Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 162 (5.2.1931)
- Date
- 1931-02-05
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 162 — 5. Februar 1931 DIE STIMME Seite 7 lllcralur/Kunst/Theater Das IV. hebräische Konzert In dem sehr gut besuchten Großen Konzerthaussale fand am 1. d. M. das IV. hebräische Konzert, vom Jugendverein «Erez Israel» veranstaltet, statt. 13 jüdische Komponisten kamen da zu Gehör. Es ist ja klar, daß man im Rahmen einer abendfüllenden Veranstaltung nicht alles, was in der jüdischen Musik von Wert und Bedeutung ist, erschöpfen kann. Immerhin gewährte das Programm einen Einblick in die Bestrebungen des jüdischen musikalischen Schaffens. Während das Problem der jüdischen Musik noch immer ungelöst zu sein scheint, während die Fragen nach den Zusammenhängen des hebräischen Tempelgesanges mit der christlichen lithurgischen Musik, nach jüdischer musikalischer Ueberlieferung im Mittelalter, nach der analytischen Feststellung der rein jüdischen Ingredienzien der Volksmusik noch immer ihrer endgültigen Beantwortung harren, schafft eine Gruppe jüdischer Komponisten, abseits aller theoretischen Auseinandersetzungen, eine lebendig tönende jüdische musikalische Welt. Schon diese Tatsache allein genügt, um die ganze Problemstellung der jüdischen Musik zu beleuchten. Aus einem inneren Müssen heraus bemühen sich diese Komponisten um das Schaffen eines nationalen Melos, das seine stärksten Impulse aus den Gebetkantillationen (Trop), chassidischen Rhythmen und der palästinensischen Wirklichkeit schöpft. Auch die vielumstrittene jüdische Galuth-Volksmusik wird auf diese Weise fixiert und bietet dem zukünftigen Historiker der jüdischen Musik entsprechendes Material. Seit Salomon Rossi gab es in einer langen Zeitspanne eine stattliche Zahl jüdischer Komponisten. Sie bedeuteten aber nur eine Bereicherung der allgemeinen musikalischen Schatzkammer. Manche trieb es zwar im' Unbewußten ihres Fuhlens zur exotischen Stoffwahl, wie es bei Goldmark, Rubinstein, Saint-Saens der Fall war; aber bei vielen tritt auch dieses Charakteristikum nicht stark genug hervor und ihr Judentum läßt sich nicht aus der stilkritischen, musikalischen, sondern vielmehr aus der psychologischen Betrachtung auslösen, wie es auch manche Forscher (Paul Becker, Max Brod, Heinrich Berl) bei Offenbach — dem «Heine der Musik» —, Mahler und sogar Schönberg zu beweisen versuchten. Und erst in den letzten Dezennien entstand in bewußter Erarbeitung, oft im engsten Zusammenhang mit Erez Israel, eine nationale jüdische musikalische Bewegung. Leider vermißt man in Wien eine systematische Pflege der jüdischen Musik. Die jüdische Öffentlichkeit muß erst dazu erzogen werden, mit gebührender Beachtung und praktischer Förderung diesem Werke der nationalen Gesundung beizustehen. Deshalb wären Veranstaltungen in der Art des’IV. hebräischen'Kotiertes nur zu‘begrüßen! Im Mittelpunkt des Programmes standen die Orchesteraufführungen, unter Mitwirkung des Wiener Symphonieorchesters, von Prof. Martin Spörr und Israel Brandm a n.n geleitet. Vor zwei Jahren führte Furtwängler in einem philharmonischen Konzert Ernst Blochs hebräische Rhapsodie «Schelomo» auf. Seither hatte man fast nie Gelegenheit, jüdische Orchesterwerke zu hören, so daß es wirklich zu bedauern ist, daß mangelhafte Vorbereitung den Eindruck der Erstaufführung der «Chassidinr» von R o s o w s k i störte. Aus Gründen materieller Art, die sich stärker als das Gebot des künstlerischen Willens erwiesen, war nur eine Orchesterprobe möglich. Zu diesem technischen Mangel kam noch Spörrs begreifliche