Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 159 (15.1.1931)
- Date
- 1931-01-15
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nt. 159 — 15. Jaimer 1931 DIE STIMME Seife« Zionistisches Leben ln Wien Zionistisches Landeskomitee für Oesterreich Sprechstunden des Organisationsreferates jeden Sonntag vormittags von 3 bis 12 Uhr im Büro, I., Kärntnerstraße 28, lei. R 27-4-86. Mitteilungen der Hauptwahfkommission Es wird hiermit bekannt gegeben, daß die Wahlen zum XVII. Ziouistenkongieß nicht am 2. Februar, sondern am Dienstag, de.* 3. Februar 1931 in der Zeit #ou o bis 10 Uhr abends Mattfindcn. Oer Termin für die Einziehung der Wafdvorschläge wurde bis zum 2s». d. IW. verlängert. Sitzung des Parteirates Am Samstag, den lü. d. M., fand eine Parteiratssitzung statt. Der Präsident des Landeskomltees referierte über die bisherige Tätigkeit des Lamleskumitzes; der Bericht wurde mit Dank zur Kenninis genommen. Wegen Festsetzung des Termines de3 außerordentlichen Delegiertentages mit der Tagesordnung Landespolitik entwickelte sich eine längere Debatte. Es wurJe der Beschluß gefaßt, den Delegiertentag für Sonntag, den 8. Februar 1931 einzuberufen. Sollte die Kongreßwahl Jedoch verschoben werden, so findet der außerordentliche Delegiertentag am Sonntag nach der Kongreßwahl statt An die Zionisten des!., 12., 13., 14., 15., 18. und 19. Bezirkes Immer dringt die Auffassung von der erhöhten Bedeutung einer schlagkräftigen zionistischen Organisation durch. Unsere Idee, die jüdische Freiheitsidee, muß wieder in die jüdischen Gassen von Haus zu Haus getragen werden. Der Aufbau Palästinas muß durch uns, das zionistische Hinterland gestützt und aktiv gefördert werden. Beides kann nicht durch vereinzelte Menschen, sondern nur durch den Zusammenschluß in einer starken und gefestigten Organisation geschehen, die, von Ernst und Willen beseelt, sich der Verantwortung ihrer Aufgabe dem Judentum gegenüber bewußt ist. > Die Tätigkeit in den obengenannten Bezirken wurde wieder aufgenommen. Wir richten daher an die in diesen Bezirken wohnhaften Zionisten den dringenden Appell, sich für die Mitarbeit zur Verfügung zu stellen. Es darf keinen Zionisten geben, der außerhalb unserer Reihen steht, denn nur das Gefüge einer starken Organisation kann uns die nötige Schlagkraft geben. Also nochmals, auf zur Mitarbeit! Wir ersuchen alle, die sich der Bedeutung unserer Aufgabe bewußt sind, sich zur Arbeit im Zionistischen Büro, Wien, I., Kämtnerstraße 28, Tel. R 27-4-86, zu melden. Versammlungen finden statt: XII., XIV. und XV. Bezirk: Dienstag, den 20. Jänner, 8 Uhr abends, großer Festsaal, XV., Herklotzgasse 21. Redner: Dr. Desider Friedmann: «Die Grundlagen des Zionismus». XIX. Bezirk: Dienstag, den 20. Jänner, Cafö Döblingerhof, XIX., Bülrothstraße. Redner: Dr. Oskar Grünbaum: «Die Lage im Zionismus». XVIII. Bezirk: Montag, den 26. Jänner, Caf6 Währingerhof, XVIII., Währingerstraße 162. Redner: Dr. Oskar Grünbaum: «Die Lage im Zionismus». Die Arbeit des Keren Kajemeth Versicherung zugunsten des Keren Kajemeth (4. Liste). Die