Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 159 (15.1.1931)
- Date
- 1931-01-15
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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iHt STIMME Nr. 159 — 15. Jänner 1931;5:c*e $ findet immer wieder jemanden, den sie emporfflhren kann and der sie dann verläßt, weil es ja keine richtige Liebe war, da sie kampflos gegeben wurde. Was beim Manne bleibt, ist ein bißchen Dankbarkeit und sehr viel Verlegenheit. Madeion ist das edle Frauenmaterial, doch der tragische Typ. Das zweite Profil: Sex appea! — das Geschlecht ruft. Ein Klischee, das Modell in der Uniform des Sex, mit guthaftender Schminke, rasierten Augenbrauen und blutroten Lippen, Schablone ohne Inhalt, von Kopf bis Fuß auf Trug eingestellt. Durch einen ^m und seine Darstellerin zum Sch'agwort geworden, von der gesunden Jugend nicht goutiert, wird diesem Typ kein langes Leben prophezeit. Ich bin glücklich, auf Grund der Erfahrungen, die ich in einem weiten Kreise jüdischer Mädchen gesammelt habe, behaupten zu können, daß dieser Typus sich nur sehr selten, tmd auch dann nicht in seiner absoluten Form, vorfindet. Der Typ des edlen Mädchenmaterials in dem von Kläger gezeichneten Profil findet sich indessen immer wieder irgendwie als Regel vor. Abschließend möchte ich Ihnen noch eines sagen: es gibt kein Rezept für gute Erziehung nrit der genauen Dosis von Nachsicht und Strenge, von Gewähren und Verwehren. Jedes Geschöpf ist einmalig und es gibt hier keine Norm. Wichtig ist gelebtes Beispiel, das Vertrauen erweckt, Vermeidung von Pathos, hingegen Sachlichkeit in dem Sinne, daß man Nebensächlichkeiten nicht beachte, um Raum für das Hauptsächliche zu gewinnen. Vielleicht ist die höchste Weisheit in des Dichters Wort enthalten: «Der gute Mensch in seinem dunklen Drang ist sich des rechten Weges wohl bewuet.» Zu Henriette Szolds 70. Geburtstag Von Helene Hanna Thon (Jerusalem) Wenn sich der Reichtum eines Lebens an der Fülle von Arbeit und Mühe messen läßt, die es einschiießt, so ist Henriette Szolds bisheriges Lebens eines von nabobartigem Reichtum gewesen. Wer das Leben dieser Frau kennt, der kein Weg zu weit, keine Reise zu beschwerlich, kein Wetter zu schlecht ist, um ihren vielfältigen Pflichten nachzugehen, der versteht, daß auf dem Grunde dieser Arbeitsleidenschaft ein fanatischer Glaube liegt: der Glaube an die Wiedergeburt des jüdischen Volkes. Nicht nur große geistige Begabung, auch die umfassende westliche und jüdische Bildung, die Henriette Szold von ihrer Jugend im Baltimorer Rabbinerhause ab ihr ganzes Leben hindurch in sich aufgenommen hat, rüstet sie für die Erfüllung der großen Forderungen, die nicht nur die anderen an sie stellen, die vor allem sie selbst an sich stellt. Zu einer Zeit, da der Zionismus in Amerika noch eine Angelegenheit enger Einwandererkreise in dunklen Hinterstuben der Ostseite ist, übernimmt sie die Führung der Bewegung, schafft sie die Frauenorganisation «Hadassah» und trägt durch sie den Zionismus in die weitesten Kreise des amerikanischen Judentums. Zu einer Zeit, da in Palästina noch nicht einmal die Anfänge eines modernen Gesundheitswesens existieren, als ein großer Teil der Bevölkerung im Kriege durch mangelnde Pflege zugrunde geht, gibt sie dieser Frauenorganisation als Aufgabe die Einrichtung des Gesundheitsdienstes im Lande. Von dem Augenblick an, da die «Hadassah» ihr Werk fn Palästina beginnt, ist Henriette Szolds Leben ein unermüdliches