Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 163 (12.2.1931)
- Date
- 1931-02-12
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 DIE STIMME Das Matement wird am 12. Februar veröffentlUbt Wie der J. T. A. aus führenden zionistischen Kreisen mitgeteilt wird, dürfte die Vcr? tiffentlichuttg des Regierungsstatements am Donnerstag, den 12. Februar, erfolgen. Lord Passfield hat den Wortlaut des Statements dem High Comfttissioner von Palästina telegraphisch mitgeteilt. Von einer angeblichen Drohung Passfields, im Falle der Veröffentlichung der bisherigen Verliandlungsergebnisse zurückzutreten, ist der zionistischen Exekutive nichts bekannt. Sie Jtondonei (Fresse dementiert London, 8. Februar. (J. T. A.) Die gesamte Londoner Sonntagspresse tritt, offenbar von seltan der Regierung inspiriert, kategorisch den Nachrichten über Dcmissionsabsiehtcn Lord Passfields und eine geplante Unterstellung der Verwaltung Palästinas unter das Außenamt entgegen. Gleichzeitig erklären die Blätter, daß das neue Dokument der englischen Regierung über Palästina noch im Laufe dieser Woche veröffentlicht werden wird. Der Inhalt des neuen Statements werde keine grundsätzliche Abkehr von der bisherigen Palästinapolitik dor Regie« rung bedeuten und in hohem Maße den Charakter einer Verteidigung des Weißbuches tragen. Die Erklärung werde wohl in einzelnen Punkten, nicht aber in den Hauptlinien Konzessionen an die zionistischen Forderungen enthalten. Weizmann reist nach Palästina Wie Prof. Chaim Weizmann der Jüdicclien Telegraphen-Agentur mittellt, trifft die Nachricht, daß er Ende dieses Monats eine Reise nach Palästina antritt, zu. Gleichzeitig tritt Prof. Weizmann mit Nachdruck den Gerüchten entgegen, daß seine Palästina-Reise im * Zusammenhang stehe mit Bemühungen, eine jüdischarabische Round Table Konferenz zustandezubringen. - Prof. Weizmann reist nach Palästina, um, wie alljährlich, seine dort lebende Mutter zu besuchen. Bei dieser Gelegenheit will er sich auf Grund seiner Reiseeindrücke und Beobachtungen ein allgemeines Büd von der gegenwärtigen Situation in Palästina machen, um auf seiner geplanten Amerika-Tournee die jüdische OeffentÜchkeit Amerikas zuverlässiger über den Stand der Dinge in Palästina informieren zu können. Unterstellung Palästinas unter das Außenamt? In seiner Ausgabe vom 7. Februar erklärt «Daily Telegraph», die Tatsache, daß nicht der Kolon*enminister Passfield, sondern der Außenminister Hertderson die Regierungserklärung, in der die Ergebnisse des ersten Teiles der Verhandlungen mit der Jewish Agency zusammengefaßt werden, unterzeichnet habe, sei ein Anzeichen dafür, daß die Gerüchte über eine geplante Unterstellung der Palästina-Verwaltung unter Außenamt begründet sind. .Zu dieser Nachricht des «Daily Telegraph» wird JTA mitgeteilt, die Tatsache, daß die Regierungs- "“erftlärung von Henderson unterzeichnet wurde, sei einfach darauf zuriiekzuführen, daß Henderson Obmann der mit der Jewish Agency verhandelnden Regierungskommission ist. Auf eine bevorstehende Unterstellung der Palästina-Verwaltung unter das Außenamt könne aus dieser Tatsache durchaus nicht geschlossen werden. Passfield tritt zurück? «New York World» meldet aus London, daß Lord Passfields Demission als Kolonialminister bevorsteht. Sein voraussichtlicher Nachfolger sei Lord Noel* Buxton. Das Kolonlalamt hat auf eine Anfrage der Jüdischen Telegraphea-Agentur erklärt, es könne die von dem New Yorker Blatt gebrachte Meldung weder be- . stätigen, noch dementieren. Baron Rothschild gibt Dr. Weizmann 30.000 Piund London, 8. Februar. (J. T. A.) Wie die Jüdische Telegraphen-Agentur bereits mitgeteilt hat, hat Dr. Weizmann anläßlich seines letzten Aufenthaltes in Paris den Ehrenpräsidenten der Jewish Agency, Baron Edmond de Rothschild, über die finanziellen Schwierigkeiten der Agency informiert, woraufhin Baron Edmond einen ansehnlichen Betrag für die Arbeit der Agency in Palästina zur Verfügung gestellt hat. Wie nun verlautet, beträgt die Summe, die Baron Edmond de Rothschild dem Präsidenten der Jewish Agency Dr. Weizmann zur Verfügung gestellt hat, 30.000 Pfund. Abschluß des