Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 170 (2.4.1931)
- Date
- 1931-04-02
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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V. b. b. BEZUGS¬ BEDINGUNGEN Oesterreich monat lieh S 1 50, viertel jährl. S 4*20, gana. tährl. . . S 16'— Deutschld. viertel- [ährl. RM 3’— Tschechoslowakei viertel]. Kc 24'— Jugcs’awier. viertel iährl Din 40- Polen Vierteljahr lieh Zlot) ö 50 Ungarn Vierteljahr lieh Pengc 4 20 Rumänien viertel iohrl. Lei 120' — Uebrigcs Ausland vierteljehrl Schw Franken 4‘50 4a Jahrgang Jüdische Zeitung Wien, Donnerstag, 2. April 1931 (15. Nissan 5691) Preis 35g Erscheint jec er Dcrr critag Redgjt fiel, und At’n irirticticn V ien, 1.. I nr.tr er?tr; ,re;8 ’I ei P-57 4-86 FV!-'i> t ailtiffn- ] rrü:!13.5<fc Fo.r1CJ.K9 1 f c; , slowc.lt'i n.CC.23C JueosU-v. er. 40.&79 Nummer 170 •o 'rt TELEFON i B 24-5 GBOSSBkTRIEB für hausujHsche Die Schüsse von Jadjur Ein Wagen r..!‘ jüdischen /i ■»eitern rollt in der Nacht durch die friedliche .oiache Landschaft. Da wir1 n!ötz,?ch ein tückisches Schnelifeuei auf ihn eröffnet und drei jun^c Pioniere, die erst vor kurzem ins Land gekommen sind, werden töd getroffen. Dieee erschütternde Pessachbotschaft aus Erez Israel ist un Beweis dafür, daß die Hetze unter den Arabern nicht ritf-^ört ha+. ”d r’ °> die Tradition der blutigen Augusttage 1929 in den fanatisierten Massen nach wie vor genährt wird. Als Antwort aul den MacLon Id-Brief — Meuchel* ’ von gedungenen Banden, i “-'-’-'m Arbeitern vollbracht. Pessach in Palästina b°rg immer Gefahren in sich. Dort steir"Tt sich zu Beginn des Frühlings, wenn mit dem .~ .wische Nebi-Musa-Fest und die christlichen Ostern zusammenf ren die Hitze bis zum Siedepunkt. Das ist die beste Zeit für diejenigen, die im '1 riiben fischen wollen, für Gott weiß von wem bohlte ^"itatoren, für Raubtiere, die Beute wittern. Dieses Jahr wurde auch eine kleine Vorbereitung getroffen: einige Wochen vor den Feiertage** hat «Felestin» das blutige Ritualmordmärchen in die fanatisierte arabische Masse ' '•'nuspr“;niint. Die dieser gemeinen Tat sollte zu Pessach aufgehen. Es blieb bei den todbringenden Schüssen von Jadjur. Sonst war die Polizei dr^nl im ganzen Lande energisch zur Stelle iv ' es gelang ihr, ein weiteres Unglück zu verhüten. Beachtenswert ist die Tatsache, daß in den letzten Tagen viele kommunistische Agitatoren in Palästina verhaftet werden sind, beachtenswert a: 1 der Umstand, daß Moskaus Söldlinge gerade in dieser explosiven Zeit eine verstärkte Agitationstätigkeit entfalten. Die kommunistische Gefahr beste'1 '’ls solche für Palästina nicht. Cm Möglichkeit eines bolschewistischen Umsturzes ist dort *"mimal. Aber Unheil kam der Hand n Hand mit d~-,bischen Nation''"—ius gehende Kommunismus zur Genüge .—ricb*en. Noch ist die wahre Veranlassung der unglückseligen Augustereignis' »’xht gänzlich aufgeklärt worden. Noch ’^rrt die geheimn: ^de Affäre der schwarzen Liste der Kommunisten, dL im Archiv der palästinc '-chen Polizei ruht urd seinerzeit von der jüdischen Presse veröffentlich1 wc.