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Die Stimme · 1930-12-29 · Heft 157 (29.12.1930) · page 14

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Journal
Die Stimme
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 157 (29.12.1930)
Date
1930-12-29
Page
– (sequence 14)
Language
German
Belongs to
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. iC 14 L>1L ÖliAltViE Nr. 157 — 29. Dezember 19öü Kraus (Tänze aus dem Zyklus Ghettolieder), Samuel Schwager (ernste und heitere Vorlesungen) und Konzert* sänger l. Segal-Rosenbach (hebräische und jiddische Lieder). Herr Segal-Rosenbach füllte den Großteil des Programmes aus. Besonders gut gefielen «Schnej michtavim* von Avigdor Hameiri. «Ahavath rajah», jemenitisches Volkslied, und tin Chanukkah-Volkslied. Aufruf der Organisation zionistischen Frauen Oesterteichs Jüdische Eltern! Eines der wesentlichsten Mittel zur Erziehung der jüdischen Kinder im jüdischen Geiste ist das jüdische Lied und die jüdische Musik. Um nun unseren Kindern Gelegenheit zu geben, diese Musik zu pflegen und unter entsprechender Leitung ihre musikalischen Fähigkeiten zu entwickeln, haben wir einen Kinderchor geschaffen. Derselbe schließt sich an die Oneg-Schabath-Nachmittage an, die von der Mädchengruppe «Dworah* allwöchentlich am Samstag von 4 Ws 5 Uhr im Heim der «Mirjam». L, Jordangasse 7, abgehalten werden. Schicket eure Kinder in diesen Chor! Sophie Löwenherz. Blanka Federn-Lipschütz Sarah Gelber Kapellmeister Max Lampel. Monatsbeitrag pro Kind S 2.—. Anmeldungen werden an Samstagen in der Zeit von 5 bis 6 Uhr im Mirjam-Heim, L, Jordangasse 7, oder scnrlftlich bei der Organisation Zionistischer Frauen Oesterreichs, IX., Nußdorferstraße 42, oder telephonisch von 8 bis 10 Uhr vormittags und 2 bis 3 Uhr nachmittags unter der Nummer A 16-0-44 entgegengenommen. Frau Rosa Andermann — 70 Jahre alt .Vi ö. Jänner wird Frau Rosa Andermann eine Siebzigern. Sie ist in den Kreisen unserer Gg. im Prater und bei Ho h.viten, wo man fiir Keren Kajemeth sammeln kann, eine wohlbekannte und sehr geachtete Frau. Sie ist die Witwe nach dem treuen Zionisten M. D. Andermann, der mit seiner ganzen Seele der Haskalah angehörte, selbst ein Haskalah-Dichter war und nachher, seit Entstehung der zionistischen Bewegung, ihr treu anhing und jederzeit für sie opferbereit war. Frau Andermann hat zwei teure Dinge in ihrem gegenwärtigen Leben: die zionistische Sache und ihre Kinder. Jede Gelegenheit für den Keren Kajemeth zu arbeiten, wird von ihr benützt. Sie hat sich jedoch das schwerste Gebiet gewählt: die Hochzeiten, bei denen die Veranstalter «Rücksicht» auf ihre Gäste nehmen zu müssen glauben, damit sie nicht «belästigt» werden. Sie hat bereits zwei verheiratete Kinder ln Erez Israel, die als Pioniere seit Jahren dort tätig sind. Die eine, Lina, hat sich sehr große Verdienste um das Küchenwesen der Chaluzim erworben und gehört mit ihrem Manne, Jehoschua Ecker, zu den ersten Ofim der zweiten Alijah. Möge es Frau Andermann vergönnt sein, noch lange Jahr in geistiger und körperlicher Frische ihr Werk fortzusetzen. Ch. T. Eine wahrhaft jüdische Hochzeit Vor einigen Tagen fand in Wien die