Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 177 (28.5.1931)
- Date
- 1931-05-28
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 177 — 28. Mai 1931 DIB STIMME SeHe 5 Tagesordnung des 17. Zionistenkongresses Eröffnungssitzung — Dienstag, 30. Juni, 8 Uhr abends: ■ü Unrichtige Zusammensetzung unserer täglichen Nahrung bewirkt, daß sich im Darm giftig« Zersetzungs- und Fäulnisstoffe bilden, die uns täglich mit Krankheit und Leiden bedrohen. In) Darm sitzt der Tod. Es gibt ein uraltes Mittel, den Darm zu entgiften und zu reinigen: Knoblauch. Es ist ganz einfach, dieses Mittel anzuwenden, denn heute kann jedermann seinem Organismus täglich die erforderliche Knoblauchmenge Zufuhren, ohne durch den penetranten Geruch belästigt zu werden. Durch feinste Verteilung des Knoblauchs mitsamt seinen natürlichen Säften und Oelen in echtem Emmentalerkäse ist ein vollwertiges Nahrungsmittel gefunden worden, das alle gesundheitsfördernden Eigenschaften des Knoblauchs in sich vereinigt. Täglicher Genuß von „Prosan" bedeutet verlängertes Leben. PROSAN W'rC* auS ec^*em Emmentalerköse hergesfellt und enthält überdies einen Zusatz von Knoblauch In natürlichem Zustand. PROSAN ist ein vollwertiges Nahrunge* mittel, das zugleich alle gesundheitsfördernden Eigenschaften besitzt, die dem Knoblauch w*: wohl durch die überlieferte Volksheilkunde wie durch die klinische Erfahrung der modernen Ernährungstherapie zugeschrieben werden. Essen Sie PROSAN-Käse. Geruchlose Packung. Hervorragend im Geschmack. PROSAN ist in allen guten Lebensmittelgeschäften erhältlich. Achten Sie beim Einkauf auf nebenstehende Schachteietikette. CHALET KÄSE A. Q., ZUG (Schweiz) Vertretung und Lager: THEODOR ETTI ft W. BERGEL, A. G., WIEN, L, Akademiestraß« Die Grundlagen des Palästinaaufbaues Ein Vortrag des Ing. S. Kaplansky MOSAN-Schachtel 227 Gramm nsito, •Mholtond 6 ParNontn Eröffnung des Kongresses durch den Präsidenten der Exekutive, Nalium So ko low; Ch. N. Bialik: «Palästina und seine Bedeutung für die Diaspora»; Begrüßungen; Ansprache des Präsidenten des Actions- Comitees, Leo Motzkin: «Der Zionismus und die jüdische Gegenwart». 2. Sitzung — Mittwoch, 1. Juli, 10 Uhr vormittags: Wahl des Kongreßpräsidiums; Bericht des Kongreßgerichtes über die Prüfung der Rechtmäßigkeit der Kongreßwahlen. Berichterstatter: S. Gronemann; Dr. Chaim Weizmann: «Die politische Lage», 3. Sitzung — Mittwoch, 1. Juli, 3 Uhr nachmittags: Ergänzender Bericht Prof. Dr. S. Brodetskys über: «Die politische Arbeit»; Dr. Arthur Ru pp in: «Probleme der Palästina-Arbeit); Wahl des Resolutions-Ausschusses; Generaldebatte. 4. Sitzung — Mittwoch, 1. Juli, 9 Uhr vormittags: Generaldebatte. 5. Sitzung—Donnerstag, 2. Juli, 10 Uhr vormittags: Felix Rosen bl üth: «Lage der Zionistischen Organisation und ihre Probleme»; Fortsetzung der Generaldebatte. 6. Sitzung — Donnerstag, 2. Juli, 3 Uhr nachmittags: Wahl der Kongreß-Kommissionen; Fortsetzung der Generaldebatte. 7. S i t z u n g — F r e i t a g, 3. Juli, 10 U h f morgens: Fortsetzung der Generaldebatte. 8. Sitzung — Freitag, 3. Juli, 3 Uhr nachmittags: Schluß der Generaldebatte. 9. Sitzung — Sonntag, 5. Juli, 10 Uhr vormittags: M. M. Ussischkin: «Die Arbeit des Keren Kajenieth; Dr. Arthur Hantke: «Leistungen und Aufgaben des Keren Hajessod»; Dr. Chaim Arlosoroff: «Probleme der Finanzierung des Palästina-Aufbaues». (Sonntag nachmittags finden Sitzungen der Kommissionen statt.) 