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Die Stimme · 1931-05-14 · Heft 175 (14.5.1931) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
4 (1931)
Issue
Heft 175 (14.5.1931)
Date
1931-05-14
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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T)IF STIMME Nr. 175 - 14. .Mai 1931 c-t* fi Art und Unart Das frisc11gebacI;enc revisionistische Orgart «Die Neue Welt» br'ngt in seiner letzten Numnter auch einen Bericht über den Zur Begrüßung Jabotinskys veranstalteten Empfangsabend im Kursalon. Das zionistische Lnnde.skoinifee für Oesterreich und der Klub der zionistischen Mandatare in der Israelitischen Kuiuisgemeinde hatten zu dieser Veranstaltung Mitglieder entsendet, die ex praesidio ausdrücklich als Vertreter der genannten Körperschaften begrüßt wurden Diese Tatsache scheint der «Neuen Welt» in ihr System de? Bekämpfung und Verunglimpfung alles dessen, was mit der Zionistischen Landesorgariisation im Zusammenhang steht, nicht zu passen. Und es genügt ihr auch nicht. Tatsächliches zu verschweigen. sie stellt vielmehr die Tatsachen auf den Kopf und berichtet: «Es waren Vertreter vetächiedener Korporab'mien mit Ausnahme des Zionistischen Landeskomitees für Oesterreich erschienen.» Die Unart scheint hier die Art zu sein, mit der man der zionistischen! nndcsleitung entgegentritt. Be! zahlreichen Beschwerden des weiblichen Geschlechts bewirkt das natürliche «Franz-Josef»-Bitterwasser die allerbeste Erleichterung. In Apotheken und Drogerien erhältlich. Der Wagen Sir Moses Motttefiores Wir erhalten folgende Zuschrift: Zu dem Bericht der «Stimme» hinsichtlich des Wagens Sir Moses Montefiores erlaube mir, mitzuteilen, daß sich der Wagen, den Sir Moses bei seinen wiederholten Reisen in Erez-Jisroel benützte, im Jahre 1913 im Bezalel-Museum in Jerusalem befand, wo ich ihn gelegentlich meines damaligen Besuches im Heiligen Lande besichtigt habe. Es war dies eine große, breite Kalesche, wie sie in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts Mode war, sehr weich gepolstert; das Innere bot Platz für einige Personen. In der Rückwand war ein kleines Schränkchen eingebaut — angeblich soll Sir Möses dort das kleine Sefer-Thora untergebracht haben, das er auf seinen Reisen stets mit sich führte. Der Wagen war 1913, als ihn Prof. Boris Schatz den damaligen Palästinabesuchern zeigte, noch sehr gut erhalten. Was mit dem Wagen seither geschah und welches Schicksal ihm während der Jahre des Weltkrieges beschieden war, das wird man im Bezalel wohl feststellen können. Reg.-Rat J. Kreppe!. .... Ein Brief aus Beth-Alpha Aus einem Schreiben einer Wiener Chälüzah an ihren Vater, einen in Wien lebenden Gesinnungsgenossen. . . , Ich bitte Euch, meinetwegen nicht beunruhigt zu sein. Ich bin gesund und frisch, arbeite jetzt bei Getreide- und Gartenernte. Das Wetter ist noch immer kühl, so daß ich heuer unter der Hitze noch überhaupt nicht gelitten habe. Auch sind die Gesundheitsverhältnisse im allgemeinem heuer sehr günstig, es gibt fast keinen einzigen Krankheitsfall bei uns, was in dieser Saison sehr ungewöhnlich ist. Dementsprechend gibt es genug Leute zur Arbeit, so daß alle Arbeiten zur rechten Zeit ausgeführt werden. Unsere Weingärten sind jetzt wunderschön, die ersten im Emek. Wir werden es vielleicht mit einem Export der Weintrauben nach Europa versuchen. Vorige Woche fand bei uns ein außerordentlich gelungenes Fest statt, «Chag Hagez», anläßlich de« Fertigschneidens der Wolle von dem Schafen. Das ist eigentlich noch kein traditionelles Fest bei uns (es ist erst zum zweiten