Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 3 (1930)
- Issue
- Heft 154 (4.12.1930)
- Date
- 1930-12-04
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite $ UIC ölUfllflC Kr. 154 — 4. Dezamber 1930 liieralui*/ KunsrfTheatf er Awigdor Uameiri in Wien Der hebräisch-palästinensische Dichter Awigdor Hameiri, Autor des berühmten Kriegsromanes «Der große Wahnsinn», weilt seit einigen Tagen in Wien. Wir werden in unserer nächsten Nummer ein Interview mit dem Dichter veröffentlichen. Misclia Elmau Vor 28 Jahren war der kleine Mischa am Petersburger Konservatorium Schüler des berühmten Pädagogen Leopold Auer; es war zu jener Zeit, als Ernst V e c s e y wie ein Meteor auf dem Konzertfirmamart Europas erschien und unerhörte Triumphe feierte. Nach dem Auftreten des ungarischen Wunderkindes in Petersburg beschloß der Vater Elman, seinen zehnjährigen Sohn prüfen zu lassen. Er iuhr mit ihm nach Berlin und ließ ihnr.dem allgewaltigen Kon-ertdirektor Hermann Wolf Vorspielen, der den kleinen Jungten sofort engagierte. Sein erstes Konzert in Berlin war eine Sensation; der naheliegende Vergleich mit Vecsey war selbstverständlich gegeben und fiel in ailen Zeitungen zugunsten des kleinen Mischa aus. Es dauerte nicht lange und der Ruhm des kleinen ungarischen Wundergeigers wurde in den Schatten gestellt, dagegen leuchtete der Stern Elmaus immer heller. Immer reiner wurde sein unnachahmlich schöner Ton, einzigartiges seine Bogenführung, immer unwiderstehlicher der Charme der Phrasierung, schöner, reifer und abgeklärter. Davon konnte man sich letzthin überzeugen; seine Technik, die immer in jedem Ton farbenprächtig war, hat nun die Perfektion, die höchste Vollendung erlangt. Sein Spiel ist eine Synthese von technischer Präzision eines Jascha Heifetz, Musikalität eines Fritz Kreisler, klanglicher Vollendung eines Casal; dazu kommt noch ein Eigenes: ein Ton von ungeahnter Größe. Es ist fast egal, wap Elman spielt, es klingt und singt, es schimmert in allen Farben, das Werk entsteht in seiner vollsten Pracht Wer sonst könnte das sehr selten gespielte Konzert in A-Moll (in einem Satze) von Vieuxtemps zu einem Prachtwerk erheben? Wie ein Engelsgesang klang es in der genialen D-Moll-Sonate von Brahms. Im dritten Teil zeigte sich Elman als feinsinniger Bearbeiter zweier Stücke — einer Eccossaise von Beethoven und der berühmten Melodie «EK Eli». Dieses letzte, wunderschön bearbeitet, klang wie ein Gebet; die erschütternde letzte Phrase drang von seinem tief jüdisch fühlenden Herzen za den Herzen der Zuhörer, die ihn mit einem orkanartigen Applaus überschütteten und nach einer Wiederholung verlangten. Ein Stück echt jüdischer Musik so zu erleben und zu einem Erlebnis entstehen zu lassen, kann nur ein tief und warm empfindender und fühlender Jude. Als solchen kenne ich ihn auch seit vielen Jahren. Er war einer der jüdischen Künstler, die vor vier Jahren in Palästina eine groß angelegte Hochschule für MusJk gründen wollten. Leider konnte damals der idealistische Plan, für den außer Elman noch Godowski, Heifetz, Achron Leopold Auer, Gabrilowitsch u. v. a. sich einsetzten, aus verschiedenen Gründen nicht ausgeführt werden. Nun gab Elman zusammen mit Gabrilowitsch (dessen Vater zwar schon getauft war, der aber doch den Weg zurück zum Judentum gefunden hat) ein Konzert in dem größten Saale New Yorks — Carnegie HaH — zugunsten des Konservatoriums in Jerusalem und erziehe