Hin und Her zwischen Amerika und Erez Israel Dort muß sie die Frauen und darüber hinaus die amerikanischen Juden in ihrer Gesamtheit organisieren und durch die praktische Arbeit für Palästina zu immer tieferem Verständnis des Palästinagedankens erziehen. Hier muß sie ihr Werk ständig ausbauen und den Erfordernissen der Stunde und tier Bevölkerung anpassen. Die erste Aufgabe gelingt ihr vollkommen: was anfangs in Amerika vorwiegend ein philanthropisches, palästinafreundliches Bemühen war, wird von Jahr zu Jahr in höherem Maße ein wirklich durchlebter Zionismus. Daß schließlich Kreise, die bereits fern von allem Jüdischen waren, sich der Jewish Agency anschließen, ist nicht zum wenigsten das Verdienst von Henriette Szold und der von ihr geleiteten Hadassah. In dem zweiten Teil ihrer Aufgabe: der Organisierung des Gesundheitswesens m Palästina stößt Henriette Szold auf viel Kritik. Das liegt nicht nur an der materiellen Unmöglichkeit, den ungeheuren Anforderungen des Jischuw anz gerecht zu werden, das liegt tiefer. Die amerikanische sychologie der Hadassah-Frauen strebt nach einem Werk in Palästina, in dem sich diese Eigenart vollständig ausprägt. Der palästinensische Jischuw aber kann nicht von Brot allein leben und kann auch das reichhaltigste Werk zu seinen Gunsten nicht annehmen, wenn er diesem Werk nicht auch sein eigenes Leben einhauchen kann. Je länger die Szold in Palästina lebt, je fester sie mit dem Jischuw verwächst, desto mehr wird die Wahl zwischen der amerikanisch-bourgeoisen und der palästinensisch-volkstümlichen Eigenart der Hadassah zu einem Dilemma in ihr selbst. Solange sie hier der Hadassah vorsteht, überwiegt in ihr das, was dem Jischuw im Innersten fremd ist. Da beruft sie das Vertrauen des Kongresses in die Zionistische Exekutive zu einer neuen, der Erziehungsaufgabe. Von dem Augenblick ab, da sie, über die Parteien gestellt, die Dinge von der höchsten Warte herab ansieht, vertieft sich ihr Verständnis und damit ihre Verbundenheit mit dem Jischuw. In den letzten Jahren, in denen ihre Arbeit der Executive gehörte, ist der Rest einer Kluft, der noch zwischen Ihr und dem Jischuw stand, verschwunden. Sie ist unser . . . Ein Jubiläum der „Wizo“ Im Dienste der Menschheit wird jedes Opfer zur Gnade. Einstein. Die Bedeutung dieses Internationalen Frauenbundes wird klar erkenntlich, wenn man sieht, wie Frauenorganisationen in vierzig Ländern in ihren Bestrebungen bemüht und bereit sind, demselben Ideal zu dien er und zu helfen, das Aufbauwerk der jüdischrritjonalen Heimstätte tatkräftig zu fördern. Vor zehn Jahren legte eine Gruppe weitblickender! Mischer Frauen in London den Grundstein zur Organisierung der Wizo. Diese heute bereits weltumspannende i;■v"!i-nrn.ierafion Nil in allen Fragen der ranor«;,<_o Brrinsdmi.lung und Erziehung geschulter Krflfte In allen Zweigen der Land- und Hauswirtschaft in Erez Israel einen entscheidenden Einfluß. Die ersten Pioniere des Zionismus, die nach Palästina gingen, waren eine kleine Schar begeisterter junger Menschen mit dem Ideal in der Seele, ihre geliebte alte Heimat mit ihren eigenen Händen, mit ihrer Intelligenz und ihrem Fleiß mühsam, aber friedlich zurückzuerobern. Nichts schien ihnen zu schwierig, es überwinden zu können — nichts war ihnen zu teuer, es opfern zu wollen. Wie die sagenhaften Helden zogen sie aus, dorthin, wo sie die große Sehnsucht ihrer Ahnen lockte. Freudig bewegt, mit strahlenden Augen, Liebe im Herzen gingen sie, das