Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 170 (2.4.1931)
- Date
- 1931-04-02
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 DIE STIMME Nr. 171 16. Aori! 1931 Wladimir Jaboiinsku spricht tfltlttOClL den 20. April, um Vs* Uhr abds im Qt ftOftZCI ItiaUäfMl Ober „NErogglaiiil, Araber und luden * K A H I’ h N V O K V E R K A U F :• UNION DEK ZIONLS 1’EN-REViSIONOTEN, WIEN, II. Ober« Donaustraße 101/103. Telephon: A 47-2-34 (tätlich von II —1, 5—8) ferner Konzerthauskasse, Administration der „Neuen Welt“. II. Unt. Augarten.sfcr. 38, Buchhandlung Moses Rath. II.. Taborstr; 20 a, Strutnpfliaus Schächter, VIL. Burg#. 44 Auch in anderen Landesteilen sind Anzeichen zunehmender Unsicherheit iestzustellen. In der Nähe von Bersheba wurde eine Gruppe arabischer Kaufleute von Räubern überfallen, wobei ein Kaufmann getötet wurde. Auf der Spur der Mörder — Bisher 50 Verhaltungen Jerusalem, io. April, (j. T. A.) Im Zusammenhang mit dem Ueberfall bei Yadjur wurden bisher etwa 80 Araber in das Gefängnis von Haifa eingeliefert Die polizeilichen Ermittlungen im arabischen Dorf Schafaram wurden fortgesetzt, ln Jerusalem ist das Gerücht , verbreitet, daß die Polizei bereits drei Anführer der Bande festgesteilt hat. Pas allgemeine Gefühl der Unsicherheit begünstigt das Entstehen unbegründeter Oeruchte über räuberische Anschläge In verschiedenen Teilendes Landes. Die bei dem Ueberfall Verwundeten liegen im Hadassah-Spital zu Haifa; sie sind außer Lebensgefahr. Der polnische Konsul hat die Verwundeten Im Spital besucht. Es verlautet, daß Polen eine Entschädigung für die bei dem Ueberfall Verletzten verlangen wird. Die arabische Tageszeitung aFeiestin» erklärt, der Mord von Yadjur sei eine schreckliche und verabscheuungswürdige Tat, möge sie nun auf persönliche Feindschaft zurückzuführen sein oder räuberischen Charakter tragen. Unru 611 in Nahalal Ein Wächter von Arabern verwundet Jerusalem, 10. April (J. T. A.). Der Wächter der Kolonie Nahalal Mosche Palewitz überraschte um Mitternacht eine Gruppe von arabischen Dieben,, die in die Kolonie erngedrungen waren.. Als Palewitz Alarm schlug, gab einer der Diebe einen Revolver'*- schuß auf ihn ab, durch den-der Wächter am Bein verwundet wurde. Der Verletzte wurde in das Hadassah-Spital nach Jerusalem gebracht. Sein Zustand ist-nicht, besorgniserregend. . ' - - Kurz nach dem Vorfall traf Polizei jn Nahalal ein - und folgte den Spuren der Verbrecher bis .in .das arabische Dorf Malul,• wo einige Verhaftungen . vor-, genommen wurden. Ein Mitglied der Kolonie Nahaiai erklärte einem Vertreter der JTA, daß seiner Ueberzeugung nach der Vorfall in keinem Zusammenhang mit dem Verbrechen von Yadjur stehe. Am Morgen nach dem nächtlichen Zusammenstoß zwischen dem Wächter der Kolonie Nahalal und einer , Gruppe arabischer Diebe kam es in der Nähe der Nahalal benachbarten Kolonie Kfar Jehoshtia zu einem , Streit zwischen Juden .und Arabern. ..Der. Schafhirt des an die Kolonie Kfar. jetioshua angrenzenden- Arabetlagers hatte sein Vieh auf die Weide der Kolonie getrieben, woraufhin, der jüdische Schäfer - die Kolo--, nisten alarmierte, die, in der Annahme, daß. es. sich um; einen Ueberfall handle/ bewaffnet auszogen, jedoch von ihren Waffen keinen Gebrauch machten. Die Araber entflohen unter Zurücklassung der .Herde,, die später von den jüdischen Kolonisten gegen .das arabische Lager getrieben wurde, Ein Gelehrter in der Wüste vermißt . Jerusalem, 10. April (J, T. Ä.). In jüdischen Kreisen Jerusalems herrscht große Besorgnis wegen des Schicksals des Professors der Zoologie an der Hebräischen’Universität Jerusalems Dr. Ähronij der mit seiner Oattjn vor längerer Zelt eine wissenschaftliche Expedition in die syrische Wüste unternommen hat. Doktor Ahroni beabsichtigte in kleinen Tagesreisen die gesamte Wüste von Damaskus nach Mossul auf dem Weg über Palyra und Bagdad zu durchqueren, Seit etwa einem Monat ist in Jerusalem - von Dr. Ahrorii keine Nachricht mehr eirtgetröffen. Die Palästina-Regie- fung hat sich mit den Behörden von Syrien und Irak In Verbindung gesetzt. Es dürften Expeditionen sowie Flugzeuge zur Suche nach den Vermißten ausgesandt werden^.. . Pessach