einen Reingewinn von 10.000 Dollar! Dies geschah im April dieses Jahres und war — meines Wassens nach — von keiner Zeitung in Wien gemeldet! Da er seitdem auf Reisen sich befindet, konnte er mir über das Schicksal dieses Riesenbetrages nichts Näheres mitteilen. Er glaubt aber, daß, da der Bau eines Konservatoriums derzeit schwer durchzuführen wäre, anderseits die Not einiger Institutionen, die der Förderung der Musik in Palästina dienen, sehr groß ist, ein Teil dieses Betrages diesen Institutionen (viellacht Oper, Musikbibliothek usw.) zufallen dürfte. Aus wohldurchdachten Gründen hat er vorgezogen, seine Konzertreise nach Palästina auf eine spätere, günstigere Zeit zu verschieben. Um keine Gedanken aufkommen zu lassen, daß er Palästina meide, schlug er alle an ihn gestellten Einladungen aus den umliegenden Staaten Erez Israels aus. «Wenn ich den Zeitpunkt als gekommen erachten werde,» meinte der große Künstler und prächtige, geistreiche Mensch Elman, «werde ich in Palästina spielen und nicht nur mein Honorar, sondern außerdem einen namhaften Betrag für Musikzwecke spenden.» Und daß er es mit der Sache ernst meint, bewies er im April in New York. Der überfüllte Große Musikvereinssaa! dröhnte förmlich vom frenetischen Applaus des Publikums, das trotz , dreier Zugaben (eines ungarischen Tanzes von Brahms, des Nocturno Des-Dur von Chopin — einer Höchstleistung der Geigenkunst — und eines mit unnachahmlicher Grazie gespielten, von ihm selbst komponierten, prachtvoll klingenden Tango) nicht auseinandergehen wollte. Jul. W o If s o h n. «Mosnaim», die hebräische literarische Wochenschrift aus Palästina ist erhältlich; Tabaktrafik, II., Praterstraße 11. Zeitungskiosk Schottentor beim Wiener Bankverein, sowie bei der Histadruth iwrith. Einzelnummer 85 g. «Ketuwim», das hebräische literarische Wochenblatt ist erhältlich: Zeitungskiosk Taborstraße beim Cafe National. Einzelnummer S 1.—. Der hebräische Schriftsteller B. Katzeneisohn (Ben Je« mini) gestorben. In Lodz verstarb im Alter von 75 Jahren der hebräische Schriftsteller B. Katzeneisohn, der unter dem Pseudonym Ben ^emini bekannt ist. Ben Jemini war Mitarbeiter der hebräischen Encyclopädie Kaeschkol und der von Nahum Sokolow redigierten hebräischen Tageszeitung «Hazefirah» und hat auch eine Reihe von Dramen in hebräischer , und jiddischer Sprache verfaßt. Er war der Vater des bekannten jüdischen Dramatikers Jizchak Katzeneisohn. „Iwri Anochi* Eine neue hebräische Fibel. Verlag Josef Belf, Wien,!. Bezirk. Preis S 3.60. Der Verlag Josef Belf hat eine wirkliche Leistung aufzuweisen — die neue Fibel wirkt überraschend schöri. Der Verfasser ist der alte, gut bekannte, stets rüstige M. Stengel, der zu jener Gruppe der jüdischen Religionslehrer gehört, deren Schüler man sofort erkennt. Sie können alle gut hebräisch lesen und vergessen es nach Jahren nicht. Auch die alte hebräische Fibel «Kol Jehudah» ist sein Werk. Aber dieses neue Buch ist anders,'es mutet uns lebendig an. Von dieser Fibel bis zum Studium der modernen hebräischen Sprache ist uur ein Schritt. Es ist für den Lehrer ein sehr angenehmes Hilfsmittel, das rasch die Schwierigkeiten überwindet und den kleinen Leser in kurzer Zeit jfundig macht. Alles Langweilige der alten Fibel ist eliminiert. Die herrlichen Illustrationen, frisch und farbenfreudig, werden das kleine Volk entzücken. Stengel hat sich in diesem Werk zu der Ueberzeugung durch- Serungen, daß