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Die Stimme · 1931-03-12 · Heft 167 (12.3.1931) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
4 (1931)
Issue
Heft 167 (12.3.1931)
Date
1931-03-12
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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8em? - DIE STIMME U>7 — 12. Marz l./Oi Kalten Pie sieb den II. Jtpril für «‘ine ßüdisebe Veranstalten t —iw großen Konxertbaussaale * Oie ilnfworf der palästinensischen üibeitercrpnisation an die Revisionisten Die Exekutive der Union der Zionisten-Revisionisten wendete sich seinerzeit an die Organisation der jüdischen Arbeiter in Palästina mit einem Briet. m uem die revisionistische Exekutive der Lei.ung der Histradruth den Vorschlag unterbreitete, zwecks Vermeidung weiterer Reibungen die Histadruth zu entpolitisieren und neutrale Arbeitsämter zu gründen. In dem Briefe wurde auch eine Reihe von Vorwürfen erhoben, so zum Beispiel bezüglich der Redigierung des offiziellen Organes der Histadruth. Wir bringen heute in wesentlichen Auszügen die Antwort der Histaurülii auf diesen Brief. Wir bestätigen den Erhalt Ihres Briefes und benützen gerne die Gelegenheit, einige irrige Begriffe über den Charakter und den Weg der jüdischen Arbeiterbewegung in Palästina richtigzustellen, die in weiteren Kreisen Ihrer Organisation herrschen. Insbesondere wird es uns angenehm sein, wenn unsere Erläuterungen bei Ihnen das Gefühl der Verantwortlichkeit bezüglich der Existenz einer Organisation aller jüdischen Arbeiter in Palästina stärken und dazu beitragen werden, Versuche der Abtrennung einzelner Gruppen von der Gesamtheit der organisierten Arbeiterschaft hintanzuhalten. Der Weg des jüdischen Arbeiters im Lande und seine Bemühungen, sich in der jüdischen Wirtschaft zu verwurzeln und sich — in einer Umgebung der billigen Arbeit — Lebens- und Arbeitsbedingungen zu erobern, sich ein Existenzminimum zu sichern, sind von starken Hindernissen begleitet, so daß jeder Versuch, diese Organisation zu schwächen und konkurrierende Organisationen zu errichten, nicht bloß eine Sünde an der Arbeiterschaft, sondern selbst auch dem zionistischen Ziele gegenüber sind — der Schaffung eines arbeitenden Jischuw in Palästina. Und fürwahr, alle Versuche gesonderter Organisationen, seien es solche von orientalischen Gemeinden, von religiösen Aroeitern oder von revisionistischen Gruppen, wie sie hier und da gemacht wurden, dienten, bewußt oder unbewußt, als Waffe in den Händen derjenigen, die daran interessiert sind, den Arbeitslohn des jüdischen Arbeiters zu senken oder die einzige organisierte Kraft zu brechen, die es verhindert, daß die billige arabische Arbeit sich in der jüdischen Wirtschaft ausbreite. Nicht nur aus der allgemeinen Anschauung über die Einheit der Arbeiterklasse heraus, sondern auch aus der Erfahrung unserer Arbeit und unseres Kampfes in Palästina müssen wir uns der Ansicht, die Sie in Ihrem Schreiben vertreten, entgegenstellen: «Wir bestreiten es, daß eine Mehrheit von Arbeiterorganisationen in einem Lande eine Gefahr für den Arbeiter selbst und für die nationale Wirtschaft bedeuten.» Unsere Ueberzeugung ist es, daß jede innere Konkurrenz, selbst von einer kleineren Gruppe von Arbeitern, die Arbeiterschaft zu inneren Kämpfen bringt, den äußeren Kampf kompliziert und die Kräfte raubt, die für die Eroberungsarbeit, für den schöpferischen Aufbau nötig wären. Aus dieser Erkenntnis entnehmen wir mit Genugtuung den Ausdruck Ihrer Bereitwilligkeit und Hoffnung «unerwünschte Streitigkeiten zu beendigen und zur Errichtung einer gesellschaftlichen Einheit im Lande zu kommen». Was also sind die