Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 158 (8.1.1931)
- Date
- 1931-01-08
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3053752-3053911-3053912--2120-3057524- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
*m. iüo — ö. Jauner 1931 OIE STIMME beite f mmmmmrnHU zionisiiscbcs leben ln men Das zionistische Landeskomitee ve lautbart: 1. Herr Dr. Mair Pais Ist als Vertreter des Jugendverbandes aus dem Landeskomitee ausgeschieden. An seine Stelle hat der Jugendverband Herrn Robert Lustig in das Landeskomitee entsendet. 2. Herr Dr. Mair Pais wurde im Wege der Kooptierung zum Mitglied des Landeskomitees bestellt. 3. Herr Abraham Zahler wurde über seinen Wunsch von der Kassa Führung des Landeskomitees enthoben. Das Landeskomitee dankt hiermit Herrn Zahler für seine langjährigen treuen Dienste. 4. Zum Kassler des Landeskomitees wurde Herr Adolf Sommer bestellt. Schekelabrechnung Die Zionistische Exekutive in London hat den Endtermin für die Schekelverrechnung verlängert. Wir machen daher alle Gruppen und Gesinnungsgenossen aufmerksam, daß der letzte Verrechnungstag der 12. Jänner 1930 ist und bitten, diesen Termin strikte einzuhalten, da eine nuerliche Verschiebung des Termines nicht stattfindeu wird. Oesterreichische Landesscheketkommission. Die Arbeit des Keren Kajemeth Goldene Kette des Keren Kajemeth. In Palästina hat diese Aktion eine Verdreifachung der Keren-Kajemeth-Spenden seit Veröffentlichung des Weißbuches zur Folge gehabt. Große Spende der Kultusgemeinde Graz. Die Israelitische Kultusgemeinde Graz hat an den Keren Kajemeth den Betrag von S 1070.— abgeführt, darunter den Betrag von S 720.— zwecks Eintragung des Lord Baifour ins Goldene Buch des Keren Kajemeth (Balfour-Band). Versicherung zugunsten des Keren Kajemeth (3. Liste). Die Versicherungsabteilung des Keren Kajemeth hat eine Aktion eingeleitet, die bezweckt, Versicherungen zugunsten des Keren Kajemeth durchzuführen, und zwar auf folgender Grundlage: Im Erlebensfälle fällt die versicherte Summe ganz dem Keren Kajemeth zu, im Ablehensfalle die eine Hälfte den Erben der Versicherten, die andere Hälfte dem Keren Kajemeth. Durch die Aktion sollen dem Keren Kajemeth neben den Spenden neue Mittel zum Zwecke der Ausdehnung des jüdischen Bodenbesitzes für die jüdische Kolonisation zufließen. Schon nach drei Jahren erhält der Keren Kajemeth gegen minimale Zinsen 65 Prozent der eingezahlten Prämien zu seiner freien Verfügung. Außer den bereits angeführten Gg. haben weiters nachstehende Gg. solche Versicherungen abgeschlossen: Dr. Chaim Wolf mann, Doktor Heinrich Lessing, Dr. Viktor Emanuel Pordos, Dr. Willy Weidmann, Dr. Otto Abeies, Dr. Karl Jellinek, Dr. Arnold Karplus, Kom.-Rat Heinrich Löwinger. Statt Versicherung zugunsten des Keren Kajemofh — regelmäßige Spenden. Gg. Dr. Emil Krasny hat sich bereit erklärt, neben seinen sonstigen Spenden für den Keren Kajemeth dauernd statt einer Versicherung zugunsten des Keren Kajemeth monatlich S 10.— abzuführen. Jugcndbund „Gdud Zirim“ hat statt der im Dezember übernommenen Aufstellung von 50 Büchsen tatsächlich 60 Büchsen aufgestellt und dem Keren Kajemeth die Verzeichnisse der neuen Büchseninhaber übergeben. Goldbuclicintragung des Dr. Desider Friedmann. Auf diese Eintragung sind weiters u. a. eirvgegangen: Dr. Artur Reik S 20.—, Doktor Lagobert Rybaczewski S 20.—, Dr. Ticho S 10.—, Dr. Wilhelm Grüß S 20.