Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 169 (26.3.1931)
- Date
- 1931-03-26
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 169 — 26. März 1931 DIE SUMME ZhraMKches Leben ln Wien Zionisten 1 Das Aktionskomitee hat bei seiner letzten Tagung die Parole aufgestellt: &Tne Million Schekalim. Wir Zionisten Oesterreichs dürfen keine Anstrengungen scheuen, um, dieser Parole entsprechend, die höchstmögliche Anzahl von Schekalim zu verkaufen. Der kommende Kongreß steht vor Entscheidungen, die für die weitere Entwicklung des Zionismus von ungeheurer Bedeutung sein werden. Wir müssen daher trachten, eine imposante Vertretung Oesterreichs zum Kongreß zu entsenden. Durch die Verschiebung des Kongresses bis zum Monat Juni bietet sich allen Zionisten die Gelegenheit, Versäumtes nachzuholen und die Zahl der bereits verkauften Schekalim entscheidend zu vergrößern. Zionisten 1 Trachtet, daß alle eure Bekannten den Schekel kaufen I Helfet, daß die zionistische Organi* sation, als größte Organisation im jüdischen Volke, in immer steigendem Maße alle ihrer Art und Würde bewußten Volksgenossen an sich ziehet Es ist heute bedeutsamer als je, daß wir ein sichtbares Zeugnis unserer Kraft durch die erfolgreiche Schekelarbeit ablegeni Wir appellieren daher an alle Zionisten? Verbreitet den Schekel 1 Verwendet im Propaganda- und Werbemonat einen wesentlichen Teil eurer Energie für den Schekelverkauf! Propaganda- und Werbemonat vom 15. März bis 15. April Die Exekutive hat den Monat Nisan (15. März bis 15. April 1931) zum Sokolow-Monat der Zionistischen Organisation proklamiert. Der Präsident der Zionistischen Exekutive soll durch eine große, alle Kräfte der Bewegung zusammenfassende organisatorische und propagandistische Aktion geehrt werden. Der von der Exekutive propagierte Sokolow- Monat deckt sich mit der unsererseits geplanten Propaganda- und Werbeaktion. " ‘ Die Ziele der Aktion sind; a) Festigung des Gefüges und des Einheitsgedankens der Organisation; b) Vermehrung der Anzahl der organisierten Zionisten; c) Klärung der organisatorischen Probleme der Bewegung. Zionisten Oesterreichs! Wir haben die Vorarbeiten bereits beendet und wenden uns an Euch mit der dringenden Bitte, Euch bei den Bezirkssektionen und Ortsgruppen zur Mitarbeit zu melden. Die Aktion kann nur Erfolg haben, wenn alle Zionisten mitarbeiten, daher ist jeder Zionist für den Erfolg dieser Aktion mitverantwortlich. Es gibt Im gegenwärtigen Augenblick keine Aufgabe, die dringender wäre, als die Stärkung der Zionistischen Organisation. Sie ist ebenso wichtig wie politische Probleme, denn der Zionismus schöpft seine wahre Kraft aus der Kraft der Organisation selbst. Es ist daher AufgabeeinesjedenZlonlsten, Im gegenwärtigen Zeitpunkt mit aller Energie sich für die Stärkung der Organisation einzusetzen, neue Mitglieder zu werben, die zionistische Idee zu propagierenund den Schekel zu verbreiten! Genaue Instruktionen ergehen an die einzelnen Sektionen. Anmeldungen zur Mitarbeit sind zu richten 4,v. aas Organisationsreferat des Landeskomitees, 1., Kämtnerstraße 28, Tel. R 27-4-86, oder direkt je nach dem Wohnsitz an die einzelnen Sektionen. Sektion I: Dr. Emil Reich, 1., Wlpplingerstraße 20. Sektion II: II., Zirkusgasse 33. Sektion Prater: II., Jungstraße 8. Sektion III: Dr. Emil Schmitz, III., Hlhtzerstraße 9. Sektion IV/V: V., Wiedner Hauptstraße 130. Sektion VI/VII: Kammerrat M. Kohn, VI., Stümpergasse 29. Sektion VIII/IX: VIII., Bennoplatz 1 a. Lektion X: X., Humboldtgasse 25. Sektion XII-XV: XV., Herklotzgasse 21. Sektion XIII: Oskar