Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 162 (5.2.1931)
- Date
- 1931-02-05
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 6 DIE STIMME "Nr. 162 — 5. Februar I93*i ein Stilen Prauengeschichte, Frauenrevohition und -evolution, das nicht nur Palästina, ja, selbst nicht nur die jüdischen arbeitenden Frauen, sondern die moderne arbeitende Frau aller Länder angeht und richtig eingegliedert werden muß in die Geschichte der modernen Arbeiterinnenbewegung. m. h. „Pioniere und Helfer" Soeben erreicht die Mitarbeiterinnen der W. I. Z. O. das erste Heft des neuen Jahrganges 5691-1931 der «Pioniere und Heiter», das diesmal in vergrößertem Format und mit neuern Titelblatte sich recht stattlich präsentiert. Der Inhalt ist wie im Vorjahre wertvoll, lehrreich und gediegen und bringt diesmal nach Art eines Bilderbogens einige Dokumente neuesten Wachstums und Fortschrittes des Wizo-Werkes aus Erez Israel, wovon die moderne, endlich zweckentsprechend ausgestattete neue Küche des «Hosteb (Hauswirtschaftliche Alädchenschule) in Tel-Aviv und die Bananenpflanzungen in Ness-Zionah besonders hervorzuheben sind. Eine politische Rundschau der Londoner Führerin Edith Eder bringt die Einleitung. Sehr erfreulich ist die Tatsache, daß ein so großer Teil des Blattes der Jugend gewidmet ist, was um so berechtigter und notwendiger erscheint, als seit Sommer 1930 die Mädchenbewegung des «Kontinentalbundes» sich als Jugenddezernat der «Wizo» angeschlossen hat. Unter den Aufsätzen, die der jüdischen Jugend Palästinas und der Galuth gewidmet sind, seien die wertvolle Darstellung von Dr. Lotte Hanemann, Jerusalem, über «Arbeitende und lernende Jugend in Erez Jsrael» und die umfassende Uebersicht in dem Artikel «Jüdische Jugendbewegung im heutigen Europa» von Dr. Martha Hofmann genannt. Das Heft enthält außerdem von seiten des Mitgliedes der Londoner Exekutive, Rom. Goodman, eine chronologische Darstellung der organisatorischen Vereinbarungen zwischen Jewish Agency und WIZO, die bekanntlich in letzter Zeit zur Anerkennung des Vertretungsrechtes der Frauen in den Körperschaften der Jewish Agency geführt haben, ln warmen Worten huldigt das Blatt der 70jährigen Führerin jüdischer Frauenarbeit Henrietta Szold, deren Bild einem zunächst auffällt, wenn man das stattliche Heft durchblättert. Auch sonst finden sich wertvolle Nachrichten, Notizen, Buchbesprechungen, wie die des Werkes von Ada Fischmann durch Dr. Nadja Stein, eine Würdigung der Festschrift «Zehn Jahre Wizo» sowie der Propagandabroschüre von Dr. Mirjam Scheuer, Teplitz, und ein kurzer Bericht über die Arbeit der verschiedenen Landesgruppen der Weltorganisation in den einzelnen Gebieten. Innere Zusammenstellung und äußere Ausführung der Nummer sind gleich gefällig und zeigen demjenigen, der die Entwicklung des Wizo-BIattes mittätig verfolgt hat, daß die Herausgabe dieser Blätter (die neuerdings durch F. Grubwieser, London, besorgt wird) auch jetzt in guten Händen ist. h. Karin Michaelis Aber den Adel des Judentums Die berühmte dänische Schriftstellerin und Vorkämpferin eines reinen Menschentums, Karin Michaelis, prägt in einer «Meine Juden» betitelten biographischen Skizze die folgenden charakteristischen Sätze: Jeder Mensch ist das Produkt seiner Vorfahren — die feinsten Ursprungsfasern seines Wesens reichen weiter zurück, als irgendein adeliger Stammbaum anzeigen kann. Mütte/licherseits stamme ich von einem Major von Schmidten