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Die Stimme · 1931-02-12 · Heft 163 (12.2.1931) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
4 (1931)
Issue
Heft 163 (12.2.1931)
Date
1931-02-12
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Schebath 5691) Nummer 163 Rücktritt Chancellors bevorstehend iia Wie die Jüdische Telcgraphen-Agentur erführt, wird der gegenwärtige High Commissioner fiir Palästina, Sir John Robert Chancellor, in wenigen Monaten seinen Posten in Palästina verlassen. Es ist noch nicht bekannt, ob über die Wahl seines Nachfolgers bereits irgend» 'welche Entscheidungen getroffen worden sind. In der letzten Zeit waren wiederum Gerüchte über den bevorstehenden Rücktritt Lord Passfields (Sidney Webb) verbreitet „Daily Telegraph“ will aus zuverlässiger Quelle erfahren haben, daß diese Gerüchte wohlbegründet sind und der ehemalige Landwirtsciiäfts* minister Nbel Buxton bereits Zum künftigen Kolon;cnminister an Stelle Lord Passfields düs» v' - v -;' -.-. -; Das Subkomitee der englischen Regierung, das mft der Führung der Verhandlungen den Vertretern der Jewish Agency betraut ..ist, hat einstimmig die Herausgabe eines üeueu Regierungsstatements über die Politik Großbritanniens in Palästina beschlossen. : Das neue Statement enthält eine Reihe außerordentlich bedeutsamer Kon» Zessionen an die zionistischen Forderungen und annulliert jene Bestimmungen des Weißbuches, gegen die seitens der Jewish Agency Widerspruch erhoben worden ist Das neue Statement kündigt die Herausgabe eines neuen Landentwicklungsplanes für Palästina au und berücksichtigt weitgehendst die seitens der Jewish Agency im Zusammen* hang mit der Immigrationsfrage erhobenen Vorstellungen. Jfidkti&er als die &üatfouw~!Deßtaxattom; London, 8. Februar. (J. T. A.) In Londoner zionistischen Kreisen ist man der Ansicht, daß das Regierungsstatement über Palästina in gewisser Hinsicht von größerer Be* deutung ist als die Balfour-Deklaration« Während die Balfonr-Deklaration die Möglichkeit einer falschen Interpretation offen gelassen habe, mit deren Hilfe sich England seinen Verpflichtungen gegenüber dem Jüdischen National»' licim entziehen konnte, stelle das neue Statement nicht nur die Lage, wie sie bis zur Vor*»; offentiiehung des Passfieldschcn Weißbuches bestand, wieder her, sondern gebe auch eins klarere und bestimmtere Definition des jüdischen Status in Palästina und von der Verpflichtung der Regierung zu aktiver Mithilfe boi der Errichtung des Jüdischen Nationalheims, eines; Werkes, das von der Möglichkeit des Bodenkaufes, der Ansiedlung und Einwanderung, zu deren . Förderung die Regierung sich nunmehr bereit erklärt habe, abhängt. Dennoch wäre die Annahme, daß das Statement alle zionistischen Forderungen in vollem Ausmaße erfüllt, unrichtig. Es war die Absicht der zionistischen Unterhändler, zu einem modus vivendi in Palästina und zu einer Möglichkeit der Kooperation zwischen Arabern und Juden zu gelangen. Dit zionistischen Führer hoffen, daß sich nach der Veröffentlichung des Statements eine Vorstän«? digung mit den Arabern leichter erreichen lassen werde. Im Hinblick auf die Notwendigkeit dieser Verständigung haben sie keinen Widerspruch dagegen erhoben, daß das Problem einer gesetzgebenden Körperschaft, wie sie im Weißbuche vorgesehen ist, offen bleibt. Sie glauben, daß damit eine Basis für eine Annäherung zwischen Juden und Arabern gegeben ist. Jn 9oim eines (Utiefes Xendetsons an Weixmann Wie „Jewish Clironicle“ berichtet, wurde der Inhalt der Regierungserklärung, die in Form eines Briefes Hondersons an Prof. Wcizmann veröffentlicht werden soll, von den amerikanischen Führern der Jewish Agency, denen er telegraphisch mitgeteilt wurde, gebilligt. Nach dem Delegiertentag Unsere Leser finden im Innern des Blattes einen ausführlichen Bericht über den Verlauf des außerordentlichen De legier teil tage®, der nur zu dem ZwTeck einberufen wurde, umi in der Frage der Landespolitik Klarheit zu schaffen. •Der Beschluß dieser Tagung, daß die landespolitische Tätigkeit nicht, Aufgabe