Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 174 (7.5.1931)
- Date
- 1931-05-07
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 174 — 7. Mai 1931 DIE STIMME Seit* 9 ZhHitsfl$dK$ Ufta hi Win Parteisteuer Das Undeskomitee hat sich an alle Organisationen gewendet und sie darauf aufmerksam gemacht, daB die ganze Parteisteuer ehestens abzuführen ist, damit ihre Mitglieder zu dem bevorstehenden Uelegiertentag das Wahlrecht ausüben können, Das Landeskomitee legt Wert darauf, daß nicht nur eine sofortige Ablieferung erfolgt, sondern daß alle Organisationen sich noch bemühen, die Zahl Ihrer Mit* güeder zu erhöhen und die Parteisteuer bei diesen Mitgliedern einzuheben. Die Parteisteuer ist nicht nur ein Bekenntnis zur Organisation, sie beschafft auch der Leitung die Mittel, ohne welche sie nicht arbeiten kann. Es genügt nicht, daß die einzelnen Telle der Organisation an die Leitung mit Forderungen herantreten, sie müssen auch Ihrerseits ihren Verpflichtungen der Leitung gegenüber nachkommen. Die Frist zur Bezahlung der Parteisteuer wird mit dem 15. Mai 1931 festgesetzt. Gleichzeitig sind die Mitgliederlisten mit genauer Angabe des Berufes und der Adressen der einzelnen Mitglieder dem Landeskomitee vorzulegen. Helfet beim Ausbau der Organisationen! Führet die, Parteisteuer in vollem Umfange rechtzeitig ab! Das Zionistische Landeskomitee für Oesterreich. Gang zum Grabe Theodor Herzls Wie wir bereits in der vorwöchigen Nummer der «Stimme» aufmerksam gemacht haben, findet der diesjährige Gang zum Grabe Theodor Herzls am Döblinger Friedhof Sonntag, den 31. Mal 1931, um Va 10 Uhr vormittags statt. Alle Körperschaften und Gesinnungsgenossen werden aufgefordert, sich zahlreich und pünktlich einzufinden. Aufstellungsplan. Gruppe I: Mitglieder des Aktionskomitees, LändeSkomitees, auswärtige Delegierte, Parteiratsmitglieder, Keren Hajessod, Keren Kajemeth, Vorstände der Fraktionen, Föderationen und Sonderverbände: Hochschule für Bodenkultur (Rampe), Richtung Petei*Jordän-Straße^^^ G r u p p e 11 : Zionistisch-akademische Verbindungen und Vereine Oesterreichs, Gesamtverband jüdischer Hochschüler Oesterreichs «Judäa»; anschließend an Gruppe I, Hochschule für Bodenkultur (Rampe). Gruppe III: Frauenorganisation: Feistmantelstraße, von der Hochschulstraße an. Gruppe IV: Bezirkssektionen I—IX: LinnSplatz, von der Hochschulstraße an. Gruppe V: Bezirkssektionen X—XXI: Dittesgasse, Ecke Felix-Mottl-Straße. G r u p p e VI : Fraktionen und Sonderverbände: a) Hitachduth, Misrachi, Poale Zion, Turn- und Sportverband, Union der Zionisten-Revisionisten: Blaasstraße, Richtung Felix.Mottl-Straße; b) Verband der demokratischen Zionisten: Peter-Jordan- Straße* Ecke: Hochschulstraße.?G r u p p e V11: Jugendgruppen, die am Aufmarsch von der Fränz-josefs-Bahn nicht teilnehmen: Cottagegasse, von der Felix-Mottl-Straße an. Der Aufmarsch erfolgt in der angegebenen Reihenfolge.