—. Große Palästinalandkarto. Das Hauptbureau in Jerusalem teilt mit, daß es eine solche Karte durch Dr. A. J. Braver horste]len läßt und hofft, daß es sie im Laufe des Winters wird herausbringen können. Ring des Keren Kajemeth Frau Amalle Grünberg spendet S 2— und ruft zu Spenden auf: Frl. Rinall Qinsberg, Frl. Ruth Berger, Frau Toni Schneider, Frau Etilde Weisseiberger, Frl. Lisi Müller aus Breslau. Trude Adler spendet S 2.— und ruft zu Spenden aut: Regi Neumann, Isidor Lebensohn, Ziona Ochshorn, Ing. Fritz Pollak, Mirjam Morgenstern, Dr. Leo Menczer, Sara Kalmann. Gusta Aszkenasy spendet S 2.— und ruft zu Spenden auf: Frau Marie Wahrmann, Frau Netty Knisbacher, Frau Hella Goldschlag, Frau Clara Goldschlag, Frau Salomea Brandes. An die Zionisten des 1., 12 , 13., 14., 15., 18. und 19. Bezirkes Immer dringt die Auffassung von der erhöhten Bedeutung einer schlagkräftigen zionistischen Organisation durch. Unsere Idee, die jüdische Freiheitsidee, muß wieder in die jüdischen Gassen von Haus zu Haus getragen werden. Der Aufbau Palästinas muß durch uns. das zionistische Hinterland gestützt und aktiv gefördert werden. Beides kann nicht durch vereinzelte Menschen, sondern nur durch den Zusammenschluß in einer starken und gefestigten Organisation geschehen, die, von Ernst und Willen beseelt, sich der Verantwortung ihrer Aufgabe dem Judentum gegenüber bewußt ist. Die Tätigkeit in den oben genannten Bezirken wurde wieder aufgenommen. Wir richten daher an die in diesen Bezirken wohnhaften Zionisten den dringenden Appell, sich für die Mitarbeit zur Verfügung zu stellen. Es darf keinen Zionisten geben, der außerhalb unserer Reihen steht, denn nur das Gefüge einer starken Organisation kann uns die nötige Schlagkraft geben. Also nochmals, auf zur Mitarbeit! Wir ersuchen alle, die sich der Bedeutung unserer Aufgabe bewußt sind, sich zur Arbeit im Zionistischen Büro, Wien, I., Kärntnerstraße 28, Tel. R 27-4-86 zu melden. Versammlungen finden statt: I. Bezirk: Dienstag, den 13. Jänner, 8 Uhr abends, Caf£ Altes Rathaus, I., Wipplingerstraße 24. Redner: Prof. Dr. Wilhelm Stein: «Die Juden in der deutschen Literatur». XII.—XV. Bezirk: Dienstag, den 20. Jänner, 8 Uhr abends, großer Festsaal, XV., Herklotzgasse 21. Die ersten Palästina-Orangen angelangt Bestellungen für Jaffa-Orangen, Karmel-Weine und Oel nimmt entgegen und liefert . direkt ins Haus Samuel Halpern Wien. 11., Förstergasse 6 / Telefon R-40-4-'2 _ _ Redner: Dr. Desicler Friedmann: «Die Grundlagen des Zionismus». XIX. Bezirk: Dienstag, den 20. Jänner, Cafe Döblingerhof, XIX., Billrothstraße. Redner: Dr. Oskar Grünbaum: «Die Lage im Zionismus». XV1I1. Bezirk: Montag, den 26. Jänner, Cafe Währingerhof, XVIII., Währingerstraße 162. Redner: Dr. Oskar Grünbaum: «Die Lage im Zionismus». Aufruf der Organisation Zionistischen Frauen Oesteireichs Jüdische Eltern! Eines der wesentlichsten Mittel zur Erziehung der jüdischen Kinder im jüdischen Geiste ist das jüdische Lied und die jüdische Musik. Um nun unseren Kindern Gelegenheit zu geben, diese Musik zu pflegen und unter entsprechender Leitung ihre musikalischen Fähigkeiten zu entwickeln, haben wir einen Kinderchor geschaffen. Derselbe schließt sich an die Oneg-Schabath-Nachmittage an, die von der Mädchengruppe «Dworah» allwöchentlich an Samstagnachmittagen im Heim der «Mirjam», L, Jordangasse 7, abgehaliten werden. Schicket eure Kinder in diesen Chor! Sophie Löwenherz Bianka Federn-Lipschiitz Sarah Gelber Kapellmeister Max Lampel Monnisbcitrag pro Kind S 2.