die hebräische Sprache nicht eine Zier- oder ielehrtensprache, nicht nur die Sprache unserer unsterblichen Bibel und der historisch trautgewordenen Gebete ist, sondern die auflebende Sprache eines lebendig sein wollenden Volkes. Noch ist das Buch nicht eingeführt. Es ist schön, ausgestattet und muß deshalb teuer sein. Aber wir hoffen; wenn die Erfolge sich einstellen werden, wird die Kultusgemeinde gerne dieses Buch den ärmeren Schülern und Schülerinnen zur Verfügung stellen. Stengel hat den Titel richtig gewählt. Er ist das Zitat aus Jona: Iwri Anochi — ich bin ein Hebräer. Es erreicht doppelten Zweck; erstens das Bekenntnis zum bewußten Judentum und zweitens die Verpflichtung, hebräisch zu lernen. In 33 großgedruckten und farbig-illustrierten Seiten wird das Alphabet und die Vokalzeichen erschöpfend behandelt. Schon kann das Kind eine Reihe von Vokabeln im Gedächtnis behalten, um die nächsten Seiten zu erlernen, die eine kurze Schilderung der jüdischen Festtage in leichtem hebräischen Stil enthalten. Dann folgen zwei kleine biblische Erzählungen und den Schluß bilden einzelne Gebete. Eines ist schade: Die Fibel ist ein einziges, neues Buch, das den jüdischen Schülern winkt. Sonst ist alles alt, alle Bücher des Religionsunterrichtes, bis auf die unsterbliche, ewig junge BibeJ und das sich stets verjüngende Gebetbuch, sind alt, veraltet, unmodern, äußerlich und innerlich. Die Fibel Stengels ist ein Morgengrauen, dem ein heiteres Licht folgen kann, das zur goldenen Quelle der jüdischen Kultur führt. Die Kleinen werden gerne zu uns kommen, wenn wir ihnen so schöne Bücher bringen. Prof. Dr. K. Kupfer. Eliteabend des Hilfskomitees für das Ch aj es-Realgymnasium Samstag, den 29. November fand im Kursalon eine auf hohem künstlerischen Niveau stehende Akademie, veranstaltet zugunsten des Chajes-Realgymnasiums, statt. Frl. Wurmbrand brachte einige Gedichte zum Vortrag, die ungeteilten Beifall des Publikums fanden. Der bekannte Violinvirtuose Prof. Josef Zimbler, den wir in unserem Blatte schop öfters zu würdigen Gelegenheit hatten, entzückte das Publikum durch sein wirklich hervorragendes Spiel und durch die Weichheit und Reinheit seines Tones. — In Frau Silvia Feiler-Altheim lernten wir eine sehr begabte Sängerin kennen. — Das Ereignis des Abends war die letzte Nummer des Programms, Frl. Lizzi Balla. Sie tanzte zuerst einen Talmud schüler, dann einen slowakischen Bauern tanz, schließlich einen Lebemann. Alle drei Charaktertänze waren ein wahres Erlebnis und zeugten sowohl von der virtuosen Technik der jungen Künstlerin, wie auch von ihrem hohen künstlerischen Empfinden. Bewundernswert ist die Fähigkeit der Tänzerin, im kurzen Nacheinander sich in drei grundverschiedene Typen einzuleben: vom Romantisch-mystischen (Talmudschüler) über Pa- Die medizinische Wissenschaft bei den alten Juden Es ist bekannt, daß das Judentum im Mittelalter viele hervorragende Aerzte aufzuweisen hatte. Weniger bekannt ist es, daß es sich aus dem Talmud und anderen hebräischen Büchern nachweisen läßt, daß die Juden schon im grauen Altertum medizinische Kenntnisse besaßen, die mitunter erstaunlich sind. Während Galenus an Affen und an menschlichen Knochen, die man int Tiberbette gefunden hatte, Anatomie studierte, kochten die Schüler des Rabbi Ismael eine weißliche Leiche, um die Zahl der Knochen zu bestimmen, (Berachot 45.) Abo Saul studierte die Knochen einer männlichen Leiche. (Nida 