Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 172 (23.4.1931)
- Date
- 1931-04-23
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 DIE STIMME N: m 23. April 103 t Klub Jung-Wizo Am 14. April 1931 fand im Klubsaal des Cafd Boulevard, Mariahilferstraße 127, ein von der Jung-Wizo veranstalteter Gesellschaftsabend statt Bei äußerst zahlreichem Besuch nahm dieser einen anregenden Verlauf. Nach einer kurzen Begrüßung der Anwesenden durch Frau Dr. Amalie Kantor brachte Herr Samuel Krybus aus Tel Aviv hebräische und jüdische Lieder zum Vortrag. Zur Unterhaltung des Publikums trugen dann insbesondere die künstlerischen Darbietungen der Herren Leo Plohn, Robert Helft, Rudolf Inländer, N. Großlicht sowie die Frau Mania Barth bei. Vollste Anerkennung sei den Künstlern sowie Frau L. Löry gezollt, die sich um das Gelingen dieses Abends verdient gemacht haben. Den Schlußeffekt der Veranstaltung bildete die Wahl der Miß Jung-Wizo, bei der zwei Damen, Frau Mella Kohn und Ida Schwitzer, in engere Konkurrenz traten. Der Preis wurde der letzteren als Miß Jung-Wizo zuerkannt. A. K. „Lemaan Dewarenu“ Dem Präsidium «Lemaan Dewarenu» gehören an: Rabbiner Dr. D. Feuclitwang, Überrabb.-Stellv.; Prof. Dr. S. Frankfurter, Hofrat; Prof. Dr. Samuel Krauß; Dr. Dawid Rothblum, Rechtsanwalt; Dr. Robinsohn, Primarius; A. Bauminger, Mitglied des Kultusvorstandes; Jakob Brandstätter. Das Komitee «Lemaan Dewarenu» beginnt in nächster Zeit mit einer intensiven Aktion zur Schaffung eines Dewarenu-Pressetonds. Die Redaktion erhält täglich Briefe von nah und fern, die ihrer Freude über den Bestand unserer Zeitschrift und ihrer Anerkennung für die Mitarbeiter Ausdruck geben. Durch Festsetzung eines sehr mäßigen Bezugspreises ermöglichen wir es weitesten Kreisen, unsere Zeitschrift zu abonnieren. So haben wir tatsächlich viele Freunde unserer Zeitschrift gewonnen, doch sollen es noch weit mehr werden. Es ergeht daher an alle Freunde der hebräischen Sprache der Ruf: Fördert ein hebräisches Kulturwerk! Spendet mit offener Hand für den Pressefonds! Zahlet pünktlich den geringen Bezugspreis! Sichert den Bestand einer hebräischen Tribüne! Das Komitee «Lemaan Dewarenu». Die Administration «Dewarenu». Ankündigungen und Mitteilungen Liga für das arbeitende Palästina in Oesterreich. Dienstag, den 28. April, 8 Uhr abends, im Vortragssaale der Zion. Mädchenvereinigung Mirjam dringende Mitgliederversammlung: Referenten Dr. Leo üoldhammer und Ing. Zwi Krämer. Klub Jung-Wizo, 1., Jordangasse 7. Dienstag, den 28. d., um 8 Uhr abends, Vortrag des Herrn Ludwig Bato über das Thema: «Jüdischer Nationalismus». Ein Pessach scheni- und Lag baomer-Fest (Schülerfest) der hebräischen Schule Prater wird Sonntag, den 3. Mai, um 3 Uhr nachmittags, im Theatersaal «Reklame», Praterstraße 34, abgehalten werden. Der hebräische Kinderchor bringt unter anderem zur Aufführung: «Schir haschiri m», eine Chaluzimszene in Palästina; «Lag baomer im jüdischen Dorfe»; Sederabend beim Wunderrabbi», ein Festspiel mit Gesängen von Mayer Chartiner. Kartenvorverkauf im Heime der zion. Sektion-Prater, R., Jungstraße 8, täglich von 3 bis 7 Uhr abends, und an der Tageskassa. Histadruth Iwrith, II., Kleine Mohrengasse 3. Der hebräische Lesesaal ist jeden Dienstag und Donnerstag abends offen. Sämtliche hebräische Zeitungen liegen auf. Jeden Mittwoch, 8 Uhr abends: Arbeitsgemeinschaft für neuhebräische Literatur. Samstag, den 25. April, 8 Uhr, referiert Prof. Dr. Horowitz über das Thema: «Zrif haez», eine neue Dichtung aus dem palästinensischen Leben. — «Dewarenu» ist erschienen und in