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Die Stimme · 1931-04-02 · Heft 170 (2.4.1931) · page 9

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Journal
Die Stimme
Volume
4 (1931)
Issue
Heft 170 (2.4.1931)
Date
1931-04-02
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
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Zionistisches Landeskomitee fUr Oesterreich Der diesjährige Gang zum Grabe Theodor Herzls findet im Monate Mai statt. Der genaue Termin sowie die detaillierten Verfügungen werden noch bekanntgegeben. Mitteilungen des Palästin&amtes Wien Uieivilag, tten 14. April, reis en durch Wien etwa hundert Personen, einzelne sowie Familien, aus Polen nach Erez Israel. Es waren dies fast durchwegs Leute, die von ihren Verwandter a n gefordert wurden. Der nächst0 1 ransporl aus Polen, mit dem zum größten Teil C h a I u z i tri reisen werden, trifft am Donnerstag, den 23. April, um 6.30 Uhr früh In Wien ein. Die Weiterfahrt hach Triest erfolgt ab Ostbahuhof 7.40 Uhr früh. Zum Jubiläum der „Wizo“ Die noch junge Weltorganisation der zionistisch:» Frauen steht heuer im Zeichen ihres zehnjährigen Jubläums. Vor zehn Jahren, als in der Entwicklung der nationalen Frauenbewegung ein wichtiger Schritt nach vorwärts getan wurde, hat für die jüdische Frau eine neue Aera begonnen. Bereits an dem Tage, da die Balfour-Deklaration das Licht der Welt erblickte, hatten die jüdischen Frauen Englands erkannt, wieviel sie für die jüdische Sache zu leisten imstande wären; und tapfer stellten sie sich späterhin den Männern irn Kampfe um das Aufbauwerk zur Seite. In London wurde dann die Frauenorganisation geschahen, die binnen zehn Jahren ihre zionstische Werbetätigkeit überall wo Juden leben, entialtet und in den Dienst des Aufbauwerkes der alt-neuen jüdischen Heimat gestellt hat. Zehn Jahre sind seither vergangen, doch zeugen bereits achtunggebietende Zahlen von der werktätigen Arbeit und dem großen Aufschwung dieser Frauenföderation; ihrer Statistik ist es zu entnehmen, daß die Mitarbeit dieser Frauen innerhalb der großen zionistischen Bewegung unentbehrlich geworden und von ihr kaum mehr wegzudenken ist. Nun rüstet die Wiener Wizo zu einer großen Jubiläumsfeier, die in Form eines festlichen Empfanges Sonntag, den 19. April I. J. im Kursalon der Stadt Wien unter Mitwirkung des jungen Komponisten Julius Chajes und anderer prominenter Künstler stattfinden wird. An der Spitze des Veranstaltungskomitees steht die pflichttreue und verdienstvolle Präsidentin Frau Sofie Löwen herz, die die Begrüßungsrede halten wird. Einen eigens aus diesem Anläße verfaßten Dia'og wird Frau Dr. Martha Hof mann zum Vortrag bringen. Frau Dr. Lotte H a n e m a n n, die zu diesem Anlaß aus Jerusalem kommt, wird bei dieser Gelegenheit iitfer die Paiästinaarbeit der Wizo sprechen; sie gehört zu unseren hervorragendsten Pionierinnen und ist rühmlich durch ihre publizistische Tätigkeit bekannt. Es ist anerkennenswert, daß die Wiener Wizo diese in der Entwicklung des jüdischen Frauenlebens bedeutsame Stande durch Konzentration all ihrer besten Kräfte vermerkt. o. g. Die Arbeit des Keren Kajemeth Chajes-Wakl. Für den Chajes-Wai'. sind bisher 6900 Bäume gestiftet worden. Zur Komplettierung fehlen somit noch 3100 Bäume. Versicherung zugunsten des Keren Kajemeth. Die Versicherungsrbt°:,timr des Keren Kajemeth hat eine Aktion eingeleitet, die bezweckt, Versicherungen zugunsten des Keren Kajemeth durchzuführen, u. zw. auf folgender Grundlage: Im Erlebensfälle fällt die versicherte Summe ganz dem Keren Kajemeth zu, im Ablebensfalle ,s' eine Hälfte den Erben des Versicherten, die andere Hälfte dem Keren Kajemeth. Durch die Aktion sollen dem Keren Kajemeth neben den Spenden neue Mittel zum Zwecke der Ausdehnung des jüdischen Bodenbesitzes flir die jüdische Kolonisation zufüeßen. Schon nach drei Jahren ernält der Keren Kajemeth gegen minimale Zinsen 65 Prozent der eingezahlten Prämien zu seiner freien Ve-f,,,ning. Bisher haben 48 Personen Versicherungen auf insgesamt S 58.000.