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Die Stimme · 1931-01-08 · Heft 158 (8.1.1931) · page 8

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Journal
Die Stimme
Volume
4 (1931)
Issue
Heft 158 (8.1.1931)
Date
1931-01-08
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 DfE STIMME Nr. 158 — 8. Jänner 1931 Rabbiner Babad in Wien Der neuernannte Rosch Beth Din Herr Rabbiner Babad traf am 1. d. M. in Wien ein. Trotzdem seine Ankunft offiziell nicht verlautbart worden war, fanden sich hunderte von Menschen zu seiner Begrüßung am Nordbahnhof ein. Das Präsidium der Kultusgemeinde sowie eine Anzahl von Vorstehern erwarteten ihn bereits am Bahnsteig. Am 6. d. M. fand in feierlicher Weis* in öffentlicher Sitzung des Kultusvorstandes die Vorstellung *tatt. Es waren fast alle Rabbiner der Gemeinde- und Vereinsbethäuser, sowie der gesamte Kultusvorstand anwesend. Präsident Prof. Dr. Alois Pick begrüßte Herrn Rabbiner Babad, hob dessen in der jüdischen Welt bekannte Gelehrsamkeit hervor und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß Herr Rabbiner Babad dem Rufe des Wiener Kultusvorstandes gefolgt ist. Hierauf hielt Rabbiner Babad einen in Form und Inhalt bedeutsamen Vortrag über die Stellung des Rabbiners in der Gemeinde. Er führte aus, der Seelsorger hätte es leicht, wenn er erklärte, sein Programm wäre die Thora. Er wüßte, daß die Aufgabe des Führers viel mehr wäre. Er selbst wäre gesetzestreuer Jude, d. h., nicht bloß die Ethik, sondern auch die Gesetze des Alltags wären für die Zugehörigkeit zum Judentum wichtig, denn in der Beobachtung dieser wäre der Jude als solcher kenntlich. Aber vor allem die Führung und Erziehung der Talmudjünger wäre Aufgabe des Rabbiners. Es gäbe Führer, die kraft ihrer Persönlichkeit zum Führen geschaffen wären, es gäbe solche, die die Willensäußerung des Volkes, der Masse, der Gemeinde richtig zu erkennen und sie dann richtig zu ihrer eigenen zu machen verstünden. Aber das hieße nicht Aufgeben der eigenen Meinung, sondern es hieße unter Umständen für die Ueberzeugung sogar kämpfen. Im Bestreben, für aufrichtige Wahrheit und für Frieden zu kämpfen, sähe er sein Programm. Er gedachte auch des verstorbenen Oberrabbiners Dr. Chajes, der der erste gewesen, der den Kultusvorstand auf ihn aufmerksam gemacht hätte. Die schlichte, aber eindrucksvolle Art des Vortrages fand bei allen Anwesenden Beifall. Rabbinische Bibelerklä ung und psychoanalytische Traumdeutung Unter diesem Titel hielt am 10. Dezember 1930 Herr David Bondy einen Vortrag in der Vereinigung jüdischer Akademiker in Wien. Von der Traumtheorie ausgehend, daß während des Traumes gewisse Teile des Bewußtseins, die im Wachzustände das Denken regulieren, ausgeschaltet sind, so daß die restlichen Teile des Bewußtseins unabhängig werden, führte der Vortragende aus, daß auch die Prophetie — nach fäfmudischer Ansicht — so zustande kommt, daß ein großer Teil der Seele (das tierische im Menschen und der zensurierende und regulierende «Ruach») zum Schweigen gebracht werden und das Denken und Sprechen nur von der «göttlichen» Seele beherrscht wird. Tatsächlich findet auch der Talmud die Prophetie dem Traume ähnlich, wenn auch diesem an Wert weit überlegen. Diese Wesensverwandtschaft zwischen Traum und Prophetie erklärt es, daß auch zwischen den Methoden der Traumdeutung und der Bibelerklärung weitgehende Analogien bestehen. Während der Vortragende diesen Vergleich ausführlich