Beziehungslosigkeit zur jüdischen Musik hinzu. Die Leidenschaft des chassidischen Tanzes klang mitunter recht gemütlich. Es fehlte die dynamische Differenzierung und die Klarheit der melodischen Linie. Bei der «hebräischen Suite» von Prof. Juliusz Wolfsohn, mit dem Komponisten am Flügel gewann das Orchester, diesmal von Professor Spörr verständnisvoll geführt, Leben und Farbe. Seelenvoll klang das «Liebeslied» und der letzte Satz wurde sehr temperamentvoll zum Furioso gestaltet. Die ausführlichen Programmerläuterungen einzelner Sätze drückten die künstlerischprogrammatischen Intentionen des Komponisten völlig aus. Dem Hörer sollen sie eine Richtlinie sein, kein Aufzwingen bestimmter Vorstellungen, denn diese Musik will keine Nachahmung der Welt des Gegenständlichen sein, sondern vielmehr Stimmungsbilder der jüdischen G a 1 u t h-y Welt vermitteln. Besonders schön klangen die Stellen der Wehmut und der ausgelassenen chassidischen Fröhlichkeit. Instrumentiert wurde die hebräische Suite mit allen Finessen der impressionistischen Effekte; Prof. Wolfsohns hohe pianistische Qualitäten unterstrichen noch ihre Konzertfähigkeit, und so war sie der stürmische Erfolg des Abends. (Einmal drang sogar die hebräische Suite in die für alles Jüdische undurchdringlichen Wände der Wiener «Ravag» und setzte auch von dort aus ihre weitere Verbreitung durch.) Unter den geistigen Auspizien des Prof. Wolfsohn fand auch die Auswahl der übrigen Nummern des Programmes statt, da ja seine Verdienste auf dem Gebiete der jüdischen Musik allgemein geschätzt sind. Das Konzert verhalf dem jungen Komponisten Israel Brandmann zu einer sehr erfolgreichen Uraufführung seiner sinfonischen Dichtung «Hechaluz». Der Name Brandmann ist nicht unbekannt. Schon seine Violinsonate und das Quartett über ein palästinensisches Thema ließen aufhorchen, und vollends beim «Hechaluz» merkte man, daß hier jüdische Musik neue, zukunftsreiche Wege geht. Sein «Hechaluz» ist eine eirkzig dastehende Verlebendigung der Idee des «Hechaluz», der palästinensischen Wesenheit, mit einer Macht, wie sie eben nur der Musik eigen ist. Ein gewagtes Experimentieren wird hier mit gesundem Instinkt vermieden. In eine Überlieferte Kompositionsform, erweiterte Rondoform mit sonatenartiger Durchführung, wird so viel Eigenes gesteckt, daß es Franz Schmidt, den Rektor der Musikhochschule, zu folgendem Ausspruch veranlaßte: «Bfandmann wird der nationale Heros seines Volkes sein; man kann ihm eine große Zukunft prophezeien». Aus den Nöten des jüdischen Volkes wurde die Einleitung des «Hechaluz» geboren. Die Wanderer- und Klagemotive werden zu einem verzweifelten Aufschrei, der aber dann zu Arbeits- und Aufbauthemen führt. Wuchtige Hammerschläge fallen, die palästinensischen Felsen werden gesprengt, unter ununterbrochenem Steineklopfen vollzieht sich der Aufbau des Landes. «El jiwneh Hagalilf» Inmitten harmonischer Härten und rhythmischer Bewegtheit erhebt sich ein Unisonogebet des Höffens und Klagens und dann verhüllt alles die palästinensische Nacht — «wie schön die Nächte Palästinas sind» — ein palästinensisches Volkslied. Noch einmal kommen die Ausbrüche des Schmerzes hinein, und in wundervoller Verklärung, im glitzernden Lichte des palästinensischen Mondes, klingt die Verarbeitung des Nachtthemas aus. Ein Lagerfeuer wird angezündet, in wilder Leidenschaft die palästinensische «Hora» getanzt, Arbeitsmotive kommen hinzu, immer mächtiger wird die Extase — ein jäher Abbruch . . . Alle Themen vereinigen sich jetzt in der Reprise wieder zum Tanz. Mit Reminiszenzen der Klage und des Aufbaues sind zwischen den einzelnen