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Die Stimme · 1931-01-15 · Heft 159 (15.1.1931) · page 10

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Journal
Die Stimme
Volume
4 (1931)
Issue
Heft 159 (15.1.1931)
Date
1931-01-15
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 DIE STIMME Nr. 159 — 15. Jftrmer 1931 beiter Palästinas gibt, muß würdig sein der Größe der Sache, um die es geht. Die nächsten Aufgaben, die die Liga für das arbeitende Palästina in Oesterreich sich gestellt hat, sind: 1. Werbung von Mitgliedern. Durch deren Beiträge soll die Liga in die Lage versetzt werden, eine intensive, systematische Aufklärungsarbeit zu leisten und den P. A. F. (Palästinaarbeiterfonds) kräftig zu fördern. Der niedrigste Mitgl.etisbeitrag beträgt ein halbes englisches Pfund jährlich. 2. Vertrieb von Palästina-Produkten (Tozereth Haarez). Durch Errichtung einer Stelle zum Vertrieb palästinensischer Produkte (Orangen, Bananen, Weine, Oel, Seife, Mazzoth usw.) soll einerseits der Export Palästinas und damit seine Produktivkraft gefördert, anderseits der aus dem Erlös sich ergebende Reingewinn direkt dem Aufbauwerke in Palästina zugefiihrt werden. F. d. LIGA DES ARBEITENDEN PALÄSTINA: Dr. Leo Goldhammer m. p. Dr. E. Jerusalem m. p. Ankündigungen und Mitteilungen Zionistische Sektion Zwischenbru-ken. Am 21. Dezember v. J. veranstaltete die zionistische Sektion Zwischenbrücken eine Cbanukkahfeier, die einen sehr guten Besuch aufzuweisen hatte, ln Vertretung des zionistischen Landeskomitees war Herr Dr. Finkeistein, der zionistischen Sektion Brigittenau die Herren Picker und Wcintraub und in Vertretung des Brith Trumpeldor der Herr Dr. Koppel gekommen. Nach Eröffnung der Feier zündete Herr Oberkantor Müller in feierlicher Weise die Chanukkahlichter an und sang mit warmer Baritonstimme das «Maoth* zur Melodie der «llatikv/ah». Dr. Finkeistein sprach hierauf in seiner Festrede von den heldenhaften Makkabäern. Es folgte dann ein Violinkonzert, gegeben von Herrn Max Oppermann: am Klavier begleitete ihn Frl. Konrady. Auch fürs Lachen wurde gesorgt. Die humorvollen Vorträge des jüdischen Schauspielers Herrn Sigall erheiterten das Publikum und brachten viel Stimmung in den Abend. Besonders gut war der Konzertsänger Segal-Roscnbach, der mit großer Präzision und prachtvoller Tongebung jüdische und hebräische Lieder sang. Das Publikum dankte allen Künstlern durch reichen Beifall. Organisation zionistischer Frauen Oesterreichs. Montag, den 19. ds., um 5 Uhr na.'hm., I., Jordangasse 7, Vortrag des Herrn Ludwig Dato über das Thema: «Juden im alten Venedig». Zionistischer Jugenclverband. Der zweite Diskussionsabend des Z. J V. tindet am Sonntag, den 18. Jänner 1931, um Vj8 Uhr abends, im Heime des «Erez Israel», II., Zirkusgasse 33, statt. Thema: «Die Lösung der Judenfrage». Einleitendes Referat: Dr. Koppel. Der Verein c!er in Wien wohnhaften Lemberger, der seit 20 Jahren auf dem Gebiete der sozialen Fürsorge sehr vieles für die Landsmannschaft geleistet hat, veranstaltet am 17. Jänner, um 8 Uhr abends, im Hotel Continental, II., Taborstraße 4, die Gründungsfeier seines zwanzigjährigen Bestandes. Die Landsmannschaft wird ersucht, sich an diesem Abend recht zahlreich zu beteiligen. Zionistische Bezirkssektion, II., Zirkusgasse 33, Mittwoch, den 21. Jänner, 8 Uhr abends, Vortrag Dr. Z. F. Finkeistein über Schalom Asch. Histadruth iwrith, II., Kleine Mohrengasse 3. Samstag, den 17. Jänner, 8 Uhr abends, Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. Taubes über «Haatikot schcbattilah». — Seminare: Jeden Mittwoch, 8 Uhr, Tanach madai, Dr. A. Birnbaum. Aus technischen Gründen war das Seminar des Herrn Prof. Wiesen gestört. Ab Samstag, 7 Uhr, findet der Unterricht für Dikduk madai regelmäßig statt. «Ketuwim» erhältlich II., Taborstraße, bei Cafe National, Zeitungskiosk, I., Schottenring 38 (Wagenschleife), Zeitungskiosk «Mosnaim», II., Praterstraße 11 (Tabak Trafik), Zeitungskiosk Schottenring (beim Wr. Bankverein). Voranzeige: Samstag, den 31. Jänner, Chamischa assarabend. Zionistische Sektion Prater. Dienstag, den 20. d. M., um 8 Uhr abends, Vortrag Dr. Leo Goldhammer über das Thema: «Ist der jüdische Kaufmannsstand lebensfähig?» im Heime, II., Jungstraße 8. Alle Mitglieder und Freunde der Sektion werden hiermit auf diesem Wege zum Vortrag eingeladen. Um pünktliches und zuversichtliches Erscheinen wird gebeten. Gäste willkommen. Eintritt frei. Zionistische Bezirkssektion XI1/XV. Dienstag, den 20. d. M., 8 Uhr abends, im Heime, XV., Herldotzgasse 21, Vortrag Dr. Dcsider Friedmann: «Die Grundlagen des Zionismus». Gleichzeitig Neukonstituierung der Zionistischen Ortsgruppen. Zionistische Bezirkssektion XIX. Dienstag, den 20. d. M., 8 Uhr abends, im Cafe «Döblingerhof», XIX., Billrothstraße, Vortrag Dr. Oskar Griinbaum: «Die Lage im Zionismus». Dr. Theodor Herz!, der Bannerträger des jüdischen Volkes. Filmschauspiel aus der Geschichte unserer Zeit in 5 Akten. In der Hauptrolle Rudolf Schildkraut. Außerdem 3 Lustspiele. Karten zu diesem Film, der am 1. Februar 1931, J/l'll Uhr vormittags, im Augarten-Kino, II., Untere Augartenstraße 28, zur Aufführung gelangt, sind zum Preise von S 1.— im Heime des llaschomer Hadati, II., Praterstraße 11, Tel. R-45-6-25, in der Bügelanstalt Walzer, II., Taborstraße 43, Tel. A-47-7-48, und an der Kinokasse zu haben. Zionistische Sektion XX. Wochenprogramm vom 17. bis 23. Jänner 1931: Freitag: Vortrag von Herrn Löw- Voge! über den Wochenabschnitt; Sonntag: Vortrag des Herrn Dr. Leo Goldhammer (Thema wird vom Vortragenden bekanntgegeben werden); Mittwoch: Vortrag des Herrn Samuely: «Persönliche Erinnerungen an Dr. Herzl». Alle Veranstaltungen beginnen um 8 Uhr abends. «Theologia», Verein jüdischer Hochschüler an der israel.'theol. Lehranstalt. Samstag, den 17. ds., Parschath Waera, findet um '/29 Uhr vormittags im kleinen Tempel, Wien, II., Tempelgasse 3, eine Predigt des Koll. cand. theol. u. phil. Josef B a b a d statt. Der Morgengottesdienst beginnt wie gewöhnlich pünktlich um 8 Uhr früh. Jüdischer Angestelltenverband «Emunah», Wien. Samstag, den 17. d. M., im «Mirjamheim», L, Jordangasse Nr. 7, Mezzanin, Vortrag des Herrn Dr. Isidor Klaber über: «Probleme der Fürsorge». Beginn 8 Uhr abends. Gäste willkommen. Jüdische Arbeitgeber werden dringendst gebeten, jede t*eie Stelle dem Unterzeichneten Verband zu melden. Vermittlung geeigneter Bewerber erfolgt kostenlos. Jüdischer Angestelltenverband «Emunah», Wien 36, Postfach 72. Verband zionistischer Mittelschüler, Sektion II. Samstag, den 17. Jänner, um 7 Uhr, Vortrag des Herrn Dr. Desider Friedmann in unserem Heim, II., Krumbaumgasse 10. Jüdische Tischgesellschaft «Landstraße». Dienstag, den 20. Jänner, %9 Uhr, im Cafö Lovrana: Vortrag Frau Dr. Henriette Rappaport über: Stellung und Aufgabe der jüdischen Frau. Die Zwanzijrjahrfeier des Vereines der Lembetger in Wien Im Jahre 1910 gründeten auf Initiative des ersten Obmannes, Kommerzialrates Ignatz Platz, der vor zwei Jahren gestorben ist, die in Wien wohnhaften Lemberger einen humanitären