ab, der 1743 aus Bayern nach Dänemark einwanderte. Väterlicherseits habe ich ausschließlich jütländische Pfarrer und Bauern als Vorfahren aufzuweisen. Soweit festzustellen, ist unsere Familie jedes jüdischen Einschlages bar, obwohl die Vorfahren mütterlicherseits schwarzäugig, dunkelhaarig und olivenfarbig waren. Vergebens habe ich gegrübelt, gefragt, geforscht, um auf jeden Fall jene Tropfen jüdischen Biutes herauszufinden, die es mir erklärlich machen könnten, daß seit meiner frühesten Kindheit die jüdische Rasse so weit anziehender auf mich wirkte als die nordisch blonde. Jedoch als ich mich später durch Augenschein davon überzeugte, daß viele bayrische Männer und Frauen, ohne doch semitischer Abstammung zu sein, dieselben Züge und Eigenschaften wie meine schöne Mutter besitzen, mußte ich mich damit zufrieden geben, reiner Nichtjude zu sein. Doch käme der Tag, der mich vom Gegenteil belehrte, der mir den Beweis davon erbrächte, daß auch nur ein winziges bißchen Semitenblut in meinen Adern fließt, so würde ich mich so stolz fühlen wie der Knappe, der den Ritterschlag empfangen. Zeitgemäße traditionelle Köche Wissenschaft und Technik haben in den letzten Jahrzehnten, so schreibt das Hamburger «Isr. Fam.-Blatt», wohl mehr noch als in früheren Zeiten Einfluß gewonnen auf das Leben jedes einzelnen. Sie haben das Dasein erleichtert und doch komplizierter gemacht, bereichert und doch größere Bedürfnisse geschaffen. Man hat weit mehr gelernt, Gefahren zu vermeiden, und doch neue heraufbeschworen. Keiner kann sich den Auswirkungen dieser fortschrittlichen Veränderungen entziehen; jeder wird vor die Aufgabe gestellt, sie für sich zu nützen nach seinen Kräften. Für den gesetzestreuen Juden bedeutet die Aufnahme jeder Neuerung in den Kreis seines Alltags meist ein Problem; denn es gilt, sie in Einklang zu bringen mit den Bestimmungen des Religionsgesetzes. Dem auf fester Ueberzeugung gegründeten Willen zur Erhaltung der Tradition ist es aber noch immer gelungen, Wege zu finden, um das gute Neue zu vereinen mit streng gesetzestreuer Lebensführung. Ein Gebiet, auf dem dies besondere Schwierigkeiten bereitet, ist die Küche, die durch die Speisegesetze stark gebvnden ist. Doch müssen auch hier immer wieder die Möglichkeiten gefunden werden, um an der Verbesserung und Fortentwicklung der Ernährungsweise im wissenschaftlichhygienischen und wirtschaftlich rationellen Sinne zu arbeiten. Denn eine richtige Ernährung verschafft uns das Kapital an Gesundheit und Kraft, das nötig ist, um die großen Aufgaben, die das Leben in Qegenwart und Zukunft an uns stellt, zu bewältigen. Damit nun die verantwortungsbewußte Hausfrau in ihrem Küchenbetrieb vernünftig reformierend wirken kann, muß sie vor allem über den augenblicklichen Stand der ernährungswirtschaftlichen Theorien orientiert sein. Sie muß wissen, daß eine gesunde Kost ungefähr die gleichen Allongen Eiweiß, Fett und Kohlehydrate enthalten soll. Auch sollte sie sich eine ausreichende Kenntnis des Gehaltes der Nahrungsmittel an Nährwerten, Salzen und Ergänzungsstoffen verschaffen. Sich über den Grad der Verdaulichkeit der einzelnen Fett-, Mehl- und Fleischsorten zu unterrichten, ist von großer Bedeutung. Die Hauptsache bleibt die richtige Zusammenstellung einer gemischten Kost unter Vermeidung einseitiger Ernährungsweise, wie z. B. einer überwiegend eiweißhaltigen Nahrung. Eine solche stellt der oft mit zu vielen Fleischmahlzeiten