Faktoren, die nach Ihrer Meinung die Einheit der Organisation der Arbeiterschaft hindern und die revisionistischen Arbeitergruppen zu einer gesonderten Organisation drängen? Nach Ihrem Briefe und auf Grund des Beschlusses der vierten Konferenz der Union der Zion/isten- Revisionisten gibt es zwei Faktoren: erstens der parteimäßige und nicht gewerkschaftliche Charakter der Histadruth, zweitens der Standpunkt der Histadruth in der Frage der Arbeitsbureaus. Und in diesen .erwähnten Fragen sind absolut unrichtige Vorstellungen über die Histadruth enthalten. Die Histadruth ist frei von jeder parteimäßigen Sonderung in bezug auf den Schutz der Interessen und der Rechte ihrer Mitglieder, die verschiedenen Parteigruppierungen angehören. Die Histadruth hat in jeder Ortsgruppe Aufsichtsorgane, die nicht wie Exekutivorgane in allgemeinen Wahlen nach dem Mehrheitsprinzip gewählt werden, sondern in Verhältniswahlen, die jeder Strömung, die in der Histadruth eine gewisse Gruppe bildet, eine Vertretung ermöglicht. Die in Ihrem Briefe erwähnten Beschuldigungen wegen «eines Verhältnisses aktiven Hasses gegenüber dem revisiomsnscnen Arbeiter oder einem Mitglied vom Brith Trumpeidor» sind unbegründet. Revisionistische Chawerim von der Gruppe «Menorah», die Mitglieder der Histadruth waren, wurden nicht schlechter behandelt als andere Chawerim, und auch Jtiga für das arbeitende Palästina WIEN, IU CZERN1NGASSE 4/lV. 50 TELEPHON R«4i«9«5* Juden, Deckt Euren Bedarf an Palästinaprodukten £Wein, Orangen, Oel, Seife) bei der Vertriebastelle der „Liga für das arbeitende Palästina* / Das Reinerträgnis fließt der jüd. Arbeiterschaft in Palästina (PAF) zu / Geführt werden nur streng koschere Waren. Die Waren werden gratis ins Haus zugestellt. die revisionistische Gruppe in Jawneel, die nicht der Histadruth beigetreten war, fand einen Weg der gütlichen Vereinbarungen Arbeitsfragen. Schwerere Zusammenstöße ergaben sich bloß in Ortschaften, in denen die revisionistischen Gruppen die bestehenden Arbeitsordnungen störten, die mit vieler Mühe durch die Histadruth erobert worden waren unu eine Waffe in den Händen derjenigen bildeten, die sich das Ziel gesetzt hatten, diie organisierte Kraft des jüdischen Arbeiters zu brechen. Allenfalls ist Ihre Meinung, daß die Histadruth «frei sein müsse von jeder parteimäßigen Tendenz und in gleicher Weise sich allen Chawerim gegenüber zu verhalten habe, ohne Unterschied der Partei und der Anschauung», die in Theorie und Praxis herrschende Meinung der Histadruth. Eine zweite Frage ist die «über den rein gewerkschaftlichen Charakter der Histadruth». Nach Natur, Aurgaoe unu Zielen des jüdischen Arbeiters in Palästina kann seine Organisation keine rein professionelle sein. Die Zukunft des jüdischen Arbeiters und das Schicksal des jüdischen Jischuw, den der jüdische Arbeiter aufbauen soll, sind so verbunden mit der wirtschaftlichen und kulturellen zionistischen Tätigkeit, daß die Organisation der jüdischen Arbeiter sich nicht von ihr lossagen und sich nicht bloß auf den Kampf um Lohn und Arbeitsstunden beschränken kann. Die Schöpferkraft und der Kampf des jüdischen Arbeiters auf dem Gebiete der Organisation und der Verbreitung der hebräischen Sprache und Kultur sind für ihn nicht weniger lebenswichtige Interessen als seine organisatorische und professionelle Tätigkeit. Diese Einengung der Histadruth und ihre Beschränkung auf die professionellen Aufgaben und ihr Sich-los-sagen von den zionistischen Zielen würden unserer Meinung nach ein Unglück sowohl für die Zukunft des jüdischen Arbeiters ais auch für die zionistische Tätigkeit bedeuten. Nicht weniger irrig als diese