die neue Herzl-Büste erweckte unter der Judenschatt Siebenbürgens großes Interesse und die jüdischen ^eitürigeh schrieben ausführlich über das Werk und seinen Schöpfer. Dabei wurde auch Nikolaus Kohns Laufbahn behandelt. Er war Schüler in einem prö^istänfHseheh Gymnasium; als er aber in der vierten Klass^ivar* wurde ihm nahegelegt, daß er als Jude nidftiWetter-äufsteigen könne. Sein Zeichenlehrer entdeckte seine künstlerische Begabung und^riet ihm, sich der Bildhauerkunst zu widmen. Mit vierzehn Jahren begann er seine Arbeit, er wurde Holzbildhauer, modellierte auch in Gips, zeichnete und malte. Sein Vater war ein wohlhabender Gastwirt, der in ganz Nordsiebenbürgen als Wohltäter der Juden bekannt war. Vor' einem Jahre wurde dann der bereits verwaiste junge Küstler abgebaut, die Mutter kämpfte mit den rumänischen Behörden, die das kleine Häuschen überbesteuerten. Unter solchen Umständen gab man dem begabten Bildhauer einen sehr warmen Empfehlungsbrief vom Oberrabbiner Dr. Nimerower und mit diesem schickte man ihn nach Wien. Er sollte hier mit Unterstützung der Juden weiter ausgebildet werden. Leider hatv^r,diese Unterstützung hier nicht gefunden. Er modellierte hier den Kammersänger Koloman von Pataky. Andere Arbeiten konnte er aber nicht bekommen.. und Jetzt bemüht er sich, das notwendige Geld aufeubringen» um nach Paris reisen zu können upd dort sein Glück zu versuchen. Ueber Anregung einiger zionistischer Freunde arbeitet er jetzt an einer Chajes- Bü^/die jn sämtlichen, mit dem Namen unseres verewigten Öberrabbiners verknüpften Institutionen (Israelitische, Kultusgemeinde, Chajes-Realgymnasium r v\-V.-7'u r Aufstellung -gelangen soll. Jloiizen Zeitschrift «Palästina» (ehrenamtliche Redaktion Adolf Böhm, Wien), Heft Nr. 5/6, ist soeben erschienen. Dr. M. Buch mann, Tiberias, schreibt über «Die Aussichten des Kurortewesens in Palästina». Er führt aus, daß die Klimalage vieler Plätze im Lande günstiger ist als in manchen bekannten Mittelmeerkurplätzen und./daa Winterklima Vorzüge gegenüber der Riviera hat. Er .skizziert die Bedeutung. Tel-Avivs, des Karmel. Tiberias (über .dessen spezielle Eignung der Autor schon eine besondere'Abhandlung in der Zeitschrift veröffentlicht hatte) Gadara'(El-Hämme), das ebenfalls Schwefelthermen hat, des Toten .Meeres usw. Würden richtige Vorkehrungen getroffen, so könnte Palästina ein wichtiges Land für Kurortewesen werden. — Agr. Josef Weitz schreibt über «Kolonisation im B e r g 1 a n d». Zum erstenmal wird hier-in : breiter Oeffentlichkeit diese Frage erörtert, die von größter.Bedeutung geworden ist, da drei Viertel der arabischen. Fellachen int Bergland sitzen und Simpson von Bodenmängel dort gesprochen hat. Weitz führt aus, daß das Bergland nicht geeignet ist für die jetzt dort betriebene Wirtschaft — zumeist Getreidebau. Schon in alter Zeit waren die Hügel dicht bepflanzt mit Fruchtböumen. Nur die Pflanzung, von solchen, und zwar unbewässerter, wie Feige, Olive, Wein usw. wird nicht nur rentabel sein, sondern die für die Familie nötige Fläche verringert sich dabef-aüf 30 bis 36 Dunam (statt 130 wie Simpson angibt), Da-Weltz die anbaufähige Fläche im Bergland auf mehr "~al'& Jh'. Millionen Dunam schätzt, so meint er, daß