allen größeren Zeitungskiosken erhältlich. — «Moznaim» und «Ketubim» erhältlich: Zeitungskiosk,!., Schottenring, beim Bankverein und bei 38er-Wagenschleife, Opernring, vis-ä-vis Operncafe, II., Praterstraße 11, Tabaktrafik, Zeitungskiosk Taborstraße, bei Cafe National, XX., Wallensteinplatz. — Sämtliche Jugendorganisationen werden ersucht, ihre Vertreter in den Waad des «Histadruth Iwrith» zu entsenden. Zionistischer Jugendverband. Die diesjährige Treffwanderung des Zionistischen Jugendverbandes findet am Sonntag, den 26. d. M. statt. Sämtliche, dem Zionistischen Juger.dVerband angeschlossenen Bünde treffen sich an diesem Tag pünktlich um 10 Uhr im Domgraben. Dort erfolgt die Ausgabe des Tagesprogrammes. Dieses umfaßt ungefähr: ein Geländespiel, beginnend um 11 Uhr, vorgesehen sind zwei Lager, Tafelberg und Norwegerwiese. Die Vorbereitungen zu diesem Geländespiel hat die «Menorah» übernommen, die auch gemeinsam mit den Jugendbünden die Schiedsrichter stellt. Um 2 Uhr ist das Geländespiel beendet, die Bünde begeben sich auf den Tafelberg, wo um 3 Uhr heitere sportliche Konkurrenzen abgehalten werden. Abends findet ein gemeinsames Singen sowie eine Lag Baotrrer-Feier statt. Anschließend gemeinsamer Abmarsch. Lag Baomer-Abend zugunsten des Keren Kajemeth. Montag, den 4. Mai, um 7 Uhr abends findet in der Toynbee- Halle, XX., Denisgasse 33, ein großer Abend statt. Mitwirkende: Oberkantor D. Budomilni, Oberkantor Länderer, Segal-Rosenbach (Konzertsänger), Samuel Schwager (jüd. Vorlesung), Dr. S. Seidner (Oboe), Emmy Hoffmann (Pianistin), F. Hirschfeld (Vioünvirtuosin), R. Lebensohn (hebr. Rezitation), Kammerorchester: Dirigent Prof. Ebenstein, Klavierbegleitung: Kronfeld und Reisemann. Chajes-Realgymnasium, II., Castellezgasse 35. Aufnahme in die erste bis achte Klasse täglich zwischen 12 und 1 Uhr in der Direktionskanzlei. Vortrag Z. F. Finkeistein ln der Urania. Dr. Z. F. FmkeW stein wird über Einladung der Wiener Urania am 30. d. M. über Schalom Asch vortragen. Beginn %8 Uhr. Jugendverein Erez Israel. Montag, den 4. Mai, Lag Baomerieier mit großem künstlerischen Programm. Ort und Zeit werden in der nächsten Nummer der «Stimme» bekanntgegeben. Jugendverein Erez Israel, II., Zirkusgasse 33. Sonntag, 26. d. M., Wanderung durch den Wienerwald. Zusammenkunft %9 Uhr vormittags Endstation 38 in Grinzing. Gäste willkommen. Mittwoch Vortrag. Einladungen ergehen noch schriftlich an die Mitglieder. Der Verein Soziale Hilfsgemeinschaft Anitta Müller, welcher seinen Sitz im II., Kl. Mohrengasse 3 (Jüdische Volksbibüothek Zion) hat, hat auch in diesem Jahre an'äßlich der Pessach-Feiertage die Aermsten seiner Schützlinge mit Lebensmittelpaketen beteilt. Jüdische Kriegsinvalide Achtung! Alle über 40 Prozent Kriegsbeschädigten, wie auch Witwen, auch solche ohne Rente, sogenannte Reversier, werden in ihrem eigenen Interesse aufgefordert, sich im Sekretariat des jüd. Schwerkriegs- «validen-Verbandes, II., Stuwerstraße 9/21 (Amtsstunden: außer Samstag und Sonntag täglich von 2 bis 4 Uhr nachmittags) zu melden. Dokumente sind mitzuhringen. Zugehörigkeit zu anderen Verbänden kein Hindernis! Die Eltern des Vizepräsidenten der Hakoah Herrn Robert Glücksmann, das Ehepaar Markus und Amalie Glücksmann, feiern am Samstag, den 25. April um \'i 10 Uhr vormittags im Tempel XVI., Hubergasse das Fest ihrer goldenen Hochzeit. Aus diesem Anlaß gibt die Firma ülücksmann & Söhne ihren Arbeitern am gleichen Tage um 11 Uhr mittags ein Bankett in der «Heurmihle». Mlsrachl-Zentrale, II., Praterstraße 11, eröffnet am 1. Mai 1. 