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Die Stimme · 1931-05-07 · Heft 174 (7.5.1931) · page 10

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Journal
Die Stimme
Volume
4 (1931)
Issue
Heft 174 (7.5.1931)
Date
1931-05-07
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 DIE STIMME Nr. 174 7. Mal 193T auch in glänzender Weise mit dem Simpson-Bericht auseinandersetzt, ist im Keren-Kajemeth-Biiro zum Preise von S 5.50 erhältlich. Ring cU? Kc-:n Fajemcth. Otto Menzel stiftet S 2.— und ruft r.nsi\ i-s-Mten zu Spenden auf: Richard Müller, Alfred ülaser. Käthe Serog, Henryk Schreier, Jackie Rathcprecher, Franz Rix. Wahlinstruktion für die Wahl von Delegierten des österreichischen Landesschekelverbandes zum XVII. Zionistenkongreß § 1. Jedes Mitglied der Zionistischen Weltorganisation, welches durch die österreichische Landesschekelkommission den Schekel für das Jahr 5691 ordnungsgemäß und rechtzeitig abgeführt hat, besitzt mit erreichtem 18. Lebensjahr das aktive, mit erreichtem 24. Lebensjahr das passive Wahlrecht zum Kongreß. Das passive Wahlrecht ist außerdem noch an den Nachweis der Erfüllung der Verpflichtung gegenüber dem Keren Hajessod gebunden. § 2. Alle Mitglieder der Zionistischen Weltorganisation, die durch die österreichische Landesschekelkommission den Schekel entrichtet haben, bilden den Wahlkreis Oesterreich Die Wahlen finden auf Grund des proportionellen Listenwahlsystems nach Analogie der für die Wahl zum Vorstand der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde geltenden Art statt (§ 20 der Wahlordnung der Israelitischen Kultusgemeinde Wien). § 3. Die Hauptwahlkommission hat ihren Sitz in Wien, I.. Kärntnerstraße 28, und leitet die Wahlen zum Kongreß. Sie bestellt die verantwortlichen Wahlleiter, die den gebildeten Orts- resp. Bezirkswahlkommissionen Vorsitzen. Der Wahlleiter hat die Stimmzettel und alle sonstigen auf die Wahl bezughabenden Dokumente in Ordnung zu verwahren und zur Verfügung der übergeordneten Wahlbehörde (H. W. K.) zu halten. Dem Wahlleiter steht eine Ortswahlleitung von 2 bis 6 Mitgliedern zur Seite. Die allgemeinen Zionisten, die zionistischen Sonderverbände (Misrachi, Poale Zion, Hitachduth) und die Fraktionen des letzten Kongresses (Revisionisten, Radikale), sofern sie mit Wahlvorschlägen auftreten, sind berechtigt, je einen Vertreter in die Ortswahlleitung zu entsenden. Sollten noch andere Parteien mit selbständigen Wahlvorschlägen auftreten, so ist jede von ihnen berechtigt, je einen Vertrauensmann mit beratender Stimme in die Örtswahlleitung zu entsenden. § 4. Die Wahlen finden Mittwoch, den 3. Juni 1931, in der Zeit von 17 bis 22 Uhr statt. Für die Provinzorte können andere Wahltermine über motiviertes Einschreiten der Ortswahlkommission von der H. W. K. bewilligt werden. § 5. Die Wahlvorschläge sind bis zum 22. Mai 1931, 7 Uhr abends, beim Vorsitzenden der H. W. K., Herrn Dr. Arthur Immerglück, Wien, 1., Helferstorferstraße 9, einzureichen und gleichzeitig schriftliche Erklärungen der in dem Wahlvorschlag genannten Kandidaten vorzulegen, daß diese bereit sind, eine auf Grund dieses Wahlvorschlages erfolgende Wahl anzunehmen. Für auswärtige Kandidaten ist eine telegraphische Zustimmungserklärung zulässig. Für jeden Kandidaten kann ein Ersatzdelegierter angeführt werden, der an Stelle des Delegierten tritt, falls dieser ausscheidet. Werden