der zionistischen Organisation ist, daß jedoch die Kultusgemeinrleangelegenheiten beim zionistischen Landesverband verbleiben, schafft in diesen umstrittenen Fragen vollkommene Klarheit. Die Behauptung der Opposition; daß der gefaßte Beschluß eine Verwässerung oder Einschränkung ■des zionistischen Programms bedeutet,, widerlegt sich am besten durch den Hinweis darauf, daß unseres; Wissens in fast allen Ländern der Rechfszustand herrscht, der durch den Beschluß des österreichischen Delegiertentages geschaffen wurde. Es ist auch keinem Redner’ ddr Opposition gelungen, die sachlichen Argumente des Referenten.Pr. Ehrlich irgendwie zu erschüttern: 1 Die Bedeutung des gefaßten Beschlusses ist nicht zu unterschützen. Er läßt allen Zionisten die Möglichkeit, Landespolitik zu betreiben. Die zu diesem.Zwecke zu schaffende Organisation muß, will sie irgendwelche landespolitisohe Erfolge erzielen, alle Zionisten umfassen, die sich als Zionisten .landespolitisch betätigen wrollen. Die Opposition muß aus dem Ausgang der letzten Nationalratswahlen gelernt haben, daß jede Beschränkung landespolitischer Arbeit auf einzelne zionistische Gruppen und jeder Oktroi versuch von vornherein die Möglichkeit irgendeines politischen Erfolges ausschließt. Wird jedoch die neue Organisation auf breitester Basis geschaffen, dann hat sie die Aussicht, landespolitische Erfolge zu erringen; sie wird auch einen persönlichen Kontakt der Mitglieder, die den verschiedenen Richtungen im Zionismus angehören, herbeiführen und dadurch mithelfen, die Differenzen zwischen den vcrschi©denen zionistischen Gruppen in Oesterreich zu überbrücken. Womöglich noch größer ist die Bedeutung des Beschlusses des Delegiertentages für das zionistische Leben in Oesterreich. Nun, da der Landesverband keine landespolitische Organisation ist, haben im Landesverband alle zionistischen Fraktionen Platz, ja, es ist ihre Pflicht, dem Landesverband anzugehören. Darin liegt der tiefe Sinn des Beschlusses des Delegiertentages,. daß nunmehr sich die Möglichkeit eröffnet für ein geschlossenes Zusammengehen aller zionistischen Gruppen in Oesterreich. Alle, die guten Willens sind, werden die Möglichkeit haben, für die zionistische Idee, für ihre Verbreitung zu wirken und es wird auch hier der durch die Zusammenarbeit im Landesverband geschaffene Kontakt der einzelnen Gruppen sich nur vorteilhaft aus wirken können. Der Beschluß des Delegiertentages bildet einen wichtigen Markstein in der geradlinigen Geschäftsführung des Landeskomitees, das unbeirrt von allem Geschrei, von Beschimpfungen und Verhetzungen an der Konsolidierung der zionistischen Bewegung in Oesterreich arbeitet. Es ist nunmehr an der Opposition, ihre Stellung im Landesverband zu revidieren. Die Opposition muß erkennen, daß die kompakte Majorität der Zionisten in Oesterreich unbeirrt ihren Weg geht und daß die bisher bewiesene Geduld kein Zeichen der Schwäche ist. Der Beschluß des Delegiertentages zeigt uns, daß die überwiegende Majorität der Zionisten Oesterreichs geschlossen hinter dem Landeskomitee steht und daß dieses Landeekomitee lebt und schafft und der Organisation in Oesterreich neue Anhänger zuführt; das alles trotz des Geschreis der Opposition, trotz der Verweigerung der Zahlung der Parteisteuor und trotz der Agitation gegen die „Stimme“. Trotz allem wollen wir weder Sieger noch Besiegte sehen. Wir stehen nach wie vor auf dem Standpunkte, daß wir die Zusammenarbeit mit der Opposition im Laadesver- SSBHSRBH8SH8HHHHHHHaSHBHSHHSSH9HH8BB9B98SBHHBSaSSaSHRSBBi j band wünschen. Diese Zusammenarbeit kann nicht wie bisher nur in der Ausübung der Recht» bei den Delegiertenwahlen und in der Au^ Übung der Mandate beim Delegierten tag bestehen; sie muß auch bestehen in einer Anteil« nähme an den finanziellen Lasten des Landesverbandes und in einem Zusammenwirken mit dem Landesverband überall dort, wo es sich darum handelt, das zionistische Leben in Oester» reich zu intensivieren und nach außen geschlossen »u wirken« t i

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