darauf" 142..70G Familien siedeln können, statt wie jetzt 67,J«or -Dr.: R. KaxneUon, leitender Arzt der «Hadassah»;.schreibt - über. «Di e Ein- und Auswanderung im.Jahre 1930'-* Er gibt eine genaue Analyse der Ziffern und.Klwseh. sowie der Form* ln welcher die offizielle Statistik gehandhabt wird und zeigt, daß Palästina in der Nachkriegszeit nach U. S. A. an erster Stelle der Einwan» derungsländer für Juden gestanden ist. — Der Leiter einer deutschen Schule In Bethlehem bei Haifa, Karl Qötz, steuert eine ausführliche Abhandlung über «Das reiehsdeutsche christliche Element in Palästina» bei« : Der Aufsatz gibt eine vollständige Uebersicht der chrtotlrah-deutscben Palästinabewegung, von der Templerorgwilsaflön an, und ihren heutigen Stand, wobei auch die einschlägige-_ verzeichnet wird. Diese Uebersicht wird sicher auch in nlehtjüdischen Kreisen sehr willkommen sein. —- «Die Frage der Einführung einer Einkommensteuer» wird in einem Auszug aus der gleichnamigen Arbeit von Heinrich Margulies behandelt. Der Autor zeigt zunächst, daß die Regierung es nicht nötig hot, neue Steuerquellen zu erschließen, daß ferner die Einführung einer Einkommensteuer keinen finanziellen Effekt hätte und nur die industrielle Entwicklung hemmen würde, zu deren Förderung die Regierung nichts getan hat. Der Autor zieht hiebei die in den Nachbarländern Palästinas gemachten 'Erfahrungen heran, »- Der Bericht Stricklands über Kooperativen in Palästina wird auszugsweise wiedergegeben. St. lobt die jüdischen Kreditgenossenschaften sehr und meint, daß die Araber erst dazu erzogen werden müssen, wozu das Jüdische Beispiel sehr nützlich ist. Er schlägt vor, die Regierung solle 1 Million Pfund aufnehmen, davon 250.000 einer jüdischen Hypothekenbank leihen. — (n der Rundschau schreibt Über Politik Frau G. Arlosoroff-Goidberg, Wirtschaftsberichte aus Palästina Herausgeber. Sehr reichhaltige Nachrichten Daten sowie Bücherschau beschließen das Jahresbezugspreis für Oesterreich 2.—. Verlag Jos. Hajeks Nachf., berggasse 32. über der un d Heft. S 12.—, Ausland Dollar Wien, XVII., Kalvarien- Jüdlscfier Künstler- und Komponlstenabend des Vereines Erez Israel. Im Saale der Vofksbibliothek «Zion» fand eine Lag b'Omer-Feier statt, deren Programm ausschließlich von jüdischen Künstlern und Komponisten bestritten wurde. Nach der Festrede, die Herr Dr. Tartakower hielt, fanden Musikvorträge statt. Es wirkten mit: das ausgezeichnete Galinin-Quartett, der bekannte Cellist Lubowsky. Leon Spielvogels neue Phantasie für Klavier wurde von der Pianistin Alice Schwarz zum Vortrag gebracht. Mit warmer Empfindung spielte die jugendliche Violinvirtuosin Magda Hajos «Baal Schern» von Ernest Bloch. Gehaltvolle Lieder von Prof. Tyschokowsky wurden von der Sängerin Weitz- Finkelstein vorgetragen. Engel-Lieder und eine palästinensische Hora von Norbert Brun wurden von den Geschwistern Galinin, Prof. Lubowsky und dem Flötisten Josef Kohn ausgeführt. Jubiläum des Charakterschauspielers Adolf Bell. Fünfundzwanzig Jahre lang jüdischer Schauspieler zu sein, das bedeutet schon etwas. Und seit fünfundzwanzig Jahren hat Adolf Bell auf allen jüdischen Bühnen der Welt, in Odessa, Wien, New York und wieder in Wien an der Hebung der jüdischen