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Die Stimme · 1931-03-26 · Heft 169 (26.3.1931) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
4 (1931)
Issue
Heft 169 (26.3.1931)
Date
1931-03-26
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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;ie 6 O I Mt.-AlC. Nr. 169 — 26. Marz 1931 L* *J C-] C-i [■ Q„ 0 Die welibertthmien amerlhonlsdien Manischewitz Matzos n ■ II ■ H II ■ II ■ II * II ■ II» H » II » 11 II ll«If ■ II LÜ H □ ürfleO ffarffel Creiclc mrm £1 0 .*J 0 0 0 0 0 0 0 sind bereits eingetroffen und in allen besseren Lebensmittelgeschäften erhältlich H llanlschcwHz llafzo$-¥ ertricft 0 0 Wien, fB. Bezirk. RembrandalraOe Nr. 11 H Telephon Nr. A 41-8-68 und R 48-0-82 H Filiale: lg. Frost, 2. Bezirk, Haidgasse Nr. 9, Telephon Nr. A 45-8-64 0 blaimsoheins "ito Pflanzen-Margarine YERNO Unerreicht in Qualität und Preltl Erzeugt unter streng ritueller Aufsicht Seiner Ehr« würden des Herrn Oberrabbiners S. F U r s t Darf in keinem lüdlsohen H&nshalt feklenI noo bw ivo Ueberali erhältlich! KARL BLAIMSCHEINS Vereinigte Margarine- und Butterfabriken. Wien, XIV., Diefenbachgasse 59 In aller Kürze Im Alter von 75 Jahren verstarb in Rom der berühmte jüdische Orientalist Davide Diaz de Santilliana. *±J Oie antijüdischen Zarengesetze in Polen abgeschafft Warschau. (J. T. A.) Das Plenum des polnischen Sejm hat sich noch einmal mit der Gesetzesvorlage, betreffend Abschaffung der noch aus der Zarenzeit und aus der Zeit der auswärtigen militärischen Okkupationen in Polen stammenden gesetzlichen Beschränkungen gegen die jüdische Bevölkerung Polens | Ewald Baiser (Burgtheater) | befaßt und die betreffende Regierungsvorlage mit den vom Senat beschlossenen Abänderungen angenommen. Mit diesem Beschluß des Sejm ist die Gesetzesvorlage in Kraft getreten, die antijüdischen Gesetzesbeschränkungen sind somit endgültig abgeschafft. Es handelt sich um die Abschaffung von Gesetzesbeschränkungen, die sich auf Nationalität, Sprache, Rasse und Religion der Juden in Polen beziehen. Der Sejm hatte das Gesetz bereits vor einigen Wochen in dritter Lesung angenommen, da aber der Senat einige Aenderungen beschlossen hatte, mußte das Gesetz noch einmal den Sejm passieren. .Hin Aufruf Rabbi Sonnenfelds zur Sicherung des Pessachfriedens in Palästina Jerusalem, 20. März. (J. T. A.) Der Agudah-Fiihrer ,abbi Sonnenfeld hat völlig unerwartet unter dem Titel «Wahrheit und Friede» einen Aufruf erlassen, in dem er in erschütternden Worten die aus nationalem Haß entstandenen Nachbarkämpfe der letzten zwei Jahre verurteilt, durch die die Atmosphäre mit Giftgas erfüllt und die brüderliche Liebe zwischen den Stämmen Palästinas vernichtet wurde. Der Appell Rabbi Sonnenfelds, der der J. T. A. vom Bureau der Agudah zuging, verfolgt den Zweck, angesichts der im Hinblick auf das bevorstehende Pessachfest bestehenden Besorgnisse beruhigend zu wirken. )ie katholische Kirche gegen das Hakenkreuz Berlin, 22. März. (J. T. A.) Dem Beispiel der rheinischen ui... schlesischen Bischöfe folgen nunmehr auch der Erzbischof von Paderborn und die Bischöfe von Fulda und Hilct.'heim mit Erklärungen, wonach das Programm der nationalsozialistischen Partei im offenen Gegensatz zur katholischen Religion stehe. Verwöhnter Gosch mack bevorzugt 23.- 30.- SACHSEL II.TABORSTKASSE 39 Lazarus Barth über die Demission der misrachistischen Mitgiiedei der Exekutive Jerusalem, 20. März (J. T. A.) In einem Gespräch mit dem JTA-Vertreter hat der Misrachi-Fiihrer Lazarus Barth vor seiner Rückkehr nach Europa erklärt, seine Demission als Mitglied der Zionistischen Exekutive sei auf Grund misrachistischer Parteidisziplin erfolgt. Die Misrachisten Deutschlands und anderer Länder seien für das Verbleiben der Vertreter des Misrachi in der Exekutive eingetreten, hätten aber ihren Standpunkt in der Partei nicht durchsetzen können. Lazarus Barth trat der von Rabbi Fishman abgegebenen Erklärung, die Demission der misrachistischen Exekutivmitglieder sei auf Grund der Ueberzeugung erfolgt, daß die Verhandlungen mit der Regierung verhängnisvoll waren, | 11. April 1931 entgegen und versicherte, die Demission sei bloß als Protest gegen die Verschiebung des Kongresses erfolgt. Die