Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 160 (22.1.1931)
- Date
- 1931-01-22
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3053752-3053911-3053914--2145-3057551- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Sette 8 DIE STIMME Nr. 160 — 22. Jänner 19al Lord Melchett — ein Freund des Jüdischen Nationalfonds Von Dr. E. M. Zweig (Jerusalem). Lord Melchett, der Industriemagnat, der hochangesehene britische Staatsmann und ehemalige Gesundheitsminister, der Mann, der sich auf der Höhe seiner wirtschaftlichen und politischen Erfolge zum jüdischen Volk bekannt und dessen Palästina-Sehnsucht sich zu eigen gemacht hat, ist nicht mehr, Wir leben in einer düsteren Zeit, da die Regierung Großbritanniens sich in ihrem Weißbuch vom Oktober 1930 mit den Angriffen des Simpson-Reports gegen das Werk des Keren Kajenreth Leisrael in Palästina identifiziert hat. Da wird es alle Zionisten interessieren, wie Lord Melchett gerade zu dieser nationalen Institution gestanden ist. Bekanntlich ist es eines der Verdienste Dr. Chaim Weizmanns, Lord Melchett, der damals noch Sir Alfred Mond hieß, in den Stürmen des ausgehenden Weltkrieges für uns gewonnen zu haben. Mond sah sich damals bewogen, seine neuerwachte Liebe zum jüdischen Volk durch opferfrohe Tat zu bekunden, durch die Tat für jene Institution, die dem Palästina-Aufbauwerk als Pionier auf allen Gebieten den Weg gebahnt hat. Am 1. November 1919 versprach Sir Mond, der auch hier dem Rat Dr. Weizmanns folgte, dem K. K. L.- Hauptbureau, das damals seinen Sitz noch im Haag hatte, ihm im Laufe der Zeit für die Bodenkaufaktion den — nach damaligen Begriffen riesigen — Betrag von 25.000 Pf. Sterl. bereitzusteren. Durch die Zweckbestimmung seiner Spende erwies er sich als wahrer Wegweiser, denn erst im Juni 1920 wurde bei der Londoner Jahreskonferenz beschlossen, die Tätigkeit des K. K. L. auf Bodenkauf zu konzentrieren. Im Frühjahr 1919 erf/oß die erste Spendenrate von 5000 Pf. Sterl. Im Juli 1920 sah er sich durch das Dahinscheiden seiner geliebten Mutter, Mrs. Ludwig Mond, dazu veranlaßt, die zweite 5000-Pf.-St.-Rate zu erlegen. Die Begleichung der dritten ebenso hohen Rate erfolgte dann im Juli 1923 über Vorschlag des K. K. L.-Hauptbureaus, um die Erweiterung des Areals von Chittim nächst dem Tiberiassee zwecks Gründung der Kolonie strenggläubiger Juden dortselbst zu ermöglichen. Und unter dem Eindruck der ständig von ihm eingeholten Tätigkeitsberichte des K. K. L.-Hauptbureaus machte Lord Melchett 1929 den Rest von 10.000 Pf. Sterl. seiner großherzigen Schenkung flüssig. Hiervon bestimmte er 9000 Pf. Sterl., um dem K. K. L. die Ueberführung der Haifa-Bay-Böden, deren Wichtigkeit für die Entwicklung dieser Hafenstadt und künftigen Industriemetropole gerade Melchett klar erkannte, in das Volkseigentum zu erleichtern, und 1000 Pf. SterL als Beitrag für den Balfour-Wald in Ginegar, unr diesen ecften Briten, diesen unentwegten Freund des jüdischen Volkes und seines Nationalheims, gebührend zu ehren. „Der Verblichene war reichbegabt, nicht nur mit dem praktischen Sinn des weitblickenden Kaufmanns, sondern nach Art eines wahren Juden zugleich mit dem hochfliegenden Streben nach dem Ideal der Gerechtigkeit Hierzu kam die Fülle der Erfahrung, die er inr Verkehr mit so vielen Menschen, darunter Großen seiner Zeit, erworben hatte. All diese Gaben stellte Mond bereit willigst in den Dienst seines Volkes und jener Institutionen, die sich dessen nationaler Renaissance gewidmet hatten. Für Monds Voraussicht ist ein Gespräch bezeichnend, daß er, als er 1923 Palästina