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Die Stimme · 1930-12-18 · Heft 156 (18.12.1930) · page 8

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Journal
Die Stimme
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 156 (18.12.1930)
Date
1930-12-18
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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’ie 8 DIE STIMME Nr. 15t» — 18. Dezember 19?>0 Hulda und Borns. (Nach einer hebräischen Erzählung.) Von Marek Scherlag. Es lebte vor vielen, vielen Jahren in einem anmutigen Dörfchen nahe bei Jerusalem ein wohlhabender icrwitweier Landmann. Der hatte eine Tochter mit Kamen Hulda; die war so schön und lieblich, daß man h allen umliegenden Ortschaften von ihrer Schönheit tprach. Sie hatte einen schlanken Wuchs, schwarze fvugen, ein edeigeschnittenes Gesicht; auch Gaben des tlerzens und des Geistes waren ihr von Gott verliehen, tiulda war fromm und gottesfiirchtig und sie hatte ein gläubiges Gemüt. Oft in stiller Nacht, und manchmal juch am lichten Tage, dachte sie an ihre früh verstorbene Mutter, und sie dachte an sie so inbrünstig, so Iraumverloren, daß ihr die Erinnerungen zu wehmütigen jiißen Erlebnissen wurden. Eines Tages schlich die schöne Hulda aus dem l’aterhausc und schloß sich einem Zug von frommen T igern an, die zum Passahfeste nach Jerusalem wall- ( hrteten. Die königliche Stadt Jerusalem, wo der hehre, Liu'enreiche, marmorprächtige Beth-Hamidrasch stand, wo der Ewige thronte, zu dessen Preis und Ruhm ungezählte Scharen von Andächtigen zusammenströmten, fliese königliche Heilige Stadt war immer Huldas große Sehnsucht gewesen; seitdem aber dort die Mutter bei ihren Ahnen bestattet lag — sie. war in Jerusalem gestorben und dort begraben worden — war ihr die Stadt besonders lieb und teuer. Das Passahfest sollte auch jiiesmal, wie alljährlich, in Jerusalem mit unvergleich- |:her Pracht begangen werden. Diese Pracht, diesen (jlanz zu schauen, zog es sie mit Macht dahin. Und so pilgerte sie denn gen Jerusalem, ohne daß sie dem K’ater ein Wort des Abschieds gegeben hätte. Denn sie jwußte, daß der Vater als Aeltester der Dorfgemeinde jias Passahfest daheim hatte feiern wollen und keines- . falls zu bewegen gewesen wäre, nach Jerusalem zu wallen. Nach langer Wanderung machte die Pilgerschar |n einem Walde Rast. Auch Hulda war müde. Sie legte pich unter einem Baum und schlief ein. Sie schlief lange (und als sie erwachte, war die Pilgerschar bereits (weitergezogen und sie war allein im Walde. Auf Gott vertrauend, nahm sie den Weg durch ides Waldes Dickicht. Sie verlor jedoch bald die Richjtung und verirrte sich im Dunkel. Nach langem Umherjirren gelangte sie auf eine Lichtung, aber sie war vom jdehen müde und vom Durst gequält und suchte nach jeiner Quelle. Die Müdigkeit wurde immer größer, der Durst immer quälender, und nirgends war eine Quelle ,zu sehen. Da fiel sie zu Boden nieder, erhob ihre Hände iziim Himmel und betete; und siehe da, ein Brunnen Iklaffte am Wege, dicht vor ihren Füßen. .Sie beugte sich über den steinernen Rand, um Wasser mit der •Wand zu schöpfen, verlor jedoch den Halt und fiel ihinäb. Sie schrie laut um Hilfe. Es fügte sich gerade, daß der junge Fürstensohn |Borus auf seinem stolzen Zelter durch die Lichtung iritt Er vernahm den Aufschrei, folgte dem Hilferuf und [die Stimme zog ihn an den Brunnen. Hier sprang er [vom Pferde, neigte sich zum Wasser und erblickte das [Gesicht des Mädchens. Bist Du ein Menschenkind oder ein Geist? (fragte er. Ich bin ein Menschenkind wie Du, beteuerte sie.;Rette mich! Borus