Ersatzbewerber nicht namentlich angeführt, so gelten die in der eingereichten Liste angeführten Bewerber, die nicht zu Delegierten gewählt wurden, als Ersatzbewerber. Diese treten für den Fall des Ausscheidens eines oder mehrerer Delegierter einer Liste in der Reihenfolge des Wahlvorschlages an die Stelle des ausscheidenden Delegierten. Die Kandidaten und ihre Ersatzleute sind mit Vor- und Zunamen, Beruf und genauer Adresse anzuführen. Ob die Bedingungen der Wählbarkeit vorliegen, nimmt die H. W. K. von Amts wegen wahr. Ein Wahlvorschlag darf nicht mehrmals zweimal so viel Namen enthalten, als Delegierte zu wählen sind. § 6. Der Wahlvorschlag muß von mindestens 100 Wahlberechtigten, die ihre Vor- und Zunamen, Beruf und Adresse deutlich anzugeben haben, unterzeichnet werden. Kein Wahlberechtigter darf mehr als einen Wahlvorschlag unterzeichnen. Hat er mehrere unterschrieben, so ist seine Unterschrift aus allen Wahlvorschlägen zu streichen. Als Bevollmächtigter der Liste gilt, wer eigens dafür nominiert, bezw. der auf dem Wahlvorschlag an erster Stelle genannte Kandidat. Kommt ein Kandidat auf mehreren Listen vor, so hat die H. W. K. ihn auf allen Listen zu streichen, falls er seine Zustimmung zur Kandidatur auf mehreren Listen erteilt hat. Jeder Wahlvorschlag soll womöglich die Bestimmung enthalten, welcher der sechs zugelassenen Weltwahllisten die Reststimmen zugerechnet werden sollen. § 7. Die rechtzeitig eingegangenen Wahlvorschläge werden von der H. W. K. mit der angeführten Gruppenbezeichnung, sonst mit dem Namen des an erster Stelle stehenden Kandidaten bezeichnet. Die Zurückziehung eines Wahlvorschlages ist bis zum 29. Mai 1931 zulässig. Mehrere Wahlvorschläge können in der Weise miteinander verbunden werden, daß sie anderen Wahlvorschlägen gegenüber als einheitlicher Wahlvorschlag zu behandeln sind (Listenkoppelung). Die Verbindung der Wahlvorschläge muß der H. W. K. von den Vertretern der betreffenden Wahlvorschläge spätestens bis zum 29. Mai 1931 schriftlich bekanntgegeben werden. § 8. Die Wahl findet auf Grund von Wählerlisten statt, welche von der H. W. K. angelegt werden. In diese werden sämtliche Schekelzahler, die für das Jahr 5691 ihren Schekel bei der Landesschekelkommission fristgerecht entrichtet haben und das aktive Wahlrecht besitzen, aufgenommen. Diese Wählerlisten werden im Bureau der H. W. K. und an weiteren von der H. W. K. zu bestimmenden Stellen in der Zeit vom 20. bis 27. Mai 1931 zur öffentlichen Einsichtnahme aufgelegt werden. Innerhalb dieser Frist können von Wahlberechtigten Proteste gegen die Aufnahme oder Nichtaufnahme von Wählern bei der H. W. K. erhoben werden. Die Schekelzahler, deren Schekalim nachträglich, und zwar nicht später als 10 Tage nach dem Stichtage, also bis längstens 14. Mai 1931, bei der Landesschekelkommission eingezahlt •srofden sind, werden in einer nachträglichen Liste den Ortswahlleitungen bekanntgegeben werden und dürfen ihr Wahlrecht ausüben. § 9. Die Wahl ist direkt und geheim. Jeder Wähler muß persönlich in dem nach seiner Adresse für ihn zuständigen Wahllokal erscheinen. Er nennt der Wahlkommission seinen Namen und seine Adresse, gibt seinen Stimmzettel in das ihm, vom Wahlleiter eingehändigte Wahlkuvert, überreicht sodann dieses dem Wahlleiter, der es in die Wahlurne wirft. Die Wahlkommissionen haben nur solche Wähler zur Abstimmung zuzulassen, die in der