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Die Stimme · 1931-04-09 · Heft 171 (9.4.1931) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
4 (1931)
Issue
Heft 171 (9.4.1931)
Date
1931-04-09
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr. 170 -- 2. April 193 t DIE STIMME Seite 7 A' Reverend William H. Hechlers Testament Er hfti seinen gesamten Nachlaß den jüdischen Institutionen in Palästina vermacht Dank der Liebenswürdigkeit der Frau Fanny Jw e i ss sind wir in der Lage, heute ln der «Stimme» 4as Faksimile des üriginaltestamentcs des kürzlich verstorbenen großen christlichen Zionistenfreundes, Reverend William Hechler, zu veröffentlichen. Das Original des Testaments ist Im Besitze der Familie "Weiss. Wir lenken die Aufmerksamkeit der in Frage Mein letzter Wille alle anderen, früheren aulhebend Im Namen Oottesl Falls ich sterben sollte, r ehe ich mein .Vluseum und meine Bibliothek (hiezu gehört alles, ohne Kleidungsstücke undAAöbel) in Palästina selbst autstcllen kann, so schenke ich heute schon — mein Museum und meine Bibliothek, samt dem Harmonium und dein Montefiore-Wagen, der mir von, Herrn Bcngough geschenkt wurde, um in mein P a I ä s t i n a - M u s e u m aulgestellt zu werden — dem Herrn Leo Weiss und der Frau Fanny Welss, GrundeigenthUmer ln Petach Tikwah ln Palästina, zurleit in Wien, damit sie dieselben, meinen Intentionen gemäß, in einem Palästina-Museum autstcllen sollen» Sie sollen auch für immer in einem Palästina-Museum bleiben, zum Segen aller! Sie dürfen nicht verkauft werden. Meine Bibeln, über 1000 Bände, sollen beisammen-chronologisch a»*'{gestellt werden, ebenso alle Palästina-Bücher, Wfti terbücher etc, etc, Meine sonstigen christlichen Bücher und Schriften sollen auch chronologisch aufgestellt werden, viele von diesen behandeln die baldige Ankunft des Messias in den Wolken. . u(u dann als König aller Könige ln Jerusalem 1000 Jahre lang zu herrschen. Dann werden wir eine Heerde unter einem Hirten, dem Messias Jesus Christus, sein. Komm, Herr Jesu! Komm bald! Bete und arbeitet Seid fröhlich In Hoffnung, geduldig in T r ü b s a 1, h a 11 e t a n a m 0 e b e t! Wien, am 28. April 1900, William H. Hechler, Chaplaln to Her Britao-ic Majesty’s Embassy in Vienna. M11 0 o.t t! Das Ist ein schönes Wort! Da wandert man so fröhlich fort Und frägt nach Brücke nicht und Steg, Mit G o 111 Man findet einen Weg. . Dr. A. R. K o s a k. kommenden jüdischen Institutionen und Behörden aut dieses denkwürdige Dokument. Es wäre zu erwägen, ob nicht die Möglichkeit besteht, aut (Jrund des Testamentes die Uebcrgabe des Nachlasses nach Reverend Hechler für die jüdische Nationalbibliothek, bezw. für ein zu gründendes jüdisches Museum in Palästina 2u erwirken. In der Tel-Avlver hebräischen Tageszeitung «Haarez» veröffentlicht der bekannte Schriftsteller J. Jearl-Polcskin eine Reihe von Feuilletons über William Hechler. An einer Stelle zitiert er einige Auszüge aus dem Tagebuch des Herrn Ch. M. Slor, der einer der Gründer der Kolonie Petach Tikwah war. In seinem Tagebuch finden sich auch interessante Einzelheiten Uber Hechlers Testament, die den Inhalt des von uns abgedruckten letzten Willens des großen Zionistenfreundes vollauf bestätigen. An einer Stelle schreibt Sjor: «Heute trafen wir mit Professor Hechler im Hause des Herrn Weiss (in Wien — Anm. der Red.) zusammen, und dieser schlug uns vor, irgendwo hlnauszufahren, denn er wollte uns den Wagen des Moses Möntefiore zeigen, den dieser in Palästina benützt hatte. Der Wagen gelangte in Professor Hechlers Besitz und er betrachtet Ihn als besonderes Heiligtum. Unterwegs teilte er uns mit, daß er alle seine Antiquitäten, die kostbaren Bilder und seine Bibliothek von 12.000 Bänden, die, hauptsächlich der Blbelexegcse gewidmet, ln verschiedenen Sprachen geschrieben sind — viele von ihnen sind mehr als 400 Jahre alt — Pa* lästlna schenken will. Solange er lebt, "soll die Bibliothek ihm gehören, und nach seinem Tode soll sie den Namen Montefiores führen. Wir konnten dies kaum glauben, aber Herr Weiss erzählte uns, daß all da», was der alte Herr sagte, richtig und ln seinem Testament schon festgelegt wäre. Herr Weiss behauptet auch, daß das Vermögen des Professors unserem Lande großen Nutzen bringen könne. Seopotd fcAiscäa Wien, II., Krummbaumgasse 1 Telephon A 47*2-03 * offeriert sämtliche Spezerei waren noc *5» nuD bestens und billigst, Provinzversand. Dr. Kart Rosenf et d Mah