Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 166 (5.3.1931)
- Date
- 1931-03-05
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 DIB STIMME Nr. löö L^. l\l .. r.;.. die Qual — Original! kann, doch gewisse Abschnitte enthielt, die durch ihre vage Formulierung falsch aufgefaßt werden konnten. So z. B, war es nicht klar, unter welchen Kategorien landloser Araber die * palästinensische Regierung die Krondomänen aufteilen, oder ob die neue Siedlungspolitik die Zionistische Organisation vom weiteren Bodenerwerb ausschließen sollte. Aus dem Briefe, den der Ministerpräsident als «autoritative Interpretation» des Weißbuches bezeichnet hat, geht hervor, daß .unter den landlosen Arabern, denen Pachtland versprochen wurde, diejenigen, und zwar nur diejenigen, ZU" verstehen sind, die in letzter Zeit ihrer Pachtungen dadurch verloren gingen, daß der den Verpächtern gehörende Boden von zionistischer Seite erworben wurde. In dem Briefe wird weiters in Abrede gestellt, daß in dem Statement über die Palästina-Politik eine umfassendere Kontrolle der Bodentransaktionen vorgesehen sei als jene zeitweilige, die Im Interesse der Verhinderung von Störungen des allgemeinen Landsiedlungsplanes erforderlich erscheint. Gleichzeitig hält Ministerpräsident MacDonald — und zwar mit Recht — an der Notwendigkeit einer Kontrolle der Einwanderung im Hinblick auf Erwägungen wirtschaftlicher Natur fest. Darüber hinaus weist er, wiewohl er das Rech( der Jewish Agency, bei den von ihr ausgeführten Arbeiten fausschließlich Juden zu verwenden, anerkennt, darauf hin, daß die Mandatarmacht auf jede durch diese exklusive Politik etwa verursachte Vermehrung der Arbeitslosigkeit unter den Arabern «Ihr Augenmerk richten muß.» Wir haben, wird in dem Artikel weiter ausgeführt, unglücklicherweise noch immer an den Folgen der schlechten Konzipierung des ursprünglichen Staatsdokuments zu tragen. Die Juden haben an diesem zweideutigen Dokument keine Freude gehabt: die arabischen Politiker Palästinas haben es in ihrem Optimismus fälschlich als einen Angriff auf den Zionismus aufgefaßt, und sind jetzt in einer ebenso schweren pessimistischen Verstimmung wie ihre jüdischen Rivalen im Oktober. Auch jene, die der Meinung waren, daß die jüdischen Interpretationen des Weißbuches zum größten Teil unbegründet pessimistisch waren, werden Doktor Weizmanns Erklärung, daß durch die Erläuterung des Ministerpräsidenten die Basis einer Kooperation zwischen Mandatarmacht und Zionistischer Organisation wiederhergestellt wurde, mit Befriedigung zur Kenntnis nehmen. 1 j,Morning Post“ Über die arabische Protestbewegung «Morning Post» schreibt, die arabische Protestbewegung gegen den Regierungsbrief sei durchaus nicht unerwartet gekommen. Die Araber hätten das Weißbuch als eine Anklage gegen die Judfcn aufgefaßt, die Weizmann zur Demission veranlaßt und dadurch die Situation in die Hände der Araber gespielt habe. Nunmehr seien die Zionisten beruhigt, aber die Araber erklären, daß Hendersons Anwesenheit bei den Verhandlungen darauf hindeute, daß auf bestimmte Kreise der Arbeiterpartei von den Juden in Genf und London «in starker Druck ausgeübt wurde. Keine neue Palästina-Debatte im Unterhaus L o n d o n, 23. Februar (J. T. A.). Namens der Regierung gab Schatzkanzler Philip Snowden im Unterhause auf eine Anfrage des bekannten Antizionisten Colonel Howard Bury, ob im Hinblick auf die durch den Brief des Ministerpräsidenten an Dr. Weizmann bewirkte Aenderung der Situation in Palästina ein Tag zur Diskussion des Palästina-Problems im Unterhaus bestimmt werden würde, folgende Erklärung ab: Der fragliche Brief bezieht sich bloß auf Gegenstände, die bereits in der Debatte vom 17. November 1930 behandelt wurden. Der Ministerpräsident schlägt daher nicht vor, abermals einen Tag der Diskussion dieser Fragen zu widmen. Trifft es nicht zu, entgegnete Colonel Howard Bury, daß dieser Brief tatsächlich eine völlige Abkehr von der Politik des Weißbuches bedeutet und die Lage, Wiesie im Jahre 1929 vor Ausbruch der Unruhen bestand, wiederherstellt? Will der Ministerpräsident nicht im Hinblick auf den Ernst der Situation eine