Geschichte des rituellen Blutmärchens im Radio Wie man uns berichtet, wird die Radio-Sendestation in Kosice am 24. März um 18.20 Uhr abends einen Vortrag über die «Geschichte des rituellen Blutmärchens» in ungarischer Spracheübermitteln. Den Vortrag wird über Einladung des Tschechoslowakischen Radiojournals in Kosice Herr Bela Szereny, Chefredakteur des Zsido Nöplap halten, der über diese Frage eine gründliche Studie geschrieben hat. Mit Rücksicht darauf, daß dieses lügenhafte Märchen auch in diesen Tagen wieder auftaucht, dürfte dieser Vortrag von allgemeinem Interesse sein. Ritualmordagitation in der Bukowina Czernowitz, 11. März. (J. T. A.) Der Schullehrer Isidore Markovsky aus dem Dorfe Nehite im Bezirk Czudyn hatte beim Audyner Polizcichef von Czudyn eine Anzeige erstattet, wonach vier Juden versucht hätten, dem Schullehrer Blut zu rituellem Gebrauch beim bevorstehenden Pessachicst zu entnehmen und. ihn am Tor der Synagoge von Nehite zu kreuzigen. Dasselbe Märchen hatte Markovsky unter der bäuerlichen Bevölkerung von Nehite verbreitet, der sich große Erregung bemächtigte. Die von der Czudyner Polizei sofort eingeleitete Untersuchung hat ergeben, daß die Er/.ählung des Lehrers völlig trei erfunden war. Der Versuch, Czudyn zuni Ausgangspunkt einer Ritualmordagitation in der ganzen Bukowina zu machen, konnte somit im Keime erstickt werden. Die berühmten amcriUuniscliui liorüvGU-Murgurcten- Matzos 3iinl - obwohl erst das iweite Jahr in Wien — bereits für den Pessach-Tisch unentbehrlich geworden. Wer sie voriges janr gegessen hat, verlangt heuer nicht DHO amerikanische Matzos, sondern ausdrücklich die .ds du* besten anerkannten amerikanischen «Horowitz-Margareten- Matzos». Im Anschluß an eine nationalsozialistische Versammlung wurde das jüdische Gemeindehaus In Duisburg mit Steinen bombardiert. * In Königsberg überfielen antisemitisch verhetzte Gymnasiasten einen jüdischen Handlungsgehilfen und verletzten ihn lebensgefährlich. * In Polotsk (Rußland) wurde eine Synagoge in einen Arbeiterklub umgewandelt. * Im Alter von 7t Jahren verstarb ln Berlin der hervorragende russisch-jüdische Rechtsanwalt Dr. Benjamin Mandl, einer der Führer der russischen Emigration. * Aus Rußland gelangen in den letzten Tagen viele Nachrichten, denen jufolge jüdische Arbeiter in den verschiedenen Sowjetfabriken schwer mißhandelt werden. * ln Livorno (Italien) wurde ein jüdisches Museum eröffnet. Konzerthaus Advokat Pio Tagliacozzo wurde zum Regierungskommissär für die jüdische Gemeinde Rom ernannt. # Der. Vatikan hat der englischen Regierung gegenüber den Wunsch zum Ausdruck gebracht, daß die Palästiriäreise des Erzbischofs von Canterbury rein privaten Charakter tragen möge. * Die Mühlhausener Ortsgruppe der Liga für Menschenrechte hat die französische Regierung aufgefordert, darauf zu bestehen, daß das von England übernommene Palästinamandat restlos durchgeführt werde. * Harry Snell, der als Mitglied der Uiitersuchungskpmission über die Augustunruhen einen zionistenfreundlichen Minoritätsbericht erstattet hatte, wurde zum Unterstaatssekretär für Indien ernannt und zugleich in den Pearstand erhoben. * Rabbiner Dr. Leopold Treitel ist in Laupheim (WürtterhL berg) gestorben. * Das Stadtparlament von Groß-Bielefeld hat auf Antrag der Nationalsozialisten beschlossen, das Schächten auf dem städtischen Schlachthof zu verbieten. * Der Präsident der Palestine Pottash Company, Lofd Lytton, ist in Palästina eingetroffen. . ‘ / * In Minsk begann am 20. März der Prozeß gegen den Mohel Radnünski, der beschuldigt wird,, durch eine schlecht durchgefiihrte Beschneidung den Tod eines Knaben verursacht zu haben. Der Prozeß soll als'Schauprozeß nnit der Tendenz antireligiöser Propaganda inszeniert werden. ... * Zionistisches londeshomiiee Mir Österreich Sonntag, den 29. März 1931, v49 Uhr abends im Festsaal des HOTELS CONTINENTAL, II., Taborstraße 4 Pleetind Redner: Felix Rosenblüth, Mitglied der Zionistischen Fvohtifive, London SokolowEhrung durch den Keren Kajeinelh Juden Wiens, beteiligt Euch an der Dankadresse an Nahum Sokolow anläßlich seines 70. Geburtstages durch Spenden an Keren Kajemeth, Wien, I., Kärntnerstraße 28, Tel. R-27-3-20

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