— abgeschlossen. Legat Schorn Gg. Samuel Schorr, der im vorigen Jahre in Wien verschied, hat in letzten Willen ein Siebentel seines Vermögens dem Keren Kajemeth vermacht. Goldbuch Dr. Dagobert Rybaczewski. Auf diese Eintragung sind weitere S 55.—, bisher insgesamt S 272.36 eingegangen. «Erez Israel in Zahlen». Das vom Hauptbüro herausgegebene BficnJein «Erez Israel in Zahlen» von D. Zimann, Illustrationen von Wallisch, mußte in Deutschland, da eine riesige Nachfrage danach vor-* handen war, in zweiter Auflage hcrausgegeben werden. Im Keren Kajemeth Oesterreich ist das gebundene Exemplar zum Preise von S2,— erhältlich. Leerung an Snbbathen und jüdischen Feiertagen. Die KKL-A.*i:nrbeitcr werden neuerlich daran erinnert, daß jede Leerung an S-^bathen und jüdischen Feiertagen, Sowie an späte” Nachmittagen der Vortage von Sabbathen und Feiertagen absolut u n z n I ä s s i g ist. Auf der Lecriingsbo^en haben wir speziell eine Anmerkung, die dieses Verbot enthält, angebracht. Die MitatLeiter werden daher im Interesse des Keren Kajemeth nochmals ersutht, sich absolut an dieses Verbot zu halten. Ltixusbüchse des Keren Kajemeth. Das Hauptbüro des Keren K”:emeth hat e.ne gut gelungene Luxus-Kcren-Kajemeth-Büchse herausgebracht, die an Interessenten zum Preise von y2 Dollar zur Verfügung gestellt wird. Diese Büchse :'t viel kleiner als die normal:, sie hat die Fcr-11 eines in Leder gebundenen Buches; auf der Titelseite befindet sich eine Karte Palästinas, auf der die jikbschan Böden in roter Farbe verzeichnet sind. Anfragen und Bestelhmgen sind an das Keren Kajemeth-Büro, Wien, I., Kärnlnerstraßc 28, zu richten. Keren Kajemeth-Sammlungen bei FamHfenfeierllchkeiten (Hochzeiten, Brith Milah, Bar Mlzvvah u. dgl.). Diese Familienfeierlichkeiten sind eine gute Gelegenheit zu Sammlungen für den Keren Kajemeth. Es gibt °:~e Reihe von Gg., die sich freiwillig in den Dienst dieser Tätigkeit stellen. Zu diesem Zwecke muß der Keren Kaiemeth von allen solchen Gelegenheiten Kenntnis erhalten. Alle Gg. und Freunde des Keren Kajemeth werden hiermit höflichst ersucht, dem Kere” Kajemeth-Büro alle diese Gelegenheiten mit gerauer Angabe der Adresse der Veranstalter Vknnnfzti<T°,',on. 8 Donnerstag, den 16 cts. im großen Saale des 8 § Zirenutieuiies, V.. Wiedner-Hauptstraße ® Nr. 130 — Ecke Kamperstorlferfasse ® | P’.5^5Sioiual!eii(l | j .Zionismus - eine Utopie?11 8 mit Referaten von Dr Franz, KOBI.FR und » # Arthur HUI.ZER Mitwirkendvein Choi das g 8 Piadtinderbunde!ü„Ziienu“.Begi^/ 9l’hrabds. “ Ankündigungen und Mitteilungen Die Organisation zionistischer Frauen Oesterreichs veranstaltet anläßlich des zehnjährigen Bestandw&der «Wizo» am Bonntag, dem 19. April 1931, 8i/4 Uhr abmds, im Kursalon der btadt Wien, I., Stadtpark, einen hmpölgi— Begrüßung: Frau Präsidentin Sophie Löwenherz; Dialog über die «Wizo»: Frau Dr. Martha Hofmann; Referat über die Palästina-Arbeit der «Wizo»: Frau Dr. Lotte Hanemann, Jerusalem; Konzert unter Mitwirkung von Komponist Julius Chajes, Konzertmeister Ferdinand'Adler, Konzertmeister Theo Salzmann, Anny Kimmehnanii, Kapellmeister Max Lampel, Grete Neufeld. Büfett und Salonmusik. Karten erhältlich bei Frau Sabine Passweg, IX., Schlickgasse 5, Telephon A 11-1-34. Zionistische Bezirkssektion 1V./V. Donnerstag, 16. d.M., findet im großen Saal des Zirenu-Heinies, V., Wiedner Hauptstraße 130, Eingang Ramperstorffergasse, ein Diskussionsabend: «Z io nismus — eine Utopi e?» mit