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Die Stimme · 1931-02-26 · Heft 165 (26.2.1931) · page 10

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Journal
Die Stimme
Volume
4 (1931)
Issue
Heft 165 (26.2.1931)
Date
1931-02-26
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
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Seite lü DIE STIMM*: Jugendbünde beweist. Nkiiis Hegt dem Keren Kajemeth ferner, als in irgendeiner — sei es politischen, sozialen oder religiösen — Richtung in der zionistischen Bewegung Partei zu ergreifen. Der Umstand, daß gewisse religiöse Kreise sich in ihren Gefühlen verletzt fühlten, ist für den Keren Kajemeth Grund genug, in Hinkunft bei solchen Veranstaltungen darüber 2u wachen, daß sich solche Vorfälle nicht mehr ereignen. Der Keren Kajemeth ist und bleibt eine neutrale zionistische Institution, die auch in Hinkunft redlich bemüht sein wird, die Gefühle keiner zionistischen Gruppe zu verletzen. Ankündigungen und Mitteilungen Begrüßungsabend zu Linen Dr. Desider Friedmanns. Die Zionistische Bezirkssektion XX. lädt auf diesem Wege alle Freunde für Sonntag, den 1. März, 7 Uhr abends, in ihr Heim, XX., Jägerstraße 30, zu einem Empfangs- und Begrüßungsabend zu Ehren Dr. Desider Fr edmanns anläßlich seines Geturtstagsjubiläums. Es wirken mit die Herren Oberkantor Länderer und Dirigent Reisemann mit Chor. Zionistist e Bezirkssektion XX. Samstag, den**28. d. M., 8 Uhr abends, findet ein Vortrag von Frau Cyla Waldmann im Heim, XX., Jägerstraße 30, über «Anstands- und Umgangsformen in der jüdischen Antike» statt. — Freitag, den 27. d. M., 8 Uhr abends, Bibelvortrag Löw-Vogel. Histadruth iwrith, II., Kleine Mohrengasse 3. Samstag, den 28. d. M., 8 Uhr abends, Vortrag des Herrn Lehrer J, Herzberg: «Miflagoth Hansar». — Sonntag, den 1. März, 6 Uhr abends, große Purimfeier mit reichhaltigem Programm. Regiebeitrag 50 Groschen. Iwrim bou behamon! Zionistische Bezirkssektion Favoriten. Dienstag, den 3. März, 8 Uhr abends, im Heim, X., Humboidtgasse 20, Vortrag Frau Dr. Martha Hofmann über «Die jüdische Schicksalsfrage». Gäste willkommen. Die Kinder-Purimfeier, des jüdischen Eiternvereines für den 20. Bezirk findet Sonntag, den 1. März, 3 Uhr nachmittags, im Saale des Kaffeehauses «Reklame», II., Praterstraße 34, statt. Hebräisches Programm. Eintrittspreis S 1.—, 1.50 und 2.—. Organisation Zionistischer Frauen Oesterreichs, IX., Nußdorferstraße 42/8. Montag, den 2. März, findet im Heim, I., [ordangasse 7, um 5 Uhr nachmittags ein Vortrag der Frau Helene K 1 e p e t a r über das Thema «Jude und Europäer» (Buch von Henri Natansen) statt. Misrachi-Zen.vale, II., Praterstraße 11. Lesehalle. Die Misrachi-Zentrale eröffnet am 15. April 1. J. eine Lesehalle. Es werden sämtliche in- und ausländische Zeitungen in hebräischer und jiddischer Sprache aufliegen. Misra:h:-Zentra!e, II., Praterstraße 11. Mazzes- Aktion. Wie im Vorjahr veranstaltet die Misrachi-Zentrale auch in diesem Jahre eine Mazzes-Aktion. Alle Interessenten wollen sich bis zum 1. März 1. J. mit ihren Gesuchen an die Misrachi-Zentrale, II., Praterstraße 11, wenden. Zionistische Bezirkssektion Innere Stadt Donnerstag, den 26. Februar 1931, 