Male gefeiert worden), aber deshalb noch interessanter, weil es von uns neu geschaffen wird. Wenn es uns auch weiterhin gelingen wird, dieses Fest zu ergänzen und auszubauen, dann können wir stolz von einem reinen Natur- und Volksfest sprechen. Es ging sehr fröhlich und lustig zu. Die Hüter erzählten uns auf ihre schlichte Weise von ihren Erlebnissen mit der Herde auf der Weide, von den Begegnungen mit den arabischen Hirten, von dem romantischen Hirtenleben und von den Schwierigkeiten dieses Arbeitszweiges, zu dem wirklich nicht Jeder von uns taugt. Einige Schauspieler von der «Hablmah» waren bei dem Feste anwesend und haben auch ihr Bestes dazugegeben. Bleibe gesund durch Käse! ln dem klassischen Käscland Schweiz hat die Chalet Käse A. Q. in Zug nach langen Versuchen einen Emmentalerkäse hergestellt, der alle neilkräftigen Säfte des Knoblauch enthält, dabei aber vollkommen frei ist von jeglichem unangenehmen Knoblauchgeruch. Dieser «Prosan»-Käse ist nicht nur ein vollwertiges und wohlschmeckendes, sondern sehr gesundheitsförderndes Nahrungsmittel, welches, täglich genossen, den Darm entgiftet, Schlacken entfernt und dieserart dem vorzeitigen Altern vorbeugt. Die Volksheilkunde weiß seit Jahrhunderten, daß Knoblauch die Schäden überfetteter, übermäßiger und unzweckmäßig zusammengesetzter Nahrung auszugleichen vermag, dennoch aber hat der penetrante Qeruch einen regelmäßigen Knoblauchgebrauch den kultivierten Westeuropäer fast unmöglich gemacht, letzt aber ist eine Knoblauch-Kur einfach, billig und angenehm: Qenieße täglich Prosankäse, der in allen guten Lebensmittelgeschäften vorrätig ist oder schnell beschafft werden kann. Prosankäse erhält jung und elastisch, frisch und gesund. 1 Öröndüng einer National-Jüdischen Pftitei für ganz Rumänien Bukarest, 7. Mfti, (J. T, A.) Die Gründung feiner nationäljtldischefi Partfel ftlf gäflf Rumänien ist vollzogen. In Bukarest hat sich bereits die Zentralleitung dieser Pöftfei konstituiert. Zum Partfeipriisidenten Wurde def frühere DeptK tierte Üf. Josfef Fi§e lief (Klaüsenburg), zum Ehrertpräsidetiteti Dr. Adolphe 8fern (Bukarest), gewählt. Der nationaljüdiSchfen Partei g*H6rfert die flatlfhflljÜdP sehen Parteien Siebenbürgens und BessarnbieflS, die natlöttäljüdisclie Partei des Altreiches und die Einheitspartei In der Bukowina an. Die nationaljüdische Reichspartei wird bei den Kammerwahlen eigene Listen in mindestens 45 Wahlbezirken dfes Landes aufstelieh. Die jüdische Partei Voll Rumänien erklärt, daß Sie für die Verteidigung der Rechte der Judensehaft kämpfen wird uhd für die Durchsetzung der natürlichen Forderung derselben auf politischem, religiösem, kulturellem, sozialem und ökonomischem Gebiete im Rahmen der Respektierung der Gesetze und der höheren Interessen dfes StäätfeS» Die heute gewählte Führung der Partei — provisorisches Zentralkomitee — ist beauftragt, den Rfeltllskongrfeft der Partei einzuberufert und die Statuten zu beschließen. Ferner wurde beschlossen, bei den gegenwärtigen Paf* lameittswahlen mit einer eigenen jüdischen ReieHsllste zu kandidieren. lieber Antrag des ehemaligen Senators Dr, Mayer Ebner wurde der ehemalige Deputierte Dr, Theodor Fischer zum Präsidenten des provisorischen Zentralkomitees gewählt, zu seinem Stellvertreter Dr. R. Bauberger, Bukarest. Dem Präsidium obliegt die Leitung auch des Zentralbüros für die Parlamentswahlen mit dem ständigen Sitze in Bukarest. Hilfe für die durch die UebersdiWemmung in Polen Obdachlos gewordenen Juden Der Hilfsverein def Deutschen Juden erläßt den folgenden Aufruf? Wir erhielten erschütternde Nachrichten aus