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Die Stimme · 1930-12-29 · Heft 157 (29.12.1930) · page 13

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Journal
Die Stimme
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 157 (29.12.1930)
Date
1930-12-29
Page
– (sequence 13)
Language
German
Belongs to
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Sr. 157 -- 29. Dezember 1930 ulh STIMMÜ beite 1J Zionistisches leben ln K ien Zionistisches Landeskomitee für Oesterreich Die Sprechstunden des Organisationsreferates finden jeden Sonntag von 9 bis 12 Uhr vormittags im Bureau des Zionistischen Landeskomitees, 1. Bezirk, Kärntnerstraße 28, Telephon R 27-4-86, statt. Der nächste Vortragsabend des Zionistischen Landeskomitees findet am Donnerstag, 8. Jänner 1931, statt. Die genauen Daten werden noch rechtzeitig bekanntgegeben werden. An die Zionisten des 1., 12., 13., 14., 15., 18. und 19. Bezirkes Immer dringt die Auffassung von der erhöhten Bedeutung einer schlagfertigen zionistischen Organisation durch. Unsere Idee, die jüdische Freiheitsidee, muß wieder in die jüdischen Gassen von Haus zu Haus getragen werden. Der Aufbau Palästinas muß durch uns, das zionistische Hinterland, gestützt und aktiv gefördert werden. Beides kann nicht durch vereinzelte Menschen, sondern nur durch den Zusammenschluß in einer starken und gefestigten Organisation geschehen, die, von Ernst und Willen beseelt, sich der Verantwortung ihrer Aufgabe dem Judentum gegenüber bewußt ist. Die Tätigkeit in den oben genannten Bezirken wurde wieder aufgenommen. Wir richten daher an die in diesen Bezirken wohnhaften Zionisten den dringenden Appell, sich für die Mitarbeit zur Verfügung zu stellen. Es darf keinen Zionisten geben, der außerhalb unserer Reihen steht, denn nur das Gefüge einer starken Organisation kann uns die nötige Schlagkraft geben. Also nochmals, auf zur Mitarbeit! Wir ersuchen alle, die sich der Bedeutung unserer Aufgabe bewußt sind, sich zur Arbeit im Zionistischen Bureau, I., Kärntnerstraße 28, Tel. R-27-4-86 zu melden. Nähere Auskünfte in den Sprechstunden des Organisationsreferats jeden Sonntag vormittags von 10 bis 12 Uhr. Die Arbeit des Keren Kajemeth Goldene Kette des Keren Kajem'e t h. Diese hat in Palästina in bar lind in Verpflichtungen den Betrag von rund 7000 Dollar erbracht. Jugendaktion zugunsten des Keren Kajemeth. Die am Montag, den 15. Dezember, stattgefundene Besprechung der Keren Kajemeth-Kommissäre hat einhellig beschlossen, mit aller Energie an die Durchführung der großen Aktion der Jugend für den Keren Kajemeth heranzutreten. Jeder Jugendliche wird in der Keren Kajemeth-Woche vom 7. bis 14. Februar 1931 zumindest S 4.— aufzubringen haben. Jede Gruppe wird im eigenen Rahmen Veranstaltungen zugunsten des Keren Kajemeth durchführen. Die Keren Kajemeth- Woche wird durch eine große Veranstaltung, die ausschließlich von den Jugendgruppen bestritten werden wird (jede Gruppe wird eine ihrer besten Darbietungen bringen) abgeschlossen werden. Die Leitung dieser Veranstaltung hat Gg. Oskar Teller übernommen. Eineneue AntwortaufdenKeren Kajemeth-Angriff. Die Versicherungsabtei lung des Keren Kajemeth hat eine Aktion eingeleitet, die bezweckt, Versicherungen zugunsten des Keren Kajemeth durchzuführn, und zwar auf folgender Grundlage: Im Erlebensfälle fällt die versicherte Summe ganz dem Keren Kajemeth zu, im Ablebensfalle die eine Hälfte den Erben der Versicherten, die andere Hälfte dem Keren Kajemeth. Durch die Aktion sollen dem Keren. Kajemeth neben den Spenden neue Mittel zum Zwecke der Ausdehnung des jüdischen Bodenbesitzes für die jüdische Kolonisation zufließen. Schon nach drei Jahren erhält der Keren Kajemeth gegen minimale Zinsen 65 Prozent der eingezahlten Prämien zu seiner freien Verfügung. Außer den bereits angeführten Gg. haben weiter® nachstehende Gg. solche