1. früh ihre Mitglieder eine Lesehalle. Es werden sowohl hebräische als auch deutsche Tageszeitungen auf iegen. Mitgliedsbeitrag 50 g monatlich. Gesellschaftsreise nach Bratislava. Die Misrachijugend Wiens veranstaltet am 24. und 25. Mai (Pfingsten) eine Gesellschaftsreise nach Bratislava. Die Reise erfolgt per Schiff. Anmeldungen werden täglich zwischen 7 und 10 Uhr abends tm Heime, II., Praterstraße 11, entgegengenommen. Haschomer Hadati, Wien, H., Praterstraße. Am 5. April hielt der Haschomer Hadati die 1. Peg.schab anläßlich seines halbjährigen Bestandes ab. Nach der feierlichen Erö.'fnting folgten die Begrüßungen der Vereine und unserer Bruderbünde aus allen Ländern. Nachdem die Referate über die vergangene lind zukünftige Arbeit gehalten wurden, sprach unser Bundesführer über die Ideologie des Haschomer Hadati, des rel.-nat. Pfadfinderbundes. Den interessantesten Teil unserer Pegischah bildeten die von den Chawerim und Chawerith unseres Bundes gehaltenen Referate, welche bewiesen, daß sic schon klar unsere Idee und unser Ziel erfaßt haben. Anschließend daran erfolgte die Fahnenübergabe des Merkas, weiche anv 10. Mai anläßlich eines Treffens im Kahlenbergerdorf eingeweiht werden wird. Jüdische Toynbeehalle-Kinderhort. Dienstag, den 28. April 1931, 18.30 Uhr findet im Vereinslokale, IX., Universitätsstraße 4, eine außerordentliche Generalversammlung statt. Tagesordnung: Aenderung der §§ 8 und 10 der Vereinssatzungen (Wahl des Vorstandes). Bundestagung des «Mlschmar Haovdim». Samstag, den 25. und Sonntag, den 26. April d. J. findet im Arbeiterheim Borochov, II., Blumauergasse 1, die dritte Bundestagung des «Mischmar-Haovdim» statt. Eröffnet wird die Tagung durch ein Referat des Chawer M. Singer über «Die Lage im Zionismus». Sonntag vormittags Referat: A. Stander über «Die Soziologischen Grundlagen unserer Histadruth». Sonntag nachmittags Referat: M. Wenkert über «Der Weg unserer Verwirklichung». Montag um ^8 Uhr abends «Moazath Habrith». Dienstag urrr y28 Uhr abends «Moazath Chinuchith». Freitag, den 1. Mai, nachmittags, Pegischah des Kibbuz Alija. Sonntag, den 3. Mai, Zentralwanderung. Talmud-Thora-Schulverein. Sonntag, den 26. April 1931, findet im Turnsaale der Schule, 11.. Malzgasse 16, tim 11 Uhr vormittags die Ordentliche Generalversammlung des Wiener Talmud-Thora-SchuIvereines statt. Wiener Bet Hamidrasch, Wien, II. Tempelgasse 3. Vorlesungen im Sommersemester 1931 (5691): Besuch bei Vasa Prihoda Jeder Künstler, der den unent bereist liat, gibt nach seiner Rückkehr seiner Meinung über das jüdische Aufbauwerk in Palästina Ausdruck. Diese Meinung wird nun verschiedentlich interpretiert und sogar im eigenen Lager finden sich Menschen, die eine harmlose Kritik auf Fehler der jetzigen Leitung zurückführen und die mit der Undiszipliniertheit eines Konzertpublikums die Unhaltbarkeit der momentanen zionistischen Politik beweisen wollen. Es war nun interessant, was ein Künstler von Rang und Namen, wie Vasa Prihoda, über das jüdische Kunstleben zu sagen hat. Prihoda ist Nichtjude, und um so eher war von ihm eine objektive und leidenschaftslose Kritik zu erwarten. Er hat Palästina das erstemal im Frühling 1930 und zum zweitenmal in diesem Jahre bereist. Auf die Frage, was er über das palästinensische Kunstleben und das dortige Konzertpublikum zu sagen hätte, erzählte Prihoda: «Die Begeisterung und das Verständnis haben mich geradezu verblüfft. Viele Arbeiter, die in entlegenen Kolonien wohnen, fahren auf einem Lastauto, das die Milch in die Stadt bringt, die ganze Nacht hindurch, nur um ein Konzert besuchen zu können. Das