zog sie mit starker Hand aus dem Abgrund, .ließ sie auf ein Mooslager in der Son-ne niedergleiten, : kniete nieder, labte sie und wartete, bis sie sich a'bgetrocknet und erholt hatte. Hulda dankte ihrem Lebensretter mit Worten, die süß klangen wie die Stimmen der Vögel im Walde. Voller Bewunderung stand Borus vor dem liebreizenden Mädchen, und von ihrer Schönheit geblendet, begehrte er sie zum Weiibe. Hulda, gerührt und voll Dankbarkeit, bat ihn, ihr ins Vaterhaus zu folgen. Sie wollte nicht mehr nach Jerusalem. Der Vater wird mir verzeihen und mich Dir zur Frau geben, sagte sie. Borus aber erklärte, er sei zu. einem Feste bei einem befreundeten Fürsten eingeladen und befände sich gerade auf dem Wege dorthin; er könne sie also jetzt nicht zu ihrem Vater begleiten. Aber, fügte er hinzu, nach dem Feste werde er ungesäumt in Zionistische Bezirkssektion VI VII Samstag, 20. Dezember 1930, im großen Festsaale des Cafe Mariahilf, VI., Maiiahilferstraßo Nr. 89 a, I. Stock *rf mit anschließendem Tanz. Beginn 8 Uhr abds. Programm: 1) Begrüßung Obmann Dir. Gutmann 2) Ohanukkiib’.iciit.r-Anzür.den mit Cborbe gleitung: S- KKIEGSMA.NN 3) Festrede. Kultusvorsleher Dr. Desider Fripdmann 4) .Jüdische und russische Lieder. Frau Dr. Sina Adlpiaberg 5) Vloliuvorträge■ Alfred LUNGER, jugendlicher Virtuu.-e 6) Heitere Vorträge: Max BROD (Stadttheat.) lazzband ihr Vaterhaus kommen, um sie für sein ganzes Lehen zu holen. Darauf umarmte und küßte er sie und schwur ihr ewige Treue. Hulda sprach: Wer ist Zeuge dieses Schwures? Kaum hatte sie das Wort gesprochen, da sprang ein Wiesel flink vorüber. Siehe, sagte darauf Borus, der Brunnen, aus dem ich Dich gerettet habe und dieses Wiesel, das sind die Zeugen meines Schwures, Er führte Hulda aus dem Walde und nahm Abschied von ihr. Hierauf schwang er sich auf seinen Zelter und ritt zu dem befreundeten Fürsten. Das Fest zog sich in die Länge und währte mehrere Tage und ward mit jedem Tag lauter und lustiger. Borus saß an der Seite der Fürstentochter, die er bald liebgewann. Im Anblick der Schönen vergaß er Hulda, das schlichte Bat;nmädchen. vergaß Schwur, Brunnen und Wiesel. Am siebenten Tage verband er sich mit der Fürstentochter und führte sie als Gattin heim. Glücklich lebten sie und zufrieden und nahmen den Segen, der auf ihrem Bunde ruhte, als Geschenk Gottes hin. Nach Verlauf eines Jahres schenkte ihm die Fürstentochter einen Sohn. Und der Knabe wuchs heran und war schön und lieblich von Gestalt, eine Augenweide den Eltern und den Menschen ein Wohlgefallen. Die Fürsten!ochler ging in der Liebe zu. ihrem Kinde auf und konnte sich an seiner Schönheit nicht sattsehen. Auch Borus liebte den Erstgeborenen, manchmal aber ward er finster und nachdenklich, ohne selbst zu wissen, warum. Wolken tauchten zuweilen am Himmel seines Lebens auf, und wenn er mR verlorenem Blick in den Schatten starrte, war es ihm. als sähe er eine Gestalt, die. in einen feuchfkühlpn Abgrund gleitend, mit den Händen hilferufend winkte. Er löste sich jedoch gewaltsam von diesen Bildern los und versuchte, froh- Alle Int Radio zur Aufführung gelangenden Musikwerke sind sowohl in Noien wie auch auf Schal platten stets sofort erhältlich im Mut ikhaut Tubiin (Musik-Union) Wien,!., Jasomirgoitslr. 6, Tel. U-26-9-84 Große Auswahl in jiiischen u. hebfäi Chen Platten. 