Auffassung betreffs des rein professionellen Charakters der Histadruth sind auch die Anschauungen, die Sie in der Frage der Stellung der Histadruth zu den Arbeitsämtern einnehmen. Bevor diie Arbeiterschaft eigene Arbeitsämter errichtet hatte, hat sie an verschiedenen Orten große Anstrengungen gemacht, um gemeinschaftliche Institutionen zur Regulierung der Arbeitsfragen zu errichten. Abgesehen vW verschiedenen lokalen Versuchen wurde namens der landwirtschaftlichen Histadruth in Judaea noch vor dem Kriege einer zionistischen Delegation unter Beteiligung von Sokolow. Motzkin und dem seligen Boris Goldberg ein Vorschlag betreffs eines gemeinschaftlichen Institutes für die Arbeiter und Bauern für alle Arbetsangelegenheiten unterbreitet. Nachdem all diese Versuche und Vorschläge gescheitert waren, hat die jüdische Arbeiterschaft die arbeitsregulierenden Institutionen aus eigenen Kräften errichtet. Die allgemeine Histadruth kam in der Frage eines gemeinschaftlichen Arbeitsbüros mit der Vereinigung der Industriellen zu einem Uebereinkommen, das jedoch wegen Verzögerungen in der Lösung anderer Fragen der Arbeitsbedingungen nicht unterschrieben wurde. Die landwirtschaftliche Histadruth hat mit Zustimmung des Aktionskomitees der allgemeinen Histadruth einen Vertrag mit den Siedlungen Magdiel und Raananah unterschrieben, auf Grund dessen gemeinschaftliche Arbeitsämter errichtet wurden, die paritätisch von Arbeitgebern und Arbeitern zusammengesetzt sind. Auch während des Konfliktes in Kefar- Saba hat die Histadruth die Errichtung eines Arbeitsbüros vorgeschlagen, welches dem Willen der Arbeiter und der Arbeitgeber entspricht, unter Beteiligung beider. Aus all dem folgt also, daß die Histadruth immer «ein neutrales Arbeitsbüro, das ist ein Büro, das für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinschaftlich wäre, gewünscht hat». Schließlich noch eine Bemerkung Uber den parteilosen Charakter des Organes der Histadruth, den Sie nebenbei erwähnen. Das Zeitungsorgan der Arbeiterschaft ist eine freie Tribüne, offen für jeden Gedanken und jede Anschauung, die in der Arbeiterschaft Vertreter besitzt. Jede Strömung in der Histadruth kann in diesem Organ ihre Ansichten und Ziele veröffentlichen. Das soll natürlich nicht heißen, daß die Zeitung kein bestimmtes soziales und erzieherisches Ziel besitzt, das dem Wege und den Anschauungen der Mehrheit der Arbeiter entspricht. Und darauf kann natürlich die Arbeiterschaft ebensowenig verzichten wie auf ihre übrigen nationalen, klassenmäßigen, sozialen und kolonisatorischen Ziele. Wir hoffen, daß unsere Erläuterungen die Haltung der Histadruth in den Fragen, die Sie gestellt haben, genügend zum Ausdruck bringen, und wir sind unsererseits jederzeit zu weiteren Erklärungen an Ihre Vertreter mündlich und schriftlich bereit; zu einer Auseinandersetzung Uber den Weg der Histadruth ist jedoch das Aktionskomitee der Histadruth nicht kompetent. Die Richtlinien der Histadruth werden nur auf den allgemeinen Konferenzen der Arbeiter, auf denen einer jeden Arbeitergruppe innerhalb der Histadruth die Möglichkeit gegeben wird, durch ihre erwählten Vertreter ihre Vorschläge zu unterbreiten, bestimmt. Hochachtungsvoll A. Golomb. Professor Weizmann iti Alexandrien Alexandrien. 