ersten Teiles der Verhandlungen London, 5. Februar. (J. T. A.) Die politische Kommission der Zionistischen Exekutive wur23 für diese Woche nach London einberufon, um zu der Antwort der englischen Regierung auf die im Verlauf des ersten Teiles der zwischen ihr und der Jewish Agency geführten Verhandlungen an die Regierung gerichteten Forderungen Stellung zu nehmen. Es wird erwartet ' ß n, a. auch der Führer der radikalen .. Abg. Jizchak Grünbaum und der Präsident des Aktionskomitees Leo Motzkin, obwohl dessen Gesundheitszustand noch immer unbefriedigend ist, an der Sitzung der politischen Kommission teilnehmcn werden. Der zweite Teil der Verhandlungen Wie die Jüdische Telegraphen-Agentur aus maßgebender Quelle erfährt, wird der zweite Teil der Verhandlungen zwischen Jewish Agency und englischer Regierung ohne Rücksicht darauf, ob über die Ergebnisse des ersten Teiles der Verhandlungen eine offizielle Erklärung in den nächsten Tagen veröffentlicht werden wird — was bis zur Stunde noch nicht feststeht — oder nicht, jedenfalls im letzten Drittel des Monates Februar eröffnet werden. Prof. Dr. Weizmann wird an der Zionistisches! andeskomitee für Österreich Wien I . K^rntner«treßn 28 Donnerstag, den 12. Feber 1931, 8 Uhr abends, Cafö Silier, I., Schwedenplatz Vortragsabend Dr. Chaim Tartakower: Pressereferat. Dr. Viktor Kellner: Die Idee der jüdischen Schule. Eröffnungssitzung des zweiten Teiles der Verständig gungskonferenz teilnehmen und sich erst dann nach Palästina begeben, ln einem späteren Zeitpunkte wird Dr. Arthur Ruppln, der bereits nach London berufen wurde, an den Beratungen teilnehmen. Die Anwesenheit Ruppins erscheint im Hinblick darauf, daß die Kolonisationsfragen im Mittelpunkt des zweiten Teiles der Verhandlungen stehen werden, besonders wichtig. Haifa definitiv Endpunkt der Irak-Oelleitung Jerusalem, 4. Februar. (J. T. A.) Die «Official Gazette» veröffentlicht den Wortlaut des von der Palästina-Regierung mit der lrak-Petroleum-Company geschlossenen Vertrages über die Durchleitung von Erdöl durch palästinensisches Gebiet. Der Vertrag wurde am 5. Jänner vom High Comrriissioner Sir John Chancellor für die Palästina-Regierung und von J. Skliros für die Irak-Petroleum-Company unterzeichnet. Der Text umfaßt etwa 5000 Worte. ln dem Vertrag erklärt die Regierung sich im Hinblick auf die Vorteile, die dem Lande durch die Errichtung der Oellinie geboten werden, bereit,' dem Unternehmen gewisse Begünstigungen zu gewähren, Folgende Bestimmungen werden getroffen: Der Endpunkt der Oelleitung wird im Gebiet der Bucht von Akko (Haifa-Bucht), der Küstenstrecke zwischen Haifa und Akko, liegen. Das Abkommen wird auf die Dauer von 70 Jahren geschlossen. Die Company verpflichtet sich, zunächst nur inländische Arbeiter zu beschäftigen, ist jedoch, falls der inländische Arbeitsmarkt ihren Bedarf nicht decken kann, berechtigt, auch ausländische Arbeiter heranzuziehen. Die Gesellschaft ist von Besitz- und Einkommensteuer befreit. Die Regierung verpfllcntet sich, der Gesellschaft den von ihr benötigten Boden dufch Ueberlassung von Staatsland zu einem festen Tarif und durch Enteignung von privatem Boden zu beschaffen. Beim Erlöschen der Konzession nach 70 Jahren fallen, wenn die Konzession vorher nicht verlängert oder erneuert wurde, alle Rechte der Company, ihr unbewegliches Eigentum samt Zubehör an die Palästina- Regierung. Falls im Verlaufe von drei Jahren die Verträge der Gesellschaft mit anderen Ländern, durch die die Oelleitung führt, nicht zustande gekommen sind, kann der Vertrag gelöst werden. Durch diesen Vertrag erscheint nunmehr Haifa definitiv als Endpunkt der Irak-Oelleitung bestimmt. Nr. 163 — 12. Februar lBoi Die Einwanderung nach Pa ästina Eine Erklärung der J xekuiive der Jtwish Agency Jerusalem, 1. Febrtiar. (J. T. A.) fm Zusammen* hang mit den Gerüchten, die in letzter Zeit über die Verteilung der Einwanderungs-Zertifikate verbreitet wurden, teilt die Exekutive der Jewish Agency in Palästina mit, daß alle ihr zugewiesenen Zertifikate bereits an die Palästina-Aemter in den verschiedenen Ländern versandt wurden, darunter 75 nach Rußland. ln