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Die Stimme · 1931-03-19 · Heft 168 (19.3.1931) · page 9

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Journal
Die Stimme
Volume
4 (1931)
Issue
Heft 168 (19.3.1931)
Date
1931-03-19
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
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Wf. 168 — 19. MÄrz 1931 DIB STIMME Seite 0 ziodsasdics leben ln Zionisten! Das Aktions-Komitee hat bei seiner letzten Tagung die Parole aufgestellt: Eine Million Schekalim. Wir Zionisten Oesterreichs dürfen keine Anstrengungen scheuen, um, dieser Parole entsprechend, die höchstmögliche Anzahl von Schekalim zu verkaufen. Der kommende Kongreß steht vor Entscheidungen, die für die weitere Entwicklung des Zionismus von ungeheurer Bedeutung sein werden. Wir müssen daher trachten, eine imposante Vertretung Oesterreichs zum Kongreß zu entsenden. Durch die Verschiebung des Kongresses bis zum Monat Juni bietet sich allen Zionisten die Gelegenheit, Versäumtes nachzuholen und die Zahl der bereits verkauften Schekalim entscheidend zu vergrößern. Zionisten! Trachtet, daß alle eure Bekannten den Schekel kaufen! Helfet, daß die zionistische Organisation, als größte Organisation im jüdischen Volke, in immer steigendem Maße aiie ihrer Art und Würde bewußten Volksgenossen an sich ziehe! Es ist heute bedeutsamer als je, daß wir ein sichtbares Zeugnis unserer Kraft durch die erfolgreiche Schekelarbeit ablegen. Wir appellieren daher an alle Zionisten: Verbreitet den Schekel! Verwendet im Propaganda- und Werbemonat einen wesentlichen Teil eurer Energie für den Schekelverkauf! Propaganda- und Werbemonat vom 15. März bis 15. April Die Exekutive hat den Monat Nisan (15. Mftrz bis 15. April 1931) zum Sokolow-Monat der Zionistischen Organisation proklamiert Der Präsident der Zionistischen Exekutive soll durch eine große, alle Kräfte der Bewegung zusammenfassende organisatorische und propagandistische Aktion geehrt werden. Der von der Exekutive propagierte Sokolow- Monat deckt sich mit der unsererseits geplanten Propaganda- und Werbeaktion. Die Ziele der Aktion sind: a) Festigung des Gefüges und des Einheitsgedankens der Organisation; b) Vermehrung der Anzahl der organisierten Zionisten; c) Klärung der organisatorischen Probleme der Bewegung. Zionisten Oesterreichs! Wir haben die Vorarbeiten bereits beendet und wenden uns an Euch mit der dringenden Bitte, Euch bei den Bezirkssektionen und Ortsgruppen zur Mitarbeit zu melden. Die Aktion kann nur Erfolg haben, wenn alle Zionisten mltarbeiten, daher Ist Jeder Zionist für den Erfolg dieser Aktion mitverantwortlich. Es gibt im gegenwärtigen Augenblick keine Aufgabe, die dringender wäre, als die Stärkung der Zionistischen Organisation. Sie ist ebenso wichtig wie politische Probleme, denn der Zionismus schöpft seine wahre Kraft aus der Kraft der Organisation selbst. Es ist daher AufgabeeinesjedenZlonisten, im gegenwärtigen Zeitpunkt mit aller Energie sich für die Stärkung der Organisation einzusetzen, neue Mitglieder zu werben, die zionistische Idee zu propagieren und den Schekelzu verbreiten! Genaue Instruktionen ergehen an die einzelnen