Teller, IV., Favoritenstraße 2. Sektion XV1/XVII: Israel Piper, Hauptstraße 73. Sektion XVIU: Ing. Ehrlich, XVIII., Gersthoferstraße 11. Sektion XIX: Dr. Josef PoUatschek, XIX., Kreindlgasse 10. Sekten XX: XX., Jägerstraße 30. Sektion Zwischenbrücken: XX., Leystraße 81. Unsere geehrten Leser werden auf das Inserai der Feinwaschanstalt «Habsburg», Zentrale: VI., Wallgasse Nr. 4, (Seite 1) aufmerksam gemacht. Die Firma ist als einzige dieser Branche Mitglied der Rabattsektion des Keren Kajetneth, und die Mitglieder dieser Sektion genießen bei Bestellungen den üblichen Rabatt.! Die Arbeit des Keren Kajemeth j Sokolow-Aktion. ücsamteiiigairg bisher rund S 1000.—. In der letzten Woche spendete Gg. S. K. S 100.—. Versicherung zugunsten des Keren Kajemeth. Die Versicherungsabteilung des Keren Kajemeth hat eine Aktion eingeleitet, die bezweckt, Versicherungen zugunsten des Keren Kajemeth durchzuführen u. zw. auf folgender Grundlage: Im Erlebensfälle fällt die versicherte Summe ganz dem Keren Kajemeth zu, im Ablebensfalle die eine Hälfte den Erben des Versicherten, die andere Hälfte dem Keren Kajemeth. Durch die Aktion sollen dem Keren Kajemeth neben den Spenden neue Mittel zum Zwecke der Ausdehnung des jüdischen Bodenbesitzes für die jüdische Kolonisation zufließen. Schon nach drei Jahren erhält der Keren Kajemeth gegen minimale Zinsen 65 Prozent der eingezahlten Prämien zu seiner freien Verfügung. Bisher haben 48 Personen Versicherungen auf insgesamt S 58.000.— abgeschlossen. Purim-Aktion. Die «Wlzo» Leopoldstadt hat als Teilertrag ihrer Purim-Kinderfeier an den Keren Kajemeth S 100.— abgeführt. Goldbuch-Eintragung Hofrat Rektor A. Schwarz. Oberkantor Gerschon Margulies hat zur Eintragung des Hofrat Rektor A. Schwarz ins Goldene Buch des Keren Kajemeth S 100.— abgeführt. Goldbuch-Eintragung Dr. Dagobert Rybaczew- 8kl. Die Zionistische Bezirks-Sektion II. hat beschlossen, Gg. Dr. Dagobert Rybaczewskf ins Goldene Buch einzutragen. Bisher sind S 85.— eingegangen. " Goldbuch-Eintragung Dr. Mair Pals. Mit dem zuletzt eingegangenen Betrag von S 50.— ist die Goldbuch-Eintragung Dr. Mair Pais komplettiert worden. Jaar-Landau. Bisher sind auf diesen Wald, der den Namen des Misrachi-Jugendführers, Schmuel Chaim Landau führt, in Oesterreich der Betrag von S 520.— eingegangen. Das neue Buch von Gränowsky «Die Bodenfrage und der jüdische Aufbau Palästinas», das sich auch in glänzender Weise mit dem Simpson-Bericht auseinandersetzt, ist im Keren Kajemeth-Btiro zjim Preise von S 15.50 erhältlich!' ’ ' Richtigstellung. Der von der J. A. V. Unitas gestiftete Garten auf Namen Dr. Karl und Grete PoIIak wurde anläßlich des 60. Geburtstages von Dr. Karl Pollak und nicht wie irrtümlich in der Stimme Nr. 168 angegeben, anläßlich des 70. Geburtstages desselben gespendet. Ring des Keren Kajemeth. Kwuzah Emeth der Misrachi- Jugendzentrale spendet S 2— und ruft zu Spenden auf: Misrachi-Jugendzentrale, Waad des Brith Hanoar Hamisrachi, Kwuzah Machnej Jehuda, Kwuzah Hechajil, Waad des Zeiirej Misrachi, Hachalah des Haschomer Hadati. Hebräische Arbeit (Zur bevorstehenden Weidath iwrim.) Die Histadruth iwrith ist durch ihre zielbewußte Tätigkeit ein wichtiger Faktor in der zionistischen Bewegung Wiens geworden. Es ist ihr gelungen, in den knappen zwei Jahren ihres Bestandes eine große Schar von Hebräischsprechenden und Freunden der hebräischen Sprache heranzuziehen. Jeder Gast aus Palästina findet den Weg zut Histadruth und stellt somit eine direkte Verbindung mit Palästina her. Die Vorträge und Seminare der Histadruth sind Leistungen, die man sonst nirgends finden kann. Hebräische Zeitschriften aus Palästina, die sonst in Wien fast unbekannt sind, werden durch die Histadruth verbreitet. Auch die Chagigoth standen unter dem Einfluß der hebräischen Sprache. Und es ist gewiß, daß die hebräische Bewegung in Wien durch die Histadruth um vieles stärker geworden ist. 