8 Uhr abends, Cafe Silier (Souterrain), , Vortrag Dr. J. H. Körner über «Wir und die Kultusgemeindes. , Gäste wällkommen. Zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt gratuliert ihrem •* Vorstandsmitglied Herrn Sigmund Haber anläßlich seine» 25jährigen Journalistenjubiläums und dem Vorstandsmitglied Herrn Dr. Alfred Körner anläßlich der Promotion zum Doktor jur. Gesclligkeitsabend der Zionistischen Sektion Zwischen* brücken. Am 21. Februar veranstaltete die Zionistische Sektion Zv/ischenbrücken einen Geselligkeitsabend, der als sehr gelungen bezeichnet werden kann. Als Vertreter des Zionistischen Landesverbandes erschien Präsident Dr. Oskar Grünbaun!. Nach dem Eröffnungskonzert der Original-Titzy-Band hielt Herr Dr. Griinbaunr eine glänzende Rede über die gegenwärtige Lage im Zionismus und forderte al’e zur Mitarbeit auf. Dann spielte das Orchester die «Hatikwah» und beschloß damit den ernsten Teil des Programmes. Nach kurzer Pause folgten dann abwechselnd Jazz- und Gesangsvorträge. Fräulein Mija Händel, ein vielversprechendes Talent, sang drei Lieder. Am Klavier begleitete sie Frau Prof. Funk. Herr Heller brachte jüdische Lieder, wobei ihn Herr Titz am Klavier begleitete. Herr Samue! Weintraub erzählte einige gelungene jüdische Anekdoten. Besondere Anerkennung gebührt der Jazzkapelle Original-Titzy-Band. Sämtliche Künstler ernteten reichen Beifal1. Es war ein überaus gelungener Abend. Eine große Bücherspende für die Volksbibliothek Zicn. Die «Soziale Hilfsgemeinschaft Anitta Müller» überließ ihre ganze Bibliothek, bestehend aus einigen hundert Bänden, der Volksbibliothek Zion. Die Leitung der Bibliothek dankt auf diesen? Wege der hochherzigen Spenderin Frau Anitta MüTer- Cohen sowie deren Sekretärin Frau Schräge, die sich hier besonderes Lob verdient hat. Brith Trumpeldor. Am 1. März 1. J. um 6 Uhr abends, findet im Merzl-Saai, II., Untere Augartenstraße 38, eine Trumpeldor Gedächtnisfeier statt. Gesinnungsgenossen lind Freunde des Betar sind herzlich willkommen. Am 7. März 1. J. um >/28 Uhr abends, findet im Herzl- Saal unsere diesjährige Purimfeier unter der Devise «Schuschan in Wien» statt. Reächhaltiges Programm, eigene Kapelle, eigenes Büffet, Masken. Geringer Regiebeitrag. Der Brith Trumpeldor hat nach längerem Suchen ein allen Anforderungen Rechnung tragendes Heim im 4. Bezirk, Seisgasse 18, gefunden. Da noch einige Tage in crei Woche frei sind, wenden wer uns hiemit an alle jüdischen Vereinigungen, die gegen kleinen Betrag das vor allem überaus hygienische Heim mitbenützen wollen. Zuschriften sind zu richten an Erich Weiß, IV., Karolinengasse 10, Telephon U 47-4-83. Im Rahmen des Jüdischen Kulturbundes spricht am Samstag, den 28. d. M., pünktlich pm 8 Uhr abends im Vortragssaal der Z. M. V. «Mirjam», Wien, I., Jordangasse 7, I. Stock (erste Seitengasse der Wipplingerstraße), Professor Richard Specht Über «Juden in der modernen Musik» (mit musikalischen Beispielen). Misrachl-Jugendpuriinfeler. Mittwoch, den 4. März 1931, pm V28 Uhr abends, findet im Festsaale des Misrachiheimes, II. , Praterstraße 11, eine große Purimfeier statt. Die Jüdisch-sozialistische Arbeiterorganisation «Poate Zton» ersucht uns um