besetzte Küchenzettel dar. Vernünftigerweise sollte selbst der Mittagstisch mehrfach wöchentlich ganz fleischlos sein. Das hat dann für die rituelle Küche noch den Vorteil, daß anstatt des schwer verdaulichen Rinderfettes, Butter und Sahne, die beiden bekömmlichsten Fettarten, Verwendung finden können, und daß der Käse, eines unserer billigsten und dabei nahrhaftesten Nahrungsmittel, zu den Hauptmahlzeiten genossen werden kann. Solche «milchigen» Menüs brauchen an Sättigungs¬ und Nährwert absolut nicht hinter einem gediegenen Fleischessen zurückzustehen. Die verwendeten Gemüse müssen nur küchentechnisch vernünftig behandelt werden, so daß die in ihnen enthaltenen Nährwerte an Vitaminen, Mineralsalzen und Eiweiß nicht durch unzweckmäßige Zubereitung geschädigt oder vergeudet werden. Ganz falsch ist jedenfalls das Abkochen oder Brühen in Wasser. Mehr noch als das schon immer bekannte Dämpfen in Fett empfiehlt sich das Garkochen im strömenden Dampf. Man benutzt hierzu enien Siebeinsatz, der in einen mit ganz wenig Wasser versehenen Topf eingestellt wird, und das Gemüse aufnimmt. Topf und Sieb können «minnich» gehalten und das gegarte Gemüse später je nach seiner Verwendung zur Fleisch- oder Milchmahlzeit mit Fett oder Butter und Sahne fertiggestellt werden. Tm letzteren Falle behandelt man es am besten nicht wie eine Zuspeise, sondern bereitet daraus durch Gratinieren oder Füllen ein ansehnliches Gericht, das als Hauptgang eine außerordentlich sättigende Wirkung hat. Wie wir hier gezeigt haben, daß durch die stärkere Einführung «milchiger» Mahlzeiten in der rituellen Küche zeitgemäße Ernährungsgrundsätze zur Anwendung gelangen können, so lassen sich aus den verschiedensten Systemen noch andere Reformen ableiten. I Radio, Grammophone, Schallplatten 1 I Neueste Marken, auch Umtausch älterer Apparate. fl B Zanlungserleichterung, Radiohaus “Elphora“ 2 fl I., Dominikanerbaslei Nr. 22, Telephon Nr. R-24-4-16 fl Gründung des Jung-Wizo-Klubs Unter den Auspizien der Organisation zionistischer Frauen Oesterreichs, in Anwesenheit der Präsidentin, Frau Sophie Löwenherz, hat sich kürzlich, wie bereits berichtet, der Jung-Wizo-Klub gebildet; der Verein ist jetzt schon im Begriff, eine großangelegte Propaganda ins Leben zu rufen. Der Plan geht dahin, junge jüdische Mädchen und Frauen, die bis nun der zionistischen Bewegung ferngestanden sind, für alle Arbeitsgebiete der Weltorganisation zionischer Frauen (Women’s international Zfonist Organisation) zu gewinnen, sie zu Gruppen zu vereinen und für das Palästina-Aufbauwerk zu erziehen. So vw'rd dieser jüngste Klub bestrebt sein, neue Kräfte aus der Mitte des indifferenten Judentums zu erfassen, sie für unser hohes Ziel Erez Israel anzueifern, Kulturarbeit und Geselligkeit zu pflegen. Jung-Wizo wird für Vorträge über alle aktuellen Probleme des jüdischen Lebens hervorragende Persönlichkeiten unserer Bewegung als Prelegenten beistellen und kostenlose Sprachkurse für englische und hebräische Sprache wie auch praktische Kurse über die modernen Fragen des Alltags abhalten. Die Konstituierung dieser Verbindung, die üuren ehrliche Begeisterung zur heiligen Sache geschaffen unct uner Anregung der Frau Hansi Kohn auch hier in Wien gegründet wurde, darf mit wahrer Freude begrüßt werden, denn sie dient der Pflege und Förderung des Zionismus und schafft neue Horizonte für die Zukunft unseres Volkstums. Es ergeht aber gleichzeitig ein warmer Appell