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Die Stimme · 1931-04-09 · Heft 171 (9.4.1931) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
4 (1931)
Issue
Heft 171 (9.4.1931)
Date
1931-04-09
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 f)lf STIMME Nr. m — 2 Anril 1031 sein wird, in dem alle jüdischen Interessen konzentrisch Zusammenhalten« Die Ziffern des Budgets sind nicht unabänderlich. Es kann möglich sein, daß die fortschreitende Not den Rahmen, den der Voranschlag zieht, an einer oder der anderen Stelle sprengt. Es kann möglich sein, daß trotz der Not der Zeit die Opferwilligkeit unserer Gemeindemitglieder uns unsere Aufgabe, diese Gemeinde ohne Schaden aus der Krise hinauszuflihren, erleichtert. Wichtiger als die Ziffern Ist uns der Geist, In dem dieses Budget seiner Verwirklichung zugeführt werden wird. .1.11 .. .... 1 ■ —■■nun -ini m i um i . i Zionistisches landeihomliee für Ösierrelcti Mittwoch, den 16. April 1931, um 8 Uhr abends Im Keutsaal dos llotel bayrischur Hoi, II., Taborstratio 89 Bericht der Mandatare der Tsraolftischen Ktiliusgenioimlo 0[ Koterenten: Dr. «lose! I.öweuiiorz. Vizoprä.sideut der Israelischen Kultus.emeimle Dr. Desitler Kriedmnnn und mehrero KnHusvorsteher Meeting Wird dieser Ocist der Oeist der Demokratie, des jüdisch, n Gemeinsinns, des lebendigen Zusammenhanges mit d^m Judentum der Welt sein, dann wird unsere Gemeinde auch dieses Jahr in Ehren bestehen als Hort der jüdischen Bevölkerung Wiens. Weil wir uns die Kraft beimessen, die Durchführung dieses Budgets in unserem Sinne beeinflussen zu können, well wir daran glauben, daß diese Gemeinde, wenn alte g1 11 '■» ■‘■If Jl'!.., ,1 . ... 1 . iÜ'J.".1Iw-AJJ'JL.IjüilLÜLL'lBÜL -!ÜIMl£lgg.U!Ul!l.t' JJLJ zu ihr stehen, die Innere Lebenskraft hat, die Krise unserer Tage zu überwinden, well wir ln der Bejahung dieser Gemeinde eine Aktivpost selten, die, wenn auch als Budgetpost nicht erfaßbar, uns mehr gilt, als korrigierbare Ziffern, werden meine Freunde der Gemeinde g^ben, was der Gemeinde Ist. Wir werden für das Budget stimmen« Dr. Eder und Brodetsky über die Verhandlungen mit der Regierung Die Frage der gesetzgebenden Versammlung ln einer in London abgehaltenen Versammlung <jer Zionistischen Vereinigung für Großbritannien und Irland erstatteten der Präsident der E. Z. F. und Mitglied der Politischen Kommission der Zionistischen Organisation Dr. M. D. Eder und das Mitglied der Exekutive Dr. S. Brodctsky Bericht über die po'itiscfie Lage und die Verhandlungen der Jsivish Agency mit der englischen Regierung. pie Behandlung der Frage der Einsetzung einer gesetzgebenden Versammlung für Palästina, erklärte Dr, Eder, sei von der Regierung bis zur Rückkehr I Bella Paalen (Staatsoper) | ■ul■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■*» Dr, Wefzmanns aus Palästina zurü?kge$tel!t worden. Die Vertreter der jewish Agency seien entschlossen, der Einsetzung einer gesetzgebenden Versammlung nicht früher zuzostimmen, als nicht eine Vereinbarung hierüber, zwischen Arabern und Juden zustandegekommen sei. Sie stehen die Forderung auf, daß e»«e endgültige Entscheidung über diese Frage vor Einberufung einer Konferenz zwischen Juden und Arabern, ähnlich der Round Table-Konfereijz für Indien, nicht getroffen werde, Gegenüber irrigen Kommentierungen?n der Presse sei festztistejlen, daß nicht Dr. Weizinann allein für den Verlauf und das Ergebnis der Verhandlungen verantwortlich sei, sondern daß sich die gesamte Exekutive der Jewish Agency und die politische Kommission gleichmäßig in die Verantwortung teilen, Auch wurde behauptet, der Exekutive sei die Weisung erteilt worden, nicht In Verhandlungen auf der Basis des Weißbuches einzutreten. Ein derartiger Beschluß liege nicht vor. Er wäre offenkundig absurd. Ohne Weißbuch oder Simpson-Bericht hätte nicht die Rede davon sein können, in Verhandlungen zum Zwecke der Aufklärung irriger Feststellungen und