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Die Stimme · 1931-03-26 · Heft 169 (26.3.1931) · page 3

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Journal
Die Stimme
Volume
4 (1931)
Issue
Heft 169 (26.3.1931)
Date
1931-03-26
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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" Eine neue Bewegung Zdr Grüudung&versaininlutig der Liga >ur das f:\ Arbeitende Palästina in Oesterreich *■ , Von Pinkas Silber herz , . Gleich anderen Ländern, wo bereits Ligen für «^arbeitende Palästina bestehen, gehen nunmehr die; zionistisch-sozialistischen Gruppen in Wien da,ran, auch hier eine solche Liga ins Leben zu rufen; es spH weder eine neue Partei noch eine Fraktion werden, sondern eine Organisation aller Freunde der jüdischen Arbeiterschaft Palästinas, die bereit sind, diese in ihrer schöpferischen Arbeit für den Aufbau einer, arbeitenden, jüdischen Gemeinschaft im eigenen Lande zu unterstützen. Unser Aufbauwerk war in den letzten zwei Jahren großen Angriffen ausgesetzt und wenn es aus diesen ungebrochen hervorging, so ist dies in erster Reihe den großen, Opfern sowie dem bewundernswerten und entschlossenen Ausharren der jüdischen Arbeiterschaft zu verdanken. Heute können Wir auf konkrete Positionen, auf eine jüdische Landwirtschaft und Industrie, auf eine lebendige hebräi- Sdhe Kultur verweisen und wir wissen, daß das alles aus der Kraft und dcrii zähen Willen der jüdischen Ärbeiterschalt entstanden ist. Von der Verantwortung für die Zukunft des jüdischen Volkes erfüllt, hat sie dien Weg beschriften, der zu einem freien, arbeitenden Volke führt. Sie ist von der Erkenntnis durchdrungen, daß der Zionismus nur auf arbeitender Grundlage verwirklicht werden kann und von dieser Erkenntnis aus hat sie den Kampf um die Produktivierung des jüdischen Lebens in Palästina aufgenomrtien, das Prinzip der jüdischen Selbstarbeit aufgestellt und neue Formen des sozialen Lebens geschaffen. Nur die Begeisterung des jüdischen Arbeiters, seine Sehnsucht nach neuem nationalen und sozialen Leben, sein Gemeinschaftsgeist konnten in Palästina das schaffen, was wir dort an konkreten Positionen besitzen; der Privatinitiative allein wäre es nicht gelungen, tausende Juden auf dem Boden und produktive jüdische Massei. in der Stadt zu verwurzeln; dies alles konnte nur der nationale Aufbau erreichen. Der Weg des jüdischen Arbeiters ist ein Weg des nationalen Aufbaues, sein Kampf ein Kampf fiür soziale Gerechtigkeit. Die befreiende Tat der jüdischen Arbeiterschaft, ihr begeistertes Pioniertum für die Renaissance ihres Volkes haben dem: Zionismus die Sympathien der änderen Völker erworben; ihre Verbundenheit mit der internationalen. Arbeiterschaft, die;<sic:hy aus dem gemeinsamen Kampfe des Primats, der Arbeit ergibt, die heuen Formen des menschlichen;/Zusarfimenlebens, die landwirtschaftlichen und städtischen Kooperativen sichern uns das Wählwollen und die Förderung seiteris der hervorragenden Führer des Sozialismus. Auch große Teile der jüdischen Arbeiterschaft Amerikas, die im starren Ahtizionismus eVzogen würden, haben wir bereits für uns gewonnen. Die jüdische Arbeiterschaft fühlt sich für das Gelingen des nationalen Aufbauwerkes sowie für äflOsi was in Palästina geschieht, verantwortlich, und hat es verständen, sich in der zionistischen Bewegung und im Lande selbst eine führende Stellung :zu schaffen, um den Aufbau entsprechend beeinflussen tu Löhnen. Die Megillah 5691 ' Vön Ben R a f a e 1 . In der satirischen, inTel Aviv erschienenen Sammelschrift «Baleila Hähu» (In1 jener' Nacht), redigiert' von Rachasch, Ben Rafael und Daniel ■i , ’ Persky, finden -wir .folgende, ausgezeichnete Trar V j,; . vestie der biblischen Estherrolle: " I.?