Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 172 (23.4.1931)
- Date
- 1931-04-23
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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DIE STIMME Nr. 172 — 23. April 1931 zumteflsdics Leben ln Wien Zionistisches Landeskomitee für Oesterreich Oesterreichische Landesschekel* kommisslon Die Zionistische Exekutive hat den Endtermin der Schekelverrechnung für den 4. Mai 1931 angesetzt. Wir fordern alle Körperschaften und Oesinnungsgenossen auf, die kurze Zeit, die uns bis zur endgültigen Verrechnung bleibt, intensivst zum Verkaufe der Schekalim auszunützen, und vor allem mit der Abrechnung nicht bis zum letzten Termin zu warten. Wir sind überzeugt, daß alle Zionisten ihr Möglichstes tun werden, um bis zum 4. Mai viele Schekalim abzusetzen. Parieisteuer Das Zionistische Landeskomitee gibt bekannt, daß der letzte Termin zur Einzahlung der Partei- Steuer für den ordentlichen Delegiertentag der 15. Mai 1931 ist. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß nur diejenigen Gesinnungsgenossen das Wahlrecht zum Delegiertentag haben, für die bis zu diesem Termin die Parteisteuer entrichtet wurde. Die ordentliche Parteisteuer beträgt pro Mitglied und Jahr 3.— S. Das Organisationsreferat des Landeskomitees hat an eine Anzahl von Gesinnungsgenossen Empfehlungsllsten gesendet Wir ersuchen alle Oesinnungsgenossen, die uns die Listen noch nicht retourniert haben, uns dieselben nunmehr einzusenden. Es Ist unbedingt notwendig, daß die Organisation durch Zuziehung neuer Mitglieder gestärkt werde; wohl alle unsere Gesinnungsgenossen haben in ihrem Bekanntenkreise Personen, die von der Organisation noch nicht erfaßt wurden, und wir bitten deshalb, die Empfehlungslisten ausgefütlt an uns zu senden. Vortrag Vladimir (abotinsky Der Präsident der Weltuniön der /ionisten-Revisionisten, Vladimir Jabotinsky, spricht Mittwoch, den 29. April, im Größen Saal des Konzerthauses über das Thema «Engländer, Araber und Juden». Wie wir erfahren, ist das Interesse für diesen Vortrag des ausgezeichneten Redners so groß, daß bereits jetzt der Abend fast vollständig ausverkaUft' ist. -; * : Gang zum Grabe Theodor Herzls Wie wir bereits in der vorwöchigen Nummer der «Stimme» aufmerksam gemacht haben, findet der diesjährige Gang zum Grabe Theodor Herzls am Döblinger Friedhof Sonntag, den 31. Mai 1931, um %10 ühr vormittags statt. Alle K;‘~o er schäften und Gesinnungsgenossen werden aufgefordert, sich zahlreich und pünktlich einzufinden. Aufstellungsplan. Gruppe I: Mitglieder des Aktionskomitees, Landeskomitee, auswärtige Delegierte, Parteiratsmltgüeder, Keren Hajessod, Keren Kajemeth, Vorstände der Fraktionen, Föderationen und Sonderverbände: Nochschule für Bodenkultur (Kampe), Richtung Peter-Jordan-Straße. Gruppe.11: Zionistisch-akademische Verbindungen und Vereine Oesterreichs, Oesamtverband jüdischer Hochschüler Oesterreichs «Judäa*: anschließend an Gruppe I, Hochschule für Bodenkultur (Rampe). Gruppe ill: Frauenorganisation: Feistmantelstraße, von der Hochschulstraße an, .r . Gruppe.IV; Bezirkssektionen MX: Linndplatz, von der Höctischulstraße an. Gruppe V* Bezirkssektionen X—XXI: Dittesgasse, Ecke Felix-Mottl-Straße. G r u p p e VI: Fraktionen und Sonderverbände: a) Hitachduth, Misrachi, Poale