Instrumenten Fragen des Zweifels und bejahende Antwort der Entschlossenheit verteilt. Ganz zaghaft fängt nach dieser Episode die «Hora» an; in riesiger Vergrößerung der Motive, in wiildem Aufschreien, in einem einzigen Jubelgesang schließt «Hechaluz». Die kontrapunktische Themendurchführung, das Vorausahnen des Klanges sind bei diesem Orchestererstlingswerk geradezu erstaunlich und zeugen von einem ungemein starken Talent. Als Dirigent ist Brandmann auch auf der Höhe, und was nach einer kurzen Probe das Orchester leisten konnte, wurde mit einer Intensität des Ausdruckes herausgeholt. Bedenkt man, daß zu diesen drei Orchesterwerken noch die Mitwirkung des jüdischen Gesangvereines, des Kammersängers Hans D u h a n, der Opernsängerin Hanna Schwarz und des Prof. Hugo Gottesmann kam, so wird es begreiflich, wie überladen das Programm war. Der jüdische Gesangverein sang stimmungsvoll unter Leitung der Kapellmeister Marko R o t h m ü 11 e r, Ssaminsky und Engel. Fräulein Hanna Schwarz besitzt alle Mittel eines hochkultivierten und tiefempfundenen Gesanges; am besten lag ihr die pathetische Lyrik Alex. Kreins in dem Lied «Dal Panim Israel». Auch Hans Duhan lebte sich in die ihm tremde Sphäre der Lieder Engels, Jacobsohns und Gnessins mit außerordentlicher Musikalität ein. Seine hebräische Diktion ist ausgezeichnet, der Vortrag mustergültig. Nur klang seine Stimme etwas indisponiert.;—-• Feinfühlige Klavierbegleitung besorgten in möglichst vollendeter Weise Franz Mittler tmd Prof. Erich Meller. Prof. Hugo Gottesmann mußte sich leider mit etwas übermüdeter Aufmerksamkeit des Publikums begnügen. Denjenigen aber, die noch aufnahmsfähig waren, bedeutete seine Interpretation des «Baal-Schem» von Bloch und der «Hebräischen Rhapsodie» von Ssaminsky einen wahren künstlerischen Genuß. Prof. Wolfsohn und dem rührigen Erez-Israel-Verein gebührt für das interessante IV. hebräische Konzert großer Dank. Olja Silbermaim. Salomon Sulzer als Sänger westlicher Lieder Am 17. Jänner 1931 waren es 41 Jahre, seitdem Salomon Sulzer, der berühmte Oberkantor der Wiener jüdischen Gemeinde, der berühmte Komponist der «Ziongesänge» zu Grabe getragen wurde. Es ist wenig bekannt, daß Sulzer auch in nichtjüdischen Kreisen reiche Anerkennung fand. So verabsäumte es der Patriarch von Venedig, Erzbischof Ladislaus Pyrker nie, Sulzer in Wien aufzusuchen. Immer mußte Sulzer dabei denr Kirchenfürsten Schuberts «Allmacht» Vorsingen. Der Erzbischof erklärte immer, Sulzers Gesang stimme ihn zur tiefsten Andacht. Franz Schubert war von Sulzers mächtigem Bariton begeistert. Einmal sang Sulzer Schuberts «Wanderer» und mußte das Lied über Bitten des Komponisten hoch zweimal wiederholen. «Jetzt erst», sagte Schubert, «verstehe ich meine eigene Musik und was ich gefühlt habe, als ich die Verse vertonte: «Ich wandre still, bin wenig froh Und immer fragt der Seufzer: Wo?» Franz Liszt kam öfters in den Tempel in der Seitenstettengasse um Sulzer zu hören, besuchte ihn auch in seiner Wohnung und äußerte sich einmal: «Man versinkt in einen Abgrund von Melodien, wenn man diesen Sänger hört.» Lenau schreibt in einem vom 14. März 1836 datierten Briefe: «So hörte ich heute den Vorbeter der hiesigen Synagoge Sulzer, der sehr wahrscheinlich die schönste Stimme in Deutschland hat.» Sulzers dramatischer Vortrag und seine prachtvolle Stimme veranlaßten viele Opernsänger Sulzer nahezuiegen, zur Bühne zu gehen. In der ihm eigenen humoristischen Weise sagte Sulzer: «Was möchte Gott dazu sagen?» Sulzer weigerte sich überhaupt eine Bühne zu betreten; als die Kaiserin Karoline wollte, er sollte bei