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Die Stimme · 1931-03-12 · Heft 167 (12.3.1931) · page 9

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Journal
Die Stimme
Volume
4 (1931)
Issue
Heft 167 (12.3.1931)
Date
1931-03-12
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
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4..aJ'Jt 1931 L»iii SilMMt Seite 'i Zlonlsiisclics Leben ln Wien Zionistisches Landeskomitee für Oesterreich Ende dieses Monates wird das Mitglied der Zionistischen Exekutive London, Herr Felix Rosenbliitli, Wien besuchen. Aus diesem Anlasse wird ein großes zionistisches Meeting stattfinden; Zeit und Ort werden in der nächsten Nummer der «Stimme» bekanntgegeben. Der bisherige Vertreter des Zionistischen Jugendverbandes, Robert Lustig (Zirenü), hat seine Stelle als Mitglied des Zionistischen Landeskomitees niedergelegt. Als der neue Vertreter wurde Herr Theodor . Kollek (Bund jüd. Jungwanderer) vom Jugendverband nominier. Zionisten! Das Aktions-Komitee hat bei seiner letzten Tagung die Parole aufgestellt: Eine Million Schekalim. Wir Zionisten Oesterreichs dürfen keine Anstren gungen scheuen, um, dieser Parole entsprechend, die höchstmögliche Anzahl von Schekalim zu verkaufen. Der kommende Kongreß steht vor Entscheidungen, die für die weitere Entwicklung des Zionismus von ungeheurer Bedeutung sein werden. Wir müssen daher trachten, eine Imposante Vertretung Oesterreichs zum Kongreß zu entsenden. Durch die Verschiebung des Kongresses bis zum Monat Juni bietet sich allen Zionisten die Gelegenheit, Versäumtes nachzuholen und die Zahl der bereits verkauften Schekalim entscheidend zu vergrößern. Zionisten! Trachtet, daß alle eure Bekannten den Schekel kaufen! Helfet, daß die zionistische Organisation, als größte Organisation im jüdischen Volke, in immer steigendem Maße alle ihrer Art und Würde bewußten Volksgenossen an siefr ziehe! Es ist heute bedeutsamer als je, daß wir ein sichtbares Zeugnis unserer Kraft durch die erfolgreiche Schekelarbeit ablegen. Wir appellieren daher an alle Z1 o n i s t e n: Verbreitet den Schekel! Verwendet irii Propagandä- und Werbemonat einen wesentlichen Teil eurer Energie für den Schekelverkauf! Propaganda- und Werbemonat yom 15. März bis 15. April Die Exekutive hat den nionat Nisan (iö. März bis 15. April 1931) zum Sokolow-Monat der Zionistischen Organisation proklamiert Der Präsident der Zionistischen Exekutive soll durch eine große, alle Kräfte der Bewegung zusammenfassende organisatorische und propagandistische Aktion geehrt werden. Der von der Exekutive propagierte Sokolow- Monat deckt sich mit der unsererseits geplanten Propaganda- und Werbeaktion. Die Vorarbeiten sind bereits beendet. Wir wenden uns an alle Zionisten mit der dringenden Bitte, sich den Bezirkssektionen zur Mitarbeit zur Verfügung zu stellen. Die Aktion kann nur Erfolg haben, wenn alle Zionisten mitarbeiten.. Jeder Zionist muß fühlen, daß er für die Ausbreitung des zionistischen Gedankens mitverantwortlich ist. Jeder Zionist muß sich daher ln den Dienst der Aktion stellen. Genaue Instruktionen ergehen an die einzelnen Sektionen. Anmeldungen zur Mitarbeit sind zu richten an das