Polen. Wilna und eine Anzahl von Urten in weitem Umkreise sind von einer furchtbaren Hochwasserkatastrophe betroffen worden. Wohnungen und Werkstätten sind unter Wasser gesetzt, Häuser zerstört worden, Synagogen, schulen, Spitäler naben gelitten. Tausende jüdischer Familien mußten ihr Heim verlassen, unter Verlust ihrer Habe. Viele konnten nur ihr nacktes Leben retten und müssen, von allem Notwendigen entblößt, im Freien oder in Dachstuben zusammengedrängt OOO^ÖOOOOOOÖOOOOOOOOOOO<»OCOOÖlOÖO<X>0<>Od Huthaus „SOBEL“ II., Glockensasse Nr. 10 veranstaltet einen billigen Serienverkauf von Harrenhiitan zum Preise von 8 5*—-1 7*— und 9*—“. NOU« aitiftthrungs Krawaltoit in allen Modedessins von 8 l*— und S 5*— Marketihilie zu den billigsten Preisen oooooooooooooooooooooooooooooooooooooo Die Führerfrage Fast vor jedem Kongreß ist es die Frage der kommenden Führung, die die Zionisten am meisten bewegt. Hier können sie ihr Interesse am stärksten bekunden. In der Kritik und in neuen Kombinationen läßt dis Phantasie freien Spielraum. Vor dem bevorstehenden Baseler Kongreß ist die Leitungsfrage um so mehr aktuell geworden, als Dr. Weizmann seinen endgültigen Beschluß, von der Führung zurückzutreten, bekanntgegeben hat. Wir sind der Anschauung, daß diese Frage zwar wichtig, aber für die Bewegung, für die Idee und für den Jischuw nicht die brennendste ist. Wir meinen, daß es viel wichtigere Probleme gibt für jene, die den Wiederaufbau Palästinas für das Jüdische Volk ernst durchführen wollen. Doch, da diese Frage, wie erwähnt, so leicht diskutierbar ist und auch Jene Zionisten, die nichts zu Arbeitsproblemen und positiver Arbeit zu sagen haben und auch nicht viel tun, schon heute erklären: Weizmann muß wegt, so wollen auch wir uns mit ihr beschäftigen. Die amerikanischen Zionisten haben ein Bulletin herausgegeben. 8ie haben in großen Tönen von den historischen Verdiensten Weizmanns gesprochen und haben auch erwähnt, daß Präsident Welzmann Oeld gesammelt hat. Sie haben dem Kongreß die Abschledsrede ln überlegener Wels» vorweggenommen. 3ie haben Weizmann verabschiedet. Und, da sie keinen Nachfolger für ihn wissen, schlagen sie tln Direktorium vor. Allerdings mit kleinen Einschränkungen. Hin und wieder darf der eine oder andere plein pouvoir zu Verhandlungen bekommen. Sie wollen die Führung der Bewegung der Persönlichkeitsnote berauben. Direktorium klingt doch so demokratisch, so gerecht. Die zloiUDflsohe Organisation ist doch die freiheitlichste, also euch da allen voran 1 Es soll keinen Präsidenten geben. Keiner der vielen Führer erscheint ihnen der Führerschaft würdig. Wir glauben, daß der Sache mit solchen Vorschlägen nicht gedient ist. Wir sehen ganz’ ab von der Verfassung der Jewish aroflnoisciinauerti SIEGM. KORNMEHL genKaje JJk Bergt asse K je a ti- \ it. A 16-9*?« Lie\er»n< ür >‘ilanstaliei Abteilungen tür 1£*3‘Pl«l«ch unter Aufsicht des Ehrwiirdigei \aomnat: der lerae- Itiscfie. KUifuSifertieinde Wieh 4tJlözti*»ipMUn?> olut <X, Ber ttassp ■ *fV»i . kampieren. Zelte und Baracken fehlen. Es herrscht füfehtefliche Ndt und Arbeitslosigkeit. Eine Typhusepidemie ist aüägebrochen. Man organisiert (n Polen selbst, so trostlos auch dll wirtschaftliche Lage dort ist, eine Unterstützungsäktion. Gleichzeitig sind dringende Hilferufe an den Hllfsveffelfl der Deutschen Juden ergangen. Wir hielten es für unsere Pflicht, diesem Appell sofort zu entsprechen. Trdtz der schweren Zelten wenden wir uni an die deutschen Juden mit der herzlichen Bitte? Versaget nicht Eure Teilnahme den vom Unglück HelttlgesUChtefll Helfet, damit zur Linderung der