-Die jugendgruppen formieren sich um 8 Uhr früh'bei der Franz-josefs-Bahn (Nordbergstraße) und marschieren, über Alserbaclistraße, Nußdorferstraße, Billrothstraße,. Felix-Mottl-Straße zum gemeinsamen Treffpunkt. Die Jugendgruppen formieren sich in folgender Reihenfolge: a) die dem Zionistischen Landeskomitee. und der Misrachi angehörenden Gruppen; b) die dem Linkskartelt angehörenden Gruppen; c) andere jüdische Gruppen. Der Aufmarsch beginnt um präzise: Jß!0 Uhr, Treffpunkt *410 Uhr an den angegebenen Plätzen. Schekelaktion Die Zionistische Exekutive hat den Endtermin für die Schekelverrechnung zur Zugrundelegung der Delegiertenmandate für den 4, Mal bestimmt. Es werden aber alle jene Schekelzahler, die zehn Tage nach diesem Termin, also bis zum 14. Mai ihren Schekel einzahlen, in die Wählerliste aufgenommen und können ihr Wahlrecht zum Kongreß ausüben. Es werden daher alle Gesinnungsgenossen, die ihren Schekel noch nicht entrichtet haben, auf diese Bestimmung aufmerksam gemacht und aufgefordert, rechtzeitig ihren Schekel zu kaufen. |"Täfo!^ritäfi!!erlS Kflisllliöli in allen ApolbfeVo». Vertriob^sellm'hftll.lX .titeehtenstelnstf.il .Teil AlMlO Montag, den 4. Mal, ist Frau Karollne Körner, die Mutter unseres geschätzten Gesinnungsgenossen Herrn Dr. Isidor Körner, in Prerau gestorben. Dienstag, den 5. Mai, fand da» Leichenbegängnis statt. Mit Kulttisrat Dr. Isidor Körner, den der Verlust seiner geliebten Mutter schwer trifft, trauern die Insassen des israelitischen Versorgungshelmes, denen Dr. Körner ein väterlicher Führer geworden ist. Diskussionsabende Als zweite Veranstaltung der gemeinsamen Diekussionsabende, veranstaltet von den Sektionen 1, UI, IV/V, VIII/1X, findet am Mittwoch, den 13. Mai um halb 9 Uhr abends im Blauen Saal des Cafe Silier, 1., Schwedenplatz, Mezzanin, die Aussprache Über die Frage der Bodenprobleme Palästinas und Keren Kajemeth statt. Das einleitende Referat hält Herr Doktor Chalm Tartakower. Lag b’Omer-Aktlon der jüdischen Frauen zugunsten des Keren Kajemeth Die «WIZO» Oesterreich, die Jung-Wizo und die Mädchenvereinigung «Mirjam» Veranstalten gemäß den Weisungen der Welt-Wizo-Zentrale eine Lag b’Omer-Aktion, die ausschließlich dem Keren Kajemeth gewidmet ist. Diese Aktion wird am Dienstag, den 12. Mai, 8 Uhr abends, im Heime der «Mirjam», I., Jordangasse 7, durch ein Meeting der Mitglieder dieser Organisationen, denen sich wahrscheinlich andere jüdische Frauenorganisationen anschließen werden, eingeleitet. Die Präsidentin der Österreichischen «WIZO» Frau Dr. Sophie L ö w e n h e r z, die Präsidentin der «Mirjam» Frau Dir. Marie P o 11 a k und Frau Dr. Nadja Stein werden referieren, letztere über das Thema «Raum für alle hat die Erde». Die jüdischen Frauen werden die Gelegenheit benützen, um anläßlich (dieser Aktion die KKL-BUchse in denjenigen Häusern ihres Bekanntenkreises placieren, in welchen diese noch nicht vorhanden ist. Ferner soll diese Aktion den Betrag aufbringen, durch den der zehnjährige Bestand der «WIZO» Oesterreich ins Goldene Buch des Keren Kajemeth eingetragen werden soll. Rabbi Jakob Josef Twerski s. A. Am vergangenen Freitag trugen wir ihn zu Grabe. Ein jäher Tod riß ihn in der Vollkraft seines Schaffens, im 58. Lebensjahre, aus unserer Mitte. Tausende sind trauernd seiner Bahre gefolgt. Als Sprosse der berühmten Zaddikimfamilie, der «Czernobler», in Rachmistriwk (Ukraine) geboren und mit der Zaddikimfamilie der «Sadagorer» eng verschwägert, ließ sich Jakob Josef Twerski in seiner Jugend in Strusow (Galizien) nieder, verlegte später seinen Wohnsitz nach StaniSlau und wurde deshalb mit dem Beinamen «Der