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Entsetzen packte ihn, als er sich über den Rand beugte; seine Haare hoben sich starr vom Haupte, seine Stimme erstarb in der Kehle, seine Knie schlotterten. Mit bebenden Händen zog er sein totes Kind aus der Tiefe. Aber noch waren nicht zwei Jahre vergangen, da gebar die Fürstentochter ein Mädchen. Die Freude der Eltern war grenzenlos. Nun kam wieder Sonnenschein in ihr Heim und ihr Leben war wieder voller Freude und Hoffnung. Und das Kind wuchs heran und war schön und lieblich, eine Augenweide den Eltern und den Menschen ein Wohlgefallen. Und die Eltern dankten dem Himmel, daß er ihnen diesen Engel zu Glück und Freude in ihr Haus geschickt hatte. An einem sonnigen Sommertage lag das Kind in einem kostbaren Korbe im blühenden Garten und schlief. Die Wärterin hatte sich für einen Augenblick entfernt. Da schlüpfte aus einem Strauch ein flinkes Wiesel, sprang auf den Korb, biß das Kind . und huschte davon. Und als die Wärterin zurückkehrte, fand sie das Kind tot. Der Jammer der Eltern kannte keine Grenzen. Borus erinnerte sich nun an Hulda und dachte an den Schwur, den er ihr geschworen hatte, an den Brunnen und an das Wiesel, die die Zeugen seines Schwures waren. Von den Erinnerungen an sein Erlebnis mW Hulda gepeinigt, von dem Wunsche getrieben, sein Verschulden gutzumachen, gestand er seiner Frau alles. Sie hörte ihn mit Entsetzen an, und als er yon seinem ^Schwur und davon erzählte, wie er den Brunnen und das Wiesel m Zeugen aufgerufen hatte, schluchzte sie erschüttert auf. Darauf sagte sie ihm, sie gebe ihn frei, er möge nun unverzüglich zu jenem Landmann ziehen und nach Hulda fragen. Also tat Borus und zog ln das Dörfchen nahe bei Jerusalem und fand sich bei dem Landmann ein und fragte nach seiner Tochter Hulda. Sie trat ihm in strahlender Anmut entgegen, erfaßte seine Hand und 1 sagte: Ich hab’ auf Dich gewartet. Verzeih mir, sagte Borus, daß ich Dich solange habe warten lassen. Sie aber unterbrach ihn mit den Worten: Ich wußte, daß Du Deinen Schwur bei dem Brunnen und dem Wiesei halten wirst. Borus bat den Landmann, ihm seine Tochter zur Frau zu geben. Der Landmann willigte ein. Und Borus und Hulda wurden ein Paar, hatten viele Kinder und lebten glücklich bis an ihr Ende. Judentum und Kriminalität Von Dr. Heinrich Frost. Siehe den gleichnamigen Aufsatz unseres geschätzten Mitarbeiters in der Nummer 152 der «Stimme». II. Die schweren Bedingungen, unter denen die Juden leben, ergeben als Verbrechensquelle die Not, wie eine solche bei anderen Völkern kaum vorhanden Ist. Dagegen sind geistige und körperliche Gebrechen bei Juden als Verbrechensursachen seltener, obwohl in den einzelnen Fällen die Entwicklung der verbrecherischen Triebe eine ähnliche sein kann, wie bei anderen Verbrechern. Diese Behauptung stützt sich auf die Erwägung, daß bei Juden der Alkohol und die Geschlechtskrankheiten äußerst selten verbreitet waren. In der Kriegszeit und nach dem Kriege hat die Zahl der Geschlechtskrankheiten bei Juden zu genommen, doch hat der Alkohol keine Verbreitung gefunden. Es wird bei jüdisciien Verbrechern eine erbliche Belastung infolge Geschlechtskrankheiten und Geistesstörung häufig Vorkommen, doch sind spezifische Eigenschaften nicht zu finden, wie es überhaupt keinen jüdischen Verbrechertypus gibt. Bei gewissen Delikten ist die Beteiligung der Juden eine größere, bei anderen Vcrbrechensarten kommen Juden entweder selten, oder überhaupt nicht in Betracht. Selten wirii ein Jude wegen eines Verbrechens gegen das Leben, die Gesundheit und körperliche Sicherheit angeklagt, oder sonst wegen eines Verbrechens, bei dem die Affekthandlung und der Alkohol eine Rolle spielen. Oefter kommen Juden als Angeklagte bei verschiedenen Verbrechen gegen das Vermögen vor. Dominierend sind in dieser