mißverständlicher Auffassungen einzutreten. Nur auf der Basis des Weißbuches habe es überhaupt zu Verhandlungen kommen können. Zur Besprechung des MacDonald-Briefes übergehend, stellte Dr. Eder die vom Aktionskomitee der Zionistischen Organisation und der Politischen Kommission der Jewish Agency im November 1930 gefaßten Resolutionen den ihnen entsprechenden Absätzen des Briefes MacDonalds an Dr. Weizmann gegenüber. Auf die Resolution des A. C.: «Das Weißbuch zeigt die Tendenz, die im Mandat der englischen Regierung gegenüber dem jüdischen Volke auferlegte Pflicht aut eine Pflicht gegenüber den jüdischen Einwohnern Palästinas zu reduzieren. Diese Aenderung steht mit dem Wortlaut und dem Geist des Mandats in Widerspruch» nimmt der Brief des Ministerpräsidenten in § 3 Bezug, wo anerkannt wird, «daß das Mandat eine Verpflichtung gegenüber dem jüdischen Volke und nicht nur gegenüber der jüdischen Bevölkerung von Palästina ist.» Auch die zweite politische Resolution des A, C, fand in dem Briefe Berücksichtigung. Die dritte wurde künftigen Verhandlungen Vorbehalten. Per vierten Resolution, die sich auf Artikel 6 des Mandats bezieht, wurde in höchst zufriedenstellender Weise entsprochen- Mit der fünften Resolution befaßt sich die Regierung in Artikel lö des Briefes. Bezüge lieh des in Artikel 6 des Mandats gebrauchten Ausdruckes «Stellung» (Position) der «anderen Teile der Bevölkerung» mußten wir die Interpretation der Regierung akzeptieren. Nach Beratung mit Lord Reading, Richter Brandeis und Dr. Fnnkfurter mußten wir den Standpunkt der Regierung, daß unter «Stellung» ökonomische Lage ebensowohl wie rechtlicher Status zu verstehen sei, annehmen, Mit Resolution 6 (Beschränkungen des Bodenkaufs) befassen sich die §§ 7 und 10 des Briefes. Zusammenfassend kann gesagt werden, daß die Lage von 1922 wiederhergestellt wurde. Unberücksichtigt bffeben in dem Briefe die Fragen der Sicherheit, der gesetzgebenden Versammlung, des Landentwicklungsplanes und der Palästinaverwaltung. Der Landentwicklungsplan wird Gegenstand weiterer Verhandlungen mit dem Kabinett sein. Bezüglich des Punktes Sicherheit: Es wurden zwei Bataillone in Palästina stationiert und die Polizeitruppp verstärkt. Bleibt noch dia schwierige und heikle Frage der Legislative und der Ver- I tmt waitung. Notwendig ist, daß das Kolonialamt uns wohlwollend gegenübersteht. Dies zp erreichen, ist eine Frage von Verhandlungen. Der Brief des Ministerpräsidenten beendet nicht Jede politische Auseinandersetzung mit der Mandatarmacht. Der Notwendigkeit, Verhandlungen zu führen, können wir nicht durch einen Brief enthoben werden, Wenn wir eine Million Juden in Palästina haben werden, werden wir jeder Mandatarmacht gegenüber unabhängig sein. Dr. S. Brodetsky wandte sich gegen den der Exekutive gemachten Vorwurf, sie hätte ihre Vollmacht in den Verhandlungen überschritten, In einer Hinsicht sei der MacDonald-Brief durchaus unbefriedigend: Er gebe keine positive Erklärung über das ideal eines jüdischen Nationalheiins. Doch sei er als Erfolg zu werten, wenn man ihn mit dem vergleicht, was im Weißbuch über unsere Arbeit gesagt wurde- Wenn auch nicht zu erwarten sei, daß auf dem Wege der Diplomatie und politischer Auseinandersetzung eine richtige Auffassung des Begriffes «jüdisches Nationalheim» in Zukunft formuliert und festgelegt werden wird, müssen doch dauernde politische Verhandlungen mit der Regierung als einer der wichtigsten Teile unserer Arbeit betrachtet werden. Eine richtige Auffassung des Ausdrucks «Jüdisches Nationalheim» muß durch uns selbst, durch praktische Arbeit in Palästina herbeigeführt werden. Wenn wir zeigen werden, daß wir unter dem Begriff «Jüdisches I 11. April 1931 Palästina-Wetne Paläshr a-Orangr n Palästina-Olivenöl (Scheinen) Palästina^? achmancMn (andere Pnlflsiin»wftr«n toben) •qwI* #&mt lohe .spezereiwfire»; P1DD i0 "UW zu den billigsten Preisen Heien tranko Haus, auch i Prvivinzytreand j Samuel Halperri Wien, II., Förstergusse 6 ' Telephon A-40-4* 2 j 0.angen*t»rslec i i Pakete zu 1^, 18, 2H i nd 0 sttick .... «8 V.8Q J _ Qdginalldeien tu $0, Qö, 7j und uo Stück . . S if.