Sektionen. Anmeldungen zur Mitarbeit sind zu richten an das Organisationsreferat des Landeskomitees, I., K&mtnerstraße 28, Tel. R 27-4-86, oder direkt je nach dem Wohnsitz an die einzelnen Sektionen. Sektion I: Dr. Emil Reich, I., Wipplingerstraße 20. Sektion II: II., Zirkusgasse 33. Sektion Prater: 1U Jungstraße 8. Sektion III: Dr. Emil Schmitz, III., Hlntzerstraße 9. Sektion IV/V: V., Wiedner Hauptstraße 130. Sektion VI/VII: Kammerrat M. Kohn, VIn Stümpergasse 29. Sektion VM/IX: VIII., Bennoplatz 1 a. Sektion X: X., Humboldtgasse 25. Sektior XII-XV: XV., Herklotzgasse 21. Sektion XIII: Oskar Teller, IV., Favoritenstraße 2. Sektion XV1/XVII; Israel Piper, Hauptstraße 73. Sektion XVIII: Ing. Ehrlich, XV1I1., Gersthoferstraße II. Sektion XIX: Dr. Josef Pollatschek, XIX., Kreindlgasie 10* Sektion XX: XX., Jägerstraße 30. Sektion Zwischenbrücken: XX., Leystraße 81. Die berühmten amerikanischen Horowitz-Margareten« Matzos sind — obwohl erst das zweite Jahr in Wien — bereits für den Pesssch-Tiich unentbehrlich geworden. Wer sie voriges Jahr gegessen hat, verlangt heuer nlctu QHD amerikanische Matzos, sondern ausdrücklich die als die besten anerkannten amerikanischen «Horowitz-Margsretsn* ilatmt. Außerordentliche Konferenz des Keren Kajemeth Am Dienstag, den 10. März, fand die vom Keren Kajemeth einberufene außerordentliche Konferenz im Sitzungssaale der «Mirjam» statt. Es beteiligten sich an ihr zirka 70 Personen, und zwar Vertreter der ver* schiedenen Bezirkssektionen, zionistischen Sondergruppen, der «WIZO», Jugendvertreter, ferner eine ganze Reihe von Selbstkontingentlern und Freunden des Keren Kajemeth. Die Konferenz wurde um Uhr abends durch den Präsidenten des Keren Kajemeth, Herrn Adolf Böhm, eröffnet. Er referierte über den politischen Kampf um die Keren-Kajemeth-Prinzipien und teilte der Versammlung mit, daß eine Reihe bedeutender Böden gekauft werden konnte, bei denen die Gefahr bestand, daß sie in gegnerische, ja feindliche Hände geraten würden. Er wies auf das außerordentliche Vertrauen, das der Keren Kajemeth in den Kreisen der Bodenkäufen genießt, hin, welches Vertrauen es auch ermöglicht, daß der Keren Kajemeth große Bodenkäufe abzuschließen vermag, während der ’ Kaufpreis ihm auf Jahre hinaus gestundet wird. Dieses Vertrauen bildet ein sehr wichtiges Mittel, um den Bodenbesitz des jüdischen Volkes in Palästina dauernd zu vergrößern. Es sei Aufgabe der Judenheit und speziell der zionistischen Organisation, dafür zu sorgen, daß der Keren Kajemeth auch in Hinkunft in der Lage sei, die vereinbarten Raten regelmäßig zu bezahlen. Herr Böhm vermochte in sachlichen und eindringlichen Ausführungen die Versammelten von dem Ernst der Situation zu überzeugen, in der sich heute unser Aufbauwerk im allgemeinen und der Keren Kajemeth im besonderen befindet. Als zweiter Referent sprach Herr Dr. Josef Löwenherz über die bisherigen Leistungen des Keren Kajemeth und seine gegenwärtige Situation in der Welt und in Oesterreich. Er wies vor allem auf die Tatsache hin, daß dieselben arabischen Führer, die politisch den Zionismus bekämpfen und ein Bodenkaufsverbot verlangen, es selbst sind, die dem Keren Kajemeth ihre Böden zum