—. Anmeldungen werden an Samstagen in der Zeit von 5 bis 6 Uhr inr Mirjam-Heim, I., Jordangasse 7, oder schriftlich bei der Organisation Zionistischer Frauen Oesterreichs, IX., Nußdorferstraße 42, oder telephonisch von 8 bis 10 Uhr vormittags und 2 bis 3 Uhr nachmittags unter der Nummer A 16-0-44 entgegengenommen. Dort werden auch Auskünfte erteilt. Die „Jüdische Tischgesellschaft" Die «Jüdische Tischgesellschaft» im 3. Bezirk, eine Institution der zionistischen Organisation, wirkt seit fast zehn Jahren und hat einen Kreis von treuen Freunden und Gesinnungsgenossen geschaffen. Auch im vergangenen Jahre haben allwöchentlich am Dienstag abends (ini Cafe Lovrana) Vortragsabende stattgefunden. Eingeleitet wurde diese Saison mit einem Reisevortrag des Herrn Bruno R a b i n o w i t z über «Südamerika und die Juden», der den Zuhörern interessante Erlebnisse und Schilderungen des Lebens und Wirkens der Juden in den bedeutendsten Staaten Südamerikas mitteilte. Der Vortragende brachte im Zusammenhang mit den Erzählungen das Problem der Wanderungen der Juden im allgemeinen und die Frage der Gesamtverfassung der verstreuten Teile des jüdischen Volkes zur Erörterung. Die Herren Dr. F i n k e 1 s t e i n, Dr. Georgf Weiner und Präsident Dr. Oskar Grünbaum besprachen vor und nach den Wahlen und nach dem Erscheinen des englischen Weißbuches die aktuellen Fragen politischer Natur. Diese drei Abende haben die herrschenden Ansichten und Meinungen dargetan, ro daß man sich ein klares Bild von dt* Situation machen konnte. Zwei besondere Abende waren den wirtschaftlichen Fragen gewidmet. Eine von Herrn Dr. Schmitz ein geleitete Debatte über die Lage der Juden im Wirtschaftsleben \on Oesten.ich befaßte sicli mit den trostlosen Verhältnissen auf dem Arbeitsmarkt, auf den Universitäten und auch im Handel. Ein zweiter Abend war eingeleitet von einem KG. Tat des Herrn Benno Deutsch über die Kreditfrage und die Juden in ('esterreich. Ir, diesem wurde auf die unbedingte Notwendigkeit der Schaffung großzügiger jüd’schcr Kreditk*:..; an mch den Vorbildern jener im Osten vom Joint ge.-o.aiü nen Institute hervorgehobeu, die übrigens in den letzten Jahren auch in Deutschland mit großem Erfolg begründet wurden. Ueber den Keren Kajemeth und die Bodenfrage sprach Herr Dr. T a r t a k o w e r. Der Redner wußte die ganz ungeheure Bedeutung dieses zionistischen Bollwerks hervorzuheben und das Interesse der Zuhörer zu wecken, so daß eine angeregte Debatte alle aktuellen Fragen erfassen konnte. Dr. Salomo» R a p p a p o r t sprach an einem Abend über das Thema «Die G-schichte der jüdischen Familiennamen», ein Vo:t: \ der für inneren Kreis eine Ergänzung zu dem vor einiger Zeit gehaltenen Vortrag von Löbl Taubes über die «jüdischen Vornamen» bedeutete. Herr Dr. Rnppaport konnte ungeheuer viel Interessantes und zum großen Teil den Zuhörern Unbekanntes niitteilen und hat viel wertvolles Material auf diesem Gebiet vermittelt. Dr. Sanel Beer sprach an einem Abend über das Thema «Die Pathologie der Juden . Der Redner sprach sowohl über die medizinischen wie psychologischen Krankheiten der Juden, das heißt über jene pathologischen Erscheinungen, die man generell als «jüdisch» bezeichnet. Es schloß sich daran eine kurze Deb: tle und Herr Dr. Beer konnte einigen Fragestellern die gewünschte Auskunft erteilen. Dr. Tulo N u s s e n h 1 a 11 sprach über «Dr. Theodor Herzl als Mensch und Staatsmann». Der Vortragende, der sich seit Jahren als Forscher über '.eben und Wirken Herzls betätigt, konnte neue Details und Auffassungen über den großen Menschen H;:zi bringen. Auf Grund besonderer Quellen wußte Dr. Nussenblatt in spannender Form dieses ganz große Genie in markanten Zügen zu zeichnen und hat den Anwesenden eine besonders weihevolle Stunde gewährt. Der letzte Abend in der erste» Hälfte der Arbeitssaison brachte einen Vortrag Dr. E. S c h m i t z’ über das Thema «Die jüdischen Grundlagen