Zion, Turn- und Sportverband, Union der Zionisten-Revisionisten: Blaasstraße, Richtung Felix-Mottl-Straße; b) Verband der demokratischen Zionisten: Peter-Jordan- Straße, Ecke Hochschulstraße. Gruppe VII: Jugendgruppen, die am Aufmarsch von der Franz-Josef-Bahn nicht teilnehmen: Cottagegasse, von der Felix-Mottl-Straße an. Der Aufmarsch erfolgt In der angegebenen Reihenfolge. Die Jugendgruppen formieren sich um 8 Uhr früh bei der Franz-Josef-Bahn (Nordbergstraße) und marschieren über Aiserbachstraße, Nußdorferstraße, Billrothstraße, Felix-Mottl-Straße zum gemeinsamen Treffpunkt. Die Jugendgruppen formieren sich in folgender Reihenfolge: a) die dem Zionistischen Landeskomitee und der Misrachi angehörenden Gruppen; b) die dem Linkskartell angehörenden Gruppen; c) andere jüdische Gruppen. Der Aufmarsch beginnt um präzise ValO Uhr, Treffpunkt)/+ io Uhr an den angegebenen Plätzen. , Die Auflösung erfolgt erst bei der Rückkunft bei der Hochschule für Bodenkultur und ist der Rückmarsch unbedingt durchzuführen. Die Ordner des Zuges sind durch blau-weiße Armbinden gekennzeichnet. Es wird ersucht, ihren Anordnungen unbedingt Folge zu leisten. Festlicher Empfang der Wizo Wir alle glauben an die Erlösung! Aus diesem Gedanken heraus wurde der Zionismus, und auch seine jüngere Blüte, die «Wizo» geboren. Wie eine Offenbarung neuer geistiger Kräfte bemächtigte sich dieses Programm der jüdischen Frauenseele und entfachte ein heiliges Feuer des Dienens der nationalen Sache. Die Wizo tritt nun in das zweite Jahrzehnt ihres Bestandes und am Sonntag, den 19. April, hat die zionistische Frauenorganisation in Wien ihr Jubiläum gefeiert. Der palmengeschmückte Raum des Kursalons, in dem die Feier stattfand, bot mit der Fülle der Festgäste einen imposanten Anblick. Unter den Gästen sah man hervorragende Füjirerinnen, darunter Frau Ella Reich und in Vertretung der Präsidentin des Bundes österreichischer Frauenvereine Frau Herta von Sprung. Die eigentliche Feier wurde mit einer Begrüßung durch die Präsidentin, Frau Söfie Löwenherz, eröffnet. Sie begrüßte insbesondere die Mitglieder des Landeskomitees, die Vertreter des Keren Kajemeth und des Keren Hajessod, ferner die Mitglieder des Rabbinates, die Delegierten aller Frauenörgamsationen und die Delegierte aus Brünn, ln prägnanten Worten skizzierte Frau Löwenherz die Bedeutung und das Tätigkeitsgebiet der Wizo. Hierauf brachte Frau Dr. Martha Hof mann einen selbstverfaßten gedankenreichen Dialog zum Vortrag. Nach diesem Vortrag erschien, eigens zu dieser Feier aus Jerusalem gekommen, Frau Dr. Lotte Hanemann, deren Persönlichkeit bereits von den führenden Wiener Tagesblättern gewürdigt worden ist. Frau Dr. Hanemann sprach über die Palästina-Arbeit der Wizo; in anschaulicher Welse schilderte sie das Leben der Chaluzoth und erzählte vom Aufschwung der Frauenbewegung im Lande, von den sanitären Einrichtungen und von der prächtigen Entwicklung der dortigen Kinder. Zu bemerken ist noch, daß eine Stunde vor Beginn des Festes die Prelegentin über dasselbe Thema im Wiener Radio gesprochen hatte. Es verdient verzeichnet zu werden, daß die Ravag ihren Hörern zum erstenmw eine Botschaft über das palästinensische Aufbauwerk vermittelte. 