Veräicherimgsabte'ilung des Keren Kajemeth hat eine Aktion eingeleitet, die bezweckt, Versicherungen zugunsten des Keren Kajemeth durchzuführen, und zwar auf folgender Grundlage: Im Erlebensfälle fällt die versicherte Summe ganz dem Keren Kajemeth zu, im Ablebensfalle die eine Hälfte don Erben der Versicherten, die andere Hälfte dem Keren Kajemeth. Durch die Aktion sollen dem Keren Kajemeth neben den Spenden neue Mittel zum Zwecke der Ausdehnung des jüdischen Bodenbesitzes für die jüdische Kolonisation zufließen. Schon nach 3 Jahren erhält der Keren Kajemeth gegen minimale Zinsen 65 Prozent der eingezahlten Prämien zu seiner freien Verfügung. Außer den bereits angeführten Gg. hat weiters Dr. Berl Kinns- Srunner eine solche Versicherung abgeschlossen. Regelmäßige Spende statt Versicherung zugunsten des Keren Kajemeth. Herr Dr. Karl JLcIlak hat — unabhängig von seinen sonstigen K.-K.-Spepdea — seine Jahresspende von S 100.— statt einer Versicherung zugunsten des Keren Kajemeth abgeführt. Selbstkontingentierung: Frau Dr. Marianne Hamburger hat ihr SelbstKont;ngent in der Höhe von S 500.— bereits abgeführt. Goldbuch Dr. Leopold Plasclikes: Auf die Eintragung des Dr. Leopold Plaschkes sind in der letzten Woehe S 79.51 eingegangen; bisheriger Eingang S 449.64. Goldbuch Dr. Desider Fricdmann: Auf diese Eintragung sind weiter u. a. eingegangen: Dr. Josef Löwenherz S 10.—, Bez.-Rat Norbert Rappaport S 5.—; bisheriger Eingang S 482.40. Nichtkomnlette Goldbnch-Eintragungen, respektive Gürten und Haine. Wir beginnen hiermit mit der Veröffentlichung derjeingen Goldbucheintragungen, resp. Gärten und Haine, welche seinerzeit eingeleitet, bisher aber nicht ergänzt worden sind. Die betreffenden Verwandten, resp. Gruppen und Vereine werden hiedurch ersucht, die Eintragungen zu komplettieren: 1. Goldbucheintragungen: Lord Balfour, eintragender Verein: Histadruth Gordonia, eingegangen S 50.— Links-Kartell, „ „ 233.— „WIZO“, „ „ 90.82 Zirenu, „ „ 276.50 Zion. Ortsgr. Krems, „ „ 15.— Oberrabbiner Chajes, eingetragener Verein: Nissan Taffet, eingegangen S 100.— Sektion Leonoidsladt, H „ 75.— Jug.-Ver. Erez Jsrael, „ „ 95.— Jugendver. Erez Jsrael, eintragender Verein: Jug.-Ver. Erez Jsrael, eingegangen S 515.76 Die Gefallenen in Erez Jsrael, eintragender Verein: J. A. Gerstl, eingegangen S 201.— Dr. N. M Gelber, eintragender Verein: Zion. Beamtenschaft, eingegangen S 184.— Keren Kajemeth-Spiele: Die Keren Kajemöth- Spiele verbinden die Seele des jüdischen Kindes mit Erez T-T*ael; sie sind im Keren Kajemeth- Büro »tet® erhrMiLch. Denketan die Krawallean der Handelshochschule! Daher Ständige unentgeltliche Stellenvermittlung der Hakoah Wer ausgebildetes, ‘üchtlges und dlsziplln'ertes Personal aller Art und aller Branchen braucht, wende sich an die HAKOAH, l„ Wieslngerstr, 11 / Tel. R-25-0-10 Ring des Keren Kajemeth Frau Regine Kretschmer spendet S 2.— und ruft zu Spenden auf: Herrn und Frau Walfisch, Herrn und Frau Nemon, Bronka Mayer, Herrn und Frau Sonntag. Frl. Mirjam Morgenstern spendet S 2.