Mannheim
Compact Memory

Die Stimme · 1931-02-26 · Heft 165 (26.2.1931) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
4 (1931)
Issue
Heft 165 (26.2.1931)
Date
1931-02-26
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3053752-3053911-3053919--2211-3057622
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

rtf. iut> -o. ituiuttf ly<jl UIC iS1 imim. OCatü } DODlsflsdH» Leben in Wien Die Arbeit des Keren Kajemeth Sökolow-Aktion. Der Monat März ist dieser Aikfeioü gewidmet. Die Sokolow zu Überreichende Adresse wird Von allen Personen gefertigt werden, die an den Keren Kajemeth den Betrag von mindestens 10 Schilling als Spende Abführen. Jeder Zionist wird die Möglichkeit haben, entweder direkt beim Keren Kajemeth oder bei den altbewährten Freunden und Mitarbeitern des Keren Kajemeth gegen Ausfolgung einer SpeziaIbestätigung seine Spende zu entrichten und sich so an der Sokolow-Ad resse zu beiteiligen, indem auch seine Unterschrift unter diese Vdresse gesetzt werden wird. Als erste spendeten für diese Aktion Frau Bosalie Leser S 50.— und Herr Johann Kremenezky S 100.—. Durch ein Versehen unterblieb auf dem Yufruf in der Sokolow-Aktion die Unterschrift des Gg. Jng. Leo Holzer, des Obmannes der zion. Ortsgruppe St. Pölten, sonne Ing. Jonas Landau, Obmannes der Ortsgruppe Graz, was wir hiermit nachtragen. Versicherung zugunsten des Keren Kajeneth. Die Versichenmgsabteilung des Keren vajemeth hat eine Aktion edngeleitet, deren 4weck ist, Versicherungen zugunsten des Keren Cajmeth auf folgender Grundlage durchzuftihen: Im Erlebensfälle fällt die Versicherungsyumme ganz dem Keren Kajemeth zu, im Able- »ensfale die eine Hälfte den Erben des Versicherten, die andere Hälfte dem Keren Kajeneth. Durch die Aktion sollen dem Keren Kajeneth neben den Spenden neue Mittel zum Zweck 'er Ausdehnung des jüdischen Bodenbesitzes Ur die jüdische Kolonisation zu fließen. Schon lach drei Jahren erhält der Keren Kajemeth gegen minimale Zinsen 65 Prozent der eingeahlten Prämien zu seiner freien Verfügung. Bisherhab.en 45 Personen V ersieh erungen auf insgesamt S 5 5.0 00.— abgeec blossen. Silbernes Buch des Keren Kajemeth Oesterreich. Es sind alle vorbereitenden Schritte genaoht worden, um dieses Buch in Kürze zu verwirklichen. Die Durchführung liegt in den Hän- ’en des G-g. Dr. Siegfried Plaschkes, von dem tudi die Idee zu diesem Buche stammt. Das Buch wird die Möglichkeit geben, die 'iame-n der Personen, die sich um die zion. Areit oder um das Judentum i<n Oesterreich verlent gemacht haben, der Nachwelt zu erhalten. Üe Eingetragenen werden künstlerisch ausgeührte Diplome erhalten. Goldbuch-Eintragung Reverend Hechlers: Der jüngst verstorbene Rev. Hechler, der zu den wärmsten Helfern Theodor Herzls gehörte, noll durch die österr. Zionisten, speziell durch Jiejemgen, welche noch unter Herzls persönlicher Fühlung gearbeitet hatten, ins Goldene Buch des Keren Kajemeth eingetragen werden. Gg. M. K. hat zu diesem Zwecke dem Keren Kajmetb 2 Pfund übergeben. Darlehen an den Keren Kajemeth. Gg. K., der die Absicht hat, in einigen Jahren nach Erez Israel zu übersiedeln, hat dem Keren Kajemeth den Betrag von 728.50 Dollar gegen 3prozentige Zinsen und gegen einjährige Bindung übergeben. Nicht komplette Gärten und Haine. Wir setzen hiermit die Liste derjenigen Haine und Gärten fort, die, seinerzeit eingeledtet, bisher aber nicht ergänzt worden sind. Die betreffenden Verwandten, resp. Gruppen und Vereine werden ersucht, die Gärten zu komplettieren: Eingegangen S Makkabi-Garten durch Makkabi-IIazair . 