-.lsn ist, ihrer Aufklärung. Wie erinnerlich, verzeichnet diese Liste an ihrer Spitze hochgestellte arabische Persönlichkeiten. Wie erinnerlich, fehlte es auch sonst nicht nach den Unruhen von 1929 an Gerüchten, Sowie*—°,—''t habe da seine Hand im Spiele. Und Jetzt wiederholen sich dies Gerüchte wieder, und das mit siner Hartnäckigkeit, r,;e zum Aufhorchen zwingt, n; nentlich aus dem Grunde, weil sie mit der Verstärkung kommunistischen Agitation in Palästina zei1'' h : ..sammenfallen. Vielleicht wird es die Geschichte einmal ans Tageslicht bringen, welche RolP Moskau in den Jahren des Aii'Naus der jüdischen Heimstätte in Palästina hielte. Heute heißt das Gebot der Stunde: wachsam bleiben! Die Schüsse von jadjur, die uns drei teure Opfer gekostet haben, sind ein Memei.to. w. Ein grauem Verbrechen Drei jüdische Arbeiter getötet Trauer und Bestürzung in ganz Palästina — Begräbnis der Opfer unter ungeheurer Beteiligung der jüdischen Bevölkerung — Bin Gurion hält die Grabrede — Intervention der Leitung des Waad Leumi beim High Cornmissioner — Polizeichef Mavrogordato leitet persönlich die Nachforschungen nach den Tätern — Einzelheiten des Ueberfalles Jerusalem, 6. April (J. T. A.).. Am Ostersonntag abends wurde eine Gruppe jüdischer Arbeiter auf dem Heimweg von den Zementwerken Nesher in die Kwuza Vadjur überfallen, wobei die Arbeiterin Hinda Fishman sowie die Arbeiter Schmuei Dishel und Jacob Zamir getötet wurden. Bisher ist es der Polizei nicht gelungen, eine Spur der Attentäter, dje zweifellos Araber sind, zu finden. Jerusalem, 7. April (J. T. A.). Der am Ostersonntag abends auf jüdische Arbeiter in der Nähe von Haifa verübte Ueberfall hat die Judenheit Palästinas in Bestürzung und tiefe Trauer versetzt. .Die F ügung ist .MOS durch .«riiöfi. hi idiiinxiüii cäditii ,,EB»fiUttÜ Wien, HX. l>orzeilaiftd.!%■*. 585 i»C(><uu>. sein«, nurentfurrdtk z> u a »• iu u o .. t. ui m i peu ri «i st i. iu ... . . . rrühet - ll.5( -ein - iu jelaen - jpi..hemaer . . . FrQhei - 19. »ts 21.- -eüi - b.9 iu iiludc.-giumus.. . . . rrü ei 5 19.5is -elzl t 10.9i ia i'enms.Hemden .. . .rrühei >19.90 „elzi j > i<raaei .................. a -,8u und - .71 vJel'ie Cruaen isieth.. 5 1.20 md -.7 .ommen SU Jitte und übemunen Sie sich selbst, .ur;olan«e «orrat reich allgemein. An dem Begräbnis der drei Opfer des Ueberfalls nahmen über 10.000 Menschen teil. Unübersehbare Menschenmassen folgten den drei Särgen. Am Girabe sprach der Präsident der Allgemeinen Jüdischen Arbeiterorganisation Palästinas David Ben Gurion. Die Leitung des jüdischen Nationalrats für Palästina (Waad Leumi) hat beim High Commissioner Sir John Chancellor vorgesprochen, um im Hinblick auf den Ueberfall bei Yadjur die Probleme der öffentlichen Sicherheit ln Palästina zu erörtern. Das Mitglied der Exekution der Jewish Agency in Palästina Colonel Kisch hat sich im Zusammenhang mit den Arbeiten zur Ausforschung der Mörder nach Haifa begeben. Eine Deputation des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde Haifa hat gegenüber dem Distriktsgouverneur von Nordpalästina Colville die Forderung nach energischen Maßnahmen zur Verfolgung der Täter gestellt. Wie die Jüdische Telegraphen-Agentur erfährt, hat die Polizei hohe Belohnungen für zweckdienliche Mitteilungen zur Ergreifung der Täter ausgesetzt. Die Leitung der Nachforschungsarbeiten hat der Chef der palästinensischen Sicherheitspolizei Colonel Mavrogordato persönlich übernommen. Sämtliche Scheichs und Mukhtars der arabischen Dörfer in der Umgebung von Yadjur wurden einem strengen Verhör unterzogen. Ein Arbeiter der Zementfabrik Nesher gab dem Halfer J, T. A.