großen Not beigetragen werden kann. Hilfsverein der Deutschen Juden Dr. James Simon, Vorsitzender. Spenden sind zu senden an: Deutsche Bank und Dil« conto-Geaellschaft, Depositenkasse C, Berlin W 9, Potsda« mer Straße 127/128, Konto Hilfsverein der Deutschen Juden, oder an das Postscheckamt Berlin, Konto Nr. 33120 für den Hilfsverein der Deutschen Juden. Wie die J. T. A. erführt, hat der Hilfsverein der Deutschen Juden bereits telegraphisch an die Gemeinde in Wilna einen Betrag für die durch die Katastrophe Geschädigten uberwiesen. Wie aus Paris telegraphiert wird, hat die Alliance isradlite Universelle vorläufig einen Betrag von 20.000 Francs zur Hilfe für die durch die Hochwasserkatastrophe Geschädigten nach Wilna Überwiesen. Felix M. War bürg zeichnet 50X00 Dollar für den joint Drive NewYörk, 8. Mal* (J. T. A.) Dpr Pfäiidfertt des American Joint Distribution Committee, Felix M. Werburg, hat für den 2yfe-MllHonen-DöUar-Drlve de§ Joint den Betrag von 50.000 Dollar gezeichnet. Lag B’Omer in Palästina J &nr$.ä l;e *m, 7. .Mai. (J. T. A.) Anläßlich- Lag B'Omer fand unter großer Beteiligung am 5. Mäi der übliche Pilgerzug zum Grabe Simeon bei Jöchais fn Meron bei Safed statt. Unter den Besuchern befanden sich diesmal der Dichter Chaim Nachman Bialik, der berühmte jüdische Mater Mark Chagalt und zahlreiche andere Schriftsteller und Künstler, die mit großem Interesse dem Aufzug der Chassidlm zusahen und an den von den Chaluzlm veranstalteten Belustigungen teilnahmen. Im ganzen Lande wurden an diesem Tage Zahlreiche Hochzeiten gefeiert, in Tel-Avlv allein 35. Agency, die ja vorschreibt, daß der Präsident der Zionistischen Organisation auch der Präsident der Jewlah Agency sei. Wir sehen davon ab, daß jede Republik ihren Präsidenten hat. Uns erscheint der Mangel einer Präsidentschaft nicht ungefährlich mit Rücksicht auf die Disziplin unserer Organisation. Man weiß ja, daß diese schon stark gelockert ist, daß Oruppen und Parteien innerhalb der Organisation auch bis jetzt schon oft genug rebelliert, daß sie sich auch Extratouren geleistet haben und nur die Betonung der Notwendigkeit unbedingter Disziplin gegenüber dem gewählten Führer hat die Einheit nach außen wiederhergestelit. Man wird uni wohl nicht zumuten, daß wir für Drill und Mllltarisniui innerhalb der Organisation plädlereft, daß wir dafür Eintreten, daß der Präsident der Organisation selbstherrlich, ohne Fühlungnahme mit den gesetzgebenden Körperschaften, ohne Verantwortungsverpfllchtung gegenüber leinen Wählern regiere. Aber wir meinen, die Zionistische Organisation braucht einen Präsidenten, einen anerkannten, von der Mehrheit der Anhänger und Delegierten gewählten Führer. Wir haben einen Präsidenten Herzl, einen Präsidenten Wolfsohn und, wenn man will, auch einen Präsidenten Weizmann —> gehabt und brauchen wieder einen Präsidenten. Jedes Ausweichen gegenüber dieser Notwendigkeit ist eine Bestätigung von Schwäche. Wir glauben nicht an diese durch die Forderung eines Direktoriums deklarierte Schwäche. Wir glauben fest, daß wir aus unserer Mitte einen neuen Präsidenten an die Spitze der Bewegung, an die repräsentative Führerstelle der Organisation steilen körm«n. Wie gesagt, uns erscheint diese ganze Frage nicht all das Qrundproblem des kommenden Kongresses. Ist jedoch diese Frage aufgerollt, weil ein so lebhaftes Interesse dafür vorherrscht, so behandle man auch diese Frage mit voller Verantwortung und unter Berücksichtigung der unbedingten Forderung einer großen Organisation. Bruno R a b i n o w It* Kongreßprobleme

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