Kunst gearbeitet. Nun hat ihm das jüdische theaterliebende Publikum seinen Dank abgestattet. Das Publikum, das am 12. ds. zusammenkam, um den Künstler zu ehren, war so groß an der Zahl, daß viele, die keinen Einlaß fanden, wieder Weggehen mußten. Es wurde «Kaukaser Liebe» mit dem Jubilar in der Hauptrolle gespielt. Alle Schauspieler des Jüdischen Schauspielerverbandes stellten sich an diesem Abend in uneigennütziger Weise zur Verfügung und waren bemüht, mit vollem Ernst der Sache zu dienen. Der Abend war gelungen. Im Namen des Schauspieierverbandes überreichte der Obmann dem Jubilar einen Kranz und sprach über die Verdienste des Künstlers um die jüdische Bühne. Im Namen der jüdischen Bühnendirektion sowie im Namen des Publikums überbrachten Deputationen die besten Grüße und Glückwünsche. Herr Bell bedankte 9ich mit Tränen in den Augen für die erwiesene Ehre und versicherte, daß solange seine Kräfte ihn nicht verlassen würden, er unermüdlich für das jüdische Theater wirken werde. Jüdisches Theater-Gastspiel in Budapest. Dem rührigen Geschäftsführer des jüdischen Schauspieler-Verbandes, Herrn Bellmann, ist es gelungen, mit dem Direktor des Budapester Orpheum-Theaters ein Oastspiel einer Wiener jüdischen Truppe zu vereinbaren. Außer den in Wien bekannten Künstlern, Frau Lora Glücksmann und Simon Fostel, haben sich dieser Truppe die Frauen Plavina, Podlubna und Herr Rosental angeschlossien. Chorverband «Hashnrah». Nächste Vollversammlung ist am 3. Juni, 7 Uhr abends, im Verbandslokal, Caf6 Neptun, XX., Gaußplatz 7. Tagesordnung: Wahl der Prüfungskommission, Wahl der Leitung der Chorschule, Wähl der Mitglieder in die einzelnen Sektionen, Ausländerfragen, Eventuelles. Anmeldungen jeden Mittwoch von 7 bis 9 Uhr abends im Verbandslokal. Aktion zur Forderung der Herausgabe einer jiddischen Enzyklopädie. In New York ist der bekannte jüdische Nationalökonom N. Gergel aus Berlin eingetroffen, um eine Aktion zur Herausgabe einer Enzyklopädie in jiddischer Sprache einzuleiten. Tschemichowsk! ln Palästina. Der hebräische Dichter Saul Tschemichowsk!, der mehrere Jahre in Berlin gelebt hat, ist zu dauerndem Aufenthalt in Palästina eingetroffen. Eine englische Uebersetzung des Sohar. Die Soneino- Presse bereitet die Herausgabe der ersten englischen Uebersetzung des Sohar vor, die von Hary Sperling und Maurice Simon hergestellt worden ist. Rev. Drl J. Abelson umreißt in der Einleitung der Kabbala seit frühester Zeit und den Rang des Sohar in der jüdischen und der allgemeinen Mystikliteratur. Die Ausgabe wird 5 Bände von je 400 Seiten umfassen; die beiden ersten Bände werden im November 1931 fertig vorliegen. Vorbereitung eines hebräischen Weitkulturkongresses. Am 21. und 22. Juni findet in Berlin in den neuen Räumen des Beth Am Iwri, Kurfürstendamm 61, eine Konferenz statt, die der Frage der Einberufung des I. Hebräischen Kultürkongresses und der Gründung eines hebräischen Kulturwelfverbandes gewidmet sein wird. Eine neue jüdische Tageszeitung in polnischer Sprache. Seit Sonntag, den 17, Mai, „rscheint in Warschau unter dem Namen «Nowe SIowo» («Neues Wort») eine neue große jüdische Tageszeitung in polnischer Sprache, Chefredakteur der Zeitung ist der ehemalige Sejmdeputierte