5 j Nn$Ji d$r Pause wurde der, künsti^riscihe Teil }h!t.,deni Julius C h a j e s - Trio für Klavier, Violine und Cello (D-moll) unter persönlicher Mitwirkung des Komponisten eingelötet. Der junge, wirklich hervorragende Komponist schenkte dem Publikum mit seiner großen Kunst einen wahren Genuß. Reicher Beifal dankte ihm. Dann sang Frau Anny Kimmeimann, begleitet von Kapellmeister Max Latnpel, den «Hymnus an den Dichter» von J, Engel und einige jüdische Volkslieder von Wilherm Gros? und Paul Juon. Frau Kimmeimann verfügt über eine wunderbar umfangreiche Stimme, die in allen Höhenlagen gleichermaßen warmes Empfinden und Innigkeit zum Ausdruck bringt. Sie zwang die Zuhörer ln ihren Bann, und der Applaus war so stark, daß sie zu einer weiteren Zugabe veranlaßt wurde. Zum Schlüsse spielte die bekannte Pianistin Grete Neufeld eine Chopin-Phantasie in F-mo!l mit Kompositionen von Ernest Bloch und J. Stutschewsky, Fräulein Neufeld zeichnete sich durch ausgezeichnete Interpretation wie auch durch technische Virtuosität aus. Ein gemütliches Beisammensein bildete den Abschluß der schönen Veranstaltung.. Es war ein glanzvoller Abend mit moralischem und materiellem Erfolg, der den zionistischen Bestrebungen neue Hoffnungen erschließen und neue Freunde bringen wird. Die Arbeit des Keren Kajemeth Das Silbern« Buch dt* Keren Kajemeth (Sefer Hakest!). Ueber Vorschlag des Qa, Dr. Siegfried Plaschkes hat der Keren Kajemeth Oesterreich ein Silbernes Buch angelegt, Dieses Buch wird in Oesterreich geführt. Es soll ein Volksbuch werden, in das alle Personen und Gruppen eingetragen werden, die sich um die zionistische Arbeit in Oesterreich verdient gemacht haben. Der Eintragungspreis beträgt 1 Pfund. Ueber jede Eintragung erhält der Eingetragene ein Diplom, das dieselbe Form und Größe hat wie die Eintragungsseite des Silbernen Buches. Die Diplomgebühr beträgt 1 Schilling. Das Buch liegt bereits im Keren Kajemeth Wien auf. Die ersten Eintragungen werden demnächst durchgeführt werden. Die Einweihungseintragung ist dem heurigen Geburtstage Theodor Herzls gewidmet, der auch der Tag der Eröffnung des Silbernen Buches sein wird. § Versicherung zugunsten des Keren Kajemeth. Die VersicherungsabteTlung des Keren Kajemeth hat eine Aktion eingeleitet, die bezweckt, Versicherungen zugunsten des Keren Kajemeth durchzuführen, und zwar auf folgender Grundlage: Im Erlebensfälle fällt die versicherte Summe ganz dem Keren Kajemeth zu, im Ablebessfalle die eine Hälfte den Erben des .Ver¬ Veranstaltungskalender Sonntag, 26. April: Jugendverein Erez Israel, %9 Uhr vorm., Endstation 38 in Orinzing: Wanderung durch den Wienerwald. Zionistischer Jugendverband, 10 Uhr vorm., Domgraben. Treffwanderuög sämtlicher dem Jugendverband angeschlossener Bünde. Dienstag, 28. April: Liga für das arbeitende Palästina, F., Jordangasse 7, 8 Uhr abends: Mitgliederversammlung. Referenten: Dr. Leo Goldhammer und Ing. Zwi Krämer. Klub Jung-Wizo, 1., Jordangasse 7, 8 Uhr abends: Vortrag Ludwig Bato: «Jüdischer Nationalismus». sicherten, die andere Häilte dem Keren Kajemeth. Durch die Aktion sollen dem Keren Kajemeth neben den Spenden neue Mittel zum Zwecke der Ausdehnung des jüdischen Bodenbesitzes für die jüdische Kolonisation zufließen. Schon nach drei Jahren erhält der Keren Kajemeth gegen minimale Zinsen 65 Prozent der eingezahiten Prämien zu seiner freien Verfügung. Bisher