Referaten von Dr. Franz K o b 1 e r und Arthur Holzer statt. Mitwirkend ein Chor des Pfadfinderbundes «Zirenu». Beginn x/x9 Uhr abends. Zionistische Bezirkssektion!., Cafe Excelsior, I., Rotenturmstraße 22 Dienstag, den 21. April 1931, Punkt '/29 Uhr abends: Vortrag Theodor Monteser: «Die luden in den Naturwissenschaften.» Gäste herzlich willkommen. Verband zionistischer Mittelschüler Sektion II. Samstag, den 18. April, um i/28 Uhr, Vortrag des Herrn Bato über «Die Juden im alten Venedig» in unserem Heim, II., Krummbaumgasse 10. * Zionistische Sektion VI11./1X. Mittwoch, den 22. April, 8 Uhr abends, im Veroinslieim, VII!., Bennoplatz 1 a, Vortrag Dr. Jacob Weiner. Thema: «Eindrücke einer Palästina-Reise». Vortrag Z. F. Finkeistein in der Urania. Dr. Z. F. Finkeistein wird über Einladung der Wiener Urania am 30. d, M. über Schalom .Asch vortragen. Beginn %8 Uhr. Die diesjährige Generalversammlung der Volksbibliothek «Zion» fand in Gegenwart des Vertreters der Alliance israelite, Herrn Professor Dr. Kaminka, statt. Der Präsident des Vereines, Herr Dr. F i n k e I s t e i n, hob in seinem Bericht hervor, daß es int letzten Berichtsjahre gelungen mt, den gesamten Bibliotheksbetrieb aut eine moderne Basis urnzustellen. Es wurde insbesondere eine Kartothek eingeführt und auch die Buchführung neu angelegt. Der Bücherbestand wurde durch Käufe und Sjtenden bedeutend vergrößert und namentlich wurden viele hebräische Bücher von den Entlehnern begehrt. Außer der Bibliothek wurde auch der Lesesaal, in dem eine außerordentlich große Anzahl jüdischer und hebräischer Zeitungen und Zeitschriiten aufliegt, von vielen hunderten Juden und Jüdinnen regelmäßig besucht. Nach einem Kassenbericht der Herren Lebensohn und Haipern wurde dem zurücktretenden Ausschuß mit Dank das Absolutoriunt erteilt. In den neuen Ausschuß wurden gewählt: Als Präsident Herr Dr. Finkeistein, als Stellvertreter die Herren Saul Weinreb und Isidor Lebensohn, feiner die Damen Popper und Anda Unger und die Herren lsak Geländer, Hermann Grünwald, Dr. Alfred Körner und lsak Herzberg. | Veranstaltungskalender Donnerstag, 16. April. Zionistische Bezirkssektion IV/V, V., Wiedner Hauptstarße 130, H9 Uhr abends: Diskussionsabend «Zionismus — eine Utopie?» (Referate Dr. Franz Kobler und Arthur Holzer.) Samstag, 18. April. Verband zionistischer Mittelschüler, Sektion II, Krummbaumgasse 10, H8 Uhr abends: Vortrag Ludwig Bato «Die Juden im alten Venedig». Histadruth iwrith, 11., Kleine Mohrengasse 3, 8 Uhr abends: Referat. Sonntag, 19. April. Organisation zionistischer Frauen Oesterreichs,- Kursalon, Stadtpark, 149 Uhr abends: Festabend. Dienstag, 21. April. Zionistische Bezirkssektion I, Cafe Excelsior, I., Rotenturmstraße 22, H9 Uhr abends: Vortrag Theodor Monteser «Die Juden in den Naturwissenschaften». Mittwoch, 22. April. Zionist. Bezirkssektion VI11/IX, Bennoplatz la, 8 Uhr abends: Vortrag Dr. Jakob Weiner «Eindrücke einer Palästinareise». ln der BeztrksscKuon au., aiv. unu av. uuianueue am 13. Aprii Herr Dr. Michael Stein berg in einem ungemein anregenden und gedankenreichen Vortrag das ihenia; «Der moderne Mensch und der Zionismus.» Der Vortragende beschäftigte sich zuerst mit dem Begriff: »Moderner Mensch» und zeigte ihn ais einen numpiex einer Reihe von Momenten, als deren wichtigsten zu bezeichnen seien: Die Wissenschaftlichkeit des Denkens (im Gegensatz zu der Religiosität trüberer Zeiten), nationale Richtung (da der trübere die Aufhebung nationaler Gemeinschaften verfolgende Internationalismus ais überholt verlassen wurde», Berücksichtigung allgemein menschlicher ideeller 1 endenzen (Völkerbund) und schließlich soziales Denken. Der Zionismus entspreche allen diesen Merkmalen des Modernen vollkommen, ln