Wunderland ihrer Väter zu sehen, der teueren Scholle ihr junges Leben zu schenken. Allein sie hatten keine Erfahrungen, kannten die Lebensbedingungen im alt-neuen Lande nicht. Also genügten nicht allein der Idealismus und gute Wille, denn es brachte die Wirklichkeit manch bittere Erfahrung. Nun kam die Zeit, da auch der jüdischen Frau eine bedeutende Rolle im Zionismus zufiel, und es ward ihr zur obersten Parole, in bescheidener Treue mit grenzenloser Geduld opferwillig der teueren Heimat in- und außerhalb Palästinas zu dienen. Hier eben setzte die einzigartige Tätigkeit der Wizo ein. Die Wizo ist aus jüdischer Not und jüdischem Weh als wahre Zierde des Judentums zur Ehre seiner Frauen entstanden. Dank ihrer Bemühungen und ihrer vorbildlichen Organisationstätigkeit hat sie auf dem Gebiete der Mutter- und Kinderfürsorge wie auch in der Ausbildung der Frau für produktive Arbeit Unvergängliches geschaffen. Diesem großangelegten Werke der Renaissance des jüdischen Volkes muß Bewunderung und Achtung allenthalben gezollt werden. In diesen Tagen feiert die Wizo das Fest ihres zehnjährigen Bestandes. Aus diesem Anlasse erschien im Aufträge der Zentrale London eine broschürte Festschrift, herausgegeben von Dr. Martha Hofmann, Wien. Ottilie Gröbl. fnAufe für | Üörpeiftifdun^ *9 rüde Mein 'Wien 0. *33esirfir, iTAeoAafdtfasse 10. Mezzanin, Telephon-Nr. A-39-3-45 (Ecke MurialiilferstraKe) Gymnastikand Akrobatikkarse fnr Damen, Herren tind Kinder. Privnlknrso and Einzelnnteiricht; kalte and warme Duschen — Tages- und Abendknr.se 10 Jahre „Wizo“ Eine Festschrift anläßlich Ihrer zehnjährigen Tätigkeit. Im Verlage der Weltorganisation zionistischer Frauen ist kürzlich die Festschrift anläßlich der zehnjährigen Tätigkeit der «Wizo», herausgegeben von Frau Dr. Martha Hofnrann, Wien, erschienen. , ^ie präsentiert sich in wirklich festlichem Gewände; die Ausstattung ist besonders schön und geschmackvoll. Das Büchlein enthält auf 96 Seiten n. a. hübsche Milieubilder aus Erez Israel, Porträts, interessante und lesenswerte Beiträge, Aufsätze und Gedichte von Chana Maisel-Schochat, Ada Fishman, Irma Singer, Dr. Martha Hofmann usw. Die Briefe, die die «Wizo» aus aller Herren Länder zu ihrem Jubiläum erhielt und in ihrer Festschrift veröffentlicht, geben beredtes Zeugnis für die Sympathien, die ihren Bestrebungen entgegenbracht werden. Besonderer Erwähnung sind wohl die Briefe Dr. Chaim Weizmanns, Karin Michaelis’ und der Frau Dr. Alice Masaryk wert. Interessant sind auch die Aufsätze über das Werden und Werk der Weltorganisation, das «Wizo»-Werk in Palästina, Frauenprobleme aus Palästina, die innere Entwicklung der Wizo und über die Frau und die jüdische Kultur. Wir wünschen der «Wizo», im Laufe der Zeit noch viele solcher Festschriften herausgeben zu können! b. g. Lebende Zeitung der WIZO Nr. 2 Samstag, den 10. d. M., veranstaltete die Zionistische Frauengruppe VIII am Bennoplatz la einen Sprechabend (Lebende Zeitung der WIZO). Frau Baurat Else Karplus, Präsidentin der Bezir’tsgruppe VU1, begrüßte die Anwesenden, in erster Reihe Frau Sophie Löwenherz in ihrer Eigenschaft als Präsidentin der Organisation zionistischer Frauen Oesterrechs, der sie dann auch das Wort zu ihrem «Leitartikel» erteilte. Frau Löwenherz referierte sehr übersichtlich über Propagandamethoden und Organisationsarbeiten und behandelte dann eingehend die bisherigen Leistungen der WIZO. Sie erntete mit ihren Ausführungen reichen Beifall. Hierauf