durchführte, wollen wir hier nur einige Beispiele nennen. Kennzeichnend für den Traum ist seine Verdichtungsarbeit, die zur Folge hat, daß jeder Traum vieldeutig ist; auch ein Bibelvers ist das Produkt einer Verdichtungsarbeit und es ist daher verständlich, wenn mehrere Deutungen gleichzeitig richtig sein können. Vom Traume erklärt die Psychoanalyse, daß der wahre Trauminhalt sich mit dem manifesten nicht decke, ja, daß der manifeste Trauminhalt weit eher Fassade sei, die mit dem wahren sehr wenig zu tun habe; auch der wahre Inhalt eines Bibelverses enthält oft Gedanken und Vorschriften, die aus dem manifesten Texte nicht ohne weiteres hervorgehen. Wie die Psychoanalyse in der Traumdeutung nicht mit der Phantasie des Deuters arbeitet, sondern in erster Linie die Gedanken und Einfälle des Träumers verwertet, so dürfe auch die Bibelerklärung die Erläuterungen des Autors, die mündliche Ueberlieferung, nicht unberücksichtigt lassen. Der Redner betonte jedoch, daß es auch wesentliche Unterschiede zwischen Traum- und Bibeldeutung gebe und daß letztere mit ihrer seit uralter Zeit ausgearbeiteten Methode höher zu werten sei, als erstere, die ja noch in den Kinderschuhen stecke. Bemerkenswert ist noch, daß Herr Bondy im Zusammenhänge zahlreiche Talmudstellen zitierte, in denen er in sehr einleuchtender Weise zeigen konnte, daß viele Ansichten, die die Psychoanalyse heute lehrt, unseren Lehrern im talmudischen Zeitalter geläufig waren und von ihnen zur Bibel- und Traumdeutung verwendet wurden. Der jüdische Hochschüler Der Jüdisch-akademische Philosophenverein, Wien, IX., Zimmermannplatz 8, Tel. A 25-2-28, veranstaltet am Mittwoch, den 28. Jänner 1931, im Kursalon seinen Ball. Kapelle Gaudriot. Kartenvorverkauf täglich Tn den Amtsstunden zwischen 1 und 2 Uhr mittags, Wien, IX., Zimmermannplatz 8. Karten für Studenten ä S 3.—, für Nichtstudenten ä S 5.—. Hofmeister, Hauslehrer für Nachhilfeunterricht in allen Mittelschulfächern (Philosophen, Pädagogen), Sekretäre (Handelshochschüler, Juristen) vermittelt prompt und unentgeltlich der Jüdische Hochschulamsschuß, Wien, IX., Zimmermannplatz 8, Tel. A 25-2-28. Telephonischer Anruf oder Postkarte genügt. Der XIII ordentliche Delegiertentag des Oesamtverbandes Jüdischer Hochschüler Oesterreichs «Judäa» wird hiermit für den 7. Februar 1931, 4 Uhr nachmittags, einberufen. Ort: Festsaal der Bezirkssektion Wien VÜL, Bennoptatz 1. Kongreß jüdischer Hochschüler in Frankreich, In der Zeit vom 25. ois 27. Dezember v. J. tagte in Paris ein Kongreß der jüdischen Hochschüler Frankreichs, dessen Beratungen zum großen Teil dem Problem der Auswanderung der jüdischen Jugend aus den Gebieten mit starker jüdischer Bevölkerung gewidmet waren, ln einem ausführlichen Emigra- I < jflle orieniatisefien | fpexialHdtfen am (Rast u. (JTatfKofxen, JVIusdkft us».) j Restaurant Mirabelt V. föe*., JVaAsßuif' erfasse 0 JSflicAencAe/ SrflnBevtf (/rilfker Kotei KaHona»! tionsreferat wurde darauf bingewiesen, daß durch die Erschwerung des Hochschulstudiums für Juden in Polen Hun- | derte jüdischer Studenten zur Auswanderung nach Franlc-! reich gezwungen wurden, wo die Zahl der jüdischen Hochschüler von Monat zu Monat steigt. Gegenwärtig gjbt es an den französischen Hochschulen über 5000 jüdische Studenten aus dem Ausland. Der Antisemitismus an den französischen Universitäten breitet sich immer mehr aus. Einzelne Gruppen i französischer Hochschüter