Hochzeit des Frl. Ruth kückhaus und Herrn Salo Blatt, statt. Die Braut ist eine bekannte hebräische Kindergärtnerin, der Bräutigam ein Schwager des bescheidenen, aber für unsere Bewegung mustergültig tätigen Gg. Simon Picker. An der Hochzeit nahmen auch die greisen Eltern des Herrn Picker teil, die im vorigen Jahre ihre goldene Hochzeit feierten und aus diesem Anlasse ins Goldene Buch des Keren Kajemeth eingetragen wurden. Die Hochzeit fand ganz im Stile der altehrwürdigen jüdischen Hochzeiten des Ostens statt. Man glaubte sich in die «gute alte» Vorkriegszeit versetzt, wo die jüdische Hochzeit eine Angelegenheit der ganzen jüdischen Gemeinde war. Zugleich war sie auch eine moderne-jüdische Hochzeit: das Brautpaar forderte in ihren Einladungen auf, sich der Keren-Kajemeth-Telegramme zu bedienen, wenn man ihm schriftlich Glück wünschen wolle. Bei der Hochzeit selbst organisierte die KK-Kommissärin der Sektion VIIl/IX. Frau Min.-Rat Rebekka Weiner, eine Sammlung für den Keren Kajemeth. (Ergebnis S 75.—). Judith Malz s. A. Vor einigen Tagen fand in Wien die Grabsteinlegung für die vor einem Jahre verstorbene Ing. Judith Malz statt. An dieser Feier nahm auch der Vater der Verstorbenen, einer der Pioniere des galizischen Zionismus, Dr. David Malz, teil. Die kantoralen Funktionen versah Oberkantor Marguües. Der Schmerz des gebrochenen Vaters wirkte auf die Anwesenden, unter denen sich ein Mitglied des Landeskomitees befand, erschütternd. Judith Malz war lange Jahre als Führerin in der Jugendbewegung Haschomer Hazair in Lemberg tätig. Als die dritte Alijah begann, war sie eine der ersten, die mit den Chaluzimtransporten nach Palästina gingen. Dort arbeitete sie hingebungsvoll und mit vorbildlichem Eifer in Kwuzoth und in den Kibbuzim. Vor einigen Jahren kehrte sie nach Europa zurtick: sie wollte in Wien ihre Studien vollenden und dann als Ingenieur nach Palästina gehen. Doch der Tod machte ihrem Leben und ihren Plänen ein Ende. Sie war einer der wertvollsten neuen jüdischen Menschen. Ihre Freunde und Bekannten werden ihr Andenken im Herzen bewahren. Borochow-Abend Montag, den 22. d. M., feierte die Wiener poalezionistische Partei im Festsaale des Hotels «Bayrischer Hof» das Andenken ihres großen Führers Borochow. Die Festrede hielt Dr. Saul Sokal, der sachlich und fesselnd über die evolutionäre Entwicklung des poaleziorwstischen Gedankens sprach. Er feierte Borochow als einen bedeutenden Denker und Organisator des jüdischen Proletariats. Als blutjunger Bursche war schon Borochow in der exakten Philosophie bewandert, beherrschte vollkommen den Kant, Schopenhauer und Spinoza, wandte sich jedoch frühzeitig der jüdischen Renaissance zu und gelangte so über Marx und Lassnllü zu Heß und Herz!. Borochow war nicht der Schöpfer des Poalezionistnus, er vertiefte nur diese Idee und verankerte sie im Herzen und in der Seele des jüdischen Arbeiters. Als in den ersten russischen Revolutionsjahren das jüdische Proletariat am Scheidewege stand, brachte es Borochow in den stahlfesten Organisationsrahmen des Poalezionismus. Und wie Herzl dem gesamten jüdischen Volke im kritischesten Moment hinweggerafft wurde, wie Lassalle dem