Versicherungen abgeschlossen: Dr. G. Werner, Charlotte Koppelmann, Leopold Glaser, Dr. Heinrich Sokal, Dr. Bernhard Hahn, Dr. Fritz Ticho, Dr. Moritz Rosen, Schaul Keßler, Dr. Edmund Reiß, Doktor Max Ostermann, Dr. S. Sonderling, Dr. Leopold Meisel, Dr. Emil Winter. Statt Versicherungen zugunsten des Keren Kajemeth — regelmäßige Spenden fü£ denselben: Gg. Dr. Karl Pollak hat sich spontan bereit erklärt, an den Keren Kajemeth alljährlich neben seinen sonstigen gelegentlichen Spenden 100 Schilling abzuführen, da er aus versicherungstechnischen Gründen für eine Versicherung nicht in Betracht kommt. Abraham Schwadron-Garten der „Histadruth Gordoni a“. Die „Qistadruth Gordonia“ hat einen Betrag von S 166.— abgeführt als Anzahlung auf den „Ahraham Schwadron-Garten“. Der Betrag setzt sich aus Sammlungen der einzelnen Mitglieder zusammen, die speziell für diesen Garten veranstaltet wurden. Im Durchschnitt brachte jedes Mitglied ca. S 10.— auf. Die Sammlung wird fortgesetzt. Goldbuch-Eintragung Dr. Desider Friedmann. Auf diese Eintragung sind weitere S 57.— eingegangen, u. a. von Simon Gospard 20.—, Dr. Leo Landau 20.—, Dr. S. Ruß 10.—. Statt Glückwunschtelegramme — Telegi'ammblankette des Keren Kajemeth. Das Brautpaar Ruth Rückhaus- Salo Blatt hat den Einladungen zu ihrer Hochzeit Keren Kajemeth-Telegrammhlankette, Erlagscheine und ein Ersuchen beigefügt, sich statt der Telegramme der Telegrammhlankette des Keren Kajemeth zu bedienen. Ein großer Teil der Eingeladenen hat tatsächlich diese Form der Gratulation gewählt. Abrechnung der Dezember-Leerung. Der Jugendbund „Brith Mischmar Haowdim“ (KKL-Kommissär Leo Chometh) hat als erster die Dezember-Leerung verrechnet und den Erlös von S 395.— an den Keren Kajemeth abgeführt. Rabattsektion des Keren Kajemeth. Der Keren Kajemeth empfiehlt den Gg. und Freunden des Keren Kajemeth den Bezug der Kohle hei der Firma Richard Basch, IV., Argentinierstraße 22. Die politischen Lieder ans der bekannten, in Wien mehrmals erfolgreich aufgeführten Revue von Viktor Berossi sind im Keren Kajemeth-Bureau zum Preise von S 1.— erhältlich. Blau-weiße Zünder des Keren Kajemeth. Auch in der Tabaktrafik, III., Radetzkystraße (hei der Rettungsgesellschaft), sind blau-weiße Zünder erhältlich. Makkabäerfeiern in Wien In der zionistischen Bezirkssektion Leopoldstadt — Jugendverein «Erez Israel» Die zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt veranstaltete am 21. d. M. gemeinsam mit dem Jugendverein «Erez Iraels» und der Wizo II. eine schöne Chanukkah- Feier, um deren Gelingen sich Frau Frieda Haber und Herr Gelband besonders verdient gemacht haben. Aus dem reichhaltigen Programm sind hervorzuheben: der eindrucksvolle Akt des Lichteranzündens, die Begrüßungsrede des Fräulein Lilly Heller, der ausgezeichnete Vortrag zweier Gedichte von Rosenfeld (Frl. Rosl Saphier), ferner die humorvollen Vorträge des Herrn Sigmund Haber, wie auch die unnachahmbar komischen Vorlesungen des Herrn Samuel Schwa- Per. Den Clou des Abends bildete die Allegorie «Der blaue rinz», dargestellt von den jüngsten Schülern des Chajes- Realgymnasiums. Herr Samuel Krybus aus Palästina sang in ausgezeichneter Weise einige Lieder.«Ein zahlreich erschienenes Publikum dankte den Künstlern durch stürmischen Applaus für ihre Darbietungen. In der WIZO XIX Am 17. Dezember fand im Cafe Döblingerhof die sehr gut besuchte Makkabäerfeier der WIZO XIX statt. Der Oberkantor des Döblinger-Tempels, Herr David Bohomilny, entzündete die Chanukkahlichter , und vollführte, von seinem Tempelchor unterstützt, die kantoralen Funktionen. Die Festrede hielt Herr Dr. Josef Löwenherz, der sich auch hier wie immer als glänzender Redner erwies. Der kleine Geiger, Oskar Reiß, gefiel außerordentlich. Fräulein Lanzi deklamierte ausgezeichnet und Herr Oberkantor Bohomilny sang jüdische Volkslieder; am Klavier begleitete ihn