bereiste, mit Ussischkin hatte. Als dieser und die leitenden Beamten des Hauptbureaus auf Sir Mond eifrig einsprachen, um die vermeintlichen Bedenken des Industriefürsten gegen das soziale Programm des Keren Kajemeth zu beschwichtigen, antwortete er in seiner humorvollen Art, diese Beeinflussungsversuche wären verlorene Liebesmüh’. Denn seiner Meinung nach könne der K. K. L. gar nicht solid genug sein. Ja, er habe Bedenken gegen den K. K. L., aber die gingen in ganz anderer Richtung. Der K. K. L. biete nämüch dem bösen Willen, etwa einer feindselig gestimmten Regierung, eine zu breite Angriffsfläche. Eine solche Regierung könne den Mut aufbringen, den geschlossenen Landbesitz des K. K. L. anzugreifen, während sie gewiß davor zurückschrecken würde, so und so viele jüdische Privateigentümer zu belästigen und sich dadurch dem Vorwurf offener Parteilichkeit preiszugeben. Schließlich beruhigte sich Mond einigermaßen mit unserem Einwand, daß ja die Aufteilung der K. K. L,-Böden an Hunderte und Tausende Erbpächter den gleichen Schutz gegen solche Störungsversuche verspreche. Wie recht hatte Mond mit seinem PessimismusI Aber an unserem Aufbauwerke und an unserem endlichen Sieg hat er niemals gezweifelt. Die ungezählten Freunde des Keren Kajemeth Leisrael ln aller Weit, die sich zur Stunde der Gefahr ergebener denn je um ihn scharen, werden dem aus unserer Mitte gerissenen Bruder, Lord Melchett, für seine vorbildliche Gesinnung und ‘seine beispielgebende Tat Treue um Treue wahren. Ein freimütiges Bekenntnis Es ist bekannt, daß auch zahlreiche Abgeordnete der englischen Regierungspartei gegen das Weißbuch Stellung nehmen. Zu ihnen gehört auch der Abgeordnete Daniel Hopkin, der in «The New Palestine», dem offiziellen Organ der amerikanischen zionistischen Organisation, u. a. schreibt: cDas Weißbuch ist keine Interpretation des Mandats. Die einzige autoritative Interpretation stammt von Lord Halsham und John Simon. Solange die englische Regierung nicht in der Lage ist, nachzuweisen, daß diese beiden hervorragenden Juristen der Meinung der Regierung beigetreten sind, ist es zu erwarten, daß die Mandatskommission die englische Politik noch schärfer verurteilen wird, als letzthin, und England wird in Genf in eine schwierige Lage geraten,» Hopkin weist nun das an den Juden durch das Weißbuch begangene Unrecht nach, erklärt, daß das Weißbuch unmögflch die Basis weiterer Zusammenarbeit mit der Regierung sein könne, und schließt wie folgt: «Ich kann sehr wohl unsere Freunde verstehen, die da sagen, daß dieses Weißbuch nicht mit Sidney Webb (Lord Passfietds früherer Name — Die Red.) identifiziert werden kann und daß es zweifelhaft ist, ob Lord Passfield etwas damit zu tun hatte. Es besteht die Hoffnung, daß Palästina als Nationalheim für die Juden aufgebaut werden wird; ich bin aber überzeugt, daß der Weg dazu nicht durch das Weißbuch gefunden werden kann.» Die Palästina Debatte im englischen Unterhaus Wie erinnerlich, hat vor einigen Wochen die lange erwartete Palästina-Aussprache im englischen Unterhaus stattefunden. Das Bureau der Jewish Agency in London hat ln ankenswerter Weise den stenographischen Bencnt über diese Debatte in deutscher Uebersetzung erscheinen lassen. Die Lektüre dieser Schrift ist überaus interessant und wichtig; sie vermittelt dem Zionisten die unmittelbarste Information über die Auffassung der Palästina-Politik in den maßgebenden Kreisen der englischen Staatsmänner und Politiker. Die Schrift ist beim Keren-Haiessod für Deutschland. Berlin W 15, Meinekestraße 10, erhältlich. Das Bureau des Uestcrreichischen Keren-Hajessod (Wien, I., Kftrntnerstraße Nr. 28, Tel. R-27-4-20) hat sich bereit erklärt, Bestellungen entgegenzunehmen. Preis S 2.50. 