10. Sitzung — Montag, 6. Juli, 10 Uhr vormittags: Debatte über die Referate vom Sonntag. (Montag, den 6. Juli, nachmittags, und Dienstag, den 7. Juli finden Sitzungen der Kommissionen statt) 11. Sitzung — Mittwoch, 8. Juli, 10 Uhr vormittags: Berichte von Kommissionen, Debatte und Abstimmung. 12. Sitzung — Donnerstag, 9. Juli, 10 Uhr vormittags: Berichte von Kommissionen, Debatte und Abstimmung. 13. Sitzung — Donnerstag, 9. Juli, 3 Uhr nachmittags: Berichte von Kommissionen, Debatte und Abstimmung. 14. S i t z u n g — Freitag, 10. J u 1 i, 10 U h r v o rmittags: Berichte von Kommissionen, Debatte und Abstimmung. 15. S i t z u n g — F r e i t a g, 10. J u! I, 3 U h r n a c hmittags: Wahl der Exekutive, des Actions-Comitees, der zionistischen Vertreter in den Organen der Jewish Agency, des Kongreßgerichtes, des Ehrengerichtes and der Revisoren; Schluß des Kongresses. Die Wahlen in den Council der Jewish Agency Wie das Hauptbureau der Jewish Agency offiziell mitteilt, ist die Exekutive der Jewish Agency derzeit mit den Vorbereitungen für die Wahlen in den Council der Jewish Agency, dessen zweite ordentliche Tagung am 14. Juli in Basel eröffnet werden soll, beschäftigt Der lOOO'Familien-Siedlungsplan London, 22. Mai (J. T. A.) Die Pflanzungsgesellschaft, die gemeinsam mit der New Yorker Palestine Economic Corporation den Plan der Ansiedlung von 1000 Familien ln Palästina durchführen will, hat Dr. Maurice B. Hexter zu ihrem Repräsentanten bestimmt. Dr. Hexter wird um den 3. Juni in Palästina eintreffen, worauf sofort mit der Arbeit begonnen werden soll, Mittwoch, den 20. Mai, sprach Ing. S. Kaplansky, Mitglied der Zionistischen Exekutive London und ein führender Mann der Weltorganisation der Poale Zion, im dichtgefüllten Festsaale des Hotel Continental über die landwirtschaftlichen und politischen Grundlagen des Palästina-Aufbaues. Seine schlichten, jedoch von tiefem Glauben getragenen Worte und seine vernünftigen Argumente übten einen nachhaltigen Eindruck auf Das verläßliche, reinpflanzliche ABFÜHRMITTEL PASTAPALM ist ia allen Apotheken erhältl. die Anwesenden aus. Ing. Kaplansky führte ungefähr folgendes aus: «Worum es augenblicklich geht, ist mehr als ein Parteikampf für den Kongreß: es gilt, die Aufgabe der Erziehung unseres Volkes zu erfüllen. Der Baseler Kongreß wird dank dem MacDonald-Brief in einer etwas entspannteren Atmosphäre verhandeln können. Wir wollen jedoch nicht die Gefahren des Weißbuches übersehen. Daß die britische Politik in bezug auf Palästina nie eindeutig war, haben wir seit jeher gewußt. Immer waren imperialistische Kräfte daran, unsere Arbeit zu gefährden. Diese Kräfte haben das Weißbuch geschaffen, das ein Versuch war, unsiere Interessen im Lande den kombinierten englisch-arabischen Interessen unterzuordnen. Die Beziehung der zionistischen Organisation zur Mandatarmacht war früher durch das Churchillsche Weißbuch vom Jahre 1922 geregelt, das einen Versuch darstellte, die jüdischen und arabischen Interessen zu koordinieren, allerdings leider nur in der Theorie. In Wirklichkeit hat die Palästina-Administration bei jeder Gelegenheit die Araber bevorzugt. Dfesen tatsächlichen Zustand hat das Passfieldsche Weißbuch vom Jahre 1930 sozusagen sanktioniert. Der MacDonald-Brief stellt das Gleichgewicht wieder her. Manche Gruppen im Zionismus glauben, das Recht zu haben, für die schwierige Lage die Exekutive, bezw. Prof. Weizmann, verantwortlich zu machen. Wie Prof. Weizmann in der letzten Zeit bekämpft wurde, darüber