deutschen Arbeiter während der Bismarck-Krise entrissen wurde, so starb Borochow in der Blüte seines Schaffens mit kaum 36 Lebensjahren dem jüdischen Arbeiter ab. Das übrige kunstvoll zusammengestellte Programm des Abends umfaßte gelungene Darbietungen des Pianisten Rohert Spitz und des hervorragenden Violinvirtuosen Israel Ö r a n d m a n n, der mit sicherer und temperamentvoller Bogenführung Achrons Tanzimprovisntionen und Blochs «Nigun» zum Vortrag brachte. Einen sehr starken Eindruck hinterließen die gefühlvoll und mit Ergriffenheit dargebrachten Gesangsleistungen der uns von der Urania aus rühmlich bekannten Konzertsängerin Maria B e r n a y. Die Künstlerin sang rührend Ravels «Kadisch» und mehrere jüdische und hebräische Volkslieder und erntete dank ihrem wirklich künstlerischen Vortrag lebhaften Beifall. Heiße Liebe fürs Judentum durchseelte den gelungenen Abend, der auf die zahlreich Versammelten starken Eindruck ausübte. Dr. k. r. Ankündigungen und Mitteilungen Die zionistische Ortsgruppe Klagenfurt bittet, ihr Zeitungen, Broschüren und Bücher zionistischen Inhalts (insbesondere solche, die sich für die Jugend eignen), die andere Gruppen entbehren können, frcundlichst zu überlassen und sie beim Zionistischen Landeskomitee, Wien, L, Kärntnerstraße 28, abzugeben. Organisation zionistischer Frauen Oesterreichs. Montag, den 5. Jänner, um 5 Uhr nachm., Vortrag des Herrn Hofrates Dr. Frankfurter über das Thema: «Bibel und Talmud». Ort: I., Jordangasse 7 («Mirjam»). Lese- und Redehalle Jüdischer Hochschüler in Wien, IX., Türkenstraße 9. Samstag, den 27. Dezember, spricht im Rahmen des Konzertes Herr Hugo J e 11 i n e k über «Juden in Sibirien und Turkestan«. Beginn 8 Uhr 30. Alle A. H. A. H. eingeladen. Verein für jüdische Geschichte und Literatur ln Wien, II., Ferdinandstraße 23/8. Montag, den 29. Dezember 1930, findet im Klubsaale der «Hakoah», 1., Wiesingerstraße 11 (Cafä Atlashof, eigener Eingang, Souterrain), ein Vortrag des Herrn Ludwig "Bato über «Die luden im alten Venedig» statt. Beginn ^8 Uhr abends. Eintritt frei. Gäste willkommen. «Brüderlichkeit», jüdischer Wohltätigkeitsverein, veranstaltet am 28. Dezember, 4 Uhr nachmittags, im Cafe Rembrandt, II., Untere Augartenstraße 11, die diesjährige Beklefdungsfeier, bei welcher 60 arme Schulkinder komplett bekleidet werden. Histadruth Iwrith,!L, Kleine Mohrengasse 3. Samstag, den 27. Dezember, 8 Uhr abends, Vortrag Prof. Dr. S. Horowitz «Hasafruth hochadascha beerez-israel». Seminare: Jeden Mittwoch, 8 Uhr, Tanach. Dr. A. Birnbaum. Jeden Samstag, 7 Uhr, Dikduk. Prof. M. Wiesen. «Mosnaim», hebräische Wochenschrift, erhältlich Tabak Trafik, 11., Praterstraße 11; Zeitungskiosk, I., Schottentor (beim Wiener Bankverein). 85 Groschen. «Ketuwim», hebräisches Wochenblatt, erhältlich Zeitungskiosk, II., Taborstraße (beim Cafe National). 