Verein. Im Laufe der Jahre leistete der Verein ungemein Vieles, um die Not der in Wien lebenden bedürftigen Lemberger zu lindern. Nament'ich auf dem Gebiete der Krankenfürsorge hat sich der Verein viele Verdienste erworben. Ganz besonders aber müssen die Leistungen des Vereines auf dem Gebiete der Flüchtlingsfürsorge im Kriege hervorgehoben werden. Nach dem Umsturz hat der Verein tätige und ausgiebige Hilfe den Lemberger Juden, die unter den damaligen Unruhen stark gelitten haben, geleistet. Anläßlich der zwanzigjährigen Jubiläumsfeier veranstaltet der Verein am 17. Jänner 1931 im Festsaale des Hotel Continental, II., Taborstraße 8, einen großen Festabend, verbunden mit Akademie und Tanz. Es ist zu erhoffen, daß der Verein der Lemberger auch in der jetzigen schweren Zeit nach wie vor seine ersprießliche Arbeit weiter führen werde. Der jüdische Hochschüler Der Verein zionistischer Hochschüler Theodor Herzl veranstaltet Samstag, den 17. Jänner 1. J., um M:8 Uhr abends in seinem Heim, Wien, II., Krummbaumgasse 10 (beim Karmelitermarkt), das dritte Referat des Seminars über die außenpolitische Entwicklung des Zionismus mit dem Thema: Zionistische Politik während des Weltkrieges. Referent: Chawer Meißner. Jüdische Hochschüler und Hochschülerinnen als Gäste willkommen! Verein zionistischer Hochschüler Z. P. Chajes. Der nächste Abend der hebräischen Arbeitsgemeinschaft findet Montag, den 18. d. M., Punkt 8 Uhr, im Heim (L, Jordangasse 7), unter Leitung des Herrn Professor Kästenbaum, statt. — Freitag, den 15. d. M., Punkt %8 Uhr, findet eine außerordentliche Generalversammlung mit äußerst wichtiger Tagesordnung statt. Erscheinen aller Mitglieder Pflicht! Der Jüdisch-akademische Philosophenverein, Wien, IX., Zimmermannplatz 8, Tel. A-25-2-28, veranstaltet seinen Ball am Mittwoch, den 28. Jänner 1931, im Kursalon. Kapelle Gaudriot. Kartenverkauf täglich in den Amststunden zwischen 1 bis 2 Uhr mittags, Wien, IX., Zimmermannplatz 8. Karten für Studenten a S 3.—, für Nichtstudenten ä S 5.—. Hundert neue Studierende an der Hebräischen Universität. Am 23. Dezember fand in der großen Halle der Hebräischen Universitätsbibliothek die Immatrikulation von 100 neuen Studenten^ statt, Q$rv ^zler der Universität, Dr. 1. L. Magnes, berichtete über die zur Verteilung gelangenden Stipendien und teilte die Resultate der ersten Teilnriifungen mit, die im November abgehalten worden waren. Die ersten akademischen Grade werden nach Ablauf eines weiteren Studienjahres verliehen werden. An den Universitätsvorlesungen nehmen jetzt 204 Studenten teil, von denen 85 ihre Mittelschulbildung an oalästinensischen Schulen genossen haben. Die übrigen Studenten entstammen 17 verschiedenen Herkunftsländern. Von den Studenten haben 46 bereits anderwärts akademische Grade errungen oder waren in anderen Universitäten immatrikuliert gewesen. Das Lord Plumer-Stipendium für das Studium der Probleme der Volksgesundheit ist Dr. Mark Lipschiitz aus Deutschland zuerkannt worden. Er wird sich mit Fragen der Blut- und Atemdvnamik bei den verschiedenen Bevölkerungsgruppen in Palästina beschäftigen. Aus der Provinz Dr. Oskar Grünbaum in Klagenfurt Die zionistische Ortsgruppe Klagenfurt veranstaltete am 25. und 26. Dezember 1930 zwei Agitationsversammlungen, an welchen der Präsident der zionistischen Landesorganisation, Herr Dr. Oskar Griinbaum, sehr bemerkenswerte Vorträge hielt. Der Abend des 25. Dezember war der Jugend gewidmet. Herr Dr. Grünbaum erläuterte Ziele und Zwecke der zionistischen Jugendbewegung und seinem