feinfühlig Frau Rubin-Lanzi. Es war eine schöne und erhebende Feier. ln der Mensa academlca judaica Am 20. Dezember fand in den Räumen der Mensa academica judaica (IX., Zimmermannsplatz 8), eine Chamikkah-Feier statt. Herr Obermedizinalrat Dr. Laub, Präsident des «Vereines zur Erhaltung der Mensa academica judaica», begrüßte die Anwesenden und insbesondere die Gäste: Herrn Hofrat Prof. Dr. Frankfurter, Herrn Dr. Körner als Vertreter der Israeltischen Kultusgemeinde und Herrn Oberkantor Funke, der die zeremonielle Funktion des Lichteranzünders ausübte. Hofrat Frankfurter hielt eine Ansprache an die Studenten, in der er ihnen die Bedeutung des Chanukkah-Festes erklärte. Nach dem Festessen folgten künstlerische Darbietungen. Es wirken mit: Kammersänger Segall-Rosenbach (Tenor), Samuel Schwager (Rezitator), Frl. Trude Mandelbaum (Rezitationen), Herr Eduard Mühlstock (Bariton); Begleitung der Gesänge durch Frl. Kreitler, die auch das Klavier zur Verfügung stellte, und Dr. Zdenko Schwarz. .Herr Segall-Rosenbach trüg jüdische und Hebräische Lieder und Volkslieder vor. Dieser Künstler (ein Schüler Pfof. Arthur Wolfs), der über einen einschmeichelnden lyrischen Tenor verfügt und eine besonders gut ausgebildete Stimme mit einer fabelhaften Höhe hat, brachte diese Lieder mit seinem warmen Vortrag zu besonderer Geltung. Vor allem mit den Liedern Bardiczewer Kadisch, Ahawat raja, A brief tzum hader Reb'n, und dem Chanukkah- Volkslied erzielten großen Erfolg. Herr Schwager, der eben von einer Tournee zurückgekehrt ist, las einige humoristische Novellen von Schalom Alechem, Tunkeier und anderen vor. Mit der humorvollen Art seines Vortrages erregte er ununterbrochene Lachsalven. Mit einem ernsten Vortrag des Kiddusch Haschern von Schalom Asch zeigte Herr Schwager sein Können und seinen Geschmack auch in ernsten Sachen. Der überfüllte, festlich geschmückte Speisesaal der Mensa bot einen feierlichen Eindruck. In diesem Saal hat die jüdische Studentenschaft Gelegenheit, täglich zusammenzukommen, wo sie nicht nur ein gutes kräftiges Mittagessen bekommt, sondern auch ein Heim findet, in dem sie in der Mittagspause ausruhen und sich erholen kann. Dorf hat sie auch Gelegenheit, ihre Kollegen und Landsleute zu treffen. Wenn auch das Lokal der Mensa nicht in nächster Nähe der Universität gelegen ist, bietet die Mensa doch so viele Vorteile, vor allem durch den billigen Preis des Mittagessens (80 Groschen), daß es im Interesse aller jüdischen Studenten gelegen ist, diese Institution in Anspruch zu nehmen, und es Pflicht der jüdischen Bevölkerung ist, diese Institution zu unterstützen. Es war wirklich eine Freude, die vielen Studenten und Studentinnen in der Mensa beim schön gedeckten Tisch versammelt?n sehen, wo sie einen Ersatz für ihr Heim fanden und dem Anzünden der Chanukkah-Lichter beim schönen Gesang des Herrn Oberkantors Funke beiwohnen und dadurch die Erinnerung an ihr Vaterhaus und an die glorreiche jüdische Geschichte finden konnte. Um das Gelingen dieses schönen Festes hat sich besonders die Leiterin der Mensa, Frau Helene Kanitz, bemüht, der besonderer Dank gebührt. Der Präses des Hochschulausschusses Herr Deszö Weisz dankte dem Präsidenten Herrn Obermedizinalraf Dr. Laub sowie dem ganzen Kuratorium im Namen der Studentenschaft sowie allen Mitwirkenden und besonders Frau Helene Kanitz. Die Feier wurde mit dem Absingen der Tikwah beschlossen. In der israelitischen Versorgungsanstalt Samstag, den 20. Dezember I. J. fand in der israelitischen Versorgungsanstalt, IX., Seegasse 9, anläßlich des Chanukkahfestes eine Beteilung der Pfleglinge statt. Dank der besonderen Bemühungen des Obmannes Doktor I. H. Körner und aller Mitglieder der Kommission, ferner der Herren Josef Dohan (des Bruders unseres unvergeßlichen einstigen Obmannes David Dohan), Julius Berger, Max Bergmann, S. Oesterreicher, des