24.) Auch eine Autopsie ist in Abot R. Nathan XXII, in Tosefto Schekoiim l, 2 und Oholet IV und in Nosir 52 erwähnt Es ist nun interessant, zu hören, wie die alten Juden die Ursachen der Krankheiten zu ergründen suchten. In «The American. Hebrew* gibt Salomon R. Kagan hierüber aufschlußreiche Literaturnachweise. Der Talmud stellt fest, daß es folgende Krankheitsursachen gibt: Unreinlichkeit, Kälte, Wind« unreine Nahrung, Ausschweifung, Furcht, Verletzungen, ererbte Schwäche und Infektionen (Berachot 6). Auc.h Aufenthalt an feuchten Orten,, an Orten mit wenig Sonnenlicht wurden als schädlich erkannt (KeL 30), wie auch die Tatsache, daß Uebermaß an Nahrungsaufnahme schädlicher ist, als hungern. Man wußte auch schon, daß die Krankheiten der Blutungen und Epilepsie in bestimmten Familien sich oft wiederholen, also vererblich seien. (Jebamot 64.) tschig-liebliches (slowakischer Bauerntanz) bis zum Raffiniert-grotesken (Lebemann). Es ist eine Künstlerin, der man wohl mit Berechtigung eine steilnufsteigende künstlerische Laufbahn prophezeien kann. Nach der Akademie begann die Tanzunterhaltung. Bei den‘K!ängen der Jazzkapelle Korngold unterhielten sich die Anwesenden noch viele Stunden lang. Es war wirklich ein Elite-Abend. Die Scliofmann-Peier der „Histadruth Iwrith“ Anläßlich des 50. Geburtstages eines der bedeutendsten hebräischen Schriftstellers, G. Schofmann, veranstaltete die «Histadruth iwrith» einen Festabend, der zu den schönsten gehört, die je im Rahmen dieser Organisation stattgefunden haben. Nach der Eröffnung durch den Präsidenten J. Herzberg spielte der junge, begabte Geiger Max Oppermann in der vortrefflichen Klavierbegleitung des Herrn Kopp zwei jüdische Melodien, die tiefen Eindruck machten. Hierauf hielt Doktor Abraham Sonne ein Referat-über Schofmann, den einsamen Künstler, das durch Schönheit der Form, Tiefe und Feinheit der Empfindung vom Schablonenhaften der gewöhnlichen Festreden sehr vorteilhaft abstach. In knapper und gedrängter Form skizzierte er die Eigenheiten des Dichters. Frl. Else Ardo sang in der Klavierbegleitung des Herrn Glaser einige hebräische Lieder, die helle Beigesterung auslösten. Die Künstlerin verfügt über ein wundervolles Organ. Der palästinensische Sänger Samuel Krybus gab in der Klavierbegleitung Frl. P. Klars einige Zionlieder zum besten, worauf Frl. Lebensohn zwei kleine Erzählungen Schofmanns zum Vortrag brachte. Es war ein reichhaltiger und künstlerisch sehr gelungener Abend, der den Wunsch laut werden ließ, die «Histadruth iwrith» möchte solche Abende des öfteren veranstalten. S. G. Der vor kurzem gegründete jüdische Kultnrklatr hat es sich zur Aufgabe gemacht, weitere Kreide der jüdischen Oeffentüchkeit mit jüdischem Kulturgut in Form von Vorträgen, Führungen und künstlerischen Abenden bekannt zu machen. Der erste Abend (Vortrag des Herrn Dr. Otto S c h n e i d «Üeber moderne jüdische Künstler» mit Lichtbildern) findet Samstag, den 6. Dezember pünktlich 8 Uhr abends im Vortragssaal der Z. M. V. Mirjam', I., Jordang. 