folgende Veröffentlichung: Oeffentliche Anklage gegen die Z10nlsten-Revisionisten. Donnerstag, den 5. März, findet im Festsaal des Alten Rathauses, I., Wipplingerstraße, iim V28 Uhr abends eine von der jüdisch-sozialdemokratischen Arbeiterorganisation «Poale Zion» veranstaltete Versammlung Statt, in welcher gegen die Revisionisten die Anklage wegen ihrer Haltung zur zionistischen Idee und Bewegung erhoben werden wird. Den Vorsitz wird Dr. Adolf Bernay führen, die Anklage wird Mendel Singer vertreten; alle zionistischen Gruppierungen sind «ingeladen worden, als Sachverständige Ion — at>. EeDruar xt/i/a. auszusagen. Die Zionisten-Revislonisten sind aufgefordert worden, eänen Verteidiger zu bestimmen. Das Thema der Veranstaltung wie auch die Form *— die im zionistischen Wien neu ist — ruft in weiten Kreisen reges Interesse nervw. Hebräisches Pädagogium, Wien, L, Drahtgasse 4. Die Aufnahme von Hörern für das Sommersemester 1931 erfolgt bis zum 20. April 1. J. Schriftliche Voranmeldungen sind an das Sekretariat zu richten. Auskünfte werden auch schriftlich erteilt. Jüdischer Angestelltenverband «Emunah». Samstag, den 28. Februar, findet im «Mirjam»-Heim, Wien, I., Jordangasse 7, ein Vortrag des Herrn Lehrers Aron Schwertfinger über «Die Ethik des Judentums» statt. Beginn 8 Uhr abends. Eintritt frei. Gäste willkommen. Jüdischer Lesezirkel. Es wird beabsichtigt, einen jüdischen Lesezirkel in Wien zu gründen, der zunächst zirka 30 der besten in- und ausländischen Zeitschriften umfassen soll. Von den Interessenten sollen keinerlei wie immer geartete Beiträge eingehoben werden. Diese sollen sich nur bereit erklären, wöchentlich zumindest einmal das betreffende Lokal, in dem die Zeitschriften aufiiegen, zu besuchen. Eines der größten Stadt-Cafes hat sich erbötig gemacht, bei genügender Beteiligung die gewünsenten Zeitungen und Zeitschriften zu abonnieren. Zuschriften von Teilnehmern, bezw. Interessenten erbeten an Bernard Urflnhut, Wien, 36, Postfach 72. Bitte um Beschäftigung für einen zurückgekehrten Chaluz. Ein Wiener Chatuz, der in Palästina fünf Jahre gearbeitet hatte, kam hierher zurück, um seinen alten Eltern als einziger Sohn auf ihre alten Tage behilflich zu sein. Er traf einen fast völlig erblindeten Vater und eine schwerkranke Mutter an und kann seine seelische Ruhe nicht wieder erlangen, bis es ihm nicht gelingt, durch Arbeit das Los seiner Familie teilweise zu erleichtern. Er besitzt glänzende Kenntnis der hebräischen Sprache und Literatur und 4M außerdem zu jeder Arbeit bereit. Nähere Auskünfte find Hi Palästinaamt, Wien, 1., Kärntnerstraße 28 (Tel. R 27-4-85) erhältlich. «Hakoah»*MaskenbaH Die Hakoah veranstaltet am 28. Februar 1931, um 9 Uhr abends in sämtlichen Säten den Palais Ratibor einen großen Maskenball. Zwei erstklassig« Jazzkapellen besorgen die Tanzmusik. Der Eintrittspreis beträgt S 3.