20 jahrfeier des Vereines der Letnberger Die rührige und auf dem Gebiete der sozialen Hilfe bestbekannte Vereinigung der in Wien wohnhaften Lemberger veranstaltete Samstag, den 17. Jänner, im Festsaal des Hotel Continental eine Jubiläumsfeier, die in jeder Beziehung als äußerst gelungen bezeichnet werden kann. Anwesend waren unter anderen der polnische Gesandte Doktor Bader, der Generalkonsul Morawski, der Konsul Chelmirski, Generalsekretär der polnisch-österreichischen Handelskammer Widinski, Sekretär Dr. April, Vizepräsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, Dr. Joset Löwenhefz, Mitglied des zionistischen Landeskomitees Dr. S. Finkelstein. Rabbiner Dr. Mehrer, Dr. Merwin, Dr. Pöller, Notar Dr. Reichert u. v. a. Nach einer Begrüßung in polnischer Sprache durch Herrn Dr. Sem Wolf begann die Festakademie, an der hervorragende Kunstkräfte teitnahmen. Frau ür. Pia Klein war eine scharmante Conferenciere und stellte dem Publikum folgende Mitwirkende vor: Prof. Hermann Ehrlich. Pianist. Opernsänger D. Oabel (begleitet von Prof. Otto W a 1 d n e r), die Diseuse Ada Kelsen, die Konzertsängerin Albine Eigarden, Awin-Grad, die Liedersängerin Vera S t o j a n o w i c, den bekannten Humoristen Josef B a a r, die ausgezeichnete, blutjunge Tänzerin Liesl Berg vom Bodenwieser-Ensemble, Berti Bef» k o w i c, den Bariton Edi Mühlstock (am Klavier von Frl. Gerda K r e 111 e r begleitet) und den Grotesktänzer Bobby Lewis E r n e s t. Die anschließende Tanzunterhattung, zu der die ausgezeichnete Jazzkapelle The Wineappleband vom Schwarzenbergkasino aufspielte, steigerte noch mehr die frohe Stimmung der Anwesenden und endete erst in den frühen Morgenstunden. lUeraiur/Kunst/Theater IV. Hebräisches Konzert Wie bereits bekannt ist, findet am 1. Februar d. J. im Großen Saale des Konzerthauses, das IV. Hebräische Konzert des Jugendvereines «Erez Israel» statt, bei welchem unter anderen Kammersänger Hans Duhan, Prof. Hugo Gottesmann, Prof. Juliusz W o 1 f s o h n, Hanna Schwarz, das Wiener Symphonieorchester unter Leitung Prof. Martin Spörrs, sowie des Jüdischen Gesangsvereines mitwirken. Um der breiten Öffentlichkeit Gelegenheit zu geben, diesen schönen Abend zu besuchen, wurden nachstehende Vorverkaufsstellen eröffnet: Kartenbureau «Aida», II., Taborstraße 1; Bücherstube Rath, IL, Taborstraße 20 a; Konzerthaus, UL, Lothringerstraße 20; Zion. Bureaus, I., Kärntnerstraße 28; Kammerrat M. Kohn, VI, Mariahiiferstraße 101; Herrn. Greif, VI., Gumpendorferstraße 93; Sporthaus Fischnrann, X., Viktor Adlerplatz 1; Zion. Sekt. Leopoldstadt, II., Zirkusgasse 33. Neuerscheinungen zur politischen Lage Memorandum on the «Report of the Commission on the Palestine disturbances of August 1929» bv Leonard Stein, May 1930. Herausgeber: Jewish Agency for Palestine, 77, Great Russell Street, London, W. C. 1. Preis: Rm. 1.50. Immigratipn and Prosperity. — The Effects of the Jewish Immigration into Palestine on the Economy of the country in general and on the Prosperity of the Arab populatlon in particular. Evidence prepared for the Palestine Commission of Inquiry by S. Hoofien, March, 1930. Herausgeber: The «Mischar w’Taassia» Publishing Co. Ltd. Tel- Awiw. Preis: Rm. 0.50. Die Entwicklung des Jüdischen Nationalheims in Palästina. — Memorandum der Britischen Regierung im Mai 1930, überreicht von der Jewish Agency für Palästina. Preis: Rm. 1.50. Palestine — Land Settlement, Urban Development, and Immigration. — Memorandum submitted to Sir John Hope Simpson, C. I. E., Special Commissioner of M. M. Goverment, July, 1930, Herausgeber: Jewish Agency for Palestine, London. Preis: Rm. 1.