in Jerusalem Jerusalem, 6. April (J. T. A.). Die ersten Pessach-Tage sind in Jerusalem ruhig verlaufen. Große Mengen von Juden waren am ersten Pessach- Tagt vor der Klagemäuer zum Gebet versammelt, wo auch Chief Rabbi Kook unmittelbar nach seiner Predigt In der Hurvah-Synagoge erschien. Die Behörden haben umfassende Sicherheitsmaßnahmen getroffen. Diese gelten, aber weniger etwaigen Zusammenstößen zwischen Mohammedanern und Juden, -als der Üeberwachung der -Tätigkeit der Kommunisten', die von der Kommunistischen fntefhäfiöhäle die .Weisung örijalten haben sollen, es am Nebl-Musa-Fest zu einem Blutvergießen kommen zu lassen. Außerdem wird befürchtet, daß es zu Zusammenstößen zwischen Anhängern des Großmufti und den dieser Gruppe feindlich gesinnten Arabern aus Hebron kommen könnte. Die Araber aus Hebron sind empört darüber, daß die Einnahmen des Wakf von Hebron In der Höhe von etwa 40.000 Pfund dem Obersten Moslemitlschen Rat, an dessen Spitze der Großmufti steht, zufließen, während Hebron selbst seit der Flucht der Juden aus dieser Stadt zusehends verarmt. Die gefährliche Nebi Musa-Prozeesion Jerusalem, 7. April (J. T, A.). An der.anläßlich des Nebl-Musa-Festes veranstalteten Wallfahrt ZU der bei Jericho gelegenen Stätte, an der die M.oiiammedäner das Grab ivtosis vermuten, nahmen viele I äusende Araber teil,* Per Zug bewegte sich in feierlicher Prozession durch die Straßen Jerusalems, in. denen über 10,1)00 Zuschauer, vorwiegend schwärz gekleidete und verschleierte mohammedanische Frauen, das Schauspiel verfolgten. Es wurden wilde judenfeindliche Rufe laut, die an die Tage des Massakers im August 1929 erinnerten. Viele Pilger riefen: «Schlagt, verwundet und tötet ohne Furcht.» Andere beschränkten sich darauf, «Nieder mit der Balfour- Deklaration und dem Mandat» zu rufen. Die Behörden hatten außerordentliche Maßnahmen zur Verhütung des Ausbruchs von Unruhen getroffen. Ein Heer von Polizisten war auf den Beinen, Panzerwagen versperrten den Zugang zur Jaffastraße und starke berittene Polizeikräfte eröffneten und beschlossen den Pilgerzug, um vor allem die tanzenden Derwische,. die den verdächtigsten Teil der Prozession bildeten, im Auge zu behalten. Nur der Wachsamkeit der Behörden ist es zu danken, daß es nicht zu dem befürchteten Zusammenstoß zwischen Anhängern und Gegnern des Mufti kam. Immerhin war die Erregung der beiden Parteien außerordentlich stark. Eine arabische Delegation nach London? Jerusalem, 10. April (J. T, A.), Es verlautet, daß im Läufe dieser Woche eine arabische Delegation nach London entsandt werden soll. Eine offizielle Bß? stätigung dieser Nachricht ist vorläufig* nicht zu erlangen. . Der Kor esgondent der „Heichspost“ hei Dr.Weizmann Die «Relchspost» vom 8. April a. c. veröffentlicht loigundes Gespräch ihres Jerusalemer Korrespondenten . Dr, Mamhelli -mit Dr. Weizmann: - «Seit:einigen Tagen befindet sich in Palästina Dr.: Weizmann,: der Wdtpräsident der zionistischen Organisation, Trotz der zahlreichen Besuche, die ihm keine freie Zeit ließen, hatte er die Freundlichkeit, mich zu., .empfangen, um die allgemeine Lage des Landes zu erörtern. Im Laufe . dieser sehr interessanten Unterredung machte. Pr. Weizmann u. a. die folgenden Er~ klärungen; ,Ich habe den Eindruck, daß seit meinem letzten Besuche im Jahre 1929 die jüdische Bewegung ln Palästina große Fortschritte gemacht hat, insbesondere auf dem Gebiete des: Ackerbaues, trotz der allgemeinen Krise, die auch hier sehr schwer Ist. Vom finanziellen Standpunkt'befinden wir uns gegenwärtig In ‘einer heiklen Periode. Das ist nicht bloß eine Folge der Weltkrise, sondern auch des finanziellen Kraches in den Vereinigten Staaten, an dem die Juden so viel eingebüßt haben, daß sie nicht mehr imstande sind, die zionistische Kolonisation Palästinas so großartig wie in der Vergangenheit zu unterstützen. Was aber die Juden der Diaspora und namentlich jene von Amerika noch mehr verhindert, ihre Kapitalien nach Palästina zu senden, ist der Umstand, daß sie zu England kein Vertrauen mehr haben. Pas Weißbueh der Londoner Regierung vom Oktober 1930 erweckte bei den Juden den Eindruck, daß sie nur für die Araber arbeiten, wenn sie die Entwicklung Palästinas begünstigen. Der letzte Briet Macdonalds hat diesen Eindruck noch nicht genügend verwischt.’ Ueber das Verhältnis der Araber zum Zionismus sagte Dr, Welz mann: ,Es gibt viele Araber, die bereit sind, mH uns einen Modus vivendi zu beraten. Aber sie fürchten, wenn sie das tun, durch die Exekutive und die fresse, als Verräter des Vaterlandes denunziert zu werden, leb bin aber dennoch, der Meinung, daß die Juden und di« Araber sieh einmal verständigen und au* sammanarbeUeij; werden» wenn die Engländer diese Entente nicht verhindern.’» EinberiLutiQ des XVII. Zionisten- Kongresses 29. Juni in Basti Die Exekutive der Zionistischen Organisation teilt mit, daß der XVII. Zionistenkonpreß für den 29. Juni nach Basel einberufen wird. Der- Stichtag' für die Beendigung der Schekelsammlung Ist auf den 4. Mai festgesetzt Worden. Auf Grund der bis zu jenem Dat,,.m bei der.'Exekutive .'ingezahlten Sehe* kalim wird die Zahl der. Kongreßdelegierten fflr jedes Land bestimmt werden. Die Exekutive hat gleichzeitig Instruktionen wegen Durchführung der Kongreßwahlen erlassen. Die Berichte über die Ergebnisse der Wahlen müssen spätestens am 14. Juni ~ bei der Exekutive eingehen. Die Tagesordnung undweitere Einzelheiten Werden demnächst bekanntgegeben werden. Einberufung des Council der JewiSh Agency 16, Juli in Basel Die Exekutive der jewish Agency hat, wie offiziell gemeldet wird, die zweite ordentliche. Tagung des Council für den 16, Julj nach B-’sel eirib—,»fen. D*e zionistischen MitgM^^er des Council wurden gemäß der Verfassung vom Zionistenkongreß gewählt. Wegen der Wahl der nichtzionistischen Vertreter aus den verschiedenen Ländern werden von der Exekutive die nötigen Anordnun^n erlassen werdert. Gleichzeitig wird angekündigt, daß das Administrative Komitee der Jewish Agency zu einer ordentlichen Sitzung für den 13. Juli nach Basel einberufen wurde. Lloyd George über den Anspruch der Juden aut Palästina London, 11. April. Lloyd George hielt heut« auf einem ihm zu Ehren von dem Zionistenverband gegebenen Bankett eine Rede, worin er darauf hinwies, daß der Zionismus dem Lande Palästina neue Reichtümer, Energie, Unternehmungslust, Intelligenz und Hoffnung gebracht habe, Die Mandatsmacht müsse ihr Amt mit Treue und Entschlossenheit ausüben«. Ich habe, sagte Lloyd-George, das Vertrauet^ daß das jüdische Volk ln der ganzen Welt denselben Geist zeigen wird, wie die Juden In Palästina, und daß die Antwort Israels an seine- Angreifer die jein w|rde daß es seine bewundernswerten Anstrengungen dar letzten ', elf Jahre verdoppelt. Die Juden haben einen besonderen Anspruch auf das Land Kanaan, Sie sind das einzige Volk, dessen Anstrengungen dort seit 3000 Jahren von Erfolg gekrönt waren und sie haben als Raäse keine andere Heimstätte. Wir werden über das Bankett und Lloyd Georges Rede in unserer nächsten Nummer ausführlich berichten. Die Not der Juden in Polen auf W a r» c h a u, (J. T. A.) Die wirtschaftliche Lage der polnischen Judenhelt gestaltet sich, immer ver* zweifeltcr und führt vielfach zu Selbstmord oder Taufe, in Lodz haben an einem Tage vier Juden Selbstmord begangen, weil sie den Hunger nicht länger ertragen konnten. Es wurde festgesteilt, daß sie, seit Tagen keine Nahrung zu sich genommen hatten«. In den Straßen von Warschau brechen Juden häufig vor Erschöpfung zusammen, Am Tage vor Pessach mußten mehrere jüdische Frauen, die auf der Straße ohnmächtig geworden waren, in die Spitäler gebracht werden, ln verschiedenen Teilen von Warschau wurden weggelegte jüdische Kinder gefunden, an deren Decken Zettel mit der Mitteilung geheftet waren, daß die verzweifelten Mütter sich zur Weggabe der Kinder entschlossen hätten, um sie nicht vor ihren Augen Hungers sterben zu sehen, Die Gesellschaft zürn Schutie des jüdischen Glaubens veröffentlicht einen Aufruf, 1h dem darauf hiiigewiesen wird, daß viele Juden durch den Hunger in die Arme des Proselyflsmus getrieben werden. Iröffnun^sanzei^cl :'i Selchwaren Restaurani eig, Erzeugung, beste Qua Itätert Wien, 2, Bezirk, ftloöl«enggsae Ntv 1t 11. Brühner & Co. Unser« Fabrik steht unter ritueller Aufsicht du .jron omnn:n6T sna. naHÄ-noi*