sprach Frau E. Silbiger zu dem Thema Keren Kajemeth und Keren Hanaschin sowie über die Phönixversicherungsaktion im Rahmen der WIZO. Den dritten Artikel der Zeitung bildeten die Ausführungen von Frau Berta Berger, betreffend die Chaluzfiirsorge. Den Feuilletonteil der Zeitung bestritt Frau Dr. Amalie Kantor mit ihrem Referat über die Sprache der jüdischen Renaissance. Sie schilderte hier die Entwicklungsgeschichte der hebräischen Sprache seit der Diaspora, wobei sie besonders auf die großen Fortschritte des Hebräischen im Zusammenhang mit dem Anwachsen der zionistischenBewegung hinwies. Mit großem Beifall wurden dann die Ausführungen des Frl. Popper über Oneg Schabbath aufgenommen. Einen besonders originellen Aulbau zeigte der Inseratenteil der Zeitung. Hier verstand es Frau Blanka Federn-Lipschütz mit viel Geist und Humor den Anwesenden die Ankündigungen in Gedichtform zum Vortrag zu bringen. Sie fand damit besonderen Anklang. Zum Schluß dankte Frau Bäumt Karplus der Redaktion der Zeitung für die aufgebrachte Müht und den Anwesenden für das bekundete ii.teresw. Zweite Führung des „Wizo* Sonntag, Utn 11. Jänner 1931, hat die zweite Führung äer Wizo unter der Führung des Kustoden Herrn Prot. Dr. Jakob Brenner durch das jüdische Museum stattgefun- Jen. Die zahlreich Erschienenen wurden zuerst durch die Malerin Frau Blanka Fcdem-Lip&chütz begrüßt* die in ihrer —..... ■ .. .. ......Mil Eigenschaft als Vizepräsidentin der Wizo und als Künstlerin auf die Wichtigkeit des näheren Bekammvcrdcus mit den Altertümern jüdischer Kunst und Kulturarbeit hinwirs. Sodann, schickte Herr Prof. Dr. Jakob Bronner der eigentlichen Besichtigung der hochinteressanten Sammlung einen wissenschaftlichen Vortrag voraus. Er begann mit der Zeit des 11. Jahrhunderts und der Kreuzziige und erklärte, daß durch die Zerstreuung der Juden über ganz Europa und ihrem engen Horizont in dein abgeschlossenen Cihetti es ihnen versagt war. Kunstwerke zu sehen und nachzuahmen. An Hand interessanter Objekte zeigte er die rührend-naive Auffassung der ersten Goldschmiede und Künstler, in der Anatomie, die pliantasievollc Linienführung hingegen in der Ornamentik. Bei der interessanten Führung konnte man des Gelehrten tieferes Wissen und Liebe zur Kunst und das große Interesse der Besichtigenden wahrnehmen. o. g. Die Stellung des High Commissioners Es hat den Anschein, als würden die Aenderungen in der Zusammensetzung der obersten Stellen der Palästina- Verwaltung, die von den Zionisten schon seit langem gefordert werden, in nächster Zeit vor sich gehen. Es gilt als sicher, daß Sir John Chancellor von seinem Sommerurlaub anfangs Juni 1931 nicht nach Palästina zurückkehren wird. Mit seinem Rücktritt soll, so wird behauptet, auch der größte Teil der bisherigen obersten Beamten das Land verlassen. Der Grund des zu erwartenden Rücktrittes des High Commissioners liegt in Meinungsverschiedenheiten, die zwischen ihm und dem Kolonialamt, bezw. der Regierung, bestehen. Sir John Chancellor nimmt gegenüber den gegenwärtigen Verhandlungen der Regierung mit der zionistischen Organisation über die Abänderungen des Passfield-Weißbuclies eine intransigent-ablehnende Haltung ein. Es scheint* daß sich der High Coinmissioner diesbezüglich den Arabern gegenüber in einer Weise verpflichtet hat, die es ihm nicht ermöglicht, im Falle einer Abänderung des Weißbuches zugunsten der Juden auf seinem Posten zu bleiben. Es wurde schon vor einigen Wochen hier berichtet, daß