Wählerliste enthalten sind und ihre Identität mit einem Personaldokument (Geburtsschein, Heimatsschein, Trauungsschein, Reisepaß oder sonstiger Legimation mit Lichtbild — Meldezettel allein genügt nicht) auszuweisen vermögen. Bestehen Zweifel darüber, ob ein Wähler das 18. Lebensjahr vollendet hat, ist die Wahlkommission berechtigt, die Zulassung zur Wahl von der Vorlegung eines Dokumentes, au3 dem das Alter des Wäiügjß i Jpuvorgeht, abhängig zu machen, S'r § 10. Auf dem Stimmzettel muß der Wähler den Namen des Listenführers oder der Gruppenbezeichnung eines kundgemachten Wahlvorschlages angeben. Stimmzettel, die diesen Bedingungen nicht entsprechen, sind ungültig. Aeiuieningen in der Liste oder Streichung0!! c\:\.e.ner l.'-Mu!;.int‘'nnnnini gelten als mein vorgenomtnen. Beenden sich in einem Wahlkuvert mehrere Stimmzettel der gleichen Liste, so ist nur eine hievon gültig, beenden sich jedoch in einem Kuvert Stimmzettel verschiedener Listen, so sind sie sämtlich ungültig. § 11. Nach der Beendigung der Wahl wird die Wahlurne geöffnet und von der Wahlkommission das Ergebnis der Wahl feststellt. Die Wahlhandlung und die Ermittlung des Ergebnisses sind öffentlich. § 12. Ueber das Ergebnis der Wahl ist ein Protokoll in drei Exemplaren aufzunehmen, in welchem die Anzahl der abgegebenen, der gültigen und der auf jedem Wahlvorschlag entfallenden Stimmen anzuführen ist. Das Wahlprotokoil samt Stimmzetteln und allen anderen auf die Wahl bezughabenden Akten sind unverzüglich an die H. W. K. zu Händen des Vorsitzenden, Wien, I., Kärntnerstraße 28, zu übermitteln. Nach Einlangen der Wiener Wahlprotokolle findet ein Teilskrutinium und nach Einlangen der Wahlprotokolle aus der Provinz das endgültige Skrutinium bei der H. W. K. in Wien statt. Das Wahlergebnis ist von der H. W. K. öffentlich kundzumachen. § 13. Bei Einreichen einer einzigen Liste oder Zurückziehung aller Listen bis auf eine entfällt jeglicher Wahlakt. § 14. Ein Delegierter darf nur ein Mandat übernehmen und ausüben. § 15. Wahlproteste müssen von mindestens 20 Wählern mit Vor- und Zunamen, Beruf und Adresse deutlich unterzeichnet sein. Sie haben folgende Bestimmungen zu enthalten: Die Proteste müssen schriftlich in zwei Exemplaren eingebracht werden, wovon eines an die H. W. K., eines an die Exekutive der Zionistischen Weltorganisation, 77 Great Russell Street, London W. C. 1, zu richten ist. Die Proteste müssen spätestens bis 10. Juni 1931 am Orte ihrer Bestimmung eintreffen. Jeder Protest muß enthalten: 1. Genaue Bezeichnung des Wahlortes, bezw. Wahlkreises. 2. Angabe der Tatsachen, die angefochten werden. 3. Angabe von Beweismitteln und wenn möglich auch Vorlage von Zeugenaussagen, die eigenhändig gezeichnet sein müssen. § 16. Beschwerden gegen Verfügungen der H. W. K. können an den Kongreßanwalt Dr. Aron Bardt, Berlin, Friedrich-Ebert-Straße 28, gerichtet werden. § 17. Die vorliegende Wahlinstruktion stellt eine Ergänzung der auf die Wahl bezughabenden Bestimmungen des Statuts, sowie des Wahlreglements der Zionistischen Weltorganisation dar. Die Hauptwahlkommission des Landesschekelverbandes für Oesterreich. Ankündigungen und Mitteilungen Ing. Kaplansky, Mitglied der zionistischen Exekutive, London, wird — wie wir erfahren — am 19. und 20. Mai in Wien weilen und hier einen Vortrag halten. Näheres in der nächsten Nummer der «Stimme». Zionistische Bezirkssektion