Stanislauer» bezeichnet. Dank seinem einnehmenden Wesen gewann er bald Tausende von Anhängern. Im Gegensatz zu vielen anderen Chassidimführern nahm er großes Interesse an unserer wachsenden nationalen Bewegung und bemühte sich überall, namentlich aber in den Herzen der chassidischen lugend, Verständnis für unser Aufbauwerk im Lande der Väter zu weckerf, um sich dann offen, trotz Widerspruches aus seinen Kreisen, in. unsere Reihen zu stellen.. Die Wirren des Weltkrieges brachten ihn nach Wien. Hier fand er die Zeit und den Böden günstig für die nationale Arbeit -Freudig folgte er dem Rufe seines leiblichen und geistigen Verwandten, des unvergeßlichen Rabbi Chaim Schapira, genannt der «Drohobyczer». Es galt, in dem zu gründenden Verein «Jischuw Erez Israel» die vielen aus dem Osten geflüchteten Traditionstreuen zu organisieren und dem zionistischen Gedanken zuzuführen. Mehr als 600 waren es, die auf den ersten Ruf zum «Jischuw Erez Israel» kamen. Der «Jischuw Erez Israel» wuchs dann, unter Anschluß der thoratreuen Zionisten aus Wien und anderen Ländern, zur «Misrachistischen Landeszentrale für Oesterreich». Es war dies ein Werk, um dessen Zustandekommen sich namentlich R. Jakob Josef Twerski verdient gemacht hatte. Sein Arbeitseifer und die Hingabe, mit der er sich dem Misrachi widmete, waren bewundernswert. Die Arbeit um die Versorgung der durchreisenden misrachistischen Chaluzim lag Ihm ganz besonders am Herzen. Die durch ihren Seelenadel und Arbeitsfreude ausgezeichneten Lichtgestalten des R. Chaim Schapira und R. Jakob Josef Twerski waren es, die die Genossen zu Arbeit und Opfer hinrissen. R. Chaim Schapira war die ruhige, verklärte« und R. Jakob Josef Twerski die temperamentvolle, dynamische Triebkraft des Misrachi. R. Chaim Schapira vermmmmmmmmmasrnrnrnmemmmmmmmaemmBsam mochte nicht länger^?ein ganzes Leben in der Gahith z* verbringen. Er ging in das Land der Väter, wo er von affet! Schichten des jüdischen Palästina, die linksfädlkäle Arbeiterschaft nicht ausgenommen, verehrt und vergöttert wurde. Nun ruht er am Oelberge in heiliger Erde, R. Jakob Josef Twersky konnte zwingender persönlicher Umstände halber dem Rufe Sehapiras nicht folgen. Doch ging er vor etwa eineinhalb Jahren wenigstens für einige Monate nach Erez Israel, um unser nationales Aufbauwerk mit eigenen Augen zu sehen. Glückstrahlend und hoffntmeaffetfdfg kehrte er zurück. Den durch traurige innere Verhältnisse geschwächten Misrachi in Wien suchte er tum zu erneuern und die verstreuten abseitsstehenden Kräfte tti zionisfisctMnftraehfstlsvher Arbeit ztt sammeln und zu einen. Noch in den letzten Tagen fanden über seine Initiative dahinzlelende Besprechungen und Beratungen statt. Nun hat ihn ein unerbittliches Schicksal UftS plötzlich entrissen. Ueber diesen schweren Verlust trauern sein in Jerusalem lebender Vater R. Chaim Nachman, seine WKwe und seine Söhne tmü-viele tausende seiner Anhänger, Verehrer und Freunde. Secher Zadtllk Liwrachnh. Dr. Samuel Rappsport. Die Arbeit des Keren Kaiemeth Das Silberne Buch des Keren Kajemeth (Sefer Hakesef). Ueber Vorschlag des Gg. Dr. Siegfried Plaschkes hat der Keren Kajemetlt Oesterreich ein Silbernes Buch angelegt, Dieses Buch wird ln Oesterreich geführt. Es soll ein Volksbuch werden, mit allen Jenen, die sich um die zionistische Arbeit In Oesterreich verdient gemacht, Der Efntragutigsprefs beträgt 1 Pfund, Ueber jede Eintragung erhält der Eingetragene ein Diplom, das die Größe und Form der Eintragungsseite des Silbernen Buches hat. Die Dlplomgebühr beträgt S 1.