haben 48 Personen Versicherungen auf insgesamt 58.000 S abgeschlossen. Goldbucheintragung Dr. Dagobert RybaczewsftL Durch Eingang vön weiteren 500 S wurde der Betrag zur Eintragung des Dr. Dagobert Rybaczewskl komplettiert. Spende von 500 S. Gg. K. D. hat dem Keren Kajemeth einen Betrag von 500 S als Spende übergeben. Sokolow-Aktion. Die Ortsgruppe Innsbruck hat dem Keren Kajemeth an Spenden für die Sokolow- Aktiön den Betrag von 200 S übersandt. Baruch-Schor-Garten. Für diesen Garten hat Gg. Dr. Oskar Rosner den Betrag von 100 S gespendet. Bisheriger Eingang 177-50 S.) Garten Stella Meller-Ing. Siegfried Horowltz. Der Elternverein «Tarbuth» im XX. Bezirk hat be« schlössen, die Goldbucheintragung «Stella Meller- Ing. Siegfried Horowitz» in einen Garten der zu Ehrenden umzuwandeln; bisher sind 190 S gestiftet worden. Die Mitglieder des Elternvereines «Tarbuth» werden hierdurch Gelegenheit haben, durch Baumstiftungen den Garten ehebaldigst zu komplettieren. Keren-Kajemeth-Sammlungen bei Familien» feierllchkeiten (Hochzeiten, Brith Miloth, Bar Miz» woth u. dgl.). Diese Familienfeierlichkeiten bedeuten eine günstige Gelegenheit, Sammlungen für den Keren Kajemeth zu veranstalten. Es gibt eine Reihe von Gesinnungsgenossen, die sich freiwillig in den Dienst dieser Tätigkeit stellen. Damit diese Gelegenheiten gehörig ausgenützt werden können, muß der Keren Kajemeth von allen solchen Feiern Kenntnis erhalten. Alle Gesinnungsgenossen und Freunde des Keren Kajemeth werden hiermit Rötlichst ersucht, dem Keren-Kajemeth-Bureau dergleichen Festlichkeiten mit genauer Angabe der Adresse der Veranstalter bekanntzugeben. Leerung an Sabbathen und jüdischen Feder» tagen. Die KKL-Mitarbeiter werden daran neuerlich erinnert, daß jede Leerung an Sabbathen und jüdischen Feiertagen sowie an den späten Nachmittagen der Vortage von Sabbathen und Feiertage absolutunzulässigist. Auf den Leerungsbogen haben wir speziell eine Anmerkung, die dieses Verbot enthält, angebracht. Die Mitarbeiter werden daher 1m Interesse des Keren Kajemeth nochmals ersucht, sich an dieses Verbot absolut zu halten. «Erez Israel ln Zahlen.» Das vom Hauptbureau herausgegebene Büchlein «Erez Israel in Zahlen» von D, Zlmann, Illustrationen von Wallisch, mußte ln Deutschland, da eine starke Nachfrage danach vorhanden war, in zweiter Auflage herausgegeben werden. Im Keren Kajemeth Oesterreich ist das gebundene Exemplar zum Preise von 2.—» S erhältlich. Das neue Buch von Granowsky, «Die Bodenfrage und der jüdische Aufbau Palästinas», das sich auch in glänzender Weise mit dem Simpson-Bericht auseinandersetzt, ist im Keren-Kajemeth-Bureau zum Preise von 5.50 S erhältlich. Denkart 8io an Ihre Zukunft und beeilen Sie eich, das in dem der heutigen Auflage beiliegenden Glüokskalender für Sie bestimmte Glücksloa bei der Geaohäftaatelie Brüder Beermann, Wien, I., Rotenturmstraße 18, Ecke Hoher Mark! und Llohtenateg, au bestellen. In der am 19. Mai beginnen« den neuen Klassenlotterie werden von 84.000 Losen 43.000 mit Gewinnen und einer Prämie gesogen, somit durchschnittlich auf swei Lose ein Treffer! Höchatgewinn: 800.000 8» apeaieii soo.ooo s. soo.ooo an 100.000 e, i x so.ooo s,; i 60.000 8 und viele beliebte Mittelgewinne. Loaprela: Ganaea 48 8, Halbe« 34 8, .Viertel 13 8, Aohtei 6 8.