vorzüglichen Rednertalente ist es gelungen, den Weg zur Jugend zu finden. Seine Ausführungen wurden mit rührender Begeisterung aufgenommen. Nach der Rede des Dr. Grünbaum entwickelte sich eine überaus rege Diskussion, die mehrere Stunden dauerte. Der Abend des 26. galt der Ortsgruppe. Der Saal war dicht gefüllt, bis auf den letzten Platz besetzt. Herr Direktor Terner, als Obmann der Ortsgruppe Klagenfurt, begrüßte in herzlichen Worten Herrn und Frau Dr. Grünbaum und übermittelte ihnen die Grüße und den Dank der Klagenfurter Gesinnungsgenossen. Herr Dr. Grünbaum hat nun in groß angelegter Rede über «Innere und äußere Lage im Zionismus» gesprochen. Die Aufgabe, die sich Herr Dr. Grünbaum stellte, war überaus schwierig, denn einem Großteile der Zuhörerschaft war das Wesen des Zionismus überhaupt noch unbekannt. Auch an diesem Abende gelang es Herrn Dr. Grünbaum, die Anwesenden durch zündenden Vortrag ausnahmslos zu fesseln. Mit stets steigender Spannung folgten sie den Ausführungen des Referenten und dankten ihm mit nicht endenwollendem Beifalle. Sodann dankte namens der Ortsgruppe Herr Ing. Schiller in schlichten Worten Herrn Dr. Grünbaum und versicherte, daß dessen Rede für die Klagenfurter unvergeßlich bleiben werde und die besten Wirkungen und Erfolge ausgelöst habe. A. T. Nationalsozialistische Hetze in Wiener Neustadt Aus Wiener Neustadt wird uns berichtet: Die Nationalsozialisten, welche es zwar nicht im Nationalrat zu einem Mandat, wohl aber im Gemeinderat des «roten» Wiener Neustadt mit 1400 Stimmen zu drei Man« daten gebracht haben, müssen demnach beweisen, daß sie da sind. Da ihr geistiges Rüstzeug, wie Stinkbomben, Mäuse und Blindschleichen in diesem Falle nicht anwendbar war, so haben sic vor Weihnachten hier zu dem abgebrauchten, für sie jeden falls aber neuen Mittel eines Flugblattes gegriffen, um gegen die jüdischen Kautleute zu hetzen. Daß so ein Mittelchen bei dein denkenden Teil der Bevölkerung, und das ist bei den heutigen Verhältnissen doch der größere, nicht verfangen kann, ist klar. Nichtsdestoweniger hat sich eine Anzahl der hiesigen jüdischen Geschäftsleute unter Führung nationalbewüßter Männer zusammengetan, um der Hetze entgegenzutreten. Der ehrsame Schlossergehilfe und Gemeinderat Julius Widek, der das Flugblatt verantwortlich gezeichnet hat, wurde nach Artikel 5 des Preßgesetzes angeklagt und bei der Verhandlung am 7. d. M. zu einer Geldstrafe von S50.— sowie zur Veröffentlichung des Urteiles in der Christlichsozialen «Wiener Neustädter Zeitung» und in den Deutschnationalen «Wiener Neustädter Nachrichten» verurteilt. Gleichzeitig wurde dei Verfall der konfiszierten Flugzcttel ausgesprochen. Zionistische Ortsgruppe Graz. Unsere Vereinsabende finden regelmäßig Montag um J49 Uhr abends im Klublokal des Sportklubs «Hakoah», im Cafe Rosegger, Graz, Annenstraße 23, 1. Stock, statt. Der erste Vereinsabend findet Montag, den 19. Jänner, statt. Thema: «Vor der Wahl zum Zionistenkongreß». Unsere Mitglieder werden ersucht, zu diesen Vereinsabenden regelmäßig zu erscheinen. Auch Nichtmitglieder als Gäste willkommen. Zionistische Ortsgruppe Linz. Diskussionsabende. Am Donnerstag, den 15. d. M., 20 Uhr — Kaufmännisches Vereinshaus — setzt Herr Dr. Karl Schwager seine Vortragsreihe fort. Gäste willkommen! Sprechsaal der „Stimme“ Löbliche Redaktion! Die «Wahrheit» vom 2. d. M. hat meine Stellungnahme zum Anträge des Steueramtes auf Einführung des vereinfachten Verfahrens bei der Kultussteuerbemessung zum Anlaß genommen, mich in gellässigster Weise