Mannheim
Compact Memory

Die Stimme · 1931-04-23 · Heft 172 (23.4.1931) · page 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
4 (1931)
Issue
Heft 172 (23.4.1931)
Date
1931-04-23
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/3053752-3053911-3053926--2308-3057726
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

DIE STIMME Seite 1! Nr. 172 ...1 23. April 1931 Weit« vielleicht vieles mit der „Musar"-Bewegung gemeinsam* Sie blieb auf einen kleineren Kreis in Jerusalem beschränkt, dessen Mittelpunkt Sar Schalom Scharabi war, den der Autor zum Gegenstände des Buches macht, 'Bel diesem sephardischen Chassidismus sieht man ln aller Klarheit den lebendigen Zusammenhang mit der Welt des Sohar, der Kabbala. Es ist etne Welt der Reinheit, der ^Qbönheit, der Bescheidenheit, der inneren seelischen Zurückgezogenheit, eine wundervoll schöne, jüdische Welt. Sie konnte so rein und so erhaben bleiben, well sie nicht expansiv war, weil sie nicht darnach strebte, Massen mit sich fortzutelßen. ' Wer eine Ahnung von der berückenden Jschönneit der Kaobala haben will, der möge die Sage: „fsach dem Tode des Sar Schalom“ lesen. Manche vergleichen den Autor mit Bubor, der Europa und unserem Westen den Chassidismus nahegebracht hat. Der Vergleich stimmt nicht ganz: Der Autor hat den Chassidismus selbst er lobt, or schildert Selbsterlebtes. Und görado dieser Umstand erhöht dpn Wert des Buches: man ahnt den Zauber dieser Bewegung, wenn man sieht, wie der Autor noch, während er schreibt, von ihr gefangen erscheint. Und ein echter Künstler schildert diese wunderbare jüdische Welt: der Gegenstand und der Darsteller beeinflussen einander gegenseitig und das Fazit ist: der Leser erlebt eine weihevolle Stunde. Der Reiz wird auch dadurch gesteigert, daß das Aeußere dos Buches sehr befriedigt. Der Autor hat uns gewiß noch vieles zu sagen, die jüdische Welt wird mit Frcudo und Dankbarkeit zuhören. Dr. Chalm Tartakower. Golath Teiman (Der yemenitische Golus) ven A. Tabib. Al» 27. Heft der rühmllchst bekannt und beliebt geworden*!* „Lanoar"-Bibliothek, die der Keren Kajemeth im Verein mit dem „Omanuth“-Verlag, regelmäßig herausgibt, erschien,das Heft „Golath Tejman“. Es ist eines der schönsten und gelungensten Hefte. Der Autor, selbst ein Jemenite, schildert in natürlichster, naivster Weise das Leben seiner Brüder. Als Einleitung gibt er die Traditionen über die Entstehung dieses yemenitipehen Golus wieder. Das ganze hat den Zauber eines wahren, echtst Volksbuches an sich. Man spürt: der Autor steckt noch selbst ganz in jener Welt, er schildert sie als seine, von ihm noch ganz naiv gelebte, und nicht objektiv — wissenschaftlich. Eino Merkwürdige Welt erschließt sich vor uns. Das Kulturleben der Yemenlten rollt sich vor uns auf, ungemein packend, ungemein lebendig. Aber nicht der Stoff Ist eigenartig, auch der Stil ist originell, reich, schön, lebendig und von jüdischer Gelehrsamkeit durchtränkt. ■ Die jüdlsohe, zionistische Welt wird den Herausgebern für diese einzigartige Bibliothek zu neuerlichem Danko verpflichtet, werden. Dr. Ch. Tartakower, Neues Jüdisches Theater, II., Praterstraße 60. Es ist gelungen, mit den Damen Plawina, Podlubna und Herrn Hosenthal aut weitere drei Tage das Gastspiel zu verlängern. Gespielt wird: «Der Lemberger Chasen», Komödie in drei Akten von Markowiqz. Gespielt wird bloß Freitag, Samstag und Sonntag, den 24., 25. und 26. April. Jlotixen 2, F, Finkeistein spricht über Sohalom Asch in der Wi'enor ÜTäfiia am-SOr ds.