Richtung Fälschungen, Betrügereien, Veruntreuungen und Schädigungen von Gläubigern. Bei diesen Verbrechen treten gewöhnlich Degenerationsmerkmale, geistige Verwahrlosung und mangelnde Erziehung in Erscheinung, welche durch Verfolgung der Juden seitens der Umgebung nur noch gefördert werden. Judenverfolgungen erzeugen Minderwertigkeitskomplexe bei den Verfolgten und verursachen Handlungen gegen das Gesetz. Manche Deliktsarten, wie das Verbrechen der falschen Aussage, kommen bei Juden fast niemals vor. Beispielsweise verweigern viele Juden die Eidesleistung in Zivilprozessen und erleiden lieber materiellen Schaden, als daß sie den Namen Gottes anrufen. Juden, die früher die jüdische Ethik besaßen und es^dapn aufgaben, nach den10 Geboten zu handeln; haben im Kriege;und in der Nachkriegszeit die schwersten Delikte begangen. Der Sachwalter, der das Vermögen seines Vollmachtsgebers veruntreut, der Schuldner, der die Waren der Gläubiger herauslockt, die Unterschrift fälscht; leichtfertig Schulden macht, der Gläubiger, der Wucherzinsen vereinbart und begehrt, sie ajle sind keine vollwertigen Juden mehr, sie haben den Boden der jüdischen Ethik verlassen und suchen ln der Folge alle Bande, die sie mit dem Judentum verbinden, zu zerstören. Ein Betrugsfall, der unlängst ein Schöffengericht in Wien beschäftigt hat, verdient besonders erwähnt zu werden: Ein Jude, der einer besseren jüdischen Faniilie entstammt, hat wiederholt großangelegte Betrügereien begangen; er veranlaßte Bauern unter der Vorspiegelung, eine wirtschaftliche Gründung ins Leben gerufen zu haben, ihm Beträge anzuvertrauen, die .er dann für sich und seine Komplizen verwendete. Alle Betrugsfakten, die einige geschriebene Bände umfaßten, hatten immer dieselben Handlungen zum Inhalt. In der Hauptverhandlung, die mehrere Tage dauerte, kam zum Vorschein, daß der Angeklagte kein Jude mehr war, sondern in der Zelle den Austritt aus dem Judentum vollzogen und diesen Religionswechsel damit begründet hat, daß er vor dem Ankläger Furcht empfindender es auf die Juden abgesehen haben soll! Die Verwahrlosung der jüdischen Massen, die Verelendung und mangelnde Erziehung haben in den jüdischen Zentren Europas und insbesondere im Osten unheimliche Erscheinungen der Kuppelei, des Mädchenhandels und der Prostitution gezeitigt. Es gibt heute jüdische Banditen, Einbrecher und Erpresser, wie auch Mörder. Die amerikanischen Gangsters und Rocketiers zählen zu ihren Mitgliedern Juden, und der «starke Maier», oder «Mottke der Dieb» sind keine seltene Erscheinung. Der Alkoholschmuggel in Amerika übt einen nachteiligen Einfluß aus und viele erliegen der Verlockung der Bereicherung. Der Kampf gegen die jüdischen Verbrecher ist daher ein Gebot aller rechtdenkenden Juden. In erster Reihe niüß die jüdische Jugend beschützt werden, eine weitgehende Fürsorgeaktion muß eingeleitet werden, um die jüdischen Kinder vor dem Verbrechen zu bewahren. Die Aufklärungsarbeit soll die Juden wieder zur Bescheidenheit und Enthaltsamkeit zurückführen. Die jüdische Familie soll wieder der Hort des jüdischen Lebens werden. Die Kultusgemeinden aller Länder sind berufen, ihr Augenmerk dem immer größer werdenden Verbrecherkreis zuzuwenden, Asyle zu bauen, den entlassenen Sträflingen die erste Hilfe zu leisten und ihnen über die schwerste Zeit hinwegzuhelfen. Es genügt nicht, dem jüdischen Häftling koschere Kost zu verschaffen, oder Mazzes zu besorgen, das Hauptgewicht ist die Hilfe und die Aufklärung nach der Entlassung aus den? Gefängnis.

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