—. Weißbuch über Palästina. — Erklärung der britischen Regierung über ihre Palästina-Politik im Oktober 1930 vom Staatssekretär für die Kolonien dem Parlament unterbreitet. (Uebersetzung aus dem Englischen.) Herausgeber: Jewish Agency for Palestine, London, 1930. Preis: Rm. 0.50. Palästinadebatte im englischen Unterhaus. — Stenogra- Bhischer Bericht über die Verhandlungen im englischen Unterhaus vom 17. November 1930. (Uebersetzung aus dem Englischen.) Herausgeber: Jewish Agency for Palestine, London. Preis: Rm. 1.50. Buchbesprechungen Tacitus redivlvus: «Die große Trommel. Leben, Kampf und Traumiallen Adolf Hitlers.» 155 Seiten Oktav. 1930, Berlin, Deutsch-Schweizerische Verlagsanstalt. Kartoniert RM. 3.80. — Dieses Werk ist die erste, nicht durch die parteipolitisch getrübte Brille der Anhänger gesehene ausführliche Schilderung des Lebens Adolf Hitlers. Die Entwicklung des im Brennpunkte des internationalen und nationalen Interesses stehenden Führers der N. S. D. A. P. wird von Tacitus redivivus spannend und so aufklärend geschildert, daß dem Leser keine Zweifel bleiben. Der Autor verfügt Uber ein geradezu verblüffendes Material, so daß man bei der Sachkenntnis, mit der dieses Werk geschrieben ist, zweifelsohne annehmen muß, das Pseudonym Tacitus redivivus verberge einen mit dem deutschen Parlamentarismus bestens vertrauten Historiker. Hier wird zum ersten Male kritisch der Werdegang des Nationalsozialismus unter die Lupe genommen, betrachtet am Werdegang Adolf Hitlers. Klar wird, daß er, der eigentlich Pastor werden sollte, seinen Beruf verfehlt und Parteiführer wurde. Hans Ellenberg: Orient. Mitteldeutsche Verlags-A. G., Halle. — Verfasser wuchs im Orient auf und besuchte ihn — die Türkei, Griechenland, Palästina und Aegypten — vor kurzem wieder. Er ist voll Begeisterung — aber für alles Jüdische ist er blind; dafür sieht er das Arabertum mit rosigen Brillen. Das Reisebuch wirkt wie ein Geschichtsbuch, von einem Pastor geschrieben, der fieissig Bibelzitate anbringen will. R. S. Colin Roßt Dl« Wett auf der Wange. P. A. Brockhaus, Leipzig. Mark 3.25. — Während der letzten Jahrhunderte hat der Willenswirbel Europas das Antlitz der Welt geformt Neue W'iUensbaiiungui langen an, ihre Kreise zu ziehen, solche fremder Rassen. Es ist Zeit, daß wir aursenauen und au? der Enge unseres Alltags rechtzeitig gewahr werden, daß die Erde in eine neue Phase eintritt, deren Ablauf wir bestimmen können, wenn wir uns entschließen wollen. Alan Wird das buch mit Genuß iesen und Zionisten werden aus ihm sogar lernen können. «Durch den Kaukasus zur Wolga» von Fritjof Nansen. Mit 42 Abbild, und 1 Karte. Mark 8.50. F. A. Brockhaus, Leipzig. — Nachdem der große Forscher die vom Völkerbund Übertragene Aufgabe — die Fürsorge für die armenischen Flüchtlinge — durchgeführt hatte, kehrte er durch den Kaukasus und das Wolgagebiet in seine Heimat Norwegen zurück. Es ist ein eigenartiges Stück Erde, diese angebliche Heimat der Menschheit. Alle Rassen des Orients und des Okzidents geben sich dort ein Stelldichein, alle Richtungen und Sekten des Christentums und des Islams finden dort ihre fanatischen Bekenner, und unvermittelt stehen sich Altertum, Mittelalter und die neue Zeit gegenüber. Männer tragen Helm, Eisenhemd, Schwert und Speer zu blutigem Ernst. Zwei Schritte weiter kann man sich mit einem Sowjetkommissar über Erdölquellen, Starkstromleitungen und Karl Marx unterhalten, ln eine Unzahl von Stämmen zersplittert, kämpfen die Bergvölker des Kaukasus einen seit Jahrtausenden ununterbrochenen Kampf unter sich und gegen eine karge Natur. Neben der manchmal grauenerregenden Brutalität der kaukasischen Geschichte steht in Nansens Reiseschiiderung das Heute mit seinem Wollen und seinen Zielen.