einem Wohltätigkeitskonzerte zugunsten der Grauen Spitalsschwestern auftreten, verschanzte er sich hinter dem Bethausvorstande, den er erst befragen müsse. Als die Kaiserin sich an den Bethausvorstand wendete, lehnte auch der damalige Vorsteher, der kaiserliche Hofjuwelier M. L. Biedermann in einem devot gehaltenen Schreiben mit dem Hinweis darauf ab, «daß es einem im Dienste Gottes stehenden Sänger nicht gezieme auf dm Theater zu erscheinen, doch lege er (Biedermann) zur Deckung eines infolge des Nichtauftreten Sulzers sich etwa ergebenden Verlustes 100 Dukaten bei.» Als Sulzer am 17. Jänner 1890 zur Erde bestattet wurde, folgten Tausende, Juden und Nichtjuden seinem Sarge. Jloiixen Anläßlich der Erstaufführung von Rosowskis «Chassidim» im IV. hebräischen Konzert erfahren wir, daß der bekannte Komponist Rosowski seit 5V!> Jahren in Palästina lebt. Zu seinen letzten Kompositionen gehören die Musiken zu «Habima-Aufführungen». Auf Veranlassung der Universität zu Jerusalem befaßte er sich mit der Analyse der biblischen Tropen. Ueber sein soeben beendetes Buch «Die Musik des Pentateuches» wird noch ausführlich zu berichten sein. Die junge Prager Pianistin Fuchs, die schon im Vorjahr bei Wiener zionistischen Veranstaltungen mitgewirkt hat und sehr viel Beifall fand, gibt am 6. Februar I. J. um ’(-8 Uhr abends im Kleinen Musikvereinssaal ihr erstes Wiener Konzert. Repertoire der «Wilnaer Truppe» (Theater «Astor», II., Praterstraße 60): Täglich: «Die Tage unseres Lebens», Komödie in drei Akten von Leonid Andrejew. Beginn 549 Uhr abends. Jehuda Ehrenkranz liest Montag, den 9. d., 8 Uhr abends, im großen Saale des Architektenvereines, I., Eschenbachgasse 9, aus den Manuskripten 18 ungedruckter Autoren. Karten von S 1.— bis 4.— in den Buchhandlungen Richard Lanyi, L, Kärntnerstraße 44, R. Löwit, I., Wollzeile 6 und M. Rath, II., Taborstraße 20 a. Hebräische und jiddische Lieder singt L Segall-Rosenbach (Tenor), Samstag, den 14. Februar 1931, um y28 Uhr abends im Konzertsaale des Industriehauses, Wien, I., Schwarzenbergplatz 4. Mitwirkend: Cellovirtuose Theo S a 1 z m a n n, Rezitator Sam. Schwager. Programm: Opernarien und altitalienische Gesänge von Gluck, Giordani, Ponchielli. Hebräische, jiddische Lieder und Volkslieder (Kompositionen und Volksliederbearbeitungen) von Engel, Milner, Kipnis, Roskin, Eistein u. a. m. Zu den Texten von Tschernichowski, Bialik, Reisen, Anski und Rosenfeld u. a. m. Ferner Cellovorträge und jiddische Vorlesungen. Am Klavier: Kapellmeister Max Kundegrabe r. Kartenvorverkauf: Zion. Bureaus: I., Kärntnerstraße 28, Tel. R 27-3-20; Bücherstube Rath, Wien, 11., Taborstraße 20 a, Tel. R 43-1-58. «Bemerkungen zu Organisation und Propaganda». Unter diesem Titel veröffentlicht eine der geistreichsten Frauen der zionistischen Bewegung, Dr. Mirjam Scheuer, eine kleine Broschüre im Verlag des Wizo-Verbandes der Tschechoslowakei. Der Titel, das sei vorausgeschickt, führt irre. Denn der Inhalt des zwei Bogen starken Schniftchens ist nicht mehr und nicht weniger als ein Lehrkurs der zionistischen Dialektik auf Grund der Erfahrungen, die die redegewandte Verfasserin als Leiterin propagandistischer Seminare in Prag und anderen Städten der Tschechoslowakei gemacht hat — ein Lehrkurs für Frauen, die schüchtern, rhetorisch ungeschult und in ihrem Zionismus zu gefühlsbetont sind. Ihnen wird in pädagogischem Aufbau die Waffe einer raffinierten','’ unsentimentalen, feingeschliffenen, ja, für den Gegner «gefährlichen»'zionistischen'Dialektik schlagsicher in die Hand gedrückt. Ein wenig überbetont ist die Ablehnung des Gefühls, in der