- Beglnri- ■% 8 Uhr. -.<• Wertvolle Manuskripte aus dem Nahlaß Dinesohns für dje Hebräische Universität. Das Dinesolm-Komitee hat dem Verband der Freunde der Hebräischen Universität ln Jerusalem eine Sammlung von Briefen aus dem Nachlaß des im Jahrd-JÜl&-Verstorbenen Dichters Jakob Dinesohn überlassen. Unter den Briefen, die zum größten Teil ln hebräischer Sprache geschrieben sind, befinden sich solche von hervorragenden jüdischen Dichtern und Shriftstellern, wie Mondeie Mocher Sförim, Söholem Alechom, David Frischmann, Mosen Lllisnblum, Ferez Smölenskl u. v. a, Die Briefe stellen ein wertvolles Material zur Literaturgeschichte der Perez- Dinesohn-Periode dar. Der siebente Band der „Encyclopaedia Judaica“ erschienen. Im Verlag „Eschkol“, Berlin, erschien soeben der siebente- Band der unter der Chefredaktion von Dr. Jakob Klatzkin und Prof. Ismar El bogen, lierausgegebenen „Enoyölopaedia“ Judaica*', der die Artikel von Gablroi bis Moses Heß enthält. Von den großangel erteil Monographien dieses Bandes sind insbesondere zu nennen: Gabirol, Gemeinde, Gconim» Gersonides, Gesetze, Gott, Grab, Griechische und Römische Schriftsteller, Hagadah, Halao’^,, Handel, Handwerk, Handschriften, Hebräische Sprache. Wie die früheran Bände, ist auch dieser Band mit zahlreichen Ulustratlo* nen, darunter auoh farbigen, sowie Noten ausgestattet. Der jüdische Hochschüler Arbeitsgemeinschaft: Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler ln Wien, Verein zionistischer Hochschüler «Theodor Herzl». Unsere Ferialis ist beendet Ab Samstag, den 35. d. finden regelmäßig jede Woche Konzerte statt. Außerdem ist jeder Bb. Bb, zum Besuche eines Hebräisch» kurses verpflichtet. Lesesaal: Der Lesesaal ist täglich von 17 bis 20 Uhr geöffnet. Es liegen über 100 Zeitungen und Zeitschriften in 14 Sprachen auf. Die jüdische HochschUIerschaft und die gesamte jüdische Öffentlichkeit wird zum Besuche aufgefordert. Es werden keinerlei Gebühren ein« gehoben. , Jüd. AlwL Juristenverein, Wir geben hiemit nochmals bekannt, daß die Bibliotheksstunden für Montag und Donnerstag von Wl bis 8 festgesetzt wurden. Inskriptionsauskühfte erteilt Keil. Leser täglich von bis %3 in seiner Wohnung, IX., Uechtensteinstraße 23. Tel. A 16-5-71. Kollegen, die Befürwortungen für Qleichstellungs- oder Befreiungsgesuche wünschen, mögen in den oben angeführten Stunden vorsprechen, Weiters teilen wir mit, daß am 14. Mai (Feiertag) eine-Führung durch die Heilanstalt Steinhof statt« findet. Treffpunkt 10 Uhr vor dem Haupteingang. Kollegen, auch Gäste herzlichst willkommen. Z, P. iChäjes, Verein zlon. jtochschüler. Der nächste Abend der hebräische» Arbeitsgemeinschaft unter Leitung des Herrn Prof. Kästenbaum und Schlomoh Auerbachs findet Montag,, den 27. d. M., präzise 'um 8 Uhr jm Heim, I., Jordangasse 7, statt. Eröffnung eines jüdischen Studentenheimes ln Paris. In Paris wurde in Anwesenheit des französischen Großrabbiners Israel Levy und des Präsidenten des Verbandes der jüdischen Gesellschaften von Paris ein dem Andenken des verstorbenen jüdischen Philanthropen Efim Pernikoff geweihtes jüdisches Studentenheim eröffnet. Die Sederabende »n der mensa acaaennca judaica Wie alljährlich veranstaltete der Jüdische Hochsehulausschuß auch heuer an den ersten Pessachabenden zusammen mit dem Kuratorium zur Erhaltung und Förderung der Mensa aoademlca judaica in den Räumen der Mensa acadcmica judaica gut besuchte