70 Groschen. Zionistische Bezirksorganisation XX. Wien, XX., Jägerstraße 30. Dienstag, den 30. ds., 8 Uhr abends, Vortrag des Herrn Samuel Weintraub über «10 Jahre in Erez Irael». — Achtung! Die Zionisten des XX. Bezirkes werden aufgefordert, sich mit einem Schekel zu versehen, da der Endtermin zum Ankauf eines solchen unwiderruflich am 31. Dezember abläuft. Zionistische Arbeiterpartei Hitachduth. Montag, den 29. d. M., %8 Uhr abends, spricht im Saale der Bibliothek Zion, II., Kleine Mohrengasse 3, Chawer Aron Polonski, Leiter des Zeitungswesens der jüdischen Arbeiterpartei Palästinas, über «Die jetzige Lage in Erez Israel». Aus Anlaß des lOlährlgen Jubiläums der jüdischen Arbeiterorganisation Palästinas und der 10jährigen Arbeiterkolonisation im Emek findet Sonntag, den 18. Jänner 1931, ein von der Hitachduth veranstalteter Palästina-Nachmittag statt. Nähere Ankündigungen in der nächsten Nummer der «Stimme». Generalversammlung der zionistischen Beklrkssektlon Prater Samstag, den 29. November 1. J., fand die ordentliche Generalversammlung der zionistischen Bezirkssektion Prater unter zahlreicher Beteiligung statt. Der Vorsitzende, Herr M. Rubin, eröffnete die Versammlung und begrüßte den Präsidenten Herrn Dr. Oskar Grünbaum und Herrn Dr. Rybaczewski als Delegierte des Laudeskomitees. Präsident Herr Dr. Oskar Grünbaum ergriff das Wort und referierte der Versammlung in interessanter und ausführlicher Weise über «Die jetzige Lage im Zionismus und unsere nächsten Aufgaben», was die Versammlung beifällig und dankbar aufnahm. Gg. I. Weinstock erstattete den Bericht über das vergangene Jahr und hob das zehnjährige Jubiläum der Sektion, das diese gerade heute federt, hervor. Hierauf widmete Herr Dr. Rybaczewski aus dem Anlasse des zehnjährigen Jubiläums an die Versammlung herzliche Worte. In den Ausschuß wurden gewählt: Frau Adler Helene, Frau Andermann Rosa, Herr Altmann Josef, Herr Aszkenasy Dr. Binem, Herr Beizer Wolf, Frau Blum Klara, Frau Brandelstein Deborah, Herr Chartiner Meier, Herr Dörfler Chaim, Herr Eckert Finkas, Herr Feldmann Arje, Herr Frey Dr. N., Herr Gerstel Aron, Frau Halpern Sarah, Herr Kreppei Dr. David, Herr Mühlbauer Ing. Markus, Frau Mühlbauer Anna, Herr Morgenstern Leib, Frau Nussenblatt Deborah, Herr Paporisch David, Herr Rubin Chaim, Herr Rubin Moses, Herr Singer Jehuda, Frau Scherzer Sali, Herr Wahl Jakob, Frau Windschauer Nechume, Herr Weinstock Josef und Frau Weinstock Rosa. Bei der am 17. d. M. stattgefundenen konstituierenden Versammlung wurde: Herr Weinstock Joset zum Präsidenten, Herr Gerstel Aron zum Vizepräsidenten, trau Nussenblatt Deborah zur Vizepräsidentin, Herr Altmann Josef zum Sekretär und Schriftführer und Herr Wahl Jakob zum Kassder gewählt. Präsident Herr J. Weinstock erstattete ein ausführliches Antrittsexposä, woran sich eine lebhafte Debatte, in der die Herren Gerstel, Feldmann, Ing. Mühlbauer, Prof. Chartiner eingriffen, anschloß, und einstimmig kam man zur Ueberzeugung, die Arbeit in der Sektion intensiv aufzunehmen und sie auszubauen. «Theologie» Verein Jüdischer Hochschüler an der fse. Theolog. Lehranstalt, Wien, II., Tempelgasse 3. In unserem Vereinslokale, Tempelgasse 3, werden folgende Kurse jeden Mittwoch und Freitag von 10 bis 1 Uhr unentgeltlich abgehalten: Koll. cand. phil. et theol. Chiel Bahrer: Schulchan Aruch; Koll. cand. phil. et theol. Naphatall Herz Frostig: Bibel (Propheten); Koll. cand. phil. et theol. Israel Zwl Kanncr: Kalenderkunde; Koll. cand. phil. et theol. Samuel Schönblum: Die jüdischen Religionsphilosophen; Koll. cand. phil. et theol. Moses Zickier; Talmud. Der Verein «Theologia» vermittelt akademisch gebildete Lehrer zum Unterricht in Bar Mizwah, Bibel, Hebräisch, Talmud sowie in allen Mittelschulfächern. Anfragen sind zu richten an: Verein «Theologia». Tempelgasse 3. Streng rituelle Kochkurse im Dr.