Kaufe anbieten. Ferner führte er die genauen Zahlen über die Art der Verwendung der Keren- Kajemeth-Gelder in Palästina an. Er betonte die dringliche Notwendigkeit, dem Keren Kajemeth gerade in dieser schweren Zeit zu helfen, speziell müsse es die Aufgabe der Jüdischen Oeffentlichkeit sein, der Büchse des Keren Kajemeth in allen jüdischen Häusern das Gastrecht zu verschaffen, sowie bei der Durchführung der Sokolow-Aktlon behilflich zu sein. Als dritter Referent sprach Herr Dr. Chaim Tartakower, der darauf hinwies, daß die Eingänge des Keren Kajemeth in der ganzen Welt und auch in Oesterreich um zirka 20 Prozent zurückgegangen seien. Wenn auch ein Großteil der Spendenrückgänge in Oesterreich durch die Eingänge aus der Versicherungsabteilung gedeckt erscheinen, so sei der Rückgang gegenüber dem Vorjahre trotzdem sehr bedeutend. Hingegen seien die Ausgaben des Keren Kajemeth im ständigen Rückgang Ausgaben des Keren Kajemeth ln ständigem Rückgang des Jahres noch weitere Ersparnisse zu machen. Er verwies auf die ständig wachsende Tendenz der Verknüpfung der Namen von teuren Personen mit dem Aufbau Palästinas durch das Goldene Buch und Gartenstiftungen, In den letzten 5 Monaten haben diese Stiftungen 20 Prozent der Keren-Kajemeth-Spenden ausgemacht. Es sei zu betonen, daß in den Kreisen der zionistischen Bewegung nicht das volle Verständnis für die Mithilfe für den Keren Kajemeth vorhanden sei. So gäbe es Gesinnungsgenossen, die den Großteil ihrer freien Zeit und ihres sozialen Einflusses für Wohltätigkeit verwenden. Es sei selbstverständlich, da'* jeder Zionist in dieser schweren Zeit bestrebt sein müsse, das Jüdische Elend zu lindern. Zionisten dürfen aber nicht vergessen, daß sie die Verantwortung für den Aufbau Palästinas tragen. Der Referent verwies noch auf das große Gebiet der Gelegenheitsspende, das leider nicht genügend ausgenützt werde. Man stoße hierbei auf Schwierigkeiten, leider auch ln zionistischen Kreisen selbst. Referent schlägt vor, daß eine unaufhörliche Büchsenaufstellungsaktion stattfinde, sowie eine einmalige große Anstrengung zur Durchführung der Sokolow-Aktion, damit durch diese der Rückgang ln den Spendeneingängen gut gemacht werde. Der Vorsitzende, Herr Saul Weinreb, beantwortete eine Reihe aus dem Kreise der Versammelten gestellter Fragen, speziell über die Art der Organisierung der Sokolow-Aktlon. Nach Schluß der Konferenz meldeten sich die Versammelten zur Uebernahme von Blocks für die Sokolow-Aktion, Die Teilnehmer der Konferenz verließen sie mit dem Gefühle, einer ernsten zionistischen Tagung beigewohnt zu haben, Juden, kaufet Palästlna-Produkte! Beachten Sie das Inserat der Firma Samuel Halpern, Wien, II., Förstergasse 6. Veranstaltungskalender Samstag, 21. Mürz: Histadnith iwrith, II.. Kleine Mohrengasse 3, 8 Uhr abends, Vortrag. Montag, 23. März: Organisation zionistischer Frauen Oesterreichs, I., Jordangasse 7, 5 Uhr nachmittags, Vortrag Prof. Arthur Freud: «Palästinaarbeit in Wien». Z. M. V. Mirjam, I., Jordangasse 7, halb 6 Uhr, Vortrag Arcli. Fritz Sternschein «Moderne: Wohnen». Zionistische ßezirkssektion XII., XIV., XV., Herklotzgasse 21. Vortrag Dr. Pokorny: «Wie fatien ich die Einkommen- und Erwerbsteuer für da:- Jahr 1930?