Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 169 (26.3.1931)
- Date
- 1931-03-26
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Sette 4 DIE STIMME Nr. 169 — 26. Mär* 193! i ir?Q 'j **?*tim onfro .Jl Oie bereits bekannten und eis die besten anerkannten amerikanischen lioro*"** ftftpftoit M1-5-19 HAZZOTH und ORIBSS wieder In Wien Generalvertretung Brlldir Welnreb, II.. Taborstr. 62 RMonalds Brief vor dem Board ot Deputies London, 16. März. (J. T. A.) Der Jewish Board of Deputies hat am 15. März unter dem Vorsitz seines Präsidenten 0. E. d’Avigdor Ooldsmid eine Sitzung abgehalten, in der die Palästinakommis- | Bella Paalen (Staatsoper) | sion des Boards ihren Bericht Ober den Macdonald- Brief vorlegte. Im Verlaufe der Debatte erklärte Rabbi Doktor Daiches, das Weißbuch sei ein beleidigendes, ein tückisches Dokument gewesen. Der Ministerpräsident habe die beleidigenden und tückischen Teile des Weißbuches beseitigt und annähernd die Lage, wie sie vor Veröffentlichung des Weißbuches bestand, wiederhergestellt. Er, Dr. Daiches, sei der Meinung, daß der Biief, wenn er auch nicht restlos befriedigend sei, doch den Makel des Weißbuches weitgehend ausgetilgt habe, und er hoffe, daß die Regierung das Mandat in dem Sinne durchführen werde, wie es von jüdischer Seite aufgefaßt wird. Jeder Unparteiische, fuhr Rabbi Dr. Daiches fort, der den Brief des Ministerpräsidenten liest, wird, obwohl dieser Brief — ich wiederhole es ~ nicht zu 100 Prozent zufriedenstellend ist, sagen müssen, daß durch ihn die Basis für eine Kooperation wiederher- * gestellt wurde. D. Weizmann erklärte, er sei über die Rede Dr. Daiches höchst überrascht, besonders wenn er sich an die Rede erinnere, die Dr. Daiches seinerzeit, .alp das Weißbuch veröffentlicht wurde, gehalten hat. ^■Ddr Redner hoffe, daß die Verhandlungen des Board atfeh nicht eine Minute lang den Eindruck erwecken würden, daß irgend eines seiner Mitglieder mit dem Briefe des Ministerpräsidenten zufrieden sei. Wir sind angeekelt, erklärte D. Weizmann zum Schlüsse, von der Art und Weise, in der mit uns verfahren wurde. Der Ehrenanwalt der Jewish Agency, Leonard Stein, gab eine Analyse des Briefes des Ministerpräsidenten im Vergleich mit dem Weißbuch. Es sei zu konstatieren, daß der Brief gegenüber dem Weißbuch einen bemerkenswerten Fortschritt darstellt. Was waren, fuhr Leonard Stein fort, die Absichten der Vertreter der jewish Agency, als sie im Oktober und so ihn im Triumphe nach Karlsbad zu führen, während Herolde vor ihm ausrufen sollten: So geschieht es einem Manne, den die Revisionisten ehren wollen 1 VI. An jenem Tage ging Weizmann zur Regierung und er sprach vor ihr und bat, die böse Tat Passfields und seine Hinterlist zunichte zu machen. Und er sagte: Wenn wir in euren Augen Gnade gefunden haben und wenn es His Majesty's Regierung will, so solle geschrieben werden, daß die weißen Bücher des Passfield ungültig erklärt werden, die er ausgegeben hat, um die Juden im heiligen Lande auszurotten. Denn wie kann ich das Unglück, schauen, das meinem Volke widerfahren, nachdem ihr eure Versprechen gegeben habet, und wie kann ich die Vernichtung meines Vaterlandes sehen? Da sagte Henderson: Schreibet doch etwas auf die Juden, was euch gefällt, und besiegelt es mit dem Ringe des Königs. Und es wurden die königlichen Schreiber zusammengerufen. Das war im fünften Monat, im Monat Schebath, am 23. dieses Monats. Und Macdonald befahl ihnen, an die Juden zu schreiben, die in den 127 Ländern von Indien bis Aethiopien wohnen, und an die Satrapen und die Paschas in Palestine: Die Regierung erlaubt den Juden aus allen Ländern und aus allen Städten nach Palästina zu wandern und sich dort gegen die Ankläger und die Feinde zu wehren, und es sei auch den Juden gestattet, praktische Arbeit zu leisten. Und Weizmann verließ das königliche Gemach mit dem Briefe Macdonalds in Händen, und in allen Ländern, in allen Städten wurde es bei den Juden heiter leichter, und wo nur das Regierungswort laut ward, herrschte bei den Juden eitel Freude und viele Unwissende glaubten, daß nu« schon alles all right sei. (Uebertragung aus dem Hebräischen von S.) vorigen Jahres in Verhandlungen mit der Regierung eintraten? Ihr Ziel war nicht, eine neue Balfour- Deklaration zu erlangen. Auch haben wir als verletzte Partei nicht darauf hingearbeitet, Vorteile auf Kosten der arabischen Bevölkerung zu erlangen. Unsere Aufgabe war es, die ungerechten Beschuldigungen gegen das jüdische Volk hinsichtlich seiner Arbeit in Palästina zu entkräften. Das richtige Mittel zur Prüfung der Frage, ob der Brief des Ministerpräsidenten wertvoll und vorteilhaft ist, ist ein Vergleich seines Inhaltes mit