Organisationsreferat des Landeskomitees, I., Kämtnerstraße 28, Tel. R 27-4-86, oder direkt je nach dem Wohnsitz an die einzelnen Sektionen. Sektion I: Dr. Oskar Schwarz, I., Bösendorferitraße 6. Sektion II: II., Zirkusgasse 33. Sektion Prater: II., Jungstraße 8. Sektion III: Bruno Rablnowltz, 111., Rudolf von Alt-Platz 5. Sektion IV/V: V., WIedner Hauptstraße 130. Sektion VI/VII: Dir. Guttmann, VI., Marlahilferstraße 3. Sektion VIII/IX: VIII., Bennoplatz 1 a. Sektion X: X., Humboldtgasse 25. Sektion XII-XV: XV., Herklotzgasse 21. Sektion XIII: Oskar Teller, IV., Favoritenstraße 2. Sektion XVI/XVII: Simon Piper, Hauptstraße 73. Sektion XVIII: Ing. Ehrlich, XVIII., Gersthoferstraße 11, Sektion XIX: Dr. Josef Pollatschek, XIX., Krelndlgasse 10. Sektion XX: XX., Jägerstraße 30. Sektion Zwlschenbrflcken: XX.. Leystraße 81. Wir macuen unsere Leser aut den unserer heutigen Kummer beigeschlossenen Prospekt der Buchhandlung /ienrtö, I., Bognergasse 4, aufmerksam. Die «Vienna»-BuchliandJung führt Romane, Gesamtausgaben, Werke Uber Kunst, Philosophie, Geschichte, Sitten- und Illustrationswerke, neu and antiquarisch, zu enorm reduzierten Preisen.; Dr. Israel Waldmann Zum fünfzigsten Geburtstag Von David R o t h b 1 u m. Dem f reunde aus Anlaß seines Jubiläums mit Gemeinplätzen zu kommen, wäre ein gefährliches Unterfangen. Man könnte hiebei seinen Spott oder gar — was viel .schlimmer wäre — seinen Zorn riskieren. Das sind zwei gefährliche Waffen, die Waldmann meisterhaft führt. Er hat ihre Wirkung zur Höchstleistung zu steigern verstanden. Den Spott führt er wie eine Damaszenerklinge, den Zorn wie eine Pistole. Nun aber sind wir schon inmitten der Charakteristik seiner Persönlichkeit. Waldmanns Zionismus war immer Kampf, sein politisches Wirken und soziales Schaffen — AufrOhr im besten Sinne dieses Wortes. Die großen Volksversammlungen waren seine Kampfstätten. Er karikierte und verkleinerte die Assimilanten mit dem ätzenden Spott seiner Rede, um sie dann in seinem Zorn rettungslos in den Boden zu stampfen. Blind folgten ihm die Massen, denn er gab ihnen das Bewußtsein der politischen Macht. Der jüdischen Arbeiterschaft, die er organisierte, verlieh er sozialen und nationalen Rückhalt. Er war Aufklärer, Führer, Kämpfer und Organisator. Die Tribüne im Meeting war sein Königreich. Auf ihr wuchs er schon in jungen Jahren zu einer respektablen Höhe empor, entzündete sich am eigenen Wort, hüllte die Massen in die Flammen seiner einzigartigen Beredsamkeit, die nebst dem Spott und dem Zorn stets etwas von der Heiligkeit einer großen Begeisterung in sich birgt. Dem Worte im Meeting folgte aber prompt die Tat in der Organisation. Weit über die Grenzen seiner engeren Heimat hinaus klang sein Name, galt sein Ruf. Er wurde in die Metropole Galiziens geholt, wenn es hieß, eine politische Schlacht zu schlagen. Nicht zuletzt ist auf sein Konto der Wahlsieg im Jahre 1907 zu buchen, aus dem drei jüdischnationale Kandidaten für den Altösterreichischen Reichsrat siegreich hervorgingen. Er war Landespoiitiker und Zionist in einer Person- und diese Einheit wollte und will er noch heute in einer Organisation gewahrt wissen. Im Kampfe zwischen Polen und Ukrainern stand er aus national-jüdischen Motiven auf Seite der ukrainischen Minderheit, nicht aber aus Abneigung gegen das polnische Volk, die ihm zu Unrecht häufig vorgeworfen wurde. In einem historischen Zwischenspiel nach dem Weltkriege haben ihn die Ukrainer zu ihrem Minister für jüdische An- ' gelegenheiteü gema'ilfit.