des Weihnachtsfestes».. Der Redner brachte viel neues, bisher wenig erörtertes Material über die historische Entwicklung des jetzigen Weihnachtsfestes und suebi:<m bewv:«mi. d*ß dieses Fest, wie fast alle christlichen Feiertage, im alten Testament begründet ist. So können wir beim Resümee der ersten Hälfte des Arbeitsjahres mit Uc migtuung fest..teilen, daß wir unserem Gemeinschaftskreis tatsächlich viel Hörenswertes geböte^ haben. Aber gleicherweise müssen wir mit lebhaftem HLsd|a.u e r n konstatieren, daß viele Zionisten, die ihre Wohnung oft nur einige Minuten von unserem Versammlungslokal haben, diese Stätte der ernsten und sachlichen Arbftff* meiden; daß sie meinen, daß diese «Vorträge» in: der «Tischgesellschaft» untergeordnete Bedeutung haben und die Abende lieber im Kaffeehaus beim Spieltisch zubringen. Wir aber, die wir seit Jahren einen engen Gemeinschaftskreis geschaffen haben, die wir tagsüber unserer schweren Erwerbstätigkeit nachgehen, fühlen, daß diese kleinen Tischgesellschafts-Abencic eine wertvolle Oase in dem sonst so materialisierten Leben darstelhn. Wir arbeiten hier nicht nur zionistisch, sondern menschlich an uns und unserem Judentum. Zum Schluß sei noch die erfolgreiche Betätigung unserer Gruppe bei Veranstaltung der Kinderfeste erwähnt. Sowohl an Simchath Thora, wie jetzt zu Chanukkah haben wir hunderte Kinder versammelt und ihnen wahrhaft genußreiche Stunden im jüdischen Milieu, das die Kinder ja so nötig haben, verschafft. Ankündigungen und Mitteilungen Die zionistische Bezirkssektion VHI./IX. veranstaltet* am 20. Dezember eine Makkabäerfeier, die einen außee ordentlich schönen Verlauf nahm. Oberkantor Postolow zündete die Chanukkahlichter an und sang hierzu mit seine* prächtigen Stimme. Nach einer eindrucksvollen, von ecltt zionistischem Geiste zeugenden Festrede des Gg. Ludwig Bato wurde den zahlreichen Festgästen ein künstlerisches Programm geboten, das alle Erwartungen erfüllte. Die Mitwirkenden, Frau Manja Bard (Gesang), Frl. Fleschner (Kl£- viervorträge), die Herren Ing. Schlesinger und Dobos ta erster Reihe Oberkantor Postolow, mußten dem stürmischen Verlangen der Zuhörer nach Zugabe Folge leisten. Der schöne Abend wird allen Teilnehmern noch lange in angenehmer Erinnerung bleiben. Die Akademie des Pfadfinderbundes «Zirenu» findet au& nachdem sie wegen eines Todesfalles im Bunde verschoben werden mußte, am 24. und 25. Jänner in den Pan-Spielen in der Riemergasse statt. Kartenvorverkauf in den Heimen und bei den Bundesmitgliedern. Histadruth iwrit, II., Kleine Mohrengasse 3. Samstag, 10. Jänner, 8 Uhr abends, J. L. G o r d o n - F e i e r. Festredner: Der hehr. Schriftsteller M. Ungerfeld. Rezitation: Frl. Rifka Lebensohn. Seminare: Jeden Mittwoch, 8 Uhr abends. Tanach: Dr. Birnbaum. Jeden Samstag, 7 Uhr abends, Dikduk: Prof. Wiesen. Ketuwrin, hebr. Wochenschrift, erhältlich Zeitungskiosk, II., Taborstraße, beim Caf6 National, und Schottentor, Wagenschleife 38. »M o s n a i m» erhältlich Praterstraße 11 und Zeitungskiosk Schotientor beim Wiener Bankverein. Zionistische Bezirkssektion Landstraße. Herr Dr. Josef Löwenherz spricht am 13. Jänner, Y29 Uhr abends, Caf6 Lovrana, HL, Löwengasse 36, im Rahmen der Jüdischen Tischgesellschaft über «Die Kultusgemeinde, ihn* Aufgaben und Leistungen». Zionistische Frauengruppe VIII (Sektionsheim VIIL, Bennoplatz 1 a). Am Samstag, den 10. Jänner, um 8 Uhr abends, wird im Heim, Bennoplatz 1 a, ein Sprechabend (Lebende Zeitung der Wizo Nr. 2) abgehalten. Es ergeht an alle Mitglieder der Wizo die freundliche Einladung, zahlreich zu erscheinen. Gäste willkommen.