- < Nationalheim» eine uneingeschränkte Masseneirtwanderwng nach Pajflstlna verstehen, wenn Wir unseren ernsthaften Willen zeigen werden, wird es uns möglich sein, auch andere zu unserer Auffassung tu bringen. Unsere Leistungen In Palästina In den letzten Jahren, so verdienstvoll sie auch gewesen sein mögen, waren zu klein, um die Anerkennung unserer Interpretation des Begriffes «Jüdisches Nationalheim» zu erzwingen. Zum Schlüsse erklärte Dr. Brodetsky, der Regierungsbrief bedeute keineswegs, daß eine Vereinbarung zwischen Regierung und lewish Agency zustande gekommen sei, sondern stelle eine einseitige autoritative Erklärung der Regierung dar. In Beantwortung einer Reihe aus der Mitte der Versammlung gestellter Fragen erklärte der Ehrenanwalt der Jewish Agency, Leonard Stein, die Besprechungen mit der Regierung oder mit Teilen der Regierung seien noch nicht abgeschlossen. Solche Besprechungen fänden dauernd statt. Ob das Regierungskomitee wiederernannt wurde, sei ihm nicht bekannt, auch könne er keine bestimmte Antwort aut die Frage geben, mit wem die künftigen Verhandlungen geführt werden würden. Doch würden zweifellos Mittel und Wege gefunden werden, die Anschauungen der Jewfch Agency der Regierung und die Anschauungen der Regierung der Jewish Agency zu übermitteln. Oie neue Leitung des Waad Leumi J e r u s a i e m, 25, März. (J, T, A.) Die Leitung des neuen Waad Leumi wird aus 3 Arbeiter-Vertretern, 1 Allgemeinen Zionisten, 1 Misracliisten und 1 Sg«? phardim bestehen» Yon der Arbeiterpartei werden vermutlich Dr. Ariosoroff, Ben Zwi nnd pr. Abraham Katzenelson, von den Allgemeinen Zionisten Elijaliu Berti »ne, vom Misrachl Rabbi Ostrowski und von den Sephardfm Elmateh in die Leitung des Waad Leumi entsandt werden. Konzerthaus Reise des Präsidenten der österreichischen Landesoi gamsation, Pr. Oskar Oiünbaum, nach Belgrad Der Präsident des zionistischen Landeskommitees, Herr Dr. Oskar Grünbaum, hat sich über Einladung der zionistischen Landesorganisation Jugoslawiens nach Belgrad begeben, wo er eine Reihe von Vorträgen über zionistische Probleme halten wird. Einreiseverbot für Jabotinsky Wie die jüdische Telegraphen-Agentur erfährt, hat die Palästinaregierung beschlossen, dem Führer der Zio.iistenrevisionisten, Wladimir Jabotinsky, bis auf weiteres uejne Bewilligung zur Einreise nach Palästina zu erteilen, obwohl Jabotinsky zum Herausgeber d^r neuen revisionistischen Tageszeitung «Hnam», deren erste Nummer soeben erschienen ist, bestellt worden ist, mmm.■ aiaiw«mm jujmggiww um Auf nach Palästina! Es ist, und das erscheint auch natürlich, der Herzenswunsch jedes Zionisten, Erez Israel, seine Heimat, zu sehen und kennenzulernen. In der heutigen wirtschaftlichen Lage ist das aber nicht so ohne weiteret möglich, denn solch eine Reise kostet viel Geld. Da will nun der Lloyd Triestino Rat und Hilfe schaffen] er will et auch Zionisten der minderbemittelten Klassen ermöglichen, diesen ihren Herzenswunsch zu erfüllen. 8o hat der Lloyd Triestino, einem allgemeinen Verlangen der Leser der «Stimme» entsprechend, eine Palästinareise arrangiert, die vom 28. April bis zum 10. Mal 1031 dauern und, bei erstklassiger Unterkunft und Verpflegung, inklusive Besichtigungen, Führung, Beförderung, Trinkgeldern usw. nur 3 P&W kosten wird. Näheres siehe in obiger Notiz «Palästina» relse der Stimme». Anmeldungen nimmt das Relsebureau «City», L, Kohlmarkt 8 (Inhaber unser bewährter Gesinnungsgenosse Dr. Körner), entgegen. SolcolowEhrung durch den Keren Kafemeth . Juden Wiens, beteiligt buch an der Dankadresse an Nahum Sokolow anläßlich seines 70. Geburtstages durch Spenden an Keren Kajemeth, Wien, I., Kärntnerstraße 28, Tel. R-27-3-20

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