anzugreifen und gegen die angebliche zionistische Steuerpolitik Front zu machen. Ich stelle hiermit fest, daß es in der Kultusgememde weder eine zionistische noch eine andere parteimäßige Steuerpolitik gibt. Alle Mitglieder der Bezirks¬ und Schätzungskommission bemühen sich, ohne Rücksicht auf ihre Parteieinstellung, die Einschätzung in objektiver und gerechter Weise vorzunehmen und die Bedürfnisse der Gemeinde mit der Leistungsfähigkeit der Zensiten in Einklang zu bringen. Dies ist eine sehr schwere und heikle Arbeit, die oft mit ungerechten Rekriminationen verbunden ist. Es ist wahr, daß ich in der Plenarsitzung von 22. v. M. für das vereinfachte Verfahren bei der Steuerveranlagung auf Grund meiner mehr als 20jährigen Erfahrung eingetreten bin. In früheren Zeiten war es üblich, die Steuer für drei Jahre (Trienium) vorzuschreiben — erst in der Inflationszeit, wo die Geldentwertung täglich Fortschritte machte, war man gezwungen, die Steuer jährlich einzuschätzen. Mit der Stabilisierung unserer Währung ist jedoch der wichtigste Grund für die einjährige Einschätzung entfallen. Die Gegner des vereinfachten Verfahrens weisen, allerdings mit einiger Berechtigung, dararf hin, daß infolge der wirtschaftlichen Krise die Vermögens- und Erwerbsverhältnisse vieler Zensiten sich von Jahr zu Jahr verschlechtern und man sie daher auf eine längere Periode nicht einschätzen kann. Dem ist aber entgegenzuhalten, daß bei jeder Steuerveranlagung dem Zensiten der Weg des Rekurses offen steht. Dieser gelangt mit Begutachtung der Bezirkskommission vor die Schätzungskommission, wo jedes eventuelle Unrecht gutgemaclit werden kann. Die Zahl der Zensiten wird immer größer, sie beträgt jetzt zirka 60.000, und eine jährliche Einschätzung eines großen Teiles derselben würde zu einer Ueherlastung des Steueramtes und der Kommissionen führen. Die Folge davon wäre, daß die Aussendung der Steuermandate und die Erledigung der sehr .ahlreiehen Rekurse sich bis zum Spätherbst hinausziehen würde — sehr zum Schaden der Kultusgemeinde. Auch das Jahr 1929 war ein Krisenjahr erster Ordnung — ich weise nur auf die katastrophalen Folgen des Zusammenbruches der Bodenkreditanstalt hin — und doch hat sich das vereinfachte Verfahren als das kleinere Uebcl bewährt. Ich habe in der betreffenden Sitzung die Anregung gegeben, die Voreinzahlung, wie es bei den staatlichen Steuern der Fall ist, nicht für das ganze Jahr, sondern quartalmäßig einzufordern. Das würde eine große Erleichterung für die Kultussteuerzahler sein. Diese Anregung hat aber die «Wahrheit» in ihrem Berichte sabotiert, weil sich daraus ein ganz anderes Bild über meine Tätigkeit in Steuerangelegenheiten ergibt. Kultusrat Josef H. W « \ t v. c n. Obmannstellvertreter der Schätzungskommission. An die jüdischen Eltern des IV. und V. Bezirkes Jüdische Eltern! Schickt eure Kinder in die Bibel- und Sprachschule des Talmud-Thora-Vereines, Wiedner Hauptstraße 130 (Ein* gang Kampersdorfergasse). Diese Schule ist ein Schutzwall gegen die fortschreitend" Entjudung! Eure Kinder lernen hier die jüdischen Kiiliurschätze kennen und liebenI Vergeßt nicht eure Pflicht gegen die heran wachsende Generation! In diesem Schuljahre werden auch Hebräischkurse (Methode Iwrith b’iwritli) für Buben und Mädel geführt. Der Unterricht wird nach modernen Prinzipien täglich zwischen 3 und 6 Uhr nachmittags unentgeltlich erteilt. Der Vorstand des Talmud-Thora-Vereines für des 4. und 5. Bezirk, V., Wiedner Hauptstraße 83. *

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