—. Karten sind im Vorverkauf im Sekretariat der Hakoah, I., Wiesingerstraße 11, erhältlich. Kleidung: Damen Abendkleid oder Kostüm (Maske erwünscht), Helfen Smoking oder dunkle Kleidung. «Mathilde.» Der seit vier Jahren überaus segensreich wirkende Verein «Mathilde» zur Bekleidung armer Jüdischer Schulkinder, insbesondere Waisenkinder, veranstaltet am 4. März 1931 im Cafö Buchsbaum, Wien II., Große Speit» gasse 41, ein Purimfest, dessen Reinerträgnis zur Gänse dem ekleidungsfonds zufließt. Wir appellieren an unsere Gönner* Spender und Freunde mit der bitte, durch den Besuch diesen Festes ein Schärflein beizutragen. Die Vereinsleitung. Arbeltsgemenschaft Verband jüdischer Ingenieur» wi Techniker für den Aufbau Palästinas «Habouan», Bund sie» nistlscher Ingen teure und Techniker In Wien. Mittwoch, den 4. März 1931, um 8 Uhr abends im Klublokal dea CafC «Fürstenhof», II., Praterstraße 25, spricht Herrlngeroeue Rudolf Seiden über «Technische und wirtschaftliche, Verhältnisse in Rußland» (Eindrücke von einer Rußland-Reise)« Diskussionsabend. ’ Bethausverein «Machsike Torah», Wien, IV., Wiedner Hauptstraße 83. Die Purim-Festpredigt des Herrn, Rabbiner Ahron Jeruchem im Bethaus Machsike Torah, Wien, IV., Wiedner Hauptstraße 83, findet am Sonntag, den l.VMärz, bei dem um 6 Uhr abends beginnenden Abendgottesdienst statt. Literatur/ Kunst/Theater Zum IV. Hebräischen Konzert (Ein Brief des Jugendvereincs «Ercz-Israel».) Die nachstehenden Zeilen haben wir der Redaktion der «Neuen Welt» zur Veröffentlichung übermittelt, ihr Abdruck wurde uns jedoch in einer persönlichen Rücksprache von dem Herausgeber abgeschlagen. Da wir nicht darauf verzichten können, daß sie zur Kenntnis der zionistischen Oeffentlichkeit gelangen, sehen wir uns veranlaßt, sie im offiziellen zionistischen Organ zu veröffentlichen, obwohl wir darauf Wert gelegt hätten, daß sie im selben Blatte, in dem wir scharf kritisiert wurden, erscheinen. Der von der «Neuen Welt» nicht angenommene Brief lautet: «Bezugnehmend auf die in der Nummer 177 vom 6. d. der «Neuen Welt» erschienene Rezension, die mit o. r. gezeichnet war, erlauben wir nachstehend, mit Rücksicht auf den darin enthaltenen Absatz «Sachliches und Administratives», hierzu Stellung zu nehmen, da insbesondere dieser Absatz geeignet ist, über unsere Bemühungen sowie auch über unser Konzert, irrige, beziehungsweise den Tnts?rh^n ”4rU*rsprechende Meinungen zu verbreiten. Wenn wir auch das Recht des Kritiker» uwei kennen, über das Programm Sachliches zu berichten, müssen wir es doch ablehnen, uns von Hirn im nachhinein öffentlich Ratschläge erteilen zu lassen. Noch mehr müssen wir uns dagegen verwahren, sich in unsere administrativen Angelegenheiten einzumischen, um so weniger, als wir weder von einem Rezensenten darüber befragt wurden noch ihm darüber Tatsächliches erzählt ifaben, so daß Herr o. r. von der «Neuen Welt» bloß Vermutungen oder Erdachtes oder eventuell Erlauschtes niederschreiben konnte. Was in solchen Fällen herauskommt, beweist der vorliegende Bericht. Es ist wohl richtig, daß das Programm etwas zu reichhaltig war. Wenn es ein Vorwurf war, so nehmen wir ihn auf uns. Wenn es sachliche Kritik wäre, so geben wir ihr recht ln dem Falle haben wir zu erwidern, daß wir das Programm in dem Bestreben zusammensteliten, das jüdische und musikalische Publikum aufs höchste zu befriedigen und überdies es im Zusammenwirken, beziehungsweise mit Kenntnis einiger Herren zusammensteliten, die im Vorstand des von Herrn o. r. angerufenen «Vereines zur