-KrUger-Hetm, Wien, II., Atalzgasse 7, Tel. A 48-0-77. Die im zweiten Semester zur Abhaltung gelangenden Kochkurse wurden wie folgt ein geteilt: Anfänger jeden Montag 3 bis 6 Uhr, ab 2. Februar 1931. Anfänger jeden Mittwoch 6 bis 9 Uhr, ah 4. Februar 1931. Dauer zirka 3 Monate. Vorgeschrittene (Spezialkurs) jeden Donnerstag von 6 bis 8 Ulir. Dauer zirka 2 Monate, ab 12. Februar 1931. Anfragen, Einschreibungen täglich exklusive Samstag tnd Sonntag 10 bis 12 Uhr und 3 Ws 5 Uhr in der Anstalt. Rechtzeitige Vormerkungen notwendig. Das Fürsorge-Komitee für jüdische Pfleglinge in Latnz veranstaltete für die Jüdischen Insassen des Versorgungshauses in Lainz am Sonntag, den 14. d, M., eine mit einer kleinen Jause verbundene Cbantikkahfcier. Die religiöse Feier wurde von Herrn Kantor Leo Simke abgehalten. Sodann las Frau Franziska Bloch-Mahler eigene jüdische Balladen: «Ein wahres Chnnukkalimärchen», «Sabhatwunder» u. ■. Die Herren Wallner senior und junior brachten Rezitationen. Herr Josef Fleischmann erheiterte die Zuhörer mit humoristischen Vorträgen. Sämtliche Darbietungen fanden den lebhaften Beifall der Pfleglinge. Sefer Thora Einweihung in der Brigittenau. Sonntag, den 21. d. M. fand in der Brigittenau im Bethaus «Ansche Dath Wuzedck», XX., Traunfelsgasse 3, die Einweihung eines neuen Sefer Thora statt, das Herr Pinkas Gruber, dem Verein, dessen Vorstandsmitglied und Verwalter er ist, widmete. Herr Gruber ist in und außerhalb des Bezirkes durch seine Wohltätigkeit und nimmermüde Hilfsbereitschaft bekannt. Die Feier nahm einen ungemein wirkungsvollen Verlauf. Das Sefer Thora wurde im festlichen Zuge abgeholt und unter massenhafter Beteiligung in das festlich beleuchtete Bethaus geleitet. Der Obmann des Vereines, Herr Piokas Seiden, begrüßte die anwesenden Festgäste sowie die erschienenen Delegierten der verschiedenen Vereine. Er entwarf dann in äußerst prägnanter Weise ein Bild der Tätigkeit des Herrn Pinkas Gruber, worauf Herr Rabbiner Mayer Gottesmann die Festrede hielt. Die kantorale Funktion versah mit schöner und* wohlklingender Stimme der Oberkantor des Talmud-Thora-Bethausvereines, Herr Samuel Roth. Anschließend an den offiziellen Teil der Feier fand im Heinrichshof ein Bankett statt, das sehr gemütlich verlief. Die Novelle «Kinderhochzeit» von Kotik, die in der letzten Nummer der «Stimme» erschienen ist, haben wir der Wiener «Menorah», Jahrgang 26, entnommen. Der jüdische Hochschüler Die Mitglieder der Judäa werden nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß sie im Sekretariat, IX., Zimmermannplatz 8, täglich von 1 bis. 2 Uhr die Internationale C. I. E. Legitimation (Carte d’Identitd internationale des Etudiants) erhalten können. Jüdisch-Akademischer Juristenvercln, Wien, IX., Liechtensteinstraße 30. Herr Mordechai Sh. Ben S h