könnte man so manches sagen. Bei uns herrscht eben auch das Prinzip der Erfolgsanbetung. Wenn Rückschläge kommen, vergessen wir die früheren Verdienste der verantwortlichen Leiter. Dabei hat es doch nicht nur im Jahre 1930, sondern schon im Jahre 1921 Rückschläge gegeben. Nach den damaligen Unruhen wurde Transjordanien von Palästina losgelöst und die Einwanderung eingestellt, bei der Verteilung der Staatsböden von Beisan wurden nur Araber berücksichtigt, und damals ist uns auch das erste Weißbuch beschert Jabotlnsky in der Exekutive saß. Anworden. AU das geschah zur Zeit, als scheinend verfügte also auch er nicht über Mittel zur Rettung der Situation. Ja, noch mehr: damals war es still in der jüdischen Welt, keine Stimme des Protestes wurde erhoben; im vorigen Jahre aber hat unsere vielgeschmähte Exekutive gezeigt, wie man das jüdische Volk zu einem großen Abwehrkampf organisieren kann. Die Proteststürme nach der Einstellung der Zertifikate im Mal 1930 und nach der Veröffentlichung des Weißbuches Oktober 1930 waren wirkliche Großtaten. Unser größter Fehler in den letzten zehn bis zwölf Jahren war das Uebersehen des arabischen Faktors in Palästina. Die Engländer haben diesen Faktor nicht übersehen und daher stammen auch die Schwankungen in der englischen Orientpolitik. Wir haben uns also etwas geleistet, was das mächtige Britenreich nicht leisten zu können glaubte. Und deshalb erleiden wir, auch Rückschläge. Heute grassiert im Zionismus eine Richtung, die eine Austragung des Kampfes zwischen zwei Nationalismen durch nationalistische Machtmittel predigt. Das ist ein Irrweg! Wir sind in Palästina nicht nur auf die Man« datarmacht, sondern auch aüf die Araber angewiesen. Verständigung mit dem arabischen Orient und dem arabischen Palästina ist eine Notwendig« keit der Stunde. Schon morgen kann Irak im Völkerbande vertreten sein, übermorgen vielleicht Aegypten und sogar Ibn Sand. Und der Völkerbund ist doch unsere höchste Mandatsinstanz! Wenn arabische, uns feindlich gesinnte National* Staaten im Völkerbunde Sitz haben werden, dann wird es um unsere Sache nicht gut bestellt sein. Daher nochmals: Verständigung mit Arabern ist unser wichtigstes Problem. Ich denke dabei nicht im geringsten daran, irgendetwas von unseren Zielen und Aspirationen aufzugeben, aber wir müssen den Arabern ehrlich erklären, was wir wollen. Auch weiß ich, daß der Weg, der zum Frieden führt, lang ist, denn wir haben es mit Muftis und Effendis, mit einem Feudaladel zu tun. Aber es ist schon höchste Zeit, daß wir endlich einmal umlernen und eine andere Araberpolitik einschlagen. Die palästinensische Arbeiterschaft hat bei den letzten Wahlen zur Assefath Haniwcharim in ihr Wahlprogramm das Paritätsprinzip für das künftige palästinensische Parlament vorgeschlagen. Diese Bin Gurionsche Idee ist zu begrüßen. Sie ist eine Folge unserer Mandatsauffassung, daß di« Verwaltung Palästinas unabhängig von der jetzigen Zahl der beiden Völker sein solle. Wir wollen nicht beherrscht sein jetzt, zur Zeit der arabischen Majorität, wir werden aber auch später einmal nicht herrschen wollen, wenn die jüdische Majorität Tatsache sein wird. All das bedeutet noch lang« nicht, daß wir uns mit der Politik eines Brith Schalom identifizieren. Was uns vom Brith Scha- WShlerVer$amtnlmig der Bezirkssektion Brigittenatt Dienstag, den 2. Juni, 8 Uhr abds. im Cafö Neptu» XX, Gausspiatz 7. Redner: Dr. Josef LSwtRMfi und Dr. Sigmund Finkelatein THEMA; Kongreßwahlea