— und ruft zu Spenden auf: Frau Hansi Kolm, Frau Schuhmann, Frau Klara Lilienfeld, Sara Ginzberg, Erna Haber, Malka Rosenblum, Hermann Greif, Zacharias Katz, Rudolf Müller, Oskar Antscherl, Dr. Karl lellinek, Erich Pollak, Ferd. Vulkan, S. Kriegsmann, Paul Weiß, Czakowec. Brith Trumpeldor, St. Pölten, spendet S 2.— und ruft zu Spenden auf: Max Kleiner, Linz, Dr, David Buckspann, Edi Mandelbaum, Viktor Hahn, Rudolf Gewing, Franz Mandl, Rudolf Wozasek. S. Soskin In Wien Jabotinskys Ankunft verschoben. Wie wir erfahren, ist Ing. S. Soskin, Mitglied der Exekutive der Union der Zionisten-Revisionisten, in Wien eingetroffen und wird Samstag, den 17. d. M., '/28 Uhr abends, im Ingenieur- und Architektenverein über wirtschaftliche und politische Probleme sprechen, ßerr Soskin, eine der führenden Persönlichkeiten im Revisionismus, ist ein hervorragender Nationalökonom, der vor dem Kriege im deutschen Kolonialamt tätig war. ln den Kolonisationsfragen ist Soskin ein Gegenpol Ruppins. Wie uns gleichzeitig mitgeteilt wird, wird Wladimir Jabotinsky seinen bereits für den 15. d. M. angesetzten Vortrag in Wien nicht halten, jabotinsky weilt augenblicklich in London, wo er an den Sitzungen des für den 14. d. M. einberufenen A. C. teilnimmt. Es ist jedoch wahrscheinlich, daß Jabotinsky Ende Februar in Wien eintreffen wird. Eine Liga für das arbeitende Palästina in Wien Am 29. d. M. findet im Hotel Post, I., Fleischmarkt, die Gründlingsversammlung der Liga für das Arbeitende Palästina statt. Bei dieser Versammlung wird Dr. Oskar Cohn aus Berlin sprechen. Die Liga für das Arbeitende Palästina, Wien, H., Czerningasse 4/IV/50, Tel. R 44-9-52, sendet uns folgenden Aufruf: Die jüdische Arbeiterschaft in Palästina arbeitet und kämpft für den Aufbau einer neuen Gesell- Veranstaltungskalender Samstag, 17. Jänner: Histadruth iwrith, II., KI. Mohrengasse 3, 8 Uhr abends. Rabbiner Dr. Taubes: Haatikot schebatfiiah. Verband zionistischer Mittelschüler, II., Krummbaumgasse 10, 7 Uhr abends. Vortrag Dr. Desider Friedmann. Sonntag, 18. Jänner: Zionistischer Jugendverband, II., Zirkusgasse 33, V28 Uhr abends. Vortrag Dr. Koppel: «Die Lösung der Judenfrage,» Montag, 19. Jänner: Organisation Zionistischer Frauen Oesterreichs, I., Jordangasse 7, 5 Uhr nachmittags. Vortrag Ludwig Bato: «Juden im alten Venedig.» Dienstag, 20. Jänner: Zionistische Sektion Prater, II., Jungstraße 8. Dr. Leo Goldhammer: «Ist der Jüdische Kaufmannsstand lebensfähig?» Zionistische Bezirkssektion XII/XV., XV., Her- . klotzgasse 21, 8 Uhr abends. Vortrag Dr. Desider Friedmann: «Die Grundlagen des Zionismus.» Zionistische Bezirkssektion XIX., Cafd Döblingerhof, XIX., Billrothstraße, 8 Uhr abends. Vortrag I Dr. Oskar Grünbaum: «Die Lage im Zionismus.» schaft. Getrieben von dem Gefühl der Unerträglichkeit der bisherigen Lage ihres Volkes, ringt die jetzt auf 30.000 Köpfe angewachsene jüdische Arbeiterschaft in Palästina um nationale und soziale Regeneration. Es gilt für sie, aus einem unter Jahrhunderte langen Ghettoleben leidenden, der Verbindung mit dem Boden entfremdeten Volke eine freie Gemeinschaft arbeitender, dem Boden verbundener