■Und es ,war in den Tagen. des Macdonald, jßrtffs Waodqnäld, der von Indien bis Aethiöpien über ,1,27 Provinzen regierte. In jenen Tagen saß Genosse Passfield im Ministerfauteuil des Kolonialamtes in Ser Hauptstadt London. Und der König lud alle seine .Herren und Knechte (die Briten und die Natives) zu «inem Round Table-Bankett in , British Indien. Viele Wochen dauerte das Bankett, ganze, 180 Tage, und es;fahd im königlichen Schloßpark statt. Unabhängigkeit, Dominionverfassung und Federation, Sprachenteilung und noch viele andere Versprechen gab der König ... * -II. Da sagte Passfield zu Macdonald: Es gibt ein Volk,, das zerstreut ist in allen Ländern der Welt; dessen Sitten und Gebräuche anders sind als die aller anderen Völker. Und siehe: gerade diesem Volke haben wir eine Deklaration gegeben, und jetzt Will es sich in Palästina eine nationale Heimstätte äufbauen, was eine Schmach wäre, und der-König kann sich mit ihnen keinen Rat schaffen. Wenn'es dem König beliebt, so möge er .ein königliches Wort sprechen und ein Weißbuch soll geschrieben werden, das die Deklaration vernichte, auf daß ein Nationalheim gebaiit werde für. das arabische Volk, das besser ist als das jüdische. Und zwei Millionen Silberlinge sollen in Form einer Anleihe durch Vermittlung derjenigen, welche eine reine Arbeit im «Felestin» machen, in die Schatzkammer für unsere heuen Bundesgenossen gebracht werden; auf daß wir ■k Nach einer durch die Angriffe der englischen Regierung auf unser Aufbauwerk erfolgten Unter* brechung unserer Arbeit stehen wir in Erez Israel vor neuer Entwicklung, es müssen neue, Positionen erobert, das Bestehende muß befestigt, die Zahl der jüdischen Arbeiter und .Siedlungspunkte muß ver- | vielfacht werden. Der Arbeiterschaft fällt hierbei die Rolle eines Initiators und eines Schöpfers zugleich zu. Um ihr einen bleibenden Einfluß zu sichern, müssen wir alle Kräfte sammeln, alle Freunde des arbeitenden Palästina zur Mitarbeit zusammenschließen. Der Rahmen der zu gründenden Liga soll möglichst mannigfache Kreise umfassen, Männer der Wissenschaft, der Finanzwelt und solche von politischem Einfluß. Die jüdische Arbeiterschaft wendet sich in diesem Augenblick nicht nur an die engsten Mitkämpfer, sondern auch an jene Kreise, die ihr bisher aus Unkennntis und Unverständnis fremd und gleichgültig gegenüber gestanden sind. In Deutschland und in anderen Ländern gehören der Liga für das Arbeitende Palästina hervorragende Führer der sozialdemokratischen Parteien an. Die Internationale hat zur Förderung des Aufbauwerkes ein besonderes Komitee gebildet; um so unbegreiflicher ist es, daß die sozialdemokratische Partei in Oesterreich noch immer kein natürliches und wohlwollendes Verhältnis zur jüdischen Arbeiterschaft Palästinas gefunden 1 hat. Es ist nicht nur kein Widerspruch zum Sozialismus, es ist vielmehr Pflicht der sozialdemokratischen 1 Partei, insbesondere der jüdischen Sozialisten, das Ziel des jüdischen Arbeiters, in Palästina eine arbeitende jüdische Gemeinschaft ohne Ausbeuter und Ausgebeutete zu schaffen, zu unterstützen. Es wäre zu wünschen, daß es der Liga für das Arbeitende Palästina gelänge, in Oesterreich eine neue Bewegung zu schaffen, die den Zionismus in Öesterreich stärken und mit neuen Impulsen erfüllen würde, eine Bewegung der Arbeit für