Förderung jüdischer Musik» sitzen, vor allem des Herrn Prof. Juliusz Wolfsohn (Vizepräsident des genannten Vereines), der uns durch seine selbstlosen Bemühungen zu großem Danke verpflichtete. — Die Unsachlichkeit dieser Kritik ist weiters dadurch gekennzeichnet, daß die Auswahl des Programms, die von jüdischen und nichtjüdischen Musikkennem anerkannt und belobt wurde, durch Empfehlung anderer Musikstücke herabgesetzt wird. Dies ist nicht zuletzt Geschmacksache und eine Debatte darüber erschiene unsachlich. Es wurden uns wegen der Länge der Zeit, die die aufgeführten Sachen beanspruchten, andere empfohlen; doch wäre der Rat, etwas auszulassen, aus demselben Grunde eher berechtigt gewesen. — Ebenso verhält es sich mit dem Vorwurf, daß ein jüdischer Kapellmeister «angeblich seiner Jugend wegen» als Dirigent abgelehnt wurde. Erstens ist es unrichtig, daß ein solcher überhaupt vorgeschlagen wurde und zweitens sind wir der Ansicht, daß solche Fragen nicht vom rein nationalen Standpunkte gelöst werden können, vielmehr nur vom künstlerischen, ln Uebereinstimmung mit dem nationalen. Wenn aber der nationale Gesichtspunkt sich nicht berücksichtigen läßt, so ist der künstlerische ausschlaggebend. Wenn wir eine klassische Musikveranstaitung machen, die der Welt das jüdische musikalische Schaffen vor Augen führen soll, so wollen wir sie neiht auf das Niveau eines «Bunten Abends» herunterdrücken, bei dem mehr oder minder gute nationale Juden ihre mehr oder minder große Kunst vorfuhren sollen. Schließlich glauben wir, daß die Bemerkung bezüglich der administrativen Angelegenheit, wenn sie wirklich ernst gemeint gewesen wäre, hier gar nicht am Platze war. Wir sind ein Verein, das ist eine Körperschaft mit verantwortlichen Organen und haben überdies diese Veranstaltung im Zusammenwirken mit der Zionistischen Sektion II getroffen. Wir haben durch viele großzügige Veranstaltungen uns be» reits öfters den Dank und das Vertrauen der zionistische« Oeffentlichkeit erworben und üben unsere Tätigkeit stets unter der Kontrolle dieser Oeffentlichkeit aus. Wir sind auch jederzeit bereit, den maßgebenden zionistischen Organen darüber Aufklärung zu geben, müssen aber solche «wohlgemeinte» Ratschläge, Geldmittel für Zusammenstellung eines Programmes nicht «wahllos» aufzuwenden, aufs schärfste zurückweisen. Die Unsachlichkeit der Kritik in diesem Absätze bestärkt uns in unserer Ansicht, daß die Rezension ebenfalls keine fachkundige Analyse war, wie dies die Kritiken anderer maßgebenden Musikreferenten, beweisen. Jugendverein «Erez Israel. * r Führung durch das Atelier des Bfldhaueis Siegfried Bauer Zu einer der interessantesten Führungen, welche ,,die zionistische Frauenorganisation Oesterreichs (Wizo) in dieser Saison veranstaltet hat, gehört unbedingt die durch das Kunstatelier des Bildhauers Siegfried Bauer, die dank der Bemühungen der akademischen Malerin Frau Bianka Federn- Lipschütz am 22. Februar stattgefunden hat. Frau Bianka Federn stellte zunächst den Meister vor und skizzierte kurz seinen Werdegang, wobei man erfuhr, daß der sehr begabte Bildhauer in Mährisch-Budwitz geboren wurde, als einfacher Töpfer in Znaim begann, bei den Professoren Bitterlich