-Vertreter folgende Schilderung des Vorfalls: Unmittelbar nachdem der Wagen mit den jüdischen Arbeitern das Gebiet der Zementwerke verlassen hatte — es war zehn Uhr abends — wurde er von Gewehrsalven empfangen, die von beiden Seiten der Straße kamen. Es war zweifellos ein wohl vorbereiteter und organisierter Ueberfall. Das Schießen aus dem Hinterhalt setzte auch, als bereits einige Arbeiter verwundet auf dem Boden lagen, nicht aus* Hinda Fishman und Samuel Dishel waren auf der Stelle tot, von den übrigen fünf Verletzten starb der Arbeiter Jacob Zamir bald nach seiner Einlieferung ins Spital. Mit aller Entschiedenheit trat der Gewährsmann des J. T. A.-Vertreters der ln gewissen Kreisen verbreiteten Meinung entgegen, daß der Schießerei ein Streit zwischen den jüdischen Arbeitern und den Arabern vorangegangen sei. Der Ueberfall, erklärte er, erfolgte ohne jegliche Provokation. Wir haben die Angreifer, die im Dunkeln das Weite suchten, gar nicht zu Gesicht bekommen. Mutmaßungen über die »otive des Ueoerlalis Alle hebräischen ZeLungen Palästinas fordern die Regierung auf, im Hinblick auf den Ueberfall bei Haifa schleunigst ausreichende Maßnahmen im Interesse der öffentlichen Sicherheit zu treffen. Das Organ der Revisionisten «Hääm» fördert die Bestrafung der arabischen Drahtzieher, deren verhetzender Tätigkeit die Bluttat zuzuschreiben sei. «Kaarez» erklärt, die Bürger des Landes besäßen, solange es der arabischen Presse gestattet bleibe, ihre aufreizende Schreibweise fortzusetzen, kein Vertrauen zum Willen und zur Fähigkeit der Regierung, Verbrechen und Aufwiegelung im Lande zu unterdrücken. Das Arbeiterblatt «Dawar» schreibt: Wie kann an eine Wiederherstellung des Gefühls von Sicherheit im Lande gedacht werden, wenn es möglich war, daß die- Mörder von Yadjur unbemerkt entkommen konnten, und die Behörden keine Spur von ihnen zu entdecken imstande sind? lieber die Motive der Tat sind in Palästina die verschiedensten Ansichten verbreitet. Am meisten ist' man geneigt, jener Version Glauben zu schenken, derzufolge das Verbrechen von einer Bande geübter Schützen begangen wurde, die zu der Tat entweder von Kommunisten oder von arabischen Politikern gedungen wurde. Die hinter den Tätern stehenden politischen Faktoren wollten offenbar den Ueberfall zum Ausgangspunkt allgemeiner Unruhen machen. Der eine der beiden getöteten Arbeiter, Jacob Zamir, war erst im vorigen Jahre aus Polen nach Palästina gekommen. Er war in den Steinbrüchen von Athlit im Zusammenhang mit dem Hafenbau in Haifa beschäftigt und hatte sich am Ostersonntag zum Besuch von Freunden in die Kwuza Yadjur begeben. Auch Hinda Fishman stammte aus Polen und hatte sich erst vor einer Woche der Kwuza Yadjur angeschlossen. Die Suche nach den Mordetn — Sabotageakte in Schafatam — kaubübet fall auf arabische Kaufteute Jerusalem, 8. April, (j. 1. A.) Die Regierung hat auf die Ergreifung der Mörder von Yadjur eine Prämie von 200 Pfund gesetzt. Unbekannte Täter haben durch Durchschneidung der von dem arabischen Dorfe Schafaram, unter dessen Bewohnern die Teilnehmer an dem Ueberfall aut die jüdischen Arbeiter vermutet werden, nach der Gamisonsstadt Acco führenden Telephonleitungen den Fortgang der polizeilichen Nachforschungen zu behindern versucht. m HAI5ER5TR. m K- ÄL5ERSTR. 6 i )