versuchen, Hitler-Methoden in! Frankreich einzuführen. Die antisemitisene Bewegung an | den französischen Hochschulen wird hauptsäcnlicn von Professor Bose gefördert, der für die Einführung eines gegen ausländische Hörer, m erster Reihe gegen Juden, gerichteten I Numerus clausus eintritt.! -. —- Antworten der Redaktion Wir ersuchen alle Findender, Ihre Beiträg«, Artikel, Notizen usw., womöglich rr.it Schreibmaschine geschrieben, Jedenfalls aber unbedingt leserlich mit Tinte und nur auf einer Seite des Bogens beschrieben, uns cinzusendcn. Einsendungen, die diesen Anforderungen nicht entsprechen, können keine.' ails bcrüci rdchtigt werden. ftcd&ktkMMSChlaß Dienstag, 12 Uhr mittags. Karl W-. Wien IV. «Die Stimme^ hat in Palästina zwei ständige Berichterstatter; Herrn Dr. E. M. Zweig und Herrn Jakob Singer. Hermann R, Wien II. Einen Aufsatz finden Sie in der hciit'gen Nun.nie; der zweite erscheint e' 1 andermal. B., Wien. Ihren Bericht über das cJüdische Museum» können wir nicht bringen, da er unleserlich und mit Bleistift geschrieben ist. Jostta H., Wien. Ihr Aufsatz erscheint in einer der näcfe» sten Nummern. Alice L., Buden. Besten Dank; wahrscheinlich schon in der nächsten Nummer. Abraham B., Wien, II. D'e Broschüre «Juden hinaus» nekommen Sic beim Keren Kajemeth, I., Kärntnerstraße 28 oder in der Buchhandlung M. Rath, II., Taborstraße 20 a. Preis S I —. Literatur / Kunst / Theater Zum Gedächtnis J. L. Gordons (Anläßlich des 100. Geburtstages des Dichters.) Die Vereinigung der hebräischen Schriftsteller Palästinas hat die Woche vom 21. bis 28. Kislew dem Andenken des hebräischen Dichters Jehuda Leib Gordon gewidmet. Im ganzen Lande wurden Vorträge und Feiern veranstaltet. Den nachstehenden Aufsatz entnehmen wir der hebräischen Tageszeitung «Davar». Wer ist uns J. L. Gordon? Seltsam: ein Aufkiärer im wahrsten Sinne des Wortes, stets im Kampfe gegen das Dunkelmännertum, die Chibbat- Zion-Bewegung ablehnend, weil sie ihm religionsverdächtig schien, — in der Erinnerung dünken uns seihe Poeme Urväter Hausrat, schon ein wenig fade, von verwelktem Pathos, allenfalls «Jugendlektüre», — und doch, wenn wir ihn dann plötzlich, irgend einem Zufalle zuliebe, einmal aufschlagen, so nimmt er uns wieder gefangen wie bei der ersten Lektüre. Sein Geheimnis: alles, seine Aufklärung, sein Intellekt, seine wesentlich rationalistische Einstellung waren nicht imstande, ihm die reine Naivität des Auges und des Sinnes zu rauben. Diese seine künstlerische Intuition hielt ihn lebendig bis heute. Im übrigen war er zeitgebunden. Aber, wie bei allen großen Persönlichkeiten, heißt zeitgebunden bei ihm nicht zeitverfallen: indem er der Zeit zu künstlerischem Ausdruck verhilft, wächst er über die bloße Zeit hinaus. Die europäische Literaturgeschichte läßt sich gerade in dieser Zeit, von 1750—1900, sehr bequemin Epochen des künstlerischen Verhaltens einteilen: Rationalismus, Romantik, Realismus. In der hebräischen Literatur sucht man nur künstlich diese Schichtung durchzuführen. Europa brach plötzlich über unsere mittelalterlich gebundene geistige Welt hinein, und Lessing, Schiller, Byron mit der Atmosphäre, die sie umgab, wurden gleichzeitig zu Befreiern. Wohl läßt sich gerade in Gordons Entwicklung ein stufenweises Vorherrschen der genannten Richtungen feststellen, — Beweis, daß diese Stufen kein zufälliges, rein zeitliches Aufeinanderfolgen darstellen, sondern entwicklungsgeschichtlich tief begründet sind, — aber