Xü/XIV/XV. Im Rahmen des von der Bezirkssektion veranctalteten Vortragszyklus sprach am 27. April d. J. Dr. Chaim Tartakower über «Die Ideologie des Zionismus». Dr. Tartakower verfolgte die Uranfänge des Zionismus zurück bis auf die Zeit nach der Zerstörung des zweiten Tempels, schilderte die Entwicklung der zionistischen Idee, die zuerst in fast allen Gebeten der Juden ihren Ausdruck fand, berührte die einzelnen Bewegungen der früheren Jahrhunderte, den Messianismus, die kabbalistische Bewegung und den Chassidismus. Der Referent behandelte dann eingehend die zionistische Idee nach ihrer politischen Seite (Vertreter Dr. Pinsker, Hauptforderung: politisches Selbstbestimmungsrecht!), nach ihrer sozialen und kulturellen Seite, und schloß mit einem warmen Appell, die Einheit im Zionismus zu wahren und hochzuhalten, da nur dann die zionistische Idee von Erfolg begleitet sein könne. An den ausgezeichneten Vortrag schloß sich eine lebhafte Diskussion an. Jugendverein «Erez Israel». Sonntag, den 10. d. M., fagesausflug. Samstag abends Besprechung im Heim. Mittwoch, den 13. d. M., Vortrag um 8 Uhr abends im Heime, II., Zirkusgasse 33. Besondere Einladungen ergehen schriftlich. Künstlerischer Konzertabend im XX. Bezirk. Die von einem Komitee am 4. d. M. in der Toynbeehalle veranstaltete Lag-b’Omer-Feier gestaltete sich zu einem Abend, der auf hohem künstlerischen Niveau stand. Insbesondere ragten zwei Kräfte hervor, die viel versprachen: die Pianistin Emmi Hoffmann und der kleine Violinvirtuose Hirschfeld, ein Schüler Prof. Julius Ebensteins. Der Tenor Segall-Rosenbach ist bereits einem großen Publikum bekannt. Sein neues hebräisches und jüdisches. Repertoir fand großen Beifall. Samuel Schwa- P6r verstand auch mit ernsten jüdischen Dichtungen (J. L. erez) das. Publikum zu fesseln. Der aus Berlin zurückgekehrte bekannte Volksliedersänger'Samuel'Margulies wurde warm aufgenommen. Kapellmeister Kurt Kronfeld, der. die Begleitung in gewohnt vollendeter Weise besorgte, erfreute auch durch Vorträge klassischer und neuer Werke. Allen Mitwirkenden wird auf diesem Wege der besondere Dank ausgesprochen. Diskussionsabend der Sektionen I, Ul, 1V/V, VIII/1X. Mittwoch, den 13. Mai, spricht um Uhr abends Dr. Tartakower im Blauen Saal des Caf6 Silier, Wien, I., Schwedenplatz, über Kolonisationsfragen. Gäste herzl. willkommen! Hlstadruth Ivrith, II., Kleine Mohrengasse 3. Samstag, den 9. Mai, 8 Uhr, spricht der hebräische Schriftsteller Dr. Zwi Sohar aus Palästina über: «Problemoth hachinuch haiwri bagolah tiwaarez». — Jeden Dienstag und Donnerstag abends ist der hebräische Lesesaal offen. Dienstag, den 13. Mai, präzise %8 Uhr: Sitzung des erweiterten Ausschusses. Sämtliche Jugendorganisationen und schriftlich eingeladenen Persönlichkenen werden hiemit ersucht, an dieser Sitzung unbedingt teilzunehmen. — «Dewarenu» ist in allen Zeitungskiosken erhältlich. «Mosnajim* und «Ketuvim» erhältlich: Zeitungskiosk L, Schottenring, beim Bankverein und 38er- Schleife, Opernring, vis-a-vis Operncaf6; II., Taborstraße, beim Cafö National; XX., Wallensteinplatz. Fahneneinweihung des Haschomer Hadati. Zu der am 10. Mai im Kahlenbergerdorf (Aufstieg Wienerstraße 120) stattfindenden Fabneneinweihung trifft sich die 1. Gruppe um 8 Uhr vormittag?, die 2. Gruppe um Uhr nachmittags im Helme, II., Praterstraße 11. uäste herzlich willkommen! Fahrt nach Bratislava, Für