und gelungene Sederabende. Dies ist den Veranstaltern um so eher zu danken, als Studenten, die die Pessachfeiertage fern von ihrer Heimat verbringen mußten, dio Möglichkeit geboten wurde, dieBO traditionelle und nationale Feier würdig zu begehen und somit das Fernsein vom Elternhaus nicht so schwer zu empfinden. An diesen beiden Abenden nahmen außer den Vertretern des Kuratoriums und des H. A. zahlreiche führende Persönlichkeiten des Jüdischen Lebens teil. Der erste Seder wurde von Herrn Hofrat Prof. Dr. S. Frankfurter, Direktor dor Universitätsbibliothek u. D., gegeben und geleitet, der den Abend mit einer warmfühlenden Rede erötfnete. Den zweiten Öederabend leitete Herr Dr. N e 1 k o n, ein Mitglied des Kuratoriums zur Erhaltung und Förderung der Mensa acaclemica judaica. Nach dem äußerst reichhaltigen und guten Abendessen, das unter dor bewährten Aufsicht der Frau Helone Kanlta bereitet worden war, folgten Begrüßungen und Ansprachen namens des Hochsohulaussohusses durch Herrn Dp. Pachtmann» der die erschienenen Gäste und die Studentenschaft begrüßte, und durch Herrn O her medizinalrat Dr. Laub als Präsident des Kuratoriums der Mensa academica judaica. Es folgten Gesangs- und Rezitationsvertrüge, u. zw. sang Konzertsänger J. Segal-Rosenbach jüdische Lieder und Volkslieder, darunter auch nationale und chttssidische,. Man batte wieder Gelegenheit, sein Können auf diesem Gebiet zu bewundern. Samuel Schwager rezitierte mit Humor Tunkeier und Nadir, ferner improvisierte er mit besonderem Geschmack, wie ein Mitglied der Wllnaer die Regle des Dybuk führt. Am zweiten Sederabead konnte man den Schriftsteller und Rezitator Herrn Siegmund S e b o r r begrüßen. Er trug einiges aus eigenen Werken vor und errang für seine gelungenen Vorträge äußerst lebhaften Beifall, In äußerst angenehmer und fröhlicher Stimmung wurden die feierlichen Abende mit dem Absingen der „Hatikwah*‘ geschlossen. Di*. P. Jüdischer Sport FuAlsaia Hakoah—weiße Ulf 3:0 (2:0) Hakoahplätz, 1000 Zuschauer, Schiedsrichter Zehetmayer. Die Hakoahner kennten dieses Wettspiel mühelos für sieh entscheiden, da die Mariahilfer keinen nennenswerten Widerstand leisteten. Der Kampf wurde sehr fair durehgeführt, stand aber auf ziemlich tiefem Niveau, was vielleicht nicht zuletzt die Schuld des diesmal besonders lebhaften „Krieauer JLUfterls" war. ■ Min der Verteidigung führte Oppenheim, .der. 'fast ga: - nicht beschäftigt wurde, ein beschauliches Dasein. Die Backs entsprachen, wobei die stilreine Abwehrarbeit Am sters besondere Erwähnung verdient. Die Seltenhalve* Placzek und Liebermann befriedigten, während Stroß von seiner guten Form noch weit entfernt lat. Der Sturm konnte sich, obwohl mit Ausnahme von Katz alle Stürmer gute Einzelleistungen zeigten, nur selten zu geschlossenen Aktionen finden. Bezeichnenderweise waren die erzielten Tore auoh mehr Energieprodukte, als das Ergebnis vernünftiger Kombination. Mausner fiel durch seinen besonderen. Arbeitseifer und Durchschlagkraft, Donnenfeld durch ansehnliches Schußvermögen auf. Ehrlich war wesentlich besser als Katz. Heß verriet durch einige wunderbare Aktionen im Mittelfelde den Klassespieler, arbeitete aber in Tornähe viel zu umständlich. Hakoah spielt mit dem Winde, und bereits in der XO. Minute tankt Mausner eine hoho Flanke Katz* dom gegnerischen Tormann aus den Händen und köpft ein. Zwei Minuten später unternimmt der gegnerische Tormann anläßlich einer Flanke Ehrlichs eine