im Grunde ist er doch in seinen Hauptwerken immer Rationalist, Romantiker und Realist zugleich. Ein Ankläger, — wie alle die Männer echter Aufklärung. Die Welt erscheint ihm in schneidenden Gegensätzen, in einem farbenreichen Hin und Her, das zu schildern er nicht müde wird; dies — vor allem — seine Romantik. Und er: Partei. Am Heute interessiert, das Heute selbst in die Vergangenheit projizierend, dies Heute beobachtend, und ihm seine Weltanschauung entnehmend: darauf beruht sein Realismus. Der Inhalt seiner Idee, bestimmt durch die Epoche der Aufklärung: Kampf gegen die Einmengung des Judentums durch die Religion. Beginnend schon in dem romantischen — «Zwischen den Zähnen der Löwen», — fortgesetzt in dem realistischen — «Ein Tüttelchen des Jod», — und dann, sich zur Grandiosität erhebend in «Zedekiah im Gefängnis», dessen Anklage des religiösen Judentums durch das weltliche, — man mag ihr zustimmen, oder nicht, — noch heute lebendig ist, wie am ersten Tage. Er starb enttäuscht Ergreifend eines seiner letzten Gedichte; «Für wen?» Die Frommen verachten we’tliche Dichtung, jüdische Frauen und Mädchen, die er sich als Leser wünschte, können nicht Hebräisch, das aufgeklärte Judentum nimmt europäische Sprachen an, die Jugend schreitet vorwärts, vielleicht in eine Welt, aus der es keinen Rückweg in das Judentum gibt, so bleiben ihm nur ein Häuflein Leser — «wer weiß, ob ich nicht der letzte Dichter des Hebräischen, — ob ihr nicht seine letzten Leser seid». Von diesem Fluche hat Erez Israel den Dichter erlöst. Frau Dr. Sarah Tomaschow wird am 11. d. M. in Budapest in einem großen Konzert hebräische Lieder singen. In diesem Konzert wird auch Iso Golland, früheres Mitglied der «Habimah» und jetziges Mitglied der Berliner Staatsoper, mitwirken. Wie wir bereits berichtet haben, brachte Frau Doktor Tomaschow kürzlich einige palästinensische Lieder im Preßburger Rundfunk zum Vortrag. Die Geschichte unseres Volkes von Ch. A. Sutta und I. Spivak Der rühmlich bekannte Verlag «üina.ujih» in Palästina, dessen Leistungen aut dem Gebiete des hebräischen Buches schon heute außergewöhnlich bedeutungsvoll sind, hat jüngst ein Lehrbuch der Geschichte unseres Volkes (I. Teil) herausgegeben, der mit der Rückkehr der Juden aus Babylon beginnt und mit dem Bar-Kochba-Aumtand schließt. Das Buch ist packend und interessant geschrieben. Es behandelt nicht nur die jüdische Geschichte, sondern auch die Geschichte der anderen Völker, sov. c.it sie auf das Geschick unseres Volkes Einfluß genommen haben. Der Stil ist klar und einfach. Das Buch enthält eine große Anzahl von guten Illustrationen sowie Karten. An den dazugehörigen Stellen werden Bibelzitate angeführt, die sich auf die betreffenden Ero:gn;sse beziehen. Das Papier und der Druck sind hervorragend, der Text vollständig punktiert. In dieser Hinsicht har sich der Verlag geradezu historische Verdienste erworben, indem er es zum Grundsatz erhoben hat, daß hebräische Bücher nur punktiert zu erscheinen haben, wenn man wirklich will, daß (Me hebräische Sprache einheitlich und die bisher herrschende Anarchie in grammatikalischer Hinsicht aus der Welt geschafft werde. Die schöne Tradition des «Omanuths>-Veriages, das hebräische Buch in Druck, Papier und Einband erstklassig herauszugeben und so neben dem Inhalt auch den Sinn für die äußere schöne Form zu wecken und zu entwickeln, wurde auch bei diesem Buche voll und ganz fortgesetzt. Das Buch