die am 24. und 25. Mai stattfindende Zweitagsfahrt nach Bratislava werden Anmeldungen bis längstens 17. Mai im Sekretariat, II., Praterstraße 11, von , g bis IQ Uhr abends entgegengenoramen. Sommerlager. Anmeldungen für das Sommerlager In Weißenbach an der Triesting täglidi von 7 bis 10 Uhr abends in der Hanhalah des Haschomer hadati. Exkursion in die städtischen Gaswerke. Der Brith Hanoai ilamisrachi veranstaltet am Sonntag, den 17. Mai, eine Exkursion in die städtischen Gaswerke. Treffpunkt 8 Uhr früh im Heim. Der Bethaus- und Krankenunterstützungu-Verefa «Jeschias Acliem» («Brüderliche Hilfe»), Wien, II., Darwin» gasse 21, hat auch im heurigen Jahr an Notbedürftige für die Osterfeiertage Mazzot und Geldunterstützungen verteilt, Karlsbad. Die Zionistische Ortsgruppe Karlsbad eröffnet am Donnerstag, den 7. Mai 1931, ihre diesjährigen Sommertagungen im Hotel «Glattauer», Parkstraße. Wie alljährlich, so finden auch in diesem Jahre Vortrags- und Dikussions« abend allwöchentlich statt. Eine Anzahl prominenter Zionisten wird Vorträge im Rahmen unserer Ortsgruppe halten.. Die Zionistische Ortsgruppe in Karlsbad ersucht alle Freunde und Gesinnungsgenossen, die Vereinsabende recht regelmäßig zu besuchen. Chajes-Realgytnnasium, II., Castellezgasse 35. Aufnahme in die erste bis achte Klasse täglich zwischen 12 und 1 Uhr in der Direktionskanzlei. Verein zur Bekleidung und Unterstützung armer, alter Männer israelitischer Konfession, Wien, II., Ferdinandstraße 19. Seit mehr als drei Jahrzehnten bemüht sich unser Verein, dem großen Elend zu steuern, das so viele alte ülaubensbrüder zu erdulden haben. Während des Krieges, da die Söhne ihre alten Väter oder Angehörigen in größter Not zurückließen, hatte unser Verein für diese Kriegsopfer viel Gutes geleistet. Wir beabsichtigen, in einer am 18. Mai um y2l Uhr abends im Sitzungssaal der Israelitischen Kultusgemeinde stattfindenden Versammlung einen genauen Tätigkeitsbericht zu erstatten, aus dem ersehen werden 'sollt wie notwendig unser Verein in Wien ist. Der derzeitige Vorstand des Vereines, an dessen Spitze Dr. Elias Münz stellt, wendet sich an die große Oeffentlichkeit mit der Bitte um Unterstützung und hofft, daß die geschätzten jüdischen ülaubensbrüder und Schwestern der armen Greise mit einer.: Spende, eventuell auch Wäsche und Kleider, gedenke^ werden. ... Jüdischer Sport Fußball Druckers Debüt. F. C. Hakoah spielte bekanntlich am 1. Mai in Tyrnau gegen den dortigen S. C. Rapid und siegte 4:1 (2 :1). Dieser Erfolg ist ziemlich hoch zu werten, da er gegen einen Gegner erzielt wurde, der gerade in der letzten Zeit durch sensationelle Erfolge gegen Wiener erstklassige Mannschaften von sich reden machte. Rapid-Trnava, der Zweitplacierte in der slowakischen Meisterschaft, repräsentiert die Spielstärke einer Hakoah in Durchschnittform und erzielte in der letzten Zeit folgende Ergebnisse: gegen Austria 4 :2, Nicholson 6 : 1, Simmering 7 : 1 gewonnen, gegen Sportklub 3 :3. Nur der W. A. C. siegte mit Ach und Krach 2 :1. Die Hakoahmannschaft mußte also eine besondere Leistung bieten, um einen so tüchtigen Gegner mit dem erwähnten Skore abfertigen zu können. Die Einstellung Druckers hat den Kampfwert der Elf um eine volle Klasse gehoben. Der hervorragende Zenterhalf, dessen technische und taktische Fähigkeiten ja allbekannt sind, hat seinen einzigen Fehler, sein mangelndes Stehvermögen, in