* Die letzten Abschnitte des Buches sind «Mütterchen Wolga» gewidmet. Riesige Fischerflotillen erbeuten alHährlich Millionen von Fischen. Wir sind in der Heimat des Kaviars, und auch de Heringsfischerei des nördlichen Kaspischen Meeres und der Wolga ist sehr ertragreich, fast so lukrativ wie die der ganzen Nordsee. Die lebendig empfundene Landschaft, der Mensch mit seinem Tun und Treiben, mit seiner Geschichte und seiner Zukunft bilden in dem letzten Buch Nansens die natürliche unlösliche Einheit und machen es mit den prächtigen Bildern zu einem Vorbild moderner Reisebeschreibung. s. Der Habimah-Abschled von London. Mit einer Matinee- Aufführung von Calderons «Kether David* verabschiedete sich das berühmte hebräische Ensemble «Habimah» vom Londoner Publikum. Alle Zeitungen stellen fest, daß «Habimah* unvergeßliche künstlerische Erinnerungen hinterläßt. Nach der letzten Vorstellung, der zahlreiche englische Schriftsteller und Bühnenkünstler beiwohnten, hielt Dr. Weizmann eine Ansprache, in der er dem Emsemble den Dank dafür aussprach, daß es durch seine hohe Kunst dem jüdischen Volk und der hebräischen Sprache Ehre gemacht hat. Der hervorragende englische Bühnenleiter Mr. Cockrain sprach im Namen der englischen Schauspieler und Regisseure, die von der Habimah viel gelernt haben. — ln London bildete sich ein Komitee von Freunden der «Habimah», dem Dr. Chaim Welzmann als Ehrenpräsident und außerdem Lady Erleigh, Mrs. Philipp Snowden angehören, und das das Ziel hat, gleich dem Berliner und dem palästinensischen Habimah-Komitee für die weitere Existenz des berühmten hebräischen Ensembles zu sorgen. Alexander Moszkowskis 80. Geburtstag. Der philosophische und humoristische Schriftsteller Alexander Moszkowski, genannt «der iachende Philosoph», feierte am 15. Jänner 1931 seinen 80. Geburtstag. Die deutsche Tagespresse feiert Moszkowski in längeren Artikeln, in welchen darauf hingewiesen wird, daß der ausgezeichnete Humorist und Schöpfer des literarischen Typus Anton Notenquetscher auch ein Autor ist, der sich mit den schwierigsten Problemen der Philosophie herumgeschlagen hat, mit Quantität und Unendlichkeit, mit Kausalität und Kontinuität. In der Sprachkritik durfte er mit Fritz Mauthner Zwiesprache hatten, and er ist derjenige, der früh Einsteins Bedeutung erkannt wid ln einem populären Einsteinbuche breiten Schichten klar gemacht hat. — Alexander Moszkowski wurde 1851 In Pillen. Polen, geboren. Er schrieb u. a. auch «Der jüdische Witz unq seine Philosophie» und eine Autobiographie «Panoramr meines Lebens». Er ist ein Bruder des 1925 in Hans ver storbenen hervorragenden Pianisten und Komponisten Moritfe Moszkowski. Von Eucardio Momiglhmo, einem bekannten italienischen Rechtsanwälte, der Präsident der zionistischen Organisation in Mailand ist, erschien eine Cromwell-Biographie. Lord Byrons «Hebräische Melodien» wurden von Nathan Horowitz, London, ins Hebräische übersetzt. Konzert J. Segal-Rosenbach. Samstag, den 14. Februar 1931, sängt Konzertsänger J. Segal-Rosenbach im Konzertsaale des Industriehauses, Schwarzenbergplatz 4, hebräische und jiddische Lieder, ferner Opernarien und deutsche und italienische Lieder. Begleitung der Gesänge Kapellmeister Max Kundegrab er. Beginn präztM Zz8 Uhr abend6.