A. insler, dem Redaktionsstab gehören außerdem J. Davld- SQhn, A. Goldberg, Abg. J. Grünbaum und Dr. M. Schipper an, «Nowe SIowo“ ist die fünfte jüdische Tageszeitung in ßolnischer Sprache. Bisher erschienen in Lemberg und rakau je eine und in Warschau zwei jüdische Tageszeitungen ln polnischer Sprache. Das Debüt des «Jüdischen Volkstheaters» ln Berlin, Das aus einem seit einiger Zeit bestehenden jiddischen Studio hervorgegangene «Jüdische Volkstheater» trat am Sonntag, den TO. Mai, in einer Matinee im Kleinen Theater Unter den Linden, zum ersten Mal vor die Oeffentlichkeit. Gespielt wurde das Schauspiel «Eisik Scheffel» nach David Plnfiki. Die Regie hatte Jean KoetsleNMtlller Inne. Die Berliner Kritik widmet dem Debüt des jungen Theaters viel Aufmerksamkeit, Die Bibel slowakisch. Der Rabbiner Dr. Josef Weiß ln Neustadt a. d. Waag, der eine slowakische Uebersetzung der Bibel in Angriff genommen hat, übersandte der Vatikanischen Bibliothek den ersten Band dieser ersten Uebertragung der Heiligen Schrift in die slowakische Sprache. Er erhielt nun von der Kurie ein Handschreiben des Papstes Pius, in welchem die Uebersetzung ein äußerst verdienstvolles Werk genannt und ihm der Dank des päpstlichen Stuhles ausgesprochen wird. Soeben NEU ERSCHIENEN: SALTEN: SCHILLING 5 Minuten Amerika. Seinen 8*30 NEMlKOWMtl: paVfd Golder 10*00 PRINZ: Jüdisch: G:sch{(ht: 18*- BREHMt Berieten, 150 Bilder 8*60 Buchhandlung Josef 3clf WIEN, I., HABENSTEIG 3 Junge hübsche Frau mit gutgehendem Geschäft, Einkommen per Monat 1000 Schilling sucht intelligenten 86—40 jährigen Mann zur Ehe. Zuschriften unter „S. ß. 14“ an die Administr. ilMHIIHttbbHHIIMIIMIf IHIHII Leset, abonnieret, verbreitet Moz iiciii im das hebräische literarische Wochenblatt Herausgegeben von der Organisation der hebräischen Schriftsteller in Palästina. Abonnementpreise für den dritten Jahigang: (Von Juni 1931 bis Juni 1932) ganzjährig (50 Nummern) $ 6-—, halbjfthrl. Nrn.) $ 8’— Das Abonnement wird anfgenommen durch „Moznayim“, P. O. ß. 50, Tel Aviv, Palästine und durch I. Herzberg, Karmelitergasse 6« 9, Wien II. Sorgt für die Besundheit Eurer Familie durch den Genuß von feinstem *Tt HT in kg u. V» kg Büchsen Palästina-Olivenöl „Shemen“ zum kochen, baoken, braten u. für Salat sehr ausgiebig, narhaft,leicht verdaulich,erfrischtu.st&rkt Glieder u.Nerveu Palästina-Toiletteseife „Galil“ veredelt und verschönt den Teint „Hadar Häcarmel“ doppelt parfümiert, sehr ausgiebig „Carmel Flowers“ ist mild, aohaumt stark, macht die Haut zart und weioh „]atfa-Honig“ gesund und nahrhaft, für Gesunde und Kranke, für jung und alt ist von vielen Gesundheitsämtern Europas als Modizinal-Honig anerkannt — in allen besseren Delikatessen- und Parfümeriegeschäften erhältlich Generalveririeb J. Rabinowitsch, Wien, 2, Bez., ZirkU8gaS8C to. Telephon R-47-0-60 vieifi ree l w Hebräische Schi;elbmaschlnen-Arbelt u. Vervielfältigen (auch Deutsch) sorgfältig und ree \ — XX., Jägerstraße Nr. 89 Jüdischer Malender Mai-Juni 193t Siwan 569t 20 Freitag 13. 30 Samstag 14. 31 Sonntag IS. 1 Montag 16* 2 Dienetag 17. 3 Mittwoch 18. Donnerstag 10. Jeder Zionist verlangt im Kaffeehaus sein Parteiorgan „Die 81101016"

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