an alle jüdischen Mädchen und jungen Frauen, die Ernst und Sinn für die einzigartige Renaissancebewegung ihres Volkes besitzen, in Massen diesem von. hohen Zielen getragenen Jung-Wizo-Klub beizutreten, für ihn wirksame Werbearbeit zu leisten, die weitesten Kreise heranzuziehen und anzuregen, um unseren Zweck des «Heimfindens» von der großen Zerstreuung durch die hoffnungsvolle Jugend zu erreichen. Ottilie Gröbl. Zionistische Frauengruppe XIX. Dienstag, den 10. Februar 1931, halb 9 Uhr abends, findet im Cafe Döblingerhof, XIX., ßillrothstraße 49,. ein Vortrag der Frau Dr. Cyla Waldmann über das Thema «Anstand und Umgangsformen in der jüdischen Antike» statt. Gäste herzlich willkommen. Die Mädchengruppe «Dworah» veranstaltet am 8. März eine Purim-Redoute. Organisation Zion. Frauen Oesterreichs. Sonntag, den 8. Februar: Führung durch die Kollektiv-Ausstellung, Prof. Jehudo Epstein. Treffpunkt: präzise viertel 10 Uhr vorm., I., Dorotheergasse 11 (Palais Miethke). Die zionistische Frauengruppe Prater hat ihre Tätigkeit in diesem Semester mit der Eröffnung des Kindergartens begonnen und dann auch die Oneg-Schabath-Nachmittage eingeführt, die unter den örtlichen Verhältnissen mit großen materiellen Opfern verbunden sind. Um diese Oneg-Schabath- Nachmittage haben sich in besonders dankenswerter Weise Frau Halpern und Frau Scherzer bemüht. — Ferner wurde eine Chanukkah-Feier veranstaltet, die einen höchst anregenden Verlauf nahm. — Am 1. Februar wurde unter der Leitung des Kapellmeisters Max Lampel ein Kinderchor gebildet. — An demselben Tag fand eine Chamischa-Assar- Feier statt, zu der auch die Kinder des Oneg Schabath, der Schwestergruppe der «Dworah» geladen waren. Frau Halpern sprach in eindrucksvoller Weise über die Bedeutung der Chamischa-Assar-Feier, worauf unsere Kinder mit schönen Rezitationen und Vorlesungen die kleinen Gäste unterhielten. Zum Schlüsse hat unter der Führung des Herrn Kollek der Jungwanderbund «Erez Jsrael» einen Film seiner Wanderschaft vorgeführt, der bei den Kindern großen Jubel auslöste. Die Kinder wurden sodann mit Obst und Süßigkeiten beschenkt. Vortrag Cyla Waldmann. Im neuen Vortragssaal der V. Z. M. sprach am 25. d. M. im Rahmen der Organisation zionistischer Frauen Oesterreichs WIZO Frau Cyla Waldmann über das Thema «Anstands- und Umgangsformen der jüdischen Antike». In anmutiger Weise brachte Frau Cyla Waldmann viel Wissenswertes aus dem Leben und den Sitten der alten Hebräer zum Vortrag. Das hohe Niveau unserer uralten Kultur wie auch das umfangreiche talmudische Wissen der Vortragenden verschafften allen Teilnehmern einen außerordentlich angenehmen und anregenden Abend. ooooooooocxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx» Juden! Kaufet Palästina-Produkte! Jaffa-Orangen Jaffa-6rap« Fruiis Karmel Wein« Chedera-Honlg Palästina Olivenöl (Schemen) liefert za billigen Preisen direkt ins Bane SAMUEL HALPERN II., PBrstergasse 6; Tel. R-40 4-12 Orangen-Preise: Pakete za 15. 18, 23 a. 26 St. S 6.80 Originalkisten zu 60, 60, ’ib n. 90 St. . S 19.