kann mit innerer Befriedigung der jüdischen Jugend sowie den weiteren Schichten unseres Volkes in die Hand gegeben werden. Dr. Chaim Tartakower. «Mo’adetenui' — eine neue Buchserie des Keren Kajemeth und des Verlages «OmamU.i». N'a.hdem das Hauptbureau des Keren Kajemeth und der Verlag «Omnnuth» die Buchserie «Lanoar* mit großem Erfolg geschaffen und ausgebaut hatten, gingen sie daran, eine Vorstufe zu dieser Bibliothek für Kinder, die die Volks- und Bürgerschulen besuchen, zu schaffen. Diese Buchserie führt den Namen «Moladetenu» (Unser Vaterland). Sie bezweckt, den Kindern das Land Palästina und seine Einwohner in erzähiencrer Form näherzubringen. Der Stil der Bücher wird leicht, und faßlich, der Text wird vollständig punktiert sein. Jedes Büchlein wird ca. 32 Seiten umfassen. Die schwierigeren Worte sind am Schlosse hebräisch erklärt. Außerdem enthalten die Bücher in den Text eingebaute Zeichnungen. Das erste Büchlein (von Jakob Ficiimann) heißt «Josi fährt nach Palästina». Es schildert in sehr anziehender Welse die Erlebnisse eines kleinen Jungen, der sich auf die Reise nach Palästina, wo seine zwei Brüder als Chaluzi leben, vortiereitet, dann mit seinen Eltern Rußland verläßt und schließlich in Palästina landet. Preis 50 Groschen. Zu oentellei, beim Keren Kajemeth, 1., Kärntnerstraße 28. Oberkantor Ludwig Man ie!, NovDad (S. H. S.), Schüler des Oberkantors Fischer, singt liturgische Gesänge am 10. Jänner, 9 Uhr 20, im Radio in Belgrad. Zeitschrift «Palästina». Heft 12 enthä't einen ausführlichen Auszug aus dem Bericht Sir John Hope Simpsons, dessen Schlußfolgerungen in wörtlicher Uebersetzung wiedergegeben werden. Da dieser Bericht die Grundlage aller weiteren Verhandlungen der Jewish Agency mit England bildet, so ist diese Veröffentlichung umso willkommener, da keine deutsche Uebersetzung des Berichtes erschienen ist. Ing. R. R i f t i n schreibt über die Notwendigkeit eines Bewässerungsinstitutes. Er zeigt, wie zusammenhanglos bisher auf dein Gebiete der Irrigation gearbeitet worden ist, das bekanntlich das wichtigste für die Entwicklung der Landwirtschaft ist, und macht Vorschläge über die Errichtung eines zentralen Institutes. — Dir. V o 1c a n i (Wilkansky) veröffentlicht einen Auszug aus einer größeren Arbeit, über «Zehn Jahre jüdische Landwirtschaft in Palästina». Er gibt einen instruktiven Ueberblick über den ungemeinen Aufschwung, den durch Anwendung moderner Methoden in der Landwirtschaft die Juden erzielt haben. Das investierte Kapital schätzt er auf 4.3 Millionen Pfund. Einen besonderen Platz nimmt das Forscliungswcsen ein, in dem die Juden Bedeutendes geleistet haben. — Reichhaltige Nachrichten und Daten, Bücherbesprechungen und das I nhaltsverzeichnis für den Jahrgang 1930 beschließ«*, das Heft. Administration und Verlag: C. Barth, Wien,!.f Heßgasse 2. Der Herausgeber der «Jewish Tribüne» gestorben. Im Alter von 48 Jahren verstarb an New York der Herausgeber der «Jewish Tribüne» und Vorsitzende der Exekutive der «Associated Press Industries of America» David N. Mosesson. 30 Jahre «Israelitisches Wochenblatt für die Schweiz», Am 4. Jänner 1901 kam die erste Nummer des ersten Jahrganges des «Israelitischen Wochenblattes für die Schweiz» heraus; die Zeitung trat somit Anfang Jänner 1931 in den 30. Jahrgang. Die ersten Herausgeber des Blattes wäre* Rabbiner Dr. Littmann und Dr. phil. David Strauß«

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