und Kundmann in Wien die Kunstakademie absolvierte und als Geigenbauer überaus musikalisch, also auf zwei Gebieten zu schaffen berufen ist. - An Hand des im Atelier befindlichen rohen, halbfertigen und fertigen Materials erfolgten ungemein interessante Erklärungen über das Entstehen, das Formen und den Abguß von Skulpturen in Gips und Bronze, wie auch über die künstlerische Behandlung des Marmors. In liebenswürdiger Weis« führten der Meister und seine geistreiche Wortführerin Frau Federn die Besucher in die Mysterien der manuellen und geistigen Werkstatt des bildenden Künstlers'ein,-vom. Entstehen der Idee, vom Aufbiitzen des göttlichen Funken in der Seele des Schöpfers, bis zum letzten Handgriff der Vollendung des Werkes. ■ Es ist fast unmöglich, in einem-kurzen Bericht einen-erschöpfenden Begriff von all dem, was man bei den? außerordentlich begabten, jedoch viel zu wenig bekannten Künstler gesehen, zu geben, aber aus der Fülle seiner Werk«; seien besonders einige wahrhaft monumentale Schöpfungen hervorgehoben, wie «Selbstbeherrschung» (im Aufträge der,‘Gemeinde Wien), «Kraftprobe», «Zur Sonne» und äine-Sphinx in vollkommen neuer Auffassung. Auch der wundervollen, michelangelesken «Erweckung der Erde», ferner einer naturtreuen Büste des Vaters de* Künstlers in Bronze und einer ganz naturnahen-Plastik, betitelt «Die Flucht», abstrahiert von einer Menge prachtvolle! Statuetten, darf nicht vergessen werden. Es gebührt der Wizo als Kulturträgerin, dem Meister als Gastgeber und der um die sehenswerte Führung liebevoll bemühten Frau Bianka Federn-Lipschütz Anerkennung und Dank dafür daß den breiteren Massen ganz unbekannte und doch so lehrreiche Gebiete erschlössen und so schöbe Anregungen geboten wurden. Ottilie Gröbl: Liederabend J. Segal-Rosenbach Das am Samstag, den 14. d. M., stattgefundene Konzert des bekannten Interpreten des jüdischen Volksliedes,. Herrn j. Segal-Rosenbach verschaffte den Freunden des jüdischen Volksliedes einen genußreichen Abeiid. Der junge Künstler, dessen wohlklingender Tenor aus reichlichen Stimmitteln schöpft, verspricht, wenn seine Ausbildung vollendet sein wird, eine gute Laufbahn zu nehmen. Eine ganz individuelle Originalität bewies er in der Auswahl seines Programmes, welches aus dem reichen Schptöc der jüdischen Folklore die schönsten und doch seiten gehörten Volkslieder auszusuchen verstand und denen : sein lyrischer Tenor besten Ausdruck gab. Ebenso haben, die neugeschaffenen Kompositionen von Engel, JassinowsKy u. a. dem Zuhörer das bestimmte Empfinden vermittelt,, daß e* echt jüdische Musik ist, die er hier zu hören bekommen hat. Besonders erwähnenswert erscheinen mir: «Graue Haare», ein Morris Rosenfeld-Gedicht, vertont von P. Jassibowsky, «Der Schneider», von S. An-ski, vertont von M. Oelbarjt, «A Brief zum Liader Rebben», von Eistein, sowie’eifie'-eir»* drucksvolle Bearbeitung eines jemenitisch-hebräischen Volksliedes von Joel Engel «Ahawath raia». In der Gioconda-Ari« ließ der Künstler seine großen Stimmittel erkennen. Da» Publikum, dadurch hingerissen, nötigte ihn zu Zugaben, und nun brachte er zwei Volkslieder «A gute WochV und «A

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