«. Dienstag, 24. März: Zionistische Bezirkssektion, 1.. Caf6 Excelsior, I., Rotenturmstraße 22. Vortrag: Frau Dr. Kästenbaum: «Was leistet die jüdische Frau für Palästina» und Dr. E. Reich: «Die Mädchenfarm Nahalal». Klub Jung-Wizo, I., Jordangasse 7, halb 8 Uhr: Vortrag Frau Dr. Amalie Kantor: «Dichter der jüdischen Renaissance». Die Arbeit des Keren Kajemeth Sokolow-Aktion. Zwecks Besprechung und Durchführung der Sokolow-Aktion in den einzelnen Bezirken findet erweiterte Ausschußsitzungen in folgenden Bezirken statt: Sektion I, III, IV/V und IX. Spenden für die Sokolow-Aktion. In der letzten Woche sind an größeren Spenden eingegangen: P. R. 200 S, Frauengruppe XVIII 100 S. Versicherungen zugunsten des Keren Kajemejji. Die Versicherungsabteilung des Keren Kajemeth hat eine Aktion eingeleitet, die bezweckt, Versicherungen zugunsten des Keren Kajemeth durchzuführen, und zwar auf folgender Grundlage: Im Erlebensfälle fällt die versicherte Summe ganz dem Keren Kajemeth zu, im Ablebensfalle die eine Hälfte den Erben des Versicherten, die andere Hälfte dem Keren Kajemeth. Durch die Aktion sollen dem Keren Kajemeth neben den Spenden neue Mittel zum Zwecke der Ausdehnung des jüdischen Bodenbesitzes für die jüdische Kolonisation zufließen. Schon nach drei Jahren erhält der Keren Kajemeth gegen minimale Zinsen 65 Prozent der eingezahlten Prämien zu seiner freien Verfügung. Bisher haben 48 Personen Versicherungen auf insgesamt 58.000 S abgeschlossen. Goldbucheintragung Rev. W. Hechler. Auf diese Eintragung ist bisher der Betrag von 119.20 S eingegangen. Baruch-Schorr- Garten. Bisherige Eingänge 60.50 S. Zuletzt hat die Tochter des Verewigten, Frau Clda Julie Lau, an den Keren Kajemeth 10 Mark abgeführt. ' Dr.-Karl- und Grete-Pollak-Garten. Die J. A. V. Unitas hat anläßlich cles 70. Geburtstages von Doktor Karl Pollalc auf Namen Dr. Karl und Grete Pollak einen Garten Im «Dir.-Salo-Hauptmann-Hain» gestiftet. Eintragung Dr. Siegfried Kantor. Die «Advokatenrunde», Verein jüdischer Rechtsanwälte ln Wien, hat anläßlich des 50. Geburtstages des Doktor Siegfried Kantor ihn ins Goldene Buch des Keren Kajemeth eingetragen. Freunde des verstorbenen Berthold Feldmann, Schüler des Chajes-Realgymnasiums, haben beschlossen, ihn ins Goldene Buch des Keren Kajemeth einzutragen. Der erste Betrag von 81.46 S wurde au den Keren Kajemeth abgeführt. Kinder-Palästina-Feler der Sektion IV/V. Die Sektion IV/V hat ausschließlich zugunsten des Keren Kajemeth eine Jugend-Purimfeier veranstaltet, die einen Reinertrag von zirka 500 S ergeben hat. Nicht komplette Gärten und Haine. Wir setzen hiermit die Liste derjenigen Haine und Gärten fort, welche seinerzeit eingeleitet, bisher aber nicht ergänzt worden sind. Die betreffenden Verwandten, respektive Gruppen und Vereine werden ersucht, diese zu komplettieren: Grazer Judenschaft, durch Graz eingegangen . Friedmann-Garten Linz, eingegangen . Hilde-Morgenstern-Hain, durch Verwandte und Freunde eingegangen . . Gau St, Pölten, durch Ortsgruppe Sankt Pölten eingegangen. S 381.— „ 257— „ 4480— „ 106.32

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