373.15 Jetti-Mamber-Garten durch Verwandte . 825.70 Berthold-Perutz-Gerten.. , 63.— Mirjam-Pollak-Garten d. Z. M. V. Mirjam 948.14 Eneel-Reich-Garten durch Dr. N. Frey . 116.— Dr, Abraham-Rohinsohn-Hain durch Prim. Dr. Isak Robinsohn 563 Bäume und 128.74 Dr. L. Rosenhek-Garten 315.50 Frau Fruraet Rothblura-Garten durch Dr. David Rothblum 205.— Chamisclia-Assar-Sammlung für den Keren Kajemeth. Herr Prof. Dr. Binem Asohkenasy führte an den Keren Kajemeth als Resultat einer Chamischa-Assar-Sammlung im Ohajes-Realgymnosium den Betrag von S 72.— ab. März-Büehsenleerung. Die nächste Büchsenleerung beginnt am Sonntag, den 1. März. 1931. Dl® Gruppen werden ersucht, sich das Material ab Donnerstag, den 26. d., im Büro abzuholen. Nur die blaue Büchse ist die Büchse des Keren Kajemeth. Wir machen die jüdische OelfentUchkeit darauf aufmerksam, daß nur die blaue Büchse, welche auf blauem Grunde einen weißen Magen David und die hebräische Aufschrift Keren Kajemeth Lcjisrael trägt, die Büchse ist, welche den Zwecken der Erlösung des Bodens Erez Israels für das jüdische Vök dient. Alle anderen sind nicht Büchsen des Keren Kajemeth und daher ziiriickznweisen. Ring des Keren Kajemeth. Erna Haber spendet S 2.— und ruft zu weiteren Spenden auf: Dora Morgenstern, Blanka Löw, Malka Rosenblum, Sarah Jedwab, Dr. Isidor Klaber, Dr. Michael Steinberg, Saul Weinreb, Dr. Josef Gelbard, Dr. Pinkas Mayer, Dr. Hans Engel, Hugo Frledler, Emil Weintraub. Dr. Karl Pollak — sechzig Jahre Einer unserer Besten ist nun 60 Jahre alt geworden. Er gehört unserer Bewegung seit deren Anfängen an, waf Gründer der jüdisch-akademischen Verbindung «Unitas» und repräsentierte in seiner Jugend den Typus des jüdischen Studenten, der schöpferisch an der Ausbreitung unserer Bewegung mitwirkte. Die Idee allein genügte ihm nicht, der Zionismus war ihm nicht eine Sache, mit der man sein jüdisches Gewissen nach getaner Berufsarbeit beruhigte; für ihn bedeutete Zionismus Renaissance von Volk und Land. Daher hatte er — einer unter Wenigen — schon vor dem Kriege das Bedürfnis, Palästina mit eigenen Augen zu sehen. Und seither treibt es ihn alle paar Jahre dazu, es wiederzusehen — sonst hat er eben keine Ruhe. Er steht nicht, wie leider viele, allzuviele, verärgert beiseite, sondern hilft, wo er kann. Sein Interesse für unsere Zionistische Bezirkssektion Innere Stadt Donnerstag, den 26. Februar 1931, 8 Uhr abends, Cafö Silier, I«, Schwedenplatz Vortrag Dr. J. H. Körner (Kultusvorsteher) über ■■■■ ■ t (( ff (mit anschließender Diskussion) Die Zionisten des I. Bez. werden aufgefordert, pünktlich u. zuversichtlich zu erscheinen. Gäste willkommen. - - Bewegung geht in die Tiefe, darum bemüht er sich, mittels Lektüre und ernsthaften Studiums, die zionistischen Probleme zu erfassen; er will neuen Denkstoff und zehrt nicht nur vom alten zionistischen Kapitale. Daß ein Mann wie Dr. Pollak seine zionistischen Organisationspflichten ernst nimmt, versteht sich von selbst. Ebenso ist es natürlich, daß ihn das Vertrauen der Bewegung auf exponierte Posten stellte; er war eine Zeitlang Präsident des innerösterreichischen Distrikts, das