Oberverwalters Popper und seiner Vertreter sowie zahlreicher Gönner und Spender war es heuer möglich, den Insassen durch Aufbringung wertvoller und zahlreicher Geschenke eine besondere'Freude zu bereiten. Nach einem besonders guten Festessen erfolgte die reichliche Bescherung der Pfleglinge, die volle zwei "Stunden dauerte. Nachher fand. im. Betsaaie ein feierlicher Gottesdienst statt, bei dem Oberkantor Postolow, begleitet von dem Chore des Seitenstetten-Tempels, in glänzender Weise die Kantorale Funktion versah. Sr. Ehrwürden Hr. Rabbiner Dr. Schwarz richtete an die fast vollzählig erschienenen Insassen und die zahlreich erschienenen Gäste eine andächtig angehörte Ansprache und brachte den Wunsch zum Ausdrucke, daß ,der derzeit leider erkrankte Oberverwalter Josef Popper recht bald gesunden möge, dem alle Anwesenden mit einem kräftigen «Amen» zustimmten. Als Festgäste erschienen Hr. Präsident Prof. Dr. Alois Pick, Kultusvorsteher Börserat Glück, Komm.-Rat Albers, Ob.-Med.-Rat Dr. Haase, I. H. Waltuch und Frau, ferner die Herren Julius Berger, Max Bergmann, Amtsvorstand Engel, Redakteur Hirschfeld und Frau,. Ignaz Goldmann, Prim. Dr. Infeld mit den Anstaltsärzten Fr. Dr. Salomon und Hr. Dr. Stern, Siegmund Kornmehl, Architekt Lirtdner, Kantor Löwensohn, S. Oesterreicher, Simon Weiner und viele Angehörige der Pfleglinge. Bei allen Insassen, den guten alten Frauen und Männern, herrschte froheste Stimmung und einmütig Lob und Dank für das schöne Fest. Bei der Misrachi-Jugend Bei der Misrachi-Jugend. Eine besonders gelungene Veranstaltung, sowohl in bezug auf Reichhaltigkeit des Programmes als auch in überaus starkem Besuch bot die Misrachi-Jugend am 16. ds. im Festsaale des Hotels Bayrischer Hof. Nach den einleitenden W’orten des Präsidenten Scheuermann zündete Herr Oberkantor Müller die Chanukkahlichter an und brachte hiebei einige liturgische Gesänge meisterlich zu Gehör. Die Festrede hielt Herr Oberrabbinerstellvertreter Dr. D. F e u c h t w a n g, der in gewohnt vollendeter Form über die Bedeutung des Chanukkah-Festes sprach und auch einige aktuelle Fragen des jüdischen Lebens berührte. Oberkantor M a r g u 1 i e s sang hierauf wunderschön einige jüdische Volksweisen. Das Mitglied der Reinhardt-Bühnen und des Schauspielhauses Herr Hanns F o n t a n a las einen Abschnitt aus dem «Graf von Charolais» von Richard Beer- Hoffmann sowie einige heitere Wiener Skizzen, die besonders beifällig aufgenommen wurden. Eine überaus gelungene Aufführung, die beim gesamten Auditorium helles Entzücken hervorrief, war «Der bl^iue Prinz», aufgeführt von einer Gruppe des «Haschomer H a d a t h i». Das Zimbler-Trio brachte klassische und neuere jüdische Musik in jener höchsten künstlerischen Vollendung, die man von diesem Meistertrio mit Recht erwarten durfte. Konzertmeister Prof. Josef Z i m b J e r im Solo gab sodann einige jüdische Melodien zum Besten. Der in seinem Humor urwüchsige und unverwüstliche Samuel Schwager trug mit seinen Rezitationen sehr viel zur Erheiterung des Publikums bei. Der groteske Komiker der jüdischen Bühne A. G r i turn i n g e r brachte einige Chansons gelungen zum Vortrag. Schließlich gelangte das Volkslied «A Heim, a Heim», von einer Gruppe von Mitgliedern des Brith Hanoar Hamisrachi in Szene gesetzt, zur Aufführung. Die Begleitung der Gesänge und Musikvorträge besorgte in vorzüglichster Weise Frl. Le wi n. T. In der zionistischen Bezirkssektion XX. Im Festsaale des Hotel Post veranstaltete die zionistische Bezirkssektion XX Dienstag, den 16. Dezember, ein Chanukkah-Festkonzert, das unter künstlerischer Leitung des Konzertsängers 1. Stegal-Rosenbach stand. Nach einer eindrucksvollen Festrede Prof. Dr. Karl Kupfers begannen die künstlerischen Darbietungen. Es wirkten mit: Margarete Bach (Rezitationen aus der Bibel),

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