3. arz. (J. T. a.j Der Präsident der Jewish Agency, .of. Dr. Weizmann, ist in Begleitung der Tochter des verstorbenen Lord Melchett, Lady Erleigh, auf der Reise nach Palästina in Alexandrien angekonimen. Lady Erieigh und Prof Weizmann beabsichtigen, sich vor ihrer Weiterreise einige Zeit in Aegypten aufzuhalten. Rücktritt der misraclnstischen Mitglieder definitiv Die Exekutive der Zionistischen Organisation teil» in einem Kommunique mit, daß die Leitung des Weitmisrachi an ihrem Beschluß, ihre Vertreter aus der Zionistischen Exekutive abzuberufen, endgültig festhält. Nach der Demission der misrachistischen Mitglieder der Exekutive, Rabbi Meir, Berlin, und Lazarus Barth, hat sich die Zionistische Exekutive an den Misrachi-Führcr, H. Farbstein, mit der Frage gewendet, ob der Misrachi im Hinblick auf den vom Aktionskomitee geäußerten Wunsch nach Verbleiben der beiden misrachistischen Mitglieder der Zionistischen Exekutive im Amte seinen Beschluß einer Revision unterziehen wolle. Die Leitung des Misrachi hat eine Beratung über diese Frage abgehalten und nach lebhaftem Meinungsaustausch von einer Revision des ursprünglichen Beschlusses Abstand genommen. Zur Frage des Legislative Council J e r u s a 1 e m, 4. März. (J. T. A.) Der Parteirat der Jüdischen Arbeiterpartei Palästinas hat sich in seiner letzten Sitzung mit der Frage der Errichtung einer gesetzgebenden Körperschaft für Palästina befaßt. Es wurde ein Beschluß gefaßt, wonach sich die Arbeiterpartei mit den übrigen jüdischen Gruppen des Landes in der Bekämpfung eines Legislative Council in der Form, wie er im Weißbuch vorgeschlagen wird, vereinigen, dagegen für eine parlamentarische -Körperschaft, die zu einem Drittel aus Juden, zu einem Drittel aus Arabern und zu einem Drittel aus Regierungsbeamten zu bestehen hätte, einsetzen soll. Ein heftiger Angriff auf Passfield . .. Die englische Regierung lehnte bekanntlich eine Unterhaus-Debatte über den Mac Donald-Brief ab und die große englische Presse enthielt sich jeder Diskussion. Nur die «Fortnightly Review» bricht das allgemeine Schweigen durch einen von Major Polson Newman gezeichneten Artikel, der einen heftigen Angriff auf Passfield enthält. Der Autor meint, England sei nicht durch Statistiker aufgebaut worden, die, wie Sidney Webb, jetzt Lord Passfield, plötzlich Politiker wurden. Seine Schriften seien wertlos, wenn auch das Ergebnis fleißiger ArbeitI Im Kolonialamt brauche man menschliches Mitgefühl, um mit Angehörigen eines anderen Glaubensbekenntnisses den Kontakt herzustellen und zu erhalten. Charles Trevelyan hatte den Mut zur Demission, als seine Ministertätigkeit mit seinen Aspirationen nicht harmonierte. Könnte nicht Lord Passfield auch einsehen, daß seine Regierungskunst nicht der englischen Tradition entspricht? Ein diplomatisches Dokument Unter diesem Titel schreibt «The Jewish Guardian» über den Brief Mac Donalds: «Man muß der schwierigen Situation Mac Donalds viel zugute halten. Er mußte gründlich nachgeben und sich dabei den Anschein geben, als ob er nichts dergleichen täte. Er mußte die Ansichten seines Kollegen vom Kolonialamt desavouieren, ohne sie zurückzuweisen. Er mußte den Juden gefallen, ohne den Mohammedanern zu mißfallen und mußte neue Grundsätze: für die Verwaltung festlegen, ohne alte zu verletzen. Einen derartigen Brief zu schreiben, erfordert ungeheure Geschicklichkeit, und die Ruhe, mit der dieser Brief von der Laienpresse aufgenommen wurde, ist ein Beweis von Mac Donalds Erfolg. Es muß als sicher angenommen werden, daß der Mac Donald-Brief gleichen Rang mit dem Churchill-Weißbuch von 1922 haben wird und die Verfassung Palästinas darstellt. Das endgültige Urteil Uber diesen Brief wird von den Erfahrungen der Praxis abhängen.» £röffnun$sanxei£ef W 5 Selchwaren Restaurant I WM MM eig. Erzeugung, beste Qualitäten Wien, 2. Bezirk, Glockengas8e Nr. lt H. BrOhner & (0. Unsere Fabrik steht unter ritueller Auleicht den •aron dm omnn non na «6snt> nana *101’ t

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