Debatte anberaumen? Schatzkanzler Snowden: Durchaus nicht. Der Ministerpräsident hat bereits in seiner letzten Antwort diesbezüglich eine kategorische Absage erteilt. Jabotinsky über die Palästina- Erklärung Der Präsident der Weltunion der Zionisten- Revisionisten Wladimir Jabotinsky hat dem Vertreter der Jüdischen Telegraphen-Agentur gegenüber erklärt, die wenigen in dem Briefe MacDonalds enthaltenen Vergesset die Sorge.vergesset Trinket nur Karmel Zionisten Oesterreichs! Vom IS. HS» bis iS. April wird eine plänmißige Propaganda* und Werbeaktion Ztir Stärkung der Landesorgaoisation und der Fonde durchgeführt. Es ist Pflicht aller Zionisten, diese Aktion tatkräftig zu unterstützen. — Anmeldungen?ur Mitarbeit sind sind zu richten an das Ofganisatlonsreferat des Landeskomftees. L. Kärntnerstraße 28, Telephon R-27-4-86. Konzessionen seien im Vergleich zu der Tatsache, daß dieser Brief die schlimmsten Seiten des Passfieldschen Weißbuches ausdrücklich in Kraft beläßt, von geringem Wert. Der Brief mache eine Lösung des Palästina- Problems von der Zustimmung der Araber abhängig; er bekräftige das Recht des High Commissloners, gegen Bodenerwerb durch Juden Steilung zu nehmen und die Einwanderung zu kontrollieren; er halte sogar den Einwand gegen das Prinzip der Verwendung jüdischer Arbeiter in jüdischenUnternehmungen aufrecht. Undwas das Schlimmste von allem sei, er bekräftige die Rechtsgültigkeit der Weißbücher vom Jahre 1922 und 1930. Durch Ihre Zustimmung zu diesem Brief habe die Exekutive die zionistische Sache in unverzeihlicher Weise geschädigt. Die Aufnahme in Polen Warschau. (J. T. A.) Nach der Rückkehr des Abg. J. Grünbaum, Vorsitzenden der Zionistischen Organisation Kongreßpolens, aus London hielt das Zionistische Zentralkomitee eine Sitzung ab, in der, nach dem Referat Grünbaum, eine Reihe Beschlüsse gefaßt wurde. Das Komitee, heißt es in den Beschlüssen, nimmt mit Befriedigung Kenntnis davon, daß der Brief Mac- Donalds an Dr. Weizmann, der dem High Commissioner in Palästina als verpflichtende Instruktion übersandt, dem Völkerbund notifiziert und dem englischen Parlament als authentische Interpretation des Weißbuches von 1930 unterbreitet wurde, zu einem großen Teil das Unrecht des Passfield-Weißbuches aus der Welt geschafft hat. Es werden in einer Resolution die Zugeständnisse des MacDonald-Briefes im einzelnen Umrissen und die zionistische Exekutive sowie die Politische Kommission aufgefordert, bei den weiteren Verhandlungen betreffend den Entwicklungsplan die gerechten zionistischen Forderungen mit Hartnäckigkeit und Ausdauer zu vertreten; es dürfe keinem; Plane zugestimmt werden, der das R^cht d^r, Juden auf Palästina f und die. Entwicklung des Nationalhelms Irgendwie ein- - schränkt. Insbesondere darf die Zionistische Organisation nicht ihre negative Stellung gegen den Plan eines Legislative Council ln Palästina aufgeben, da die Araber, die das Mandat und das Nationalhelm nicht anerkennen, ln dem Legislative Council ein Werkzeug zur Verhinderung der Verwirklichung der Mandatsvorschriften sehen werden. Wichtige Mitteilungen Grßnbaums Warschau. (J. T. A.). Der Präsident der Zionistischen Organisation Polens, Abg. J. Grünbaum, machte in einer Pressekonferenz u. a. folgende Mitteilungen: Premier MacDonald wollte seinen bekannten Brief an Prof. Weizmann privat adressieren. Dies hätte die Bedeutung des Dokuments verkleinert. Man setzte es schließlich durch, daß der Brief an Weizmann als den Präsidenten der Jewish Agency adressiert werde. Die politische Kommission forderte, daß die Erklärung MacDonalds in der Form eines neuen White Paper herausgegeben werde, aber hervorragende Londoner Juristen erklärten, daß ln England wie überall die Interpretation des Gesetzes wichtiger Ist als das Gesetz selbst, und daß in jedem Falle einer Meinungsverschiedenheit das Weißbuch erst Im Zusammenhang mit dem Kommentar als autoritativ herangezogen werden kann. Die englische Regierung hat die Versicherung abgegeben, daß sie nicht mehr nur Beobachterin bleiben, sondern sich positiv an dem Aufbau Palästinas beteiligen will. Sie nennt sich die erste englische