geistreicher Weise führte der Vortragende aus, daß die Assimilation immer aut ein Minderwertigkeitsgefühl des Assimilanten als Triebkraft zurückgehe und schon deshalb dem Begriff des Modernen widerspreche. Die Behauptung, daß def Zionismus nur ein Vorspann des englischen Imperialismus sei, wies er zurück und zeigte/ daß England sicherlich aus Interesse den Zionismus fördert und nicht um der schönen Augen der luden willen, daß gerade das aber die gesunde Grundlage sei, wenn nicht der Zionismus aut die Gnade seiner Protektoren angewiesen sein solle. Auch andere neuentstandene staatliche Gemeinschaften, wie z. B. die Nachfolgestaaten, verdanken iht Entstehen und ihre Förderung den politischen Interessen anderer Staaten. Mehr als der »-eiche Beifall mag dem Vortragenden den anregenden Eindruck seiner Ausführung der Umstand bewiesen haben, daß er trotz vorgerückter Stunde in der Diskussion nochmals das Wort ergreifen mußte. Jüdischer Sport* und Schützenverein «Menorah», IX., Liechtensteinstraße 30. Souterrain, Zugang durch den Hof. Sonntag, den 19. April 1931, findet ein Pflichtausflug für alle Mitglieder statt. Treffpunkt uni 8 Uhr bei der Endstation Sievering der Straßenbahnlinie 39. — Schießzeiten und Anmeldungen: Montag 20 bis 22 Uhr, Mittwoch 19.30 bis. 22 Uhr, Samstag nach Einbruch der Dunkelheit. Für geschlossene Gruppen außerdem nach Vereinbarung. Eine freie Arztensstefle schreibt der Ring der Ait-Herrenverbände aus. Gesucht wird ein Röntgenologe für einen tschechoslowakischen Kurort. Anstelhingsdauer drei Monate. Auskünfte bei Robitschek, Tel. B 48-6-09 zwischen 4 und 5 Uhr. «Sederabend beim Wunderrabbi», ein Pessachfestspiel mit Gesängen von MayerChartine r, bildete den Glanzpunkt des Pessachtestes das die zionistische Sektion Prater mit der hebräischen Schule vorigen Sonntag (5. April) im Theater «Reclame» veranstaltet hatte. Eine schöne Festrede des Herrn Aron Schwertfinger leitete eine richtige Feststimmung ein. die die Kinder mit ihrem klangvollen Hebräisch und tadellosem Spiel auis höchste steigerten. Die Chaluzim-Szene des «S c h i r h a s c h ■ r i m» in Palästina und insbesondere das oberwähnte Pessachspiel lösten im Publikum Stürme von Begeisterung aus. Zum großen Erfolg des Festes hat Herr Salo Rappapport mit seiner ausgezeichneten Klavierbegleitung wesentlich beigetragen. Jüdischer Abend im XX. Bezirk. Der von der zionistischen Bezirkssektion XX. zugunsten des lüdischen Nationaltonds veranstaltete Abend im Saale der Toynbee-Halle, XX., Denisgasse 33, wurde für Lag öaomer. den 4. Mai, V28 Uhr abends, verschoben. Es wirken mit Oberkantor D. Bugomilnt, Oberkantor Länderer, Segal-Rosenbach (Konzertsänger), Samuel Schwager (jüdische Vorlesung), Dr. S. Seidner (Oboe), Emmy Höftniann (Pianistin), F. Hirschteid (Violinvirtuose), R. Lebensohn (hebräische Rezitation), Kammerorchester: Dirigent Prof. Ebenstein, Klavierbegleitung Kronfeld und Reisemann. Karten zu S 1.— und —.50. Histadruth Iwrith, II., Kleine Mohrengasse 3. Der hebräische L e s e s a a I ist jeden Dienstag und Donnerstag abends offen. Sämtliche hebräische Zeitungen liegen auf. Jeden Mittwoch, 8 Uhr abends: Arbeitsgemeinschaft für neu hebräische Literatur. Samstag, den 18. April, 7 Uhr: Seminar für Dikduk Madal, Leiter Professor Wiesen. 8 Uhr: Referat. — «D e v ar e n u» ist erschienen und in alten größeren Zeitungskiosken erhältlich. — «Mosnaiim» und «Ketuwim» erhältlich: Zeitungskiosk, L Schottennng, beim Bankverein, und bei 38er Wagenschleife, Opernring, vis-ä-vis Opern-Cafö, II., Praterstraße 11. Tabak-Trafik, Zeitungskiosk Taborstraße bei Caf6 National, XX., Wallensteinplatz. — Sämtliche Jugendorganisationen werden ersucht, ihlt

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