ist des Landeskomitees. Als Präsident dieses Landeskomitees offenbarte er eine einzige Schwäche, die doch wohl eine Stärke ist — er sieht strenge auf Pünktlichkeit. In Dr. Pollak lebt das ursprüngliche zionistische Feuer, er geht aufs Ganze, er ist mit dem heutigen Zustande nicht zufrieden, darum hat er sich der revisionistischen, der stürmenden und drängenden Gruppe angeschlossen. Was sollen wir ihm — neben langen Jahren in körperlicher und geistiger Frische — zu seinem Geburtstage noch wünschen? Alle seine zionistischen Hoffnungen mögen sich in seinen Tagen erfüllen — dann werden wohl alle Zionisten froh sein. Dr. Ch. T. Neue Aliah Nach längerer Unterbrechung, die den ungeduldig harrenden Chaluzim beinahe wie eine Ewigkeit erschienen war, haben wir wieder Zertifikate erhalten. Wenn es auch nur wenige waren, so bedeuteten sie doch für die Bewegung eine wahre Erlösung. Dienstag, den 17. d. sind die Chaluzim abgereist. Solche Menschenmassen waren auf dem Ostbahnhof schon lange nicht gesehen worden. Jugend aller Parteischattierungen, Mitglieder aller Gruppen drängten sich, unr von den Chawerim Abschied zu nehmen. Aller ideologische und politische Hader war, im Anblick dieser Glücklichen, die Palästina den Ausdruck unserer lebenden Sehnsucht bringen durften, vergessen. Ruhig und unangefochten wehte die blau-weiße Fahne der sogenannten «rechten» Jugendbünde neben der roten der S. S. A. J.. Und keine Uneinigkeit gab es deswegen, denn alle wußten, daß beide dasselbe wollten, daß die rote und die blau-weiße Fahne nur der Ausdruck ihrer Gefühle, ihrer Liebe und Hingabe für Erez Israel waren. Und als die Misrachi- Jugend sich in der Masse Platz für eine begeisterte Hora geschaffen hatte, tanzten die anderen mit und die Umstehenden sangen und klatschten im Takt in die Hände. Von nun ab werden sie wohl immer so einig sein. Es war auch nach Erhalt der Zertifikate keineswegs leicht, die Alijah durchzusetzen, in der kurzen Zelt die notwendigen Geldmittel und Ausrüstungen aufzubringen. Der Hechaluz fand bei seinen Bemühungen die vollste Unterstützung der in diesem Punkte einigen zionistischen Bewegung. Die Mädchengruppe Mirjam hat auch diesmal wieder unglaublich viel bei der Herstellung der notwendigen Ausrüstung geleistet. Herrn Kanner gelang es, in der kurzen Zeit beinahe die ganze Geldsumme für die Reise der Olim aufzubringen, wofür ihm besonderer Dank gebührt, V eranstaltungskalender Donnerstag, 26. Februar: Zionistische Bezirkssektion Innere Stadt, Cafd Silier, Souterrain, 8 Uhr abends, Vortrag Dr. I. H. Körner: «Wir und die Kultusgemeinde». Samstag, 28. Februar: Zionistische Bezirkssektion XX., Jägerstraße 30, 8 Uhr abends, Vortrag Frau Doktor Cyla Waldmann: «Anstands- und Umgangsformen in der jüdischen Antike». Histadruth Iwrith,!!., Kleine Mohrengasse 3, 8 Uhr abends, Vortrag 1. Herzberg: «Miflagoth Hanoar». Hakoah, Palais Ratibor, Maskenball. Beginn 0 Uhr abends. Sonntag, 1. März: Brith Trumpeldor, II., Untere Augartenstraße 38, 6 Uhr abends. Trumpeldor- Gedächtnisfeier. Zionistische Bezirkssektiön XX., Jägerstraße 30, 7 Uhr abends: Begrüßungsabend zu Ehren Doktor Desider Friedmann. Montag, 2. März: Organisation zionistischer Frauen Oesterreichs, II., Jordangasse 7,5 Uhr nachmittags, Vortrag Frau Helene Klcpetar: «Jude und Europäer». Dienstag, 3. März: Zionistische