'Allein das Arbeitsprogramm, das die Histadruth bei ihrer Gründung festgelegt hat, ist noch lange nicht erschöpft und viele aktuelle Fragen warten noch auf ihre Lösung. Noch hat die Histadruth die vielen hebräisch Sprechenden und insbesondere diejenigen, die es am meisten angeht, nicht erfassen können. Trotz der Anstrengung des Waad hat sich das Verhältnis der jüdischen Jugend zur Histadruth nicht gebessert; die Hebräisierung der jüdischen Jugend ist nach wie vor ein schönes Wort geblieben und nicht besser ist es um die hebräische Erziehung im allgemeinen bestellt. Wir glauben noch immer, daß solche Fragen vor einem größeren Forum behandelt werden müßten. Dieses Forum wird die im Chol hamoed Pesach einberufene Weidath iwrim sein, die von sämtlichen Wiener Zionistischen Fraktionen, Institutionen, Gemeinschaften, Bünden, Verbänden und Vereinen beschickt werden soll, denn nur gemeinsam mit ihnen wollen und können wir an die nächste Arbeit herantreten. Unser Appell geht daher an alle, denen die hebräische Sprache am Herzen liegt. Wir fordern sie auf, sich mit diesen Fragen ernstlich zu befassen und zur Tagung ihre Vertreter zu entsenden. Auf unsere gemeinsame Kraft vertrauend, sind wir vollends davon überzeugt, daß die in kurzen Strichen skizzierten Fragen eine glückliche Lösung finden können, wenn alle hebräisch Fühlenden, ohne Rücksicht auf ihre politische Einstellung und ohne kleinliche Eifersüchteleien, mittun werden. Eine geeinte Front ist das Gebot der Stunde. Eine jüdische Schießstätte In Wien Nach langen Bemühungen haben j.iuri-uie Aienschen eine Schießstätte errichtet — die erste jüdische in Mitteleuropa, — die dazu dienen i oll, der jüdischen Jugend die Pflege eines Sportes zu ermöglichen, welcher die Aufgabe hat, das Bewußtsein der Wehrfähigkeit im jüdischen Volke zu wecken und zu heben. Herzl — in seiner prophetischen Voraussicht — hat die Notwendigkeit der Gründung von Schützenvereinen erkannt und wiederholt in seinen Schriften darauf hingewiesen. Die Augustereignisse des Jahres 1929 in Erez Israel haben es zur Genüge bewiesen, wie wichtig es für den jungen Juden, der nach Erez Israel strebt, ist, nicht nur seine beruflichen Aufgaben zu erfüllen, sondern auch fähig zu sein, das von ihm aufgebaute Werk zu sichern und zu schützen. Die «MENORAH» will nun die Institution sein, in welcher der Chaluz seine physische Haclischarah durchführt. Neben der Ausbildung im Schießwesen wird alles betrieben, was die Chaluzim das individuelle und kollektive Reagieren auf eine Gefahr lehrt. Anläßlich eines kürzlich stattgefundenen Appells ist der Betrieb der Schießstätte aufgenommen worden. Die ordentliche Mitgliedschaft ist für jeden Zionisten, der das 16. Lebensjahr überschritten hat, zugänglich. Außerdem können an den Schießabenden auch Gäste teilnehmen. Die Erhaltung einer solchen Schießstätte erfordert jedoch größere Mittel, die der Verein aus Eigenem nicht aufbringen kann. Wir fordern alle Gesinnungsgenossen, die die Wichtigkeit des Vereines erkennen, auf, den Vereinszweck durch ihren Beitritt als aktive oder unterstützende Mitglieder zu fördern. Professor Or. Salomon Goldeimann Zu seinem Wiener Besuche. Prof. Dr. S. Goldelmann war während des Krieges einer der führenden Menschen der