^Er hm'in dllsqm Anite Ersprfeßliches ■ geleistet. Er war auch als Mitglied wichtiger Delegationen anderweitig erfolgreich tätig. Daß der Ukrainer Olszanski, der das Attentat auf den polnischen Staatspräsidenten unternahm, vor einem Berliner Richter offiziell die Tat eingestand und das authentische Protokoll hierüber rechtzeitig dem polnischen Schwurgericht lm Steiger-Prozeß vorlag, — war das Verdienst Waldmanns. Ebenso ist seine erfolgreiche Bemühung, Schwarzbard, der an dem Pogromisten Petljura in Paris Blutrache nahm, von dem Verdachte eines in Wien begangenen Vermögensdeliktes zu reinigen, als historische Tat zu werten. Waldmann ist ein politischer Zionist. Das Endziel der Renaissancebewegung kann seiner Ueber?eugung nach kein anderes sein, als ein sozialer, gerechter, kulturatmender Judenstaat in Palästina. Die Arbeit des Keren Kajemeth Sokolow-Aktion. Die Sektion VIII/IX hat die Aktion bereits eingeleitet. In Salzburg wird sie mit der Puriniaktion verbunden. — In Hohenau wird sie dieser Tage durchgeführt werden. In den Sektionen 1., Prater und XX sind erweiterte Ausschußsitzungen für diesen Zweck angesetzt. Jugendaktion. Der Jugendbund cGdud Zirim» hat als Resultat seiner Sammlung den Betrag von 217.40 S abgeführt. Dr. Karl- und Grete-Pollak-Garten. Die J. A. V. «Unitas» hat auf Namen Dr. Karl und Grete Pollak einen Garten im «Dir. Salo-Hauptmann-Hain» anläßlich des 60. Geburtstages des Dr. Karl Pollak gestiftet. Ein gefundener Betrag — dem Keren Kajemeth gespendet. Gesinnungsgenosse Ing. Karl Tochten hat einen von ihm gefundenen Betrag dem Fundamt der Polizeidirektion mit der Bestimmung übergeben, denselben nach Ablauf der gesetzlichen Frist dem Keren Kajemeth zu überweisen. Dieser Betrag wurde nun dem Keren Kajemeth tatsächlich ausgezahlt. Ehrung von Personen durch Stiftungen ln Erez Israel. Im Jahre 5691 wurden bisher neun neue Goldbucheintragungen und sechs neue Gärten eröffnet. wei Goldbucheintragungen und drei Gärten wurden in diesem Zeitpunkt komplettiert. Rund sind zirka 20 Prozent der Spendeneingänge diesen Stiftungen gewidmet. Versicherungen zugunsten des Keren Kajemeth. Die Versicherungsabteilung des Keren Kajemeth hat eine Aktion eingeleitet, die bezweckt, Versicherungen zugunsten des Keren Kajemeth durchzufüHren, u. zw. auf folgender Grundlage: Im Erlebensfälle fällt die versicherte Summe ganz dem Keren Kajemeth zu, im Ab¬ V eranstaltungskalender Donnerstag, 12. März: Zionistische Sektion I — Wizo I., Caf4 Silier, Goldener Saal, I., Schwedenplatz, %9 Uhr abends, Gesellschaftsabend. Freitag, 13. März: Zionistische Bezirkssektion XX., Jägerstraße 30, 8 Uhr abends, Bibelvortrag. Samstag, 14. März: Histadruth iwrlth, ’!., Kleine Mohrengasse 3, 8 Uhr abends, Sichah al scheeloth histadruthioth. Sonntag, 15. März: Zionistischer Jugendverband, II., Zirkusgasse 33, %8 Uhr abends, Vortrag Dr. Ch. Tartakower: «Das Palästinamandat». Frauengruppe der Sektion X — Jüdische Eltemvereinigung, Rosensäle, X., Favoritenstraße 89, %3 Uhr nachmittags, Klnder-Puiimfeier. Frauengruppe Vl/Vli, Cafi Mariahilf, VI., Maria-, hilferstraße 89a, 3 Uhr nachmittags, Kinder-Purim- Kostümfest. Zionistische Bezirkssektion XX, Jägerstraße 30, 8 Uhr abends, Vortrag Prof. Dr. W. Stein: «Orientpolitik und Zionismus». Montag, 16. März: Zionistische Bezirkssektion XII/XIV und XV/XVI, Herklotzgasse 21, 8 Uhr abends, Vortrag Dr. Sanel Beer: «Zur Frage der Nervosität bei den Juden». Zionistischer Jugendverband, II., Zirkusgasse 33, %9 Uhr abends, Jugendvertretersitzung. Organisation zionistischer Frauen Oesterreichs, I., Jordangasse 7, 5 Uhr nachmittags, Vortrag Dr. T. Nussenblatt: «Herzl und die Frauen». Dienstag, 17. März: Zionistische Frauengruppe X — Zionistische Bezirkssektion X, Humboldtgasse 25, 8 Uhr abends, Vortrag .Dr. Martha Hofmann: «Die jüdische Schicksalsfrage». Mittwoch, 18. März: Zionist. Bezirkssektion VI/VH, VI., Mariahilferstraße 89a, Caf4 Mariahilf, Vortrag Prof. Dr. Wilhelm Stein: «Die Juden in der deutschen Literatur». Zionistische Bezirkssektion XVII, Elterleinplatz 14, %8 Uhr abends, Vortrag Dr. Josef Löwenherz: «Die Situation im Zionismus». lebensfalle die eine Hälfte den Erben des Versicherten, die andere Hälfte dem Keren Kajemeth. Durch die Aktion sollen dem Keren Kajemeth neben den Spenden neue Mittel zum Zwecke der Ausdehnung des jüdischen Bodenbesitzes für die jüdische Kolonisation zufließen. Schon nach drei Jahren erhält der Keren Kajemeth gegen minimale Zinsen 65 Prozent der eingezahlten Prämien zu seiner freien Verfügung. Bisher haben 48 Personen Versicherungen auf insgesamt 58.000 S abgeschlossen. Rabattsektion des Keren Kajemeth. Die «Heimhilfe» der Ersten Wiener Dampfwäscherei A. Weiner leiht den Wiener Hausfrauen tadellose, blütenweiße, hygienisch einwandfreie Bett-, Tisch- und Küchenwäsche. Die Wäsche wird frei ins Haus gestellt und nach Gebrauch wieder abgeholt. Keine Leihgebühr, sondern nur der übliche Waschlohn, so daß die Wäsche tatsächlich nichts kostet. Bei Berufung auf den KerenKajemeth oder eine ande. e zionistische Gruppe wird der Keren Kajemeth bei jeder neuen Bestellung vereinbarungsgemäß beteiligt. Verlangen Sie Prospekte von der «Heimhilfe», XX., Dämmstraße 27—31, Tel. A 42-0-14. Nicht komplette Gärten und Haine. Wir setzen hiermit die Liste derjenigen Haine und Gärten fort, welche seinerzeit eingeleitet, bisher aber nicht ergänzt worden sind. Die betreffenden Verwandten respektive Gruppen und Vereine werden hierdurch ersucht, diese zu komplettieren: Fritz-Schmetterling-Garten: durch Libanonia- Emunah eingegangen 305.01 S, Baruch-Sehorr-Garten: durch Ottilie Grösl eingegangen 77.50 S, Abraham-Schwadron-Garten: durch Histradruth Gordonia eingegangen 277.38 S, Ludwig-Steiner-Garten: eingegangen 110.50 Schilling, Verein «Theodor-Herzl»-Garten: durch V. Z. Hi «Theodor Herz!» eingegangen 130.— S, Alfred-v.-Walde-Garten: durch Mischmar Owdim eingegangen 195.13 S, Leo-Weio-Hain; durch Verwandte und Freund« eingegangen 1720.50 S, . «Zirenu» eingegangen 430.04 S;

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