Bezirkssektiön Favoriten, X., Humboldtgasse 25, 8 Uhr abends, Vortrag Frau Dr. Martha Hofmann: «Die jüdische Schicksalsfragen. Nun sind die Leute bereits Im Lande und haben sich in den beiden Kibbuzim Rischon Lezion und Haschomer Hazair Haifa eingeordnet. Hoffentlich werden wir bald durch Erhalt neuer Zertifikate diese Kibbuzim außfüllen können. M. S. Jugendakademie zugunsten des Keren Kajemeth Montag, den 16. Februar, fand im Hotel Post die Jugendakademie zugunsten des Keren Kajemeth statt Der Besuch war außerordentlich stark. Die vorhandenen Plätze reichten nicht aus, viele Zuschauer standen hinter und neben den Sitzplätzen. Die Musik des Abends besorgte ein Orchester des Jugendbundes «Zirenu». Der «Haschomer Hadati» führte mit großem Erfolg das Märchenspiel «Der blaue Prinz» auf; der «Makkabi» erntete für einen rhythmischen Tanz und Keulenschwingen verdienten Beifall; der «Brith Trumpeldor» produzierte sich mit einem sehr originellen Spiel «Die Spieluhr»; der «Haschomer Hazair» führte einen kleinen Dreiakter «Stop Immigration» auf, der die Versammelten, insbesondere an manchen Stellen, stark fesselte. Es wurde auch der Autor (Berger) hervorgerufen, der jedoch bei der Feier nicht anwesend war. Die «rMirjam» führte Szenen aus «Jaakobs Traum» von Richard Beer-Hofmann auf. Diese Szenen machten oft gar nicht den Eindruck, als würden sie von Dilettanten aufgeführt. Sehr wirkungsvoll waren die von der «Vereinigung der zion. demokr. Jugend» gebotenen Volkslieder. Mit ausgezeichneten Sprechchören traten die Bünde «Histadruth Gordonia» sowie «Gdud Zirim» hervor. Alle Jugendgruppen hatten tatsächlich ihr Bestes gegeben und der Eindruck, den die Aufführung auf die Versammelten machte, war ausgezeichnet. Eine Reihe erwachsener Gesinnungsgenossen erklärte, daß sie sich in dieser Atmosphäre außerordentlich wohl gefühlt hätten und daß bei ihnen der Glaube an die zionistische Sache gestärkt worden wäre. Es wurde beim Keren Kajemeth angeregt, derartige Veranstaltungen jährlich zu wiederholen, um so der gesamten zionistischen Jugend Gelegenheit zu geben, auf einer neutralen zionistischen Plattform für die gemeinsame zionistische Sache Zusammenwirken und den erwachsenen Zionisten die Möglichkeit, mit der zionistischen Jugend zusammenzutreffen. Erklärung Montag, den 16. Februar, fand eine von der gesamten zionistischen Jugend veranstaltete Akademie zugunsten des Keren Kajemeth statt, bei der unter anderem von einem Jugendbund («Gdud Zirim») ein Sprechchor «Drei Geschlechter» zur Aufführung gelangte. Einige Stellen dieses Chores verletzten die religiösen Gefühle eines Teiles der Anwesenden, die auch durch Protestrufe ihren Unwillen zum Ausdruck brachten. Die «Misrachi-Jugend» hat dagegen auch beim Keren Kajemeth Protest eingelegt. Die Leitung des Keren Kajemeth erklärt zu dieser Angelegenheit, sie bedauere aufs tiefste, daß bei einer zugunsten des Keren Kajemeth veranstalteten Akademie sich dieser Vorfall ereignet hat. Der Keren Kajemeth hat sich von jeher ehrlich bemüht, eine Plattform zu schaffen, auf der sich alle zionistischen Gruppen finden können. Diese Bemühungen waren stets erfolgreich und sind es auch heute, was im konkreten Falte der außerordentlich starke Besuch der Akademie, des Jugcndmtctings «ad Mitwirkung *11«# 9408341

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.