Exkursion, verfehlt den Ball und Mausner schießt auf das leere Tor. Ein Verteidiger stopt den Ball mit der Hand und Feldmann verwandelt den Elfmeter. Nach der Pause ist meist Hakoah im Angriff, kann aber trotz großer Ueberlegenheit nur nooh ein Tor durch einen Sololauf Mausners erzielen. Heß wurde bei einem Zusammenstoß verletzt, mußte ausschelden, konnte aber nach einigen Minuten wieder eintreten. Aufstellung: Oppenheim; Feldmann, Amster; Placzek, Stroß, Lieber mann; Katz, Mausner, Heß, Donnenfeld, Ehrlich. H. Sp. Vor großen Veränderungen in der ttakoah- F ußbal i tnannschaf t Wie wir erfahren, ist beinahe mit Sicherheit mit einer Aenderung der Verbandsbestlmm ungon bezüglich des Kiasssnwechsels zu reohnen. Der Antrag, die beiden Erstplacierten der II. Klasse im laufenden Meisterschaftsjahr in die I. Liga aufateigen zu lassen, hat größte Aussicht auf Akzeptierung. Die rührige Leitung der Hakoah geht nun daran, die Mannschaft zu verstärken, und unser Berichter« statter erhielt vom geschäftsführenden Vizepräsidenten Herrn Ignaz Barcheüs folgende Informationen: „Der Verlauf der letzten Kämpfe hat bewiesen, daß unsere junge Mannschaft für ernste Spiele derzeit nooh nioht reif ist und daß einige Deute auch für die nächste Zukunft für eine Ligamannschaft nicht in Betracht kom« men. Ohne von unserer Ansicht, daß die Zukunft der Ha« kaolimannschaft in der Pflege des Nachwuchses liegt, ab- Unsere geehrten Leser werden auf das Inserat der Felnwoßchanstalt „Habsburg". Zentrale; VI., Wallgaase Nr. 4 (Seite l), aufmerksam gemacht. Die Firma tat alz einzige dieser Branche Mitglied der Rabattsektion des Keren Kajemeth und die Mitglieder dieser Sektion genießen bei Bestellungen den üblichen Rabatt. zugehen, haben wir uns entschlossen, die bestehende Konjunktur auszunutzen und unsere Kampfmannschaft aus den Reihen der hetmkehrenden „Amerikaner" zu verstärken. Mit Drucker sind wir bereits zu einem Ueberelnkommen gelangt, der famose Ex-Stuttgarter Leo GrUnfeld und der Verteidiger Sternberg können auch schon als gewonnen betrachtet werden. Auch mit einigen anderen Spielern der New Yorker Hakoah stehen wir in Unterhandlung. Die Spieler sind zu günstigen Bedingungen zu haben, Handgeld j:3aoaoac3aoaoaoaoBoaoBoac| Wenn 3hnen unser matt 6efmtt, empfehlen Sie es, bitte, bei jeder Gelegenheit allen Ihren Freunden und Bekanntem Geben Sie uns Adressen an, an die wir Probenummern unserer Zeitung absenden können. IsBdBOBOBOBOBOaOBOBOBOBoI Sonderangebot: MucKie Der Geist der jüdischen Kultur und das Abendland. 660 Selten. Großformat. Leinen fetal * 4*50 Mieses Der Ursprung des Judenhasses, 590 Seiten. Großformat * fetz! S 5*— JOSEF BELF Buchhandlung; WIEN. I. Rabensleig 3 Zuschneiden, abstecken, probieren von Damentoiletten nach neuesten Modellen Wien, 15. Bezirk Mariahilfer Straße Nr. 151/23 tCKSIEINs f AMIIbEN-PKNSIÖN ResiauiBÜtm, Kalitta täglich 5-Uhr-Tce SEMMERING nwwmmf TELEPHON 11 Hochstraße 43 neben Hotei Panhans Mäßige Preise, vorzügliche Küche, Zimmei m. Pension S 12.— aufwärts. Zentralheizung, liebendes Warm- und Kaitwasse: in jedem Zimmer Auskunt un»«'t Icloohon | flicht ausdrücklich abbcstdltc Abonnements gelten als Verlängert! _ Jüdische r Malender April 1931 | Ijjar 5691 24 Freitag 7, 25 Samstag 8. 26 Sonntag 9* 27 Montag 10. 28 Dienstag it. 29 Mittwoch 12. 30 Donnerstag 13. RBT Mr Zionist verlangt im Kaffeehaus sein Parteiorgan „Die Stimme"

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.