dem Memorandum, das die Jewish Agency vorgelegt hat. Eine vernünftige Prüfung besteht darin, festzustellen, wie der Ministerin» I tt Präsident auf die von der Jewish Agency berührten Punkte reagiert hat. Wenn Sie diese Art der Prü fung vornehmen, so werden Sie finden, daß die Resultate, vom jüdischen Standpunkt aus gesehen, keineswegs unbefriedigend sind. Die hundertste Friedhof- Schändung In dem badischen Städtchen Schriesheim an der Bergstraße (bei Heidelberg) wurden vor wenigen Tagen zwei Kindergrabsteine auf dem israelitischen I 11. April Der Verteidiger der Hakenkreuzler, Jung, lennte das Gericht in seiner gegenwärtigen Besetzung als befangen ab, da nur «Deutsche über Deutsche» richten dürften. Das Gericht bezeichnete den Antrag als gegenstandslos, weil keiner der amtierenden Richter Jude sei. Der Ankiage liegt folgender Vorgang zugrunde: Nach Gründung einer Ortsgruppe der Nationalsozialisten war es mit dem dörflichen Frieden in Dolgesheim vorbei. Der Haß der Nationalsozialisten richtete sich besonders gegen die Familie eines Kaufmanns Frank, der den fortgesetzten Hetzereien und Belästigungen schließlich dadurch entgehen wollte, daß er nach Worms zog. Vorher nahm er, da ihm amtlicher Schutz für sein Haus versagt wurde, obwohl er von einem geplanten Streich der Nationalsozialisten gegen ihn gehört hatte, 20 bis 25 Reichsbannerleute zur Wache bei sich ab und zu auf. Am 9. August nach Mitternacht hörte man vor dem Hause Lärm; Franks Sohn und einige Leute gingen auf die Straße, und hier kam es zu einem Zusammen- L Konzerthaus stoß mit ihnen unbekannten Leuten, die, wie sich herausstellte, von einer nationalsozialistischen Versammlung aus Gau Odernheim kamen. Für kurze Zeit trat Ruhe ein, dann aber rückte eine Horde Nationalsozialisten an, die die Fensterläden im Hause einschlug. Die Haftung der Leute wurde so drohend, daß die Familie Frank sich auf den Speicher flüchten mußte. Die ganze Nacht über wurde das Gehöft belagert. Die Parterreräume im Hause wurden schwer beschädigt; es sollen nach Zeugenaussagen auch Schüsse Für die Feiertage Palästina- I .warme»-Weine latfa u a.igen | «atta-Uraoe Fruit* cruemet ui'ven Oe | Cuedera -huutf* Alle Sotten Mazzoth und Mazzoth-Ürieö sowie sämtliche Spezeie.waren uno Sliwowitz J10D liefert zu sehr billigen Preisen direkt ins Haus SAMUEL HALPERN, Wien. II., Förstern. 6 Neue Teleplton-Nr. A-46-4-12 Die billigen Karmel-Weine In Orlglnalflaschen Emek, rot, süß.S 3.— Karmel, rot, süß.S 3.50 Perle Saron, gelb, süß.S 4.40 Muscat, gelb, süß.S 4.90 Zionsblume, gelb, süß.S 5.40 Rechoboth, herb, weiß.S 3.— Haute Sauternes, herb.S 3.20 Hadar Hakarmel, rot herb, (Diabetikerwein) . 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Nach mehrtägiger Verhandlung sprach das Erweiterte Bezirksschöffengericht für Rheinhessen das Urteil gegen 29 Einwohner aus Dolgesheim, und zwar gegen 17 Reichsbannerleute und Mitglieder des Turnvereines und gegen 12 Nationalsozialisten, die in die Angelegenheit der Mißhandlung und Terrorisierung des jüdischen Kaufmanns und Reichsbannermanns Frank durch Nationalsozialisten verwickelt waren. Wie erinnerlich, mußte die Familie Frank, nachdem ihr Haus eine ganze Nacht durch Nationalsozialisten belagert war, von Dolgesheim nach Worms flüchten, wo sie jetzt lebt. Den Vorsitz ln der Verhandlung führt Landgerichtsrat Hausmann. gefallen sein, und erst das am Morgen alarmierte Mainzer Ueberfallkommando konnte die Menge zerstreuen. Die Anklage wirft nun sowohl den Reichsbannerleuten Wie den Nationalsozialisten Zusammenrottung und Landfriedensbruch, außerdem Vergehen gegen das Schußwaffengesetz vor. 60 Zeugen sind geladen. Die Frau des angeklagten Nationalsozialisten Friedrich verweigerte auf die Frage, ob sie mitgehetzt und gesagt habe, bei Frank wären 30.000 Mark Wertpapiere zu holen, die Aussage; sie wurde wegen Verdachtes der Mittäterschaft nicht vereidigt, ln zahlreiche Widersprüche verwickelten sich die Zeugen, die über den angeblichen Ueberfall der Reichsbannerleute an jenem Abend aussagen sollten. Bürgermeister Best wußte über Frank nur Gutes zu berichten. Der Angeklagte Frank selbst erklärte auf die Vorhaltung des Richters, daß von ihm aus nichts geschehen sei, um eine tätliche Auseinandersetzung herbeizuführen. Ein Zeuge, Nazionalsozialist, bekundete, bei dem Ueberfall auf die Nationalsozialisten, die aus Gau Odernheim zurückkehrten, seien die Angreifer nicht aus Franks Haus gekommen, wohl aber dorthin geflüchtet. f/i Es beginnt ein neues Quartal Vergessen Sie nicht LIhre Bezugs^ ebühron rechtzeitig efnzuzahlen, damit ln der Zustellung der Zeitung keine Unterbrechung eintiitt! 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