das Weißbuch neben anderen auch Sir John Chancellor seine Entstehung und seine judenfeindliche Tendenz verdankt Dieser ist auch für den Entwurf der Konstitution eines Gesetzgebenden Rates mit arabischer Majorität verantwortlich. Der High Commissioner hat nun bei Befolgung seiner Tendenz der Regierung gegenüber die Ansicht vertreten, daß es ohne große €ch\vierigkeiten gelingen werde, seine Vorschläge beim Jischuw und der zionistischen Organisation durchzusetzen, wenn auch gegen den Widerstand einer Gruppe von «Extremisten». Der weltweite Protest der Judenheit, der die englische Regierung zu Verhandlungen mit der Jewish Agency gezwungen hat, bewies auch Sir John Chancellor, der im Verlaufe seiner Tätigkeit, allzusehr unter den pnfluß der zionistenfeindlichen Kreise der Beamtenschaft geraten ist, daß sich seine Pläne nicht so ohne weiteres durchsetzen lassen. In jüngster Zeit wurden als eventuelle Nachfolger Sir John Chancellors Sir Ronald Storrs, gegenwärtiger Gouverneur von Cypern, und Sir John Hope Simpson genannt. Informierte Kreise halten jedoch beide Kandidaturen für nicht sehr aussichtsreich, da die Mehrheit des Kabinetts ihre Ernennung aus verschiedenen Gründen ablehnen will. Frank Bardeni. Wie es zur Neuwahl der zion. Leitung in Allrumänien kam Vom- 24. bis 29. Dezember 1930 fand in Bukarest die Landeskonferenz der Zionisten Altrumäniens statt. Es nahmen an ihr 35 Zentristen (Allgemeine Zionisten), 32 Radikale und 12 Revisionisten teil. Diese Konferenz war in sehr ungenügendem Maße beschickt. In 76 Provinzortschaften wurden nur 32 Delegierte gewählt. Und von dieser Zahl sind kaum 8 Provinzdelegierte nach Bukarest gekommen. Aus diesem Grunde kann man diese Konferenz nur als eine Art Rumpfkonferenz betrachten. Die fast vollständige Ausschaltung der Provinzdelegierten stempelte sic zu einer Konferenz der Bukarester Zionisten. Da unter den Zionisten der Hauptstadt die Gegensätze sehr groß sind, war das Bild der Konferenz vom heftigen Kampfe der streitenden Parteien beherrscht. Die Radikalen, die zusammen mit den Revisionisten gingen, sprachen zuallererst den Zentristen drei Mandate ab und setzten es durch, daß die A. C.-Mitglieder als Virilisten an der Konferenz nicht teilnahmen. Hätten die A. C.-Mitglieder Stimme und Sitz in der Konferenz gehabt, so sähe das zahlenmäßige Verhältnis ganz anders aus. Diese Sachlage wurde von den radikalen Zionisten rücksichtslos ausgenützt. Zuerst wurden Verhandlungen zwischen den Zentristen und der Opposition eingeleitet, um eine Zu-1 sammenarbeit zu ermöglichen. Da aber die Radikalen, ohne das Ergebnis der Verhandlungen abzuwarten, in ihrer Zeitung, wie auch im offiziellen Parteiblatt, das jetzt unter ihrer Leitung steht, Angriffsartikel gegen die Zentristen erscheinen ließen, wurden die Verhandlungen unterbrochen. So haben die Wahlen der Exekutive die Radikalen allein bewerkstelligt, nachdem sich zuerst die Revisionisten, dann die Vertreter der Frauengruppen und schließlich die Zentristen von der Konferenz zurückgezogen haben. An der Spitze der neuen Landesexekutive steht der radikale Zionist Dr. S. Stern. Zu betonen ist, daß die Leitung der beiden Fonde (K. K. L. und Keren Hajessod) nach wie vor Herr Adolf Bernhard innehat. Herr Bernhard ist seit Jahren hingebungsvoll für die beiden Fonde tätig und es ist mit großer Freude zu begrüßen, daß trotz der politischen Aenderung in der Leitung die Führung der Arbeit in seinen bewährten Händen verblieben ist,