den Zionismus und für Erez Israel. Oer Fonds Tel Hai erneuert seine Tätigkeit Das Direktorium des Fonds Tel Hai hat beschlossen, die gesamte Leitung des Fonds für alle nicht englischsprechenden Länder von London nach Paris zu verlegen. Der Tel Hai-Fonds ist eine unparteiische, national-jüdische Institution, die bestrebt ist, alle Elemente und Gruppen im Judentum zur Mitarbeit für die physische Ausbildung 'und Selbstverteidigung der jüdischen Jugend heranzuzieh^n. Das Pariser Kontirientalbureau des Fonds Tel Hai fordert alle Komitees des Tel-Hai-Fonds und alle Interessenten auf, ihm ihrejAdressen mitzuteileji undsjjph .mit ihm inVständige Verbindung zu setzen. Öie Adresse des Kontinentalbureau^ ist: Fohds Tel Hai, 9, rüe Vineuse, Paris (XVI-e).. Schwere Niederlage der „Unions-Juden in der Bielitzer Kultusstube Bei den vergangenen Sonntag stattgefundenen Kuituswahien haben die «Unions-Juden von Bielitz eine vernichtende Niederlage erlitten. Sie hatten Jahrzehnte hindurch die Gemeindestube beherrscht. Vor Jahresfrist hatten sie noch mit Hilfe eines veralteten Wahlrechtes einen Sieg gefeiert. Die Mehrzahl der Juden war nicht wahlberechtigt, so daß die Assimilanten unter sich die Mandate verteilten und die Vi&iei SUge£ 4u/ujt Ihnen dafür, daß Sie das damit verschlossene Speisefett Kunerol ohne Bedenken zur Zubereitung von Osterspeisen verwenden können. Kunerol ist reines Kokosnußfett und wird in den Kunerolwerken, Wien, unter streng ritueller Aufsicht des Herrn Bezirksrabbiners S. Ehrenfeld zu Mattersburg erzeugt. NEROL 1002 REINES KOKOSNUSS FETT Kuneroi ist nur echt in Original-Packung l Vor täuschenden Nat.ahniungen wird gewarnt; Juden ausschalten konnten, die wirkliches Interesse an einem Gemeindeleben hatten. Bei den Wahlen am Sonntag erhielten die Unionisten — das Listenwahlrecht ist inzwischen eingeführt worden, wenn es auch noch lange nicht allen Wünschen entspricht — ganze neun Mandate, während die zionistischen Listen zusammen 15, die Orthodoxen 4, die Agudisten — mit Hilfe der Unionisten — zwei Mandate eroberten. Sokolow-Monat in aller Welt Wie die Exekutive der Zionistischen Organisation mitteilt, ist die unter der Parole «Sokolow-Monat» eingeleitete Propaganda-Aktion in vielen Ländern im Gange. Herr Felix Rosenblüth, Mitglied der Exekutive, der auf einer Inspektionsreise in Ost- und Zentraleuropa begriffen ist, und Warschau, Lwow und Krakau besucht hat, berichtet, daß überall unter Beteiligung aller zionistischen Verbände Vorbereitungen zu einer großen Werbeaktion eingeleitet wurden. Im Zentrum dieser Aktion steht die Schekelsammlung. In Kongreßpolen wird bestimmt mit dem Eingang von 120.000 Schekaüm gerechnet, während die beiden galizischen Länd-r es übernommen haben, ihre bisherigen Rekordziffern noch bedeutend zu steigern. Der Vorschlag zur Gründung von Territorialverbänden, in denen Zionisten aller Richtungen unter Sicherung ihrer Autonomie vereinigt werden sollen, hat sowohl in Ost-, wie in Westgalizien Anklang gefunden. Es besteht die Absicht, in der nächsten Zukunft eine Reihe von internen Konferenzen zur Behandlung der aktuellen Orgänisationsprobleme abzuhalten. Herr Rosenblüth hat übera". mi; Führern sämtlicher zionistischen Gruppen konferiert und konnte eine erfreuliche Entwicklung der zionistischen l.ugenaorganisation feststelM. Bemerkenswert ist das Wachstum der Chaluzbewegung, darunter auch der allgemeinen zionistischen Jugend. lins die Sympathien der mohammedanischen Delegierten in der indischen Konferenz erwerben. 