Regierung, die so etwas tut. Wahrscheinlich wird die Regierung dem Parlament eine Vorlage betreffend eine Anleihe von 2YZ Millionen Pfund für den Palästina- Aufbau vorlegen. Wir unsererseits werden uns bemühen, den staatlichen Entwicklungsplan in Palästina zu verbreitern. Die Unterhandlungen über die weiteren Punkte des Weißbuches wie Legislative Council usw. werden nach Weizmanns Rückkehr aus Palästina seitens der Regierung durch eine aus verschiedenen Departements zusammengesetzte Kommission fortgeführt werden, an deren Spitze der oberste Juris Counsel von Schottland und der Sohn MacDonalds, die beide Freunde des jüdischen Aufbauwerkes sind, stehen werden. Diese Unterhandlungen werden wahrscheinlich mit Anteilnahme der Araber stattfinden. In Palästina entstand die Idee einer Round-Table-Konferenz, Erst nach erfolgreicher Beendigung einer solchen Konferenz würde die Frage eines Legislative Council spruchreif werden* OeftetretdHfcfre Sabahregie $cnt Sßuttfdjc ttadj (EinfiiljUuug einer 2*©rofiI)cr 8i#irctte enfi'pcedjenb, Bringt bie SoBafrcg^c ab 2. SJtöra I. & «ine neu« gigarette „gunf" in btefee ^äreir-Iagc, berpodft $u 100 uitb 10 <3tüd (Karton) in ben Söcrft^eif}. SDic neue gigarettc Bat ein tsrüfecrc* tformai al3 btt „tjfilm" ttnb ift locnigcr fräftig als Mcfd ((SntgeCIid}.) Die arabische Protestbewegung Aufruf zum antytidisctien Boykott Jerusalem, 22. Februar (J. T. A.). Die arabische Exekutive veröffentlicht einen Aufruf an die arabische und mohammedanische Welt, ln dem die Moiiammedaner aufgefordert werden, sich zu vereinigen und sich einzig und allein aul die eigene Kraft zu verlassen. ln dem Aufruf wird gegen MacDonald der Vorwurf erhoben, daß er die Rechte der Juden erweitert und aufs neue die dem arabischen Volk gegebenen feierlichem' Versprechungen gebrochen habe. Der Regierungsbrief habe endgültig gezeigt, daß nicht länger Gerechtigkeit von seiten der britischen Regierung erwartet werden könne. MacDonald habe den letzten Rest des Vertrauens der Araber zerstört. Schließlich werden in dem Aufruf die Araber Syriens und des Irak äufgefordert, sich dem Boykott gegen die Juden, anzuschließen und ihn durchzuführeta, bis die große jüdische Gefahr endgültig beseitigt sei. Schaukat Ali betreibt antizionistische Propaganda Jerusalem. (J. T. A.) In Jerusalem eingetroffenen Meldungen zufolge, soll sich der indische Mohammedanerführer Schaukat Ali, dcar vor kurzem zum Begräbnis seines Bruders Mohammed Ali in Jerusalem geweilt hat, in Beirut dahin geäußert haben, daß 4er .Zionismus sich, nicht mit Palästina allein begnüge,. sondern auch Syrien und den Irak in sein Bereich einzubeziehen beabsichtige. Schaukast Ali soll behauptet haben, Professor Weizmann habt ihm gegenüber erklärt, die Juden würden alle arabischen Länder mit Zustimmung der Einwohner in Besitz nehmen und bloß den Hedschas den Mohammedanern überlassen.“ Auf diese Bemerkung hätte Schaukart Ali erwidert: «Sie würden wohl nicht zögern, auch Akaba und Mekka zu besetzen, wenn sie könnten!» Oer Passus betreffend, landlose Araber14 Der zweite Satz in § 9 im Briefe MacDonalds an Dr. Weizmann vom 13. Februatr muß richtig folgendermaßen lauten: «Es ist wünschenswert, klarzumachen, daß die landlosen Araber, auf die sich dieser Passus beziehen sollte, solche Araber sind, bei denen gezeigt werden kann, daß sje von den von Ihne« okkupierten Ländereien infolge des Uebergangs der Böden in jüdischen Besitz verdrängt wurden und die weder anderen Beiden, auf dem sie seßhaft werden konnten, noch eine andere,gleichermaßen befriedigendcBeschfiftigung finden konnten (nicht: noch eine andere gleiche Beschäftigung finden konnten.) < | Palästina-Weine 11 Palästina-Orangen 11 Palästina-Olivenöl (Schemen) | Palästina-Krachmandeln i! (andere Palästinawaren folgen) j | sowie sämtliche Spezereiwaren!! nes bef “ip-r < i zu den billigsten Preisen liefert franko Haus, auch J | Provinzversand Samuel Holpern j | Wien, II., Förstergasse 6 / Telephon A-46-4-12 ] j Oiangen-Prels« t Pakete zu 16, 18, 23 und 6 stück .... •$ 9.80 i Originalkisten zu 60, 66, 75 und 90 Stück. . 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