Kunstverständnis der Juden kommt in Palästina erst richtig zum Vorschein, und durch die Seltenheit der Kunstdarbietungen wird die Begeisterung natürlich noch gesteigert. In bezug auf Aufnahmsfähigkeit und Verständnis kommt das palästinensische Publikum dem Wiener oder Berliner ohne weiteres gleich.» «Haben Sie irgendwelche Theateraufführungen in Palästina gesehen?» «In Palästina selbst nicht, aber ich kenne die «Habimah» von Berlin her und ich finde ihre Darbietungen, obwohl ich nicht hebräisch verstehe, ganz wunderbar; in Palästina, im dortigen Milieu, werden sie wohl erst richtig zur Geltung kommen.» Von Palästina selbst ist Prihoda begeistert; besonders gut gefällt ihm Haifa und der Karmel. Er sagte: «Ich würde gerne einmal für längere Zeit in Palästina weilen, ohne konzertieren zu müssen. Palästina im Frühling gehört zu den schönsten Landschaften; die Aussicht, die einem der Karmel bietet, werde ich nicht sobald vergessen. Seine Ferien dort zu verbringen, muß ein wirkliches Vergnügen sein. Vielleicht fahre ich im Herbst hinunter, bevor noch die Konzertsaison beginnt, da habe ich eher Zeit. Sollte das nicht möglich sein, so werde ich bei meiner nächsten Tournee, die mich nach Aegypten führt, auch nach Palästina einen Abstecher machen.» Er erkundigte sich dann noch nach den politischen und wirtschaftlichen Aussichten unserer Bewegung und beim Abschied wünschte er mir viel Glück für unser Aufbauwerk, >W. B. G. Sonntag. 5 bis 6: Prof. Dr. Kraus, Pirke Owausj 6 bis 7: Prof.Dr. Kraus, Midrasch. .VI o n t a g, 6 bis 7: Rabb. Dr. Rosenmann, AusgewShlte Kapitel aus Jesaia; 7 bis 8: Prof. Dr. Kraus, Geschichte der Juden im Mittelalter. D t e n s t a g, 6 bis 7: Prot. Dr. Kraus, Midrasch. Mittwoch, 6 bis 7: Rabb. Dr. Kosenmann, Ausgewählte Kapitel aus Jesaia; 7 bis 8: Rabb. Dr. Taubes, Entstehung und Geschichte der religiösen Halacha. Donnerstag, 6 bis 7: Rabbiner Dr. Taglicht, Koheleth; 7 bis 8: Rabbiner Dr. Murmelstein, Die wirtschaftliche und politische SteLung der Propheten und Könige. Samstag, 4 bis 5: Rabbiner Dr. Kristianpoller, Bibelvortrag (Wochenabschnitt). Für den Vorstand: Ernst Vogel m. p. Dr. Jakob Ornstein m. p. Schriftführer. Präsident. Gesellschaftsreise des Palästinaamtes Wien nach Palästina Palästina ist durch sein vorzügliches Klima in allen Jahreszeiten als ein für Erholungszwecke besonders geeignetes Land anzusehen. Strandbäder in Tel-Aviv und Haifa, Luftkurorte auf den Bergen, heilbringende Quellen in Tiberias etc. geben dem Lande eine ganz besondere Bedeutung als Erholungs-, Heil- und Ferienplatz. Hierzu kommt, daß die Aufenthaltskosten nach der Saison (Ende Mai bis Ende November bedeutend niedriger sind als in den Wintermonaten, so daß diese Monate als für Volks-, Jugend- und Ferienreisen besonders geeignet anzusehen sind. Um es auch minderbemittelten Kreisen oder solchen, deren Ferienaufenthalt an die Sommerzeit gebunden ist, zu ermöglichen, diese Zeit in Palästina zu verbringen, veranstaltet das Palästinaamt über vielfachen Wunsch Anfang Juni 1931 eine Gesellschaftsreise nach Palästina. Die Reise ist nur für Personen gedacht, die sich nicht an einem gemeinsamen Aufenthalte im Lande zu beteiligen wünschen und die eventuell die Möglichkeit haben, bei ihren in Palästina lebenden Verwandten oder Bekannten Aufenthalt zu nehmen. Die Rü ckreise kann auch mit einem wöchentlich verkehrenden Schiffe des Lloyd Triestino einzeln angetreten werden. Die Durchführung der Reise ist von einer Mindestteilnahme von 10 Personen abhängig. Der Preis der Fahrt wird demnächst auf diesem Wege bekanntgegeben werden. Die