Propaganda; es scheint fast, als schäme sich dte" Verfasserin allzusehr dieser weiblichen Schwäche. Sonst ist das Büchlein so lesenswert und anregungsreich, daß männliche und weibliche Propagandisten es mit gleichem Nutzen verwerten werden. * Dr. M. H. Ausstellung Anna Ticho. Die bekannte Malerin, Frau Anna Ticho aus Jerusalem, veranstaltet bei Wiirthle, 1., Weihburggasse 9, eine Ausstellung, die am 19. Februar eröffnet werden wird. Anna Ticho hat eben erst in Paris mit großem Erfolg ausgestellt. In einer Würdigung ihrer Kunst schrieb kürzlich H. H. Thon, daß ihre Landschaften, Pastelle, Portraits eine seltene Vereinigung von Kraft, herber Wahrheit und Zartheit zeigen und die Landschaften Palästinas in ihrer besonderen Eigentümlichkeit wiedergeben. Wissenschaftliches Sammelbuch zum Andenken an Oberrabbiner Prof. P. Z. Chajes. Die Hörerschaft des italienischen Rabbinerseminars in Florenz hat zum Andenken an den verstorbenen Professor am Seminar, Dr. P. Z. Chajes, der später Oberrabbiner von Wien und Präsident des zionistischen Aktionskomitees war, ein wissenschaftliches Sammelbuch herausgegeben. Dein Redaktionskomitee, das demnächst einen zweiten Samnielband zum Andenken an Professor S. Z. Margufies herausbringen wird, gehören Rabbiner Artom, der Professor an der Universität Florenz, Cassuto, und der Oberrabbiner von Triest, Dr. Zoller, an. Die Kosten der beiden Ausgaben trägt die Jüdische Gemeinde Triest. Verzögerung der Abreise der Habimah. Durch Gastspiele in Paris aufgehalten, hat die Habimah ihre Abreise um 14 Tage verschoben und fährt mit dem «S. S. Champollion» am 3. Februar ab Marseille direkt nach Jaffa zurück. Tagung des Jiddischen Pen-Klubs in Wilna. Im Hause des Jiddischen Wissenschaftlichen Instituts wurde eine Beratung der Sektionen des Jiddischen Pen-Klubs Warschaus und Wilnas abgehalten, an der die angesehensten jiddischen Schriftsteller Polens teilnahmen. Es wurde beschlossen, eine allgemeine Verwaltung aller jiddischen Pep-Klubs zu schaffen, die sich aus fünf New Yorker, fünf Warschauer und drei Wilnaer Schriftstellern zusammensetzen soll. Sitz des Zentralsekretariats ist Warschau. Jiddische PEN-Klubs sollen in Rumänien, Argentinien, Palästina und in anderen Ländern gegründet werden. Es sollen Preise für die besten Werke in jiddischer Literatur gestiftet werden. An die Mitglieder wird appelliert, überall für die Anerkennung der jiddischen Sprache und Kultur im jüdischen Leben wie nach außenhin zu wirken. Die Tagung beschloß, in möglichst kurzer Zeit einen jiddischen Kulturkongreß einzuberufen, an welchem sich Vertreter aller Kulturorganisationen der Länder init jüdischer Massenbevölkerung beteiligen sollen. Ausstellung der Salomonschen Sammlung in den International Art Galleries. Am Montag, den 26. Jänner wurde in London in den International Art Galleries eine Kunstwerke von sechs Nationen umfassende Ausstellung eröffnet, deren Erträgnis zur Unterstüzung von Kindern Invalider bestimmt ist. In besonderen Räumen ist die berühmte Sammlung Mr. Salomons, deren Wert auf 600.000 Pfund geschätzt wird, untergebracht. Die Sammlung Salomons, die hiermit zum ersten Mal der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, umfaßt etwa 1600 Gegenstände jüdischer Kleinkunst und jüdischen Kunstgewerbes, darunter Thorakronen, Cha* nukkah- und Sabbathleuchter in Gold- und Silberschmiedearbeit, mit kostbaren Edelsteineinlagen. Ewige Lampen, Räucherwerkbecken, Thorazeiger und Kidduschbecher, ferner eine Reihe von Unikaten illustrierter Bibelausgaben und Gebetbücher, spanische und holländische Drucke aus degt 16. Jahrhundert. t