Anbetracht der Arbeitsläge im Lande hat die Leitung der Jewish Agency nach Beratung mit der Einwanderungskommission beschlossen, ein gewisses Verfahren zur monatlichen Regulierung der Einwanderung je nach den Anforderungen und Aussichten des Arbeitsmarktes einzuführen. Für die bevorstehende Arbeitssar! in den Pflanzungen, die in einem Monat voll einsei ind außer den bereits in den Kolonien vorhandenen Arbeitern weitere Arbeitskräfte beschäftigen wird, wurde beschlossen, zunächst, das heißt für' den Monat Februar, 291 Immigranten auf Rechnung dejf ins Ausland gesandten Zertifikate anzufordern. Diese "Einwanderer werden auf die im Lande vorhandenen Arbeitergruppen (Kibbuzim) verteilt, die eigene Wirtschaften besitzen und dort nach Beendigung der Saisonarbeit in den Kolonien Unterhalt fihden. Dieses Verfahren ermöglicht den Gruppen, ihre Freunde im Auslände, die auf die FJnwanderung warten, ins l^and zu bringen, und so die Chaluzbewegung vor einer Schwächung zu bewahren. Die Anweisungen für die Einwanderung der betreffenden Immigranten sind telegraphisch den, Palästina-Aemtern übermittelt worden. Außerdem sind 180 Zertifikate .für Verwandte übersandt worden, die diesmal nur in solchen Fällen bestätigt wurden,-in denen der Peterit. volle Bürgschaft für den Unterhalt und die Beschäftigung des Verwandten in seinem eigenen Haushalt oder Betrieb übernehmen konnte, ohne daß der Verwandte genötigt.,ist, auf dem Arbeitsmarkt Beschäftigung, zu suchen. Einwanderung nach Palästina 1923—1030 Jerusalem,!, Februar. (J. T. A.) Die jüd^che Einwanderung nach Palästina bewegt sich in den letzten drei Jahren wieder auf einer langsam ansteigenden Linie» wenn auch die großen Ziffern:der Vorjahre nicht mehr erreicht wurden; Für die Jahre 1923 bis 1930 lauten die Einwanderungszahlen folgendermaßen: 1923: 8175; 1924: 13.892; 1925: 3486; 1926: 13.855; 1927: 3034; 1928: >2971; 1929: 5109; 1930: zirka 5000. siediungspianes siediungspianes Jerusalem, 5. Februar. (J. T. A.) Unmittelbar nach der Rückkehr des Mitgliedes der Exekutive der Jewish Agency, Prof. Maurice Hexter, nach Palästina, hat die Exekutive der Jewish Agency den Beginn der Durchführung des Ansiedlungsplanes für 1000 Familien für Anfang nächster Woche angekündigt.' Zunächst ist die Kolonisation von 400 Familien sichergestellt. Die Änsiedlurtg dieser Familien wird in der Nachbarschaft der 15 alten jüdischen Kolonien im judäischen Örangenpflanzungsgebiet erfolgen. Der Bericht der Klagemauer» Kommission Jerusalem, 5. Februar, (j. T. A.) Wie die Jüdische Telegraphen-Agentur erführt, steht die Vciöffentlichiuig des Berichtes der Klagemauer-konunission urbar bevor. Aufgaben der O’DonnelbKommissioii London, 2. Februar. (J. T. A.) Das Kolonialamt hat Im Zusammenhang mit der Entsendung der unter Führung von Sir ,Samuel Perry O’Donhell stehenden Finanzkonimission, nach Palästina (s, J. T. A.-Dienst Nr. 20 vom 31, Jänner, S. 3) ein Statement erlassen, aus dem liervorgcjit, daß seitens’ des Kolonialamtes bedeutsame. Aenderungen liti Verwaltungsapparat Palästinas geplant sind. Der von Lord Passfield ernannten Kommission sind nachstehende Aufgaben gestellt: 1. Ueberprüfung der Einnahmen und Ausgaben sowie der allgemeinen Organisation der Palästina-Administration, 2. Untersuchung Uber Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit der Zusammensetzung des Beamtenapparates der Palästina-Regierung, 3. Ueberprüfung der auf Grund der in letzter Zeit vorgenommenen Untersuchungen in Palästina oder sonstwie erstatteten Vorschläge bezüglich Errichtung neuer Dienstzweige und Einstellung der hierfür erforderlichen Beamtenschaft, 4. Untersuchung ln der Richtung, wie jegliche Notwendigkeit einer finanziellen Beihilfe seitens der britischen Regierung zu den Erfordernissen' der Zollverwaltung Palästinas vermieden oder ausgeschaltet werden kann, 5. Ueberprüfung der Notwendigkeit finanzieller Unterstützung der transjordanischen Verwaltung unter dem Gesichtswinkel von Rationalisierung und Sparsamkeit. —• Ule Untersuchungen der Kommission sollen laut dem offiziellen Statement des Kolonialamtes so« fort in Angriff genommen werden..