nischtaneh? Ö tage mir, Vater... Warum soll ganz anders sein heute die Nach# Wir haben in Freude und Angst schon gewacht, Wir waren dem Ruhme, der Schmach schon geweiht, Bringt Morgen uns wirklich Erlösung vom Leid? Du zitterst beim Festmahl gleich Blumen im Schnee.. Mah nischlanih.. Warum, böser Pharao, jagt Ihr uns nach, Entheiligt die Thora, in Brand steckt das Dacht Warum, sag', vertreiben mich Buben vom Spiet, Sie werfen mir Steine nach, schimpfen so viel Und hetzen, verfolgen mich wild wie ein Reh... Mah nischtanih... Warum schätzt die Wett nicht, was wir ihr errafft An Geist, Herz und Kunstsinn, an Wort, Schrift uni Kraft, Prophetenstamm, ruhmvoll an Sprache und Land! Wir sind }a ein Volkf doch nur Krämer genannt, Gepeinigt, verachtet: geh, Handele... geh. Mah nischtanih... Warum sott in Erez uns Mai nicht erblüh’n? Wir tragen doch all unser Wesen dorthin, Und bauen und hämmern und bluten genügt Wir wollen nur Frieden und Arbeit beim Pflug/ Warum so viel Neid, so viel Mißlrau’n und Weh,,» Mah nischtanih.,» Mah-nischtaneh in „Jewsekzienreich“ Von Üssip L e w i t. Der erste Pessachabend. Die Fensterläden einet niedrigen einstöckigen Hauses in der Lunatscharsky- Straße sind dicht verschlossen. Ueber den Läden hängt außerdem eine schwere Teppichportiere, die bis an die ^nsterbretter herabreicht. Im Zimmer ist alles reinlich, hell, anheimelnd. Die Hausfrau, fest« lieh angezogen, schreitet nervös auf und ab. Von Zeit zu Zeit tritt sic ans Fenster, legt ihr Ohr an den Rand der Portiere, bleibt lange unschlüssig stehen und geht endlich auf die Gasse hinaus, wo sie die beiden Fenster sorgsam betrachtet. «Nein! Man kann wirklich nichis sehen,» spricht sie dann zu sich selbst und kehrt wieder ins Haus zurück. Vergeblich suchte sie in der von weihevoller Stimmung durchtränkten Umgebung: an der festlich zugerichteten Pessachtafel; in den auf einer runden Porzellansch Ossel aufeinanderliegenden und mit einer blendend weißen Serviette bedeckten drei Mazzoth; in dem Weinkrug, umgeben von vier Bechern und einem fünften hohen — aus Silber — für den Propheten Elias — vergeblich suchte sie in all dem festlich-feierliche Stimmung für ihre ermüdete Seele ... Als die Eingangstür geöffnet wurde und ihr Gatte mit den beiden Knaben, dem elfjährigen Dodik und dem sechsjährigen Chaimke, auf der Schwelle erschien, zuckte sie zusammen. «Was ist dir, Zipporah? . . . Was fürchtest du?» fragte der Hausherr mit einer Miene, als wunderte er sich wirklich über das Erschrecken seiner Frau. Und mit einer zur Schau getragenen fröhlichen Miene und ebensolcher Stimme grüßte er: «Out Jontewl» «Gut Jontew, gut Jontew!» wiederholte Chaimke laut und fröhlich die Worte des Vaters. «Pst!» mahnte der ältere Bruder und legte den Finger an die Lippen. «Sei still! Wie oft soll man es dir noch sagen?» Und im Vollbewußtseln der Wichtigkeit seines Tuns und seiner Verantwortlichkeit verschloß er die Türe fest und drehte den Schlüssel zweimal um. «So!» «Wie steht’s? Ist alles ruhig?» fragte Zipporah leise und vergaß, die Grüße ihres Mannes und der Kinder zu erwidern. «Ganz ruhig. Warum regst du dich so sehr auf? Weshalb nur? Sind Pogrome oder Gewaltakte zu befürchten? . . . Keineswegs! Denkst du etwa, daß unsere eigenen Leute uns übel mitspielen würden? . , . Wir beteten in einem Privathause, leise, ohne Aufhebens . . . Niemand weiß etwas davon. Wir hatten viel bis zum heutigen Tage auszustehen, aber jetzt ist Feiertag, da wollen wir uns um nichts bekümmern. Laß uns den Seder abhalten!» «Seder, Seder!» wiederholte der kleine Chaim und tänzelte vor Vergnügen. «Ich habe die «Kasches» brav gelernt.» «Gelobt seist du, Ewiger, unser Oott, Herr der Welt, der du uns aus allen Völkern auserwählt hast» — begann der Vater feierlich den traditionellen Sing-Sang. Er trug einen weißen Uinwandklttel und setzte sich zu Tische, wo man ihm einen weichen Sitz aus Kissen bereitet hatte. L. ^C/el^Ze_ -■;V-^ «Ml. •/***£i <km3 mr. f-**/ ««% - 0# »V/ 4S«4^S. *0*4.0%, — na« 1*1 L Al«««4 4,x jfk* Wi W 1*1 44 «. «mJ Jo», e Jt4 tkM Mh •#«!«<. MM, m »MdI Ä4«U4»m «M /kwA** —— *!**- ^4^9 Mm) Jo* 71m*. e#«4 Clo4 **• ( P««*—4 S*A~. «DUMM*4* JL/ooÄoMO*, Ci, a+fä*, . Ju. mt,»4 4*2* i«i.*»i«I 4 Jsp», /Sei * — A. Jt. M. . . _ Ai A/iO, dr*1dr*» **/£ A« ffaoo- , t&*ddS%+, r m/• ^fiw i»|> /t*n**£i «An, ’T'VJö . «3 m—> omi» Scl*j% »—■ r A.m m Ml# * ***i . SP. Mfc-i. 0 0e*.*A*. »

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