Anmeldung zur Teilnahme muß bis spätestens 15. Mai 1931 beim Palästinaamte Wien, I., Kärntnerstraße 28 (Telefon R 27-4-86) erfolgen. „Bethlehem — das Haus des Brotes** Der hervorragende, leider zu wenig gewürdigte Religionsphilosoph Dr. Friedrich Aszkenazy, der Verfasser des tiefsinnigen Werkes „Auf Gottes Wegen“, hat im Verlage „Praca“ eine neue Propagandaschrift unter obigem Titel mit dem Untertitel „der Kampf um einen neuen Himmel und eine neue Erde“ herausgegeben. Die Frömmigkeit des Autors ist von jener himmelstürmenden Gewalt der altbiblischen Propheten, die4 Berge zu versetzen vermag und Wunder wirkt, weil sie an Wunder glaubt Sie umfaßt mit ungeheurer Inbrunst nicht nur die eigene Seele, sondern das ganze Volk, die ganze Menschheit, ja Himmel und Erde, Gegenwart und Zukunft, den unendlichen Raum und die unendliche Zeit. Dieser Glaube, der das Grundprinzip des individuellen Daseins und des ganzen Universums Ist, äußert sich in den berühmten genial einfachen, lapidaren und monumentalen Worten, die die ganze antike Philosophie, ja sogar die moderne Wissenschaft herauszufordem scheinen: Glaubet ihr nicht, so seid ihr nicht! (Im 10 taaminu ld 10 teomemu.) Die neue Schrift Aszkenazys sieht in der messianischen Idee des Deutero - Jesaias, in. der Brüderlichkeit aller Menschen in Gott das höchste Ziel aller Religionen und aller Kulturbestrebungen. Die Wissenschaft, die . Naturgesetze, die menschliche Erkenntnis, das Leben und der Tod, die Leiden und die Erlösung sind von Gott gewollte Mittel zur sittlichen ewigen Erneuerung und Vervollkommnung des Menschengeschlechtes. Diesem erhabenen Zwecke dienen auch alle politischen, wirtschaftlichen und sozialen Kämpfe der Menschen untereinander. Die heutige Zeit bilde nur eine Vorstufe und sei erfüllt von den Geburtswehen dieses göttlichen Ideales, das der gläubige Verfasser mit echt prophetischem Optimismus heranreifen sieht. Die Schrift ist der Absicht gewidmet, einen Bund „Bethlehem-Haus des Brotes“, der körperlichen und geistigen Nahrung zu gründen, der alle diejenigen Menschen umfassen soll, welche den Glauben an dio Verwirklichung dieser bliblischen Visionen in sich tragen. Alle individuellen und sozialen Uebel unserer Zeit werden und müssen durch den echten, von allen Schlacken des Konfessionalismus geläuterten Glauben geheilt werden. Das Judentum habe von Gott und den Propheten die Mission der Seelensanierung und Beglückung der Menschheit erhalten. Auf dieser etwas abwegigen, übrigens Bchon ziemlich ausgetretenen Bahn ergeht sich der Autor in immer kühneren Schwärmereien, die in dem bereits in seinem großen Werke „Auf Gottes Wegen" propagierten Postulate der Vereinigung des Judentums mit dem Christentum als einer rein jüdischen Geistesfrucht gipfelt. Auf diesem Wege können dem Autor freilich die jüdischen Leser nicht folgen, wonach ja auch auf der anderen Seite keine Sehnsucht besteht. Immerhin muß Dr. Aszkenazy eines zugebilligt werden:’ eine glühondo Liebe zur jiidishon Vergangenheit, ein Idealismus und Universalisrnus, dessen Schwingen sich hoch über den Materialismus der heutigen Generation erheben, so daß sich der Leser durch das Studium seiner Werke wenn auch nicht überzeugt, so doch erfrischt, angeregt und bewegt fühlt. Dr. Josef Grünberg. Sar Schalom Scharabi von Dr. Asriel Ben Zion (Hebräisch) Durch einen gottgesegneten Künstler wird uns ein« neue Welt erschlossen: die Welt des aephardischen Chassidismus. Im Gegensatz zu dem aschkenasischen war dieser sephardische Chassidismus keine Massenbewegung}, ata Literatur /Kunst / Theater ißfidlersifiaii