— Verhandlungen der Jewish Agency und der Agudas Jisroel Berlin. (J. T. A.) Am 20. Jänner tagte in Berlin unter Vorsitz von Rabbiner Dr. Baeck zum ersten Mal die von der Jewish Agency und der Agudas Jisroel eingesetzte gemeinsame Kommission, die die Fragen der Zusammenarbeit prüfen sollte. Es bestand Einverständnis darüber, daß die Beschlüsse der Kommission lediglich als Empfehlungen zu betrachten sein werden und der Genehmigung der beschlußberechtigten leitenden Organe der Jewish Agency bezw. der Agudas Jisroel unterliegen. Die Sitzung behandelte zunächst die Frage des Eintritts der Agudas Jisroel in die Jewish Agency. Bezüglich der j religiösen Grundforderungen würde die Agudas Jisroel sich als befriedigt erklären, wenn der über die Wahrung der Religionsgesetze im öffentlichen Leben gefaßte Beschluß des 12. Zionistenkongresses in die Verfassung der Jewish Agency aufgenommen werde und in einer noch zu besprechenden Weise Garantien dafür geschaffen würden, daß seine Durchführung gesichert wäre. Bezüglich der von Agudas Jisroel geforderten Abtrennung des Kulturwerkes von der Arbeit der Jewish Agency würde sich eine wesentliche Erleichterung vielleicht ergeben, wenn der aus anderen Gründen zur Diskussion stehende Plan einer Uebcrleitung des Schulwerkes auf den Jischuw sich realisierte. Bezüglich einer Kooperation, der an sich weit geringere Hindernisse im Wege stehen, wurde folgendes besprochen: Ohne die Frage der grundsätzlichen Stellung der beiden Gruppen zu erörtern, wird es als ein Gebot der Zeit anerkannt, daß außenpolitische Eingaben von seiten der Agudas Jisroel bis auf weiteres nicht eingereicht werden sollen. Die Jewish Agency wird dies dadurch erleichtern, daß sie die Agudas Jisroel über die politischen Vorgänge, soweit nicht Diskretion vorgeschrieben ist, informiert. Unter der Voraussetzung, daß diese Zusammenarbeit sich bewährt, würde ein Zusammengehen auf wirtschaftlichem Gebiete als nicht zu schwierig angesehen werden. Detailfragen, die sich hier ergeben, sollen in einer nächsten Besprechung nach Ablauf einiger Wochen behandelt werden. In aller Kürze Herr J. Th. Cohen van Siraaten, der Vorkämpfer für das liberale Judentum in Holland und frühere Herausgeber der Wochenschrift «Das alte Volk», ist am 28. Jänner in Amsterdam gestorben. * Der Sejmabgeordnete Jizchak Grünbaum wurde in Paris von Baron Edmond de Rothschild empfangen. * In der Budgetdebatte im polnischen Sejm wurde vom jüdischen Abgeordneten Dr. Rosmarin festgestellt, daß kein einziger Jude heute im Post- und Telegraphenwesen Polens beschäftigt ist. * Die Jewish Agency hat den Angehörigen des indischen Mohammedanerführers Mohammed Ali, der kürzlich in Jerusalem bestattet worden ist, kondoliert. * Die italienische Staatsbank Banca di Roma hat beschlossen, in Tel-Aviv eine Filiale zu eröffnen. * ln Tripolis wurde eine Gesellschaft zur Verbreitung der hebräischen Sprache und Kultur gegründet. Sie heißt Ben Jehuda. * In Budapest ist der jüdische Oberst Adolf Trajan gestorben. Der bekannte jüdische Gelehrte Prof. Giorgio del Vecchio wurde zum Mitglied des Direktoriums der faschistischen Partei Italiens ernannt. * Der Präsident der litauischen Republik Smetona hat auf einer Konferenz litauischer Pfadfinder eine Ansprache gehalten, in der er die antisemitische Bewegung scharf verurteilte. ♦ Eine jüdische Volksschule in Rom, die den Namen verstorbene^ jüdischen Senators Prof. Vittorio Polacco trägt, hat in der Schießkonkurrenz der faschistischen Jugendorganisationen den ersten Preis errungen. * Am vergangenen Sonntag wurde auf dem jüdischen Friedhof zu Klein-Krotzenburg eine Schändung und Beschädigung vieler Gräber festgestellt. Es ist dies die 98. Fried* hofschändung. * Das Schöffengericht in Essen hat fünf völkische Syna» gogeoatttrarer zu mehrmonatigen Gefängnisstrafen verurteilt «.