Amerika abgelegt. Dort mußte er oft dreimal in der Woche antreten und ist heute so hart trainiert, daß er jedes Tempo bis zum Schlüsse durchhält. Durch seine Einstellung ist das Mannschaftsgefüge kolossal gefestigt worden, er versorgte die Stürmer unermüdlich mit vorbildlichen Paßbällen und zwang sie förmlich zu systemvollen Angriffsspiel, ln Stroß und Placzek hatte er zwei tüchtige Assistenten und auch die beiden Verteidiger gefielen trotz eines Eigentores. Der Sturm hatte in Donnenfeld und Mausner seine treibenden Kräfte, aber auch die anderen konnten gefallen. Ehrlich erzielte einen herrlichen Treffer, dem aber der Tyrnauer Schiedsrichter die Anerkennung versagte. Mit Ausnahme der ersten 20 Minuten nach der Pause konnten die Hakoahner eine klare Ueberlegenheit geltend machen. Die Torschützen waren: Mausner (2), Donnenfeld, Feldmann (Elfer). Aufstellung: Oppenheim; Feldmann, Amster; Placzek, Drucker, Stroß; Ehrlich, Donnenfeld, Neumann II, Mausner, Katz. H. S p. Erweiterung der I. Liga beschlossen! Der Spielausschuß faßte den Beschluß, für die kam* mende Saison die Zahl der erstklassigen Vereine auf zwölf zu erhöhen. Der Vorschlag, die Erhöhung in der Weise durchzuführen, daß der Letztpiacierte der I. Klasse in die II. Klasse absteigt, während außer dem Erstplacierten der II. Liga der Grazer A. C. kampflos in die Professionalliga aufgenommen werden soll, die Hakoah hingegen in zwei Qualifikationskämpfen mit dem Absteigenden um die Erstklassigkeit kämpfen müßte, wurde bisher nicht zum Beschlüsse erhoben, weshalb wir uns einstweilen einer Kritik dieses merkwürdigen Antrages enthalten. Herr Dr. Fuchs und der Klassenwechsel In einer der letzten Spielausschußsitzungen der I. Liga trat Schönecker für ein Avancement der Hakoah ein undbegründete seinen Antrag mit der wirtschaftlichen Not der Erstklassigen. Er stellte das Fiasko des Wintercups fest, und seine Ansicht, daß die Hakoah für die Vereine eine größere Sanierungsmöglichkeit bedeute als die bisher getroffenen Maßnahmen, fand fast allgemeine Zustimmung. Nur der Vertreter des W. A. C., Herr Dr. Fuchs (ein getaufter Jude) sprach sich gegen diesen Antrag aus. Herr >r. Fuchs ist sicher nicht so naiv, zu glauben, durch die Vernichtung des Bezirksrivalen jüdische Anhänger für seinen Verein gewinnen zu können. Er wird es keinem Jtidischnationalen zumuten, einem Verein Gefolgschaft zu leisten, der durch einen getauften Juden repräsentiert wird! Sollte seine gehässige Stellungnahme gegen den F. C. Hakoah ab«* darauf zurückzuführen sein, daß er seine jüdische Abstammung verbergen will, dann ist er auf dem Holzwege. Es gibt in Wien nicht so viel Jordanwasser, um ihn in den Augen seiner Verbandskollegen rassenrein zu machen. Das Judentum braucht seinem verlorenen Sohne keine Träne nachzuweinen, es ist nur peinlich für die Verbandsvertreter der Hakoah, wenn ein Ex-Israelit als einziger unter so vielen wirklichen Nichtiuden aufsteht, um gegen den jüdischen Verein zu sprechen! Sp. Hakoah spielt kommenden Sonntag auf eigenem Platze ihr fälliges Meisterschaftsspiel gegen Simmering m verstärkte! Aufstellung, mit Drucker als Zenterhalf." Drei neue Stürmer ln Sicht! Hakoah unterhandelt nicht nur mit den Brüdern Grünfeld (Stuttgart), sondern auch mit einem hochtalentierten jungen Mittelstürmer aus der Mfflggjjf Khen Provinz

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