—. Das Buch liegt bereits im Keren Kajemeth Wien auf, Die ersten Eintragungen werden demnächst durchgeführt werden. Die Elmveihungselntragurtg ist dem diesjährigen Geburtstag Theodor Herzls gewidmet, der auch der Tag der Eröffnung des Silbernen Buches Ist. Versicherungen zugunsten des Keren Kajemeth. Die Versicherungsabteilung des Keren Kajemeth hat eine Aktion eingeleitet, die bezweckt, Versicherungen zugunsten des Keren Kajemeth durchzuführen, und zwar auf folgender Grundlage: Im Erlebensfälle fällt die versicherte Summe ganz dem Keren Kajemeth, im Ablebensfalle die eine Hälfte den Erben des Versicherten, die andere Hälfte dem Keren Kajemeth zu. Durch die Aktion sollen dem Keren Kajemeth neben den Spenden neue Mittel zum Zwecke der Ausdehnung des jüdischen Bodenbesitzes für die jüdische Kolonisation zufließen. Schon nach drei Jahren erhält der Keren Kajemeth gegen minimale Zinsen 65 Prozent der eingezahlten Prämien zu seiner freien Verfügung. Bisher haben 50 Personen auf Insgesamt S 60.000.— abgeschlossen. Außer den bereits angeführten Gg. haben weiters nachstehende Gg. solche Versicherungen abgeschlossen: Dr. Mayer Präger, Rudolf Smerd. Goldbuch Franz Obersohn. Freunde des verunglückten Franz Obersohn haben auf seinen Namen eine Sammlung für eine Goldbucheintragung eingeleitet. Die erste Sammlung hat den Betrag von S 163.— ergeben. Eintragung ins Silberne Buch des Keren Kajemeth. Gg. Med.-Rat Samuel Ruß wird durch Gg. Dr. Ferdinand Knecht ins Silberne Buch des Keren Kajemeth eingetragen. Gg. Oskar Schladmich hat an Sammlungen den Gesamtbetrag von S 210.— an den Keren Kajemeth abgeführt, darunter eine Sachverständigengebühr in der Höhe von S 40.—. KKL-Sammlungen bei Familienfeierlichkeiten (Hochzeiten, Brith Miloth, Bar MiZwoth u. dg!.). Diese Familienfeierlichkeiten bieten günstige Gelegenheit, Sammlungen für den Keren Kajemeth zu veranstalten. Es gibt eine Reihe von Gg., die sich freiwillig in den Dienst dieser Tätigkeit stellen. Damit derlei Gelegenheiten genügend ausgenützt werden können, muß der Keren Kajemeth von allen solchen Festlichkeiten Kenntnis erhalten. Alle Gg. und Freunde des Keren Kajemeth werden hiermit höflichst ersucht, dem Keren Kajemeth-Büro dergleichen Feierlichkeiten mit genauer Angabe der Adresse der Veranstalter bekanntzugeben. Leerung an Sabbaten und jüdischen Feiertagen. Die KKL*Mitarbeiter werden neuerlich daran erinnert, daß jede Leerung an Sabbaten und jüdischen Feiertagen absolut unzulässig ist. Auf den Leerungsbogen haben wir speziell eine Anmerkung, die diese« Verbot enthält, angebracht. Die Mitarbeiter werden daher im Interesse des Keren Kajemeth nochmal» ersucht, sich an dieses Verbot absolut zu halten. Das neue Buch von Granowsky: «Die Bodenfrage und der jüdische Aufbau Palästinas», das sich Am raulierlafl spendet jeder Jude Bäume im Chajes-Walde oder trägt seine Mutter ins SlilieriieBudft Üm*^ l|«C*i ii«a|CTOeifc ein. .Auskünfte beim Keren Kajemeth. Wien, L Kärntnerstraße 28, Telephon-Nr, R-27-3*2P