Menschen zu schaffen und diese Gemeinschaft mit sozialem Geist zu durchdringen. Die Arbeiter Palästinas fühlen sich als die die Zukunft tragenden Repräsentanten des jüdischen Volkes und zugleich fühlen sie sich dem internationalen Kampf um die Befreiung des arbeitenden Menschen durch den Sozialismus verbündet):. Sie stehen in diesem Kampf auf einem eigenartigen Felde und haben mit besonderen Problemen zu ringen. Einerseits muß die Heimstätte des jüdischen Volkes in Palästina als nationales Ziel in kolonisatorischen Formen verwirklicht werden, ohne den Geist eines der Vergangenheit zugehörigen Chauvinismus aufkommen zu lassen; die Rechte des eigenen Volkes sichern, ohne fremde Rechte zu verletzen. Anderseits gilt es, die Ideen des Sozialismus bei der Durchführung des kolonisatorischen Aufbaus der neuen jüdischen Gemeinschaft in Palästina zur praktischen Anwendung zu bringen. Bei diesem Werk, das mit einer Fülle von materiellen und geistigen Schwierigkeiten zu kämpfen und mit Gegnerschaft von vielen Seiten zu rechnen hat, leiten die jüdischen Arbeiter Palästinas die Kraft zu den geforderten Anstrengungen außerordentlicher Art aus dem Bewußtsein ab, nicht für sich selbst, sondern für ihr Volk und für eine große Weltidee auf einem Vorposten zu stehen. Zur Stärkung dieses Bewußtseins bedarf es der inneren Anteilnahme der jüdischen Oeffentlichkeit an der Aufbauarbeit in Palästina. Es bedarf im besonderen der tätigen Hilfe aller Juden, die sich auch in den sozialen Idealen mit der Arbeiterschaft Palästinas einig wissen. Die letzten zehn Jahre haben bewiesen, daß große Möglichkeiten in Palästina vorhanden sind. Die Aufgabe der nächsten Zeit ist, diese Möglichkeiten auszuwerten. In diesem Augenblick kommt die palästinensische Arbeiterorganisation zu uns mit dem Ruf, alle Kräfte zu sammeln, die innerhalb des Jüdischen Volkes den Palästinaaufbau im Geiste der jüdischen Arbeiterschaft bejahen. Wir nehmen diesen Ruf auf. Wir wollen alle Freunde dieses Werkes ohne kleinliche Abgrenzung zusammenbringen. Wir wollen die Solidarität mit der palästinensischen Arbeiterschaft bekunden, ohne uns mit allen Einzelheiten des Programms oder der täglichen Arbeit ihrer Organisation zu identifizieren. Wir rufen die Gleichgestimmten auf, zur Klärung der besonderen Probleme ueisiv tragen, mit denen die jüdische Arbeiterschaft in Palästina zu ringen hat. Wir fordern sie auf, mit Rat und Tat der palästinensischen Arbeiterschaft zur Seite zu stehen. Zur Anbahnung dieser Gemeinschaftsarbeit hat im September vergangenen Jahres der Weltkongreß der Freunde des arbeitenden Palästina in Berlin stattgefunden. Auf diesem wurde über die Probleme des Werkes und über die organisatorische Zusammenfassung der zur Mitarbeit Bereiten gesprochen und beschlossen, Ligen für das arbeitende Palästina in den einzelnen Ländern zu gründen. Wir rufen alle Freunde des Aufbaus eines neuen jüdischen Lebens der Arbeit und Freiheit zur Teilnahme an der Liga für das arbeitende Palästina in Oesterreich auf. Die Antwort, die die jüdische Oeffentlichikeit auf den Ruf dar Af»