a- 1 o m, ehemaliger Lektor des privaten Völkerrechtes in den jur. Kursen zu Jerusalem, wird einen Kurs über Völkerrecht in diesem Semester abhalten. Außerdem wird beabsichtigt, einen Kurs für die 2. Staatsprüfung abzuhalten. Interessenten mögen sich Donnerstag Vjl bis 8 Uhr und Samstag ’/jö bis 7 melden. Konferenz von Juden und Nicht-Juden über den Antisemitismus an den Hochschulen. Entgegen allen Nachrichten sap uasiaJM uaqD|UJ0MiuBJ3A uap snu sapuaSjbi patAV verbandes der jüdischen Studentenschaft mitgeteilt: In der zweiten Hälfte April 1931 wird in Nyon bei Genf eine Konferenz von Juden und Nicht-Juden stattfinden, die von J. S. S. einberufen wird. Sie wird den Titel «Die Stellung der Juden im Leben der Völker» haben. Bedeutende jüdische und nichtjüdische Persönlichkeiten werden an ihr teilnehmen. Zirka 50 Persönlichkeiten werden dieser Konferenz beiwohnen. Der III. Kongreß der jüdischen Studentenschaft Polens wird wahrscheinlich am 15. Februar in Warschau stattfinden. Der Kongreß wird sich mit der wichtigen Angelegenheit der Emigration der jüdischen Studenten Polens zu befassen haben. Es leben jetzt außerhalb Polens zirka 9000 jüdische Studenten, die nicht die Möglichkeit hatten, in Polen zu studieren. Ein großer Teil von ihnen leidet unter sehr schlechten materiellen Verhältnissen und ist auf die Subvention des Auslandes angewiesen. Der Vorsitzende der jüdischen Studentenorganisation Polens, Rechtsanwalt E. Lewin, schlägt eine «Rettungswoche für die akademische Jugend «Polens» vor. Kongreß der jüdischen Studenten Frankreichs. Vom 27. bis zum 30. 1. M. findet in Paris der IV. Kongreß der Union des Associations des Etudiants Juifs en France statt. Auf der Tagesordnung stehen u. a. die Frage der Emigration der jüdischen Studenten und die Frage des Weitveroandes der jüdischen Studentenschaft. Das Weltstudentenwerk (International Student Service) in Genf hat die nächste Jahreskonferenz für die Zeit vom 30. August bis 10. September 1931 einberufen. Sie wird im Mount Holyoke-College, South Hadley, Massachussetts, U. S. A., stattfinden. Dem Vorbereitungskomitee in Amerika gehören auch Vertreter der jüdischen Studentenorganisationen an. Unter den 70 Delegierten aus Europa werden auch 5 bis 6 Juden teilnehmen. Auch dort wird die jüdische Frage auf der Tagesordnung stehen. Interessenten wollen sich an das Sekretariat des Jüdischen Hochschulausschusses, Wien, IX., Zimmermannplatz 8, wenden. Der Verband der studierenden Techniker an der Tech« nlschen Hochschule ln Lemberg hat auf seiner Generalversammlung am 16. d. M. beschlossen, daß Mitglied des Verbandes, nur ein Techniker christlicher oder mohammedanischer Konfession sein kann. Aus einem Bericht des Sekretärs der J. S. S., Herrn Poberezski, entnehmen wir, daß es in Litauen 4000 Studenten gibt. Der Prozentsatz der jüdischen Studenten an den Universitäten ist zirka 27. Mit Ausnahme einer kleinen extremen nationalistischen Gruppe, die antisemitisch eingestellt ist, gibt es an den dortigen Universitäten keinen Antisemit tismus. Bestes Einvernehmen herrscht zwischen jüdische« und nichtjüdischen Kollegen. S

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