1 Da'sagte Macdonäld zu Passfield: Wohlan, das GeJd hast du, und mit dem jüdischen Volk verfahre du nach deinem Gutdünken. —Und im ersten Monat, das ist der Monat Tischri, fiel das” Los. Die königlichen Schreiber wurden in jenem Monat zusammengerufen, und da: wurde geschrieben, wie 'es Passfield befohlen, an die Satrapen des Reiches und an die Paschas in der Provinz Palestine,. um die Balfour- Deklaration ihrem Sinne und, ihrem Inhalte nach zu vernichten und zu vertilgen. Die Boten Reuter und Jta zogen erschrocken, mit dem. königlichen Wort auf den Lippen, aus, um es in der Welt zu künden, der Befehl wurde in der Hauptstadt London herausgegeben, Macdonald und Ali saßen an dem runden Tisch und die Söhne Israels entsetzten sich. III. Und, als die Zionisten erfuhren, was da geschehen, zogen sie in die Stadt und schrien laut und erbittert. Und sie kamen bis vor das Tor der Exekutive in der Great Russell Street und stellten energisch# Forderungen. Und in jeder Provinz, in jeder Stadt, wo nur die Nachricht vom Weißbuch hingelangt war, herrschte eine große Trauer unter den Juden und Fasten und Weinen und Klagen. Da erschrak Weizmann und er beeilte sich, niederzulegen sein Amt und das Passfield wissen zu lassen. Und Passfield stellte sich dumm und sagte: Warum tust du das und was ist der Zweck des .Geschehens? Da erzählte Weizmann dem Macdonald alles, was Passfield getan, und Macdonald erwiderte: Alle Knechte dfcs Königs und alle Provinzen des Königs wissen, daß, was in seinem Namen geschrieben und mit sei* nem Ring besiegelt worden ist, nicht mehr geändert werden kann. Doch wenn du das Weißbuch studierest, wirst du sehen, daß deine Befürchtung eitel, und du wirst aus jedem Wort den Gegensatz von dem, was es besagt, herausiesen können. Und Weizmann sagte: Nicht sollet ihr glauben, daß es euch gelingen wird,, euch von dem den Juden gegebenen Versprechen frei zu machen. Doch wenn ihr schweigen werdet zu dieser Zeit, da wird die Rettung für die Juden von anderer Seite kommen. Und ihr werdet das Mandat verlieren, da ihr nur des Mandates wegen die Macht über Palästina bekommen habet. IV. Und nach diesem Geschehnis wuchs die Krise und es gab keinen Ausweg. Da sagten die Mitglieder der Exekutive zu Weizmann: Gehe und versammle das zionistische Aktionskomitee und suche einen Weg zum König, um vor ihm für dein Volk zu bitten. Und es versammelte sich das Aktionskomitee und es fragte: Was willst du, Weizmann? Was ist deine Bitte? Deine Bitte sei dir bis zur Hälfte des Königreiches gewährt. Und Weizmann antwortete: Wenn ich Gunst in euren Augen gefunden habe, und wenn ihr meine Bitte erfüllen wollet, dann gebet mir die Vollmach*, Verhandlungen zu führen und die Regierung zu bitten, daß sie die böse Tat Passfields und seine Hinterlist zunichte mache. — Und das Aktionskomitee reichte Weizmann das Regierungszepter bis zur Hälfte des Königreiches. Und die andere Hälfte legte es in die Hände der politischen Kommission. V. In jener Nacht versammelte sich der revisionistische Kongreß in Tel Aviv. Alte Erinnerungen wurden aufgefrischt und die Heldentaten Jabotinskys erzählt, des großen Juden, der nur Gutes wünschte seinem Volke und seinem Stamme, der insbesondere den Chaluzim friedlich gesinnt war. Und da sich Weizmann nicht unterwerfen und nicht verneigen wollte, beschlossen sie, das königliche Gewand, das Weizmann trug, und das Pferd, auf dem Weizmann ritt, und die königliche Krone, die auf Weizmanns Haupt glänzte, dem Jabotänsky zu gebe*

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