7 (bei Hoher Markt), statt. Chanuka Festkonzert Dienstag, den 16. Dezember 1930 um 8 Uhr abends findet im Konzertsaale des Hotel «Post», I., Fleischmarkt 24 ein von der Zion. Sektion XX veranstaltetes Chanuka Festkonzert statt. Gesamtarrarigement: Konzertsänger J. Segal-Rosenbach (Tenor). Programm: Gesang, Musik und Rezitationsvorträge (hebr. und jiddisch). Mitwirkend: Erstklassige Kunstkräfte. Karten: Zionistisches Landeskomitee, I., Kämtnerstraße 28; Zion. Bezirkssektion Brigittenau, XX., Jägerstraße 30. Die erste Kunstwanderung der Wizo. In dieser Saison bot sich den zahlreich erschienen Besucherinnen dank dem großen Entgegenkommen von Herrn und Frau Samuel Glückselig, Inhaber der berühmten Auktions- und KunsthandeJsfirma gleichen Namens, ein besonderes Erlebnis. Unsere Damen waren zur Besichtigung der in der Privatwohriung des Ehepaares befindlichen Kunstschätzc eingeladen. Der Ruf des. Hauses rechtfertigte wohl die Erwartung eines erlesenen Genusses. Aber die liebenswürdigen Gastgeber taten ein übriges und gestalteten die Führung zu einem Feste. Schon im Eßzimmer blinkte uns im Scheine der Kerzen ein für diesen Zweck hergerichteter Sedertisch, besetzt mit herrlichen antiken Geräten, alten Hagadahs und altem Glas entgegen. Auf Schreinen und Truhen wurden bereitwillig wunderbare alte Kultgeräte, bizarre Gebrauchsgegenstände, geweiht von der Würde des Alters, herrliche Nadelarbeiten, die Produkte der Kunstfertigkeit und des Fleißes unserer Ahnfrauen, unzählige Raritäten, Bilder und Schriften judaistischen Inhalts gezeigt. Herr Glückselig, der in den Räumen seiner Firma Köstlichkeiten aller Zeiten und Zonen aufstapelt, sammelt in seinenr Heim jüdische Kunstdenkmäler. Diese seltene Schau begleiteten Herr und Frau Glückselig mit aufschlußreichen Bemerkungen aus dem Schatze tiefen kunsthistorischen Wissens und feinster persönlicher, Kennerschaft Entzückt, belehrt und erquickt verließ man nach einem gastlich gereichten Imbiß das jüdische Patrizierhaus. B. F.-L. Nieren, oder aber auf pathologische Veränderungen def Körperkräfte zurückzufiihren wären. (Gitin 69; Rosiel Ha- Malach X.) Tiere wurden bereits als Verbreiter von Krankheiten bezeichnet (Jumo 84 b.) Rabbi Samuel stellte fest daß Krankheiten auch durch Reisende aus entfernten Ländern gebracht werden (Taanith 21). Interessant ist es, daß die Autoren des Talmuds schon erkannten, wie alle Krankheitssymptome zum Teil äußerliche Manifestationen von Veränderungen der inneren Organe seien. Auch die Art der Diagnose ist bemerkenswert Die Prüfung des Pulses erfolgte, um den allgemeinen Gesundheitszustand festzustellen (Jalkut Achimoni Psalm LXXIII); sie konnten Blut, das aus einer Lungenblutung stammte, an der Farbe von Blut aus anderen Organen unterscheiden (Gitin 69). Gewisse chronische Augenkrankheiton wurden als Zeichen einer konstitutionellen Krankheit erkannt (Taanit 24). Man kann feststellen, daß den alten Juden verschiedene Behandlungsmethoden der Gegenwart schon bekannt waren. So wurden Magenverstimmungen durch Wein, Diät und warme Umschläge kuriert (Sab. 66 und 147), Kopfschmerzen durch geistige und körperliche Ruhe (Nedarim 41). Diät, Sonnenlicht und Schlaf waren als Heilmittel bekannt (Gen. R XIII; Ben Sira XXXI), ebenso Inhalation in gewissen Fällen (B. Mezia 85). Furunkel wurden durch heiße Umschläge und Oeffnen derselben zum Zwecke des Blterabflusses geheilt (Jer, Sab IX. 3). Es wurden bereits Operationen auch an den Augen und anderen lebenswichtigen Organen durchgeführt (Pesachim 65; Chulin 57); man | kannte auch schon chirurgische Bestecke (Ber. 38). Man Die Autoren des. Talmuds glaubten, daß GalJenr und Nierensteine auf die Entzündung der Gallenblase, bezw. sieht .also, daß die Juden schon im grauen Altertum sehr erhebliche medizinische Kenntnisse besaßen. ‘ Aus alter Welt