Poäle-Zion-Bewegung in Russisch-Podoiien. In Zeitschriften und Zeitungen der Poale- Zion veröffentlichte er mehrere Aufsätze, die vorwiegend volkswirtschaftliche und Arbeiterrechtsfragen zum Inhalte hatten. Nach dem Umsturz in Rußland, als die ukrainische Volksrepublik gegründet wurde, berief man Goldelmann als ersten Sekretär in das Arbeitsministerium. Er wirkte hervorragend bei Abfassung der Bestimmungen der Arbeiterschutzgesetze für die ukrainische Volksrepublik. Nach dem Siege der Sowjets über die ukrainische Republik mußte Goldelmann das russische Gebiet verlassen. Er lebte einige Zeit in Ostgalizien, kam dann nach Wien, wo er ein — in deutscher und jüdischer Sprache — sehr lesenswertes Buch über seine Erlebnisse und Erfahrungen zur Zeit der ukrainischen Republik geschrieben hat. Seit einigen Jahren lebt Goldelmann in Prag, wo er an der ukrainischen Vo’ksuniversität Vorlesungen über Nationalökonomie hält. In der letzten Zeit arbeitet er an einem umfangreichen Werk, nationalökonomischen Inhaltes. Frau Alice Engel gestorben Gg. Frau Alice Engel starb am Freitag, den 21. März, nach einer schwierigen Operation im Alter von 45 Jahren. Sie gehörte seit Jahren unserer Bewegung an, zuletzt war sie in der «WIZO» XIX führend. Sie nahm auch sehr aktiven Anteil an den Arbeiten der Damen der «Bnai Brith». Unserer Sache war sie mit ganzem Herzen ergeben und auch den kleinsten zionistischen Arbeiten unterzog sie sich mit großem Eifer. An ihrer Bahre trauern ihr Mann, Gg. Jakob Engel, und ihre beiden Töchter. Ankündigungen und Mitteilungen Ring der Alte-Herren-Verbände zionistischer Verbindungen. Donnerstag, den 19. März, fand die Generalversammlung des Ringes der Alte-Herren-Verbindungen statt. Zu Beginn hielt Herr Doz. Dr. Willheiim einen ausgezeichneten Vortrag über die Notwendigkeit des Turnens und der nationalen Betätigung im Turnverein Makkabi IX. Daraufhin meldete sich eine große Zahl der anwesenden Alten Herren zu Makkabi an. Namens des ausführenden Ausschusses referierte sodann Herr. Dr. Oskar Grünbaum über die bisherige Tätigkeit des Rings und über das Studentenrecht an der Wiener Universität, woran sich eine längere Wechselrede schloß. Die Neuwahlen ergaben folgendes Resultat: Ausführender Ausschuß: Rechtsanwalt Dr. Paul Stern, Rechtsanwalt Dr. Heinrich KI w e, Dir. Arthur S t e r n f e 1 d; Arbeitsausschuß: akad. Maler Leo Arthur Robitschek, Dr. Josef PoUatschek, Dr. Edgar B r e i t n e r, Dr. Paul T i s s 1 o w i t z. Chol hamoed»Abend im 20. Bezirk. Montag chol hamoed um 7 Uhr abends veranstaltet die zionistische Bezirksseitun* XX. in der Toynbehalle, XX., Denisgasse 33, einen großen Abend unter Mitwirkung der Oberkantoren Bohomilny und Länderer, des Konzertsängers Segal-Rosenbach, Prof. Julius Ebenstein, Dr. Siegfried Seidner (Oboe). Samuel Schwager, Emi Hofmann (Klavier), Franz Hirschfeld (Violine), B. Lebensohn (hebr. Rezitationen), ferner eines Kammerorchesters und der Klavierbegleiter Kurt Kronfeld und Reisenman*. Kinder»Purimfeier. Das am 15. März 1931 v*** der Frauengruppe der zionistischen Sektion VI/VII im Festsaale des Care «Mariahilf», VI., Mariahilferstraße C3., vera^ stattete Kinder-Purim-Kostümfest hat dank der Bemühungen der Vizepräsidentin, Frau Dr. Sascha Taussig, einen glänzenden Verlauf genommen. Nach der herzlichen Begrüßung der Präsidentin, Frau Kammerrat Rosl Kohn, folgte ein